Nachträgliche Fußbodenheizung Dünnschicht oder Trockensystem ?

  • Hallo ich stehe vor der Modernisierung meines Reihenendhauses aus dem Jahre 1960.

    Bei der Modernisierung der Heizungsanlage würde ich gerne eine Fußbodenheizung im Erdgeschoss und 1 Obergeschoss einbauen. Das 2 Obergeschoss soll weiterhin mit den vorhandnennen Heizungssystem ( Heizkörper )betrieben werden.

    Durch bauliche Einschränkungen, erreiche ich einen Maximale Aufbauhöhe im EG von 4 cm von der Bodenplatte (ohne Bodenbelag) im EG.


    Der Energiewert des Gebäudes beträgt vor den nachfolgenden Maßnahmen 220 kWh/(m²*a).

    Geplante Maßnahmensind eine 6-10 cm dicke Dämmung der Kellerdecke von Keller.


    Die Dämmung des Fußbodens im 1. OG soll durch 1,2cm Fliesendämmplatten 558 erfolgen, schon mal um eine Trittschalldämmung zu erreichen. Im 1. OG wäre auch eine Aufbauhöhe von 6 cm möglich. Dies könnte auch eine mögliche höhere Dämmung zulassen.


    Die Fußbodenheizung soll als Alleinheizung fungieren.


    Leider habe ich bisher sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Vorhaben gehört.

    Von 3 Firmen bisher 3 Meinungen...


    Zur bisherigen Diskussion stehen momentan 2 Systeme wie im Titel genannt.


    Es könnte ein Dünnschichtsystem eingebaut werden welches im EG ebenfalls mit 1,2cm Fliesendämmplatten 558 als Trittschall und Wärmedämmung unterlegt werden würde.

    Dies würde zu einer Aufbauhöhe von 3,7 cm führen


    Oder

    Ein Trockenbausystem welches durch die im Baukörper selbst enthaltene Dämmung eine Aufbauhöhe von 4 cm erreicht.


    Eine Außendämmung der Außenwände steht leider nicht zur Diskussion, da dies den Siedlungscharakter angeblich zerstören würde….


    Ich würde mich über Anregungen, Meinungen oder Ideen freuen.


    Grüße Mario L.

  • Eskönnte ein Dünnschichtsystem eingebaut werden welches im EGebenfalls mit 1,2cm Fliesendämmplatten 558 als Trittschall undWärmedämmung unterlegt werden würde.

    Dieswürde zu einer Aufbauhöhe von 3,7 cm führen

    Dann verbleiben also noch 25mm für die FBH. Hierfür werden meist Noppenplatten und sehr dünne FBH Rohre eingesetzt. Diese dünnen FBH Rohre haben zwangsläufig einen hohen Druckverlust, man muss also pro Raum relativ viele Kreise verlegen.

    Weiterhin gibt es zu beachten, dass die niedrigen Aufbauhöhen nur im Verbund möglich sind, auf Trennlage oder eine Dämmlage muss die Nivelliermasse typ. 10-15mm stärker aufgetragen werden, was die Aufbauhöhe natürlich anwachsen lässt.


    Bei solchen geringen Aufbauhöhen ist es zwingend erforderlich, dass der Untergrund ausreichend tragfähig und eben ist. Viel Spielraum zum Nivellieren hat man da nicht.

    Das mag einfach klingen, kann einem in der Praxis aber vor richtige Probleme (und eine Menge Arbeit) stellen. Gerade bei einer Renovierung sind die Böden bzw. der Untergrund meist alles andere als eben.


    Die Fliesendämmplatte ist OK, als Trittschalldämmung. Die Wärmedämmung bzw. Wärmedämmwirkung würde ich nicht überbewerten, die Platten gehören zur WLG095, und was da bei 12mm an Dämmwirkung entsteht ist überschaubar.


    Bei den entsprechenden Rahmenbedingungen würde ich das Dünnschichtsystem der Variante mit Trockenbauplatten vorziehen, gerade wenn man den letzten Millimeter aus der Aufbauhöhe herausquetschen muss.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Wenn Ihr ca. 50 mm Gesamtaufbauhöhe realisieren könntet, würde ich Euch ein System mit Wärmeleitblechen und darin eingebetteten Rohren 17x2 mm wärmstens empfehlen. Falls diese Höhe eine Option wäre, würde ich Details zu diesem System posten.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Danke schonmal für die Antworten.

    50mm Gesamtaufbauhöhe wäre es bei dem Objekt schon mit Bodenbelag also mit geplanten Fliesen.

    Die Heizleistung müsste ich noch von den Firmen erfragen (berechnet gemäßDIN EN 12831) , laut Internet Rechner soll es für das gesamte Haus 15,500 W für die gesamte Wohnfläche sein die 125 qm² umfasst.

    Für die zu modernisierende Flächen von 80 qm sollen es 10.250 Watt sein.

    Zu Grunde gelegt soll ein energetisch nicht sanierter Altbau sein.

    Ach so es ist auch noch ein 7kw Holz Kaminofen im EG eingebaut.

  • Den Holzofen würde man nicht berücksichtigen, der wird ja nicht Tag und Nacht betrieben.


    15.500W für 125m2, da müsste die FBH durchschnittlich 125W/m2 liefern, das ist eine Menge. Die dafür benötigte Wassermenge durch die dünnen Röhrchen drücken, das braucht eine Menge Druck, und kann aufgrund der Fließgeschwindigkeit schnell für Strömungsgeräusche sorgen.


