Fenstertausch als Modernisierung - Anschlag

  • Hallo allerseits,


    wir haben hier gerade eine Situation mit einem Fensterbauer wo ich mal eure Einschätzung bräuchte, folgendes Szenario:


    Auftrag über Austausch von ca. 60 Fensterelementen in bewohnten Wohnungen (Vermietung), Objekte Baujahr (ca.) 1936, zweischalige Bauweise Ziegel innen/außen.


    AN hat einige Aufmaße in den Wohnungen genommen und schreibt jetzt sinngemäß folgendes: Wir mussten feststellen dass der Innenanschlag an den Elementen tlw. je Seite nur 25mm breit ist. Ausführung kann so nicht gem. DIN etc. vorgenommen werden da Schlagregendichtheit nicht herstellbar (aufgrund der Breite des möglichen Anschlages), Versiegelung außenseitig will er nicht und Kompriband geht nicht... Er bietet uns aber an (nachdem wir etwas auf die Terminschiene hingewiesen haben) den Vertrag aufzulösen.


    Wir sehen die Situation natürlich etwas anders und würden den AN gerne die Maßnahme ausführen lassen da wir in diesem Jahr aller Voraussicht nach keinen neuen Betrieb finden der das kurzfristig ausführen kann.


    Wie seht ihr das? Gibt es Vorgaben an die Breite des Anschlages? Ich konnte beim ersten Sichten des Montageleitfadens des Profilherstellers nichts finden...

  • Mindestfugenmaß für Plastefenster 8 mm, Toleranz für Ebenheit und Winkel dazu sind wir bei rd 15 mm. Bleiben 10 mm.

    Die schmalsten schlagregendichten Bänder, die ich kenne, sind 10 mm breit (und die haben lächerliche Fugenbreiten). Laß also noch etwas mehr Tolereanz drin sein, dann ist er ausserhalb der Herstellervorgaben.


    Von daher - andere Lösung!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • @Ralf: danke für die Infos, diese hatte ich auch soweit in den Montagerichtlinien wiederfinden können. Andere Lösung - so wie wir das bereits mehrfach in anderen Objekten ausgeführt haben - Versiegelung zw. Profil und Ziegel außen statt des Kompribandes. Dieses ist in den Fachregeln des ift Rosenheim zur Ausführung von Baukörperanschlüssen von Fenstern und Türen explizit in einem Beispiel für Sanierung aufgeführt - "spritzbarer Dichtstoff". Dieses möchte der AN allerdings nicht (seine Begründung nicht fachgerecht) und schlägt ein Verleisten der Anschlüsse von außen vor - welches er sich natürlich gesondert vergüten lassen möchte...

  • "spritzbarer Dichtstoff". Dieses möchte der AN allerdings nicht (seine Begründung nicht fachgerecht)

    Damit könnte er sogar Recht haben! Silikon & Co sind mehr oder weniger dampfdicht und erfordern eine ebenso dampfdichte innere Abdichtung, ausserdem sind und bleiben es Wwartungsfugen (Flankenabriss nach 2 - 5 Jahren!)


    Verleisten ist aber auch eine "naja" Lösung. Entweder viel Geld jin die Hand nehmen, Anschlag abbrechen und glattputzen (Vorteil - bei späterer Dämmung können die Fenster bauphysikalisch "richtig" plaziert werden) dann die Fugendichtung wie bei Montage ohne Anschlag ausbilden oder mit EPDM Folien o.ä. abkleben und die Folien mit Leisten verdecken.

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