    Da würde ich aber mit spitzer Feder rechnen, bevor es an die Ausführung geht.


    Dann kommen auch noch so Themen wie Bodenbeläge, Oberflächentemperatur usw. hinzu. Würde mich nicht wundern, wenn die zulässigen Oberflächentemperaturen überschritten werden, denn für 125W/m² braucht man grob 10K mittl. Oberflächenübertemperatur, das wären dann schon 31°C, und aufgrund des Verlegeabstands und Welligkeit ergibt das punktuell sicherlich noch höhere Temperaturen.


    Zuerst einmal würde ich darauf hoffen, dass die geschätzten 15.500W deutlich zu hoch sind. Ansonsten wäre zu überlegen, ob eine FBH als alleinige Heizfläche sinnvoll ist.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • 125 W / m2 sind mit einer Fussbodenheizung in Trockenbauweise kaum zu erreichen. Ich meine, mich an mit großen Anstrengungen gerade so erreichbare Maximalwerte von ca. 70 W / m2 zu erinnern. Das kann aber auch eine Trockenbau-Wandheizung gewesen sein. Nicht vergessen: Die zulässige Oberflächentemperatur der FBH liegt bei rd. 30° C!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Die 15.500w sind ja für die gesamte Wohnfläch. Im 2 Og sind zwei 980 x400 Flachheizkörper verbaut die dort in einem eigenem Heizkreis verbleiben sollen.

    Der Raum würde ja nicht in die Zuständigkeit der FBH fallen eigentlich.

    Mit der Aussage das es eine alleinige Heizung sein soll bezog sich nur auf das EG und das 1OG.

  • Ich meine, mich an mit großen Anstrengungen gerade so erreichbare Maximalwerte von ca. 70 W / m2 zu erinnern.


    Damit liegst du gar nicht so daneben.

    Wenn man sich an die EN1264 hält, und in Aufenthaltsbereichen mit einer max. Oberflächentemperatur von 29°C rechnet, dann kommt man durchschnittlich auf um die 6K mittl. Übertemperatur, und das wären um die 70W/m².


    Man könnte nun in Randzonen und Badezimmern etwas höher gehen, aber das wird nicht ausreichen, um das Defizit der "Hauptflächen" auszugleichen.


    Nicht umsonst wurden früher die FBH mit relativ hohen Heizwassertemperaturen betrieben, was dann zu den allseits bekannten Nachteilen geführt hat.


    Ich vermute aber, die 15,5kW sind für die gerade mal 125m² deutlich zu hoch geschätzt. Trotzdem könnte es aber eng werden.


    Als nächstes kommt hinzu, dass die dünnen FBH Röhrchen gerade mal 50ml Inhalt pro 1m haben. Da könnte es passieren, dass allein schon der Druckverlust die Fläche pro FBH Kreis auf irgendwas um die 5-8m² begrenzt. Das bedeutet dann bei den 125m² bereits 25 FBH Kreise.


    Wenn ich das mal grob überschlage, sagen wir 50m FBH Rohr pro Kreis, also für 5m²,, dann komme ich auf um die 0,5m/s und einen Druckverlust von 400mbar. Das haut mich nicht gerade vom Hocker.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Im 2 Og sind zwei 980 x400 Flachheizkörper verbaut die dort in einem eigenem Heizkreis verbleiben sollen.

    Diese zwei kleinen Heizkörper ändern nicht viel am Ergebnis, deren Heizleistung ist überschaubar.


    Was für ein Wärmeerzeuger ist geplant?

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • OK, das ist schon einmal gut. Der hat sicherlich mehr als genug Reserve, und die Vorlauftemperatur ist dann auch nicht mehr so kritisch. Hoffentlich wurde er nicht zu üppig dimensioniert, sonst darf man auch noch an der Hydraulik tagelang tüfteln.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich möchte mich erstmal bei euch und im besonderem bei R.B. schon mal bedanken.

    Es sind einige Anstöße die ich nochmal in erfahrung bringen werde.

    Mache nochmal einige "Hausaufgaben" und melde mich morgen nochmal.

    Grüße Mario

  • Kein Problem.

    Schaue mal, dass Du noch mehr Infos zur Heizlast beschaffen kannst, ansonsten müssten wir mal eine Abschätzung machen. Je mehr Details verfügbar sind, um so besser wird die Abschätzung. ;)

    Mit dieser Grundlage kann man dann genauer überlegen, wie man die FBH dimensionieren könnte, und dann weiß man auch, welche Systeme denkbar wären, und welche gar nicht funktionieren.


    Ich würde mir auch über die Aufbauhöhe Gedanken machen, denn je mehr Aufbauhöhe zur Verfügung steht, um so einfacher wird es, und (ganz wichtig) um so kostengünstiger. "Sonder"lösungen sind normalerweise immer teurer als Standard.

    Um mal ein Beispiel zu nennen, allein die Ausgleichsmasse (Material) kostet bei solchen System schnell mal 25,- €/m², und da ist noch Luft nach oben. BIs das Zeug geliefert und eingebaut ist, da gehen auch ein paar Euro über die Ladentheke.

    Bei solchen Dünnschichtsystem kannst Du ruckzuck 6-7t€ für die 125m² versenken, und dann ist das Material noch lange nicht eingebaut.


    Da lohnt es sich, vorher zu überlegen, bevor man das teure Material in die Tonne werfen muss.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .