Falsches Gefälle auf dem Dach nach der Sanierung

  • Unser Geräteschuppen im Garten hatte ein bekiestes Flachdach und war undicht. Wir haben einer Dachdeckerfirma die Sanierung beauftragt.


    Man hat alten Dachbelag, Alu-Profile abgenommen. In der Ecke (diagonal) gegenüber dem Gully wurde schadhaftes Profilholz an Dachkante abgenommen und ersetzt. Man hat den Dachrand aufgedoppt, die Schalung nachgeschraubt, einen neuen Gully angeschlossen. Neue Schweissbahn wurde aufgeschweisst. Nur hat man nicht nötig das Gefälle vorher zu kontrollieren.


    Die Sanierungsarbeit war gerade abgeschlossen, da kam auch ein Starkregen. Wir haben beobachtet, dass das komplette Wasser erst nicht zum Ablauf sondern in die Ecke (diagonal) gegenüber dem Gully lief. Es scheinte so, dass diese Ecke "abgesackt" ist und deswegen tiefer als der Gully liegt. Anders ausgedrückt, wir haben ein "falsches Gefälle" auf dem Dach. Das Wasser lag auf dem Dach nach dem Starkregen stellenweise bis zu 18mm hoch.


    Das Problem des Wasseranstaues resultiert schlussendlich aus dem zu hoch eingebauten Gully. Pfützen bilden sich stets und zwangsläufig nach einem Regen unabhängig von dessen Stärke. In den Herbsttagen wird das Wasser bestimmt nicht bald abtrocknen, und länger einwirkende Mengen stehenden Wassers können sich schädigend auf Schutz- und Belagsschichten auswirken.


    Fragen:


    1) Kann die Dachdeckerfirma die Nachbesserungsarbeit verweigern mit der Argumentation:


    "... die Arbeiten sind wie angeboten ausgeführt und fachlich richtig. Es handelt sich bei den Gebäuden um Bestandsobjekte, deren Gefällelage wir nicht verändert haben.

    ... Es ist aber nicht schlimm, wenn etwas Wasser auf der Fläche stehen bleibt, da die Schweißbahn vollflächig verschweißt ist und somit nichts durch kommen kann..."


    2) Kann man nachträglich noch was machen für eine vollständige Wasserableitung?


    3) Sollten wir wieder Kies auf das Dach bringen, um das Regenwasser besser zum Gully ablaufen zu lassen?

  • Moin,


    prinzipiell könnte man das ändern, nur ist der Aufwand riesig und fraglich, ob gerechtfertigt. Hierfür müsste eine Gefälledämmung inkl. neuer Abdichtung aufgebracht werden...

    Die 18 mm stehendes Wasser sind zwar nicht schön, können aber alleine schon aus dem Lagenversatz der Schweißbahn ( Überlappungen ) und Einbaulage des Flachdachgullys kommen. Stehendes Wasser hat man bis zu einem Neigungsbereich von ca 7°. Von daher würde ich nicht unbedingt auf eine Nachbesserung bestehen, das kann auch rein rechtlich schief gehen.

    Laut Fachregeln wird ein Mindestgefälle von 2% gefordert, wobei aber auch hier aufgrund örtlicher Gegebenheiten ??? abgewichen werden kann. Ein Bild wäre ganz hilfreich. Selbst bei Neubauten mit 2% Gefälle und bituminöser Abdichtung hat man stehendes Wasser, was noch kein Mangel ist.

    Ein Oberflächenschutz in Form einer Kiesschüttung ändert nichts an dem stehenden Wasser, man sieht es nur nicht mehr.

    Solange die Schweißbahn vernünftig verlegt ist und dicht ist, stellt das ganze kein Problem dar. Ein Mangel wäre Wassereintritt oder ein Überlaufen des Wassers im Bereich der Blende oder Randeinfassung, aber solange keins der beiden zutrifft, würde ich es so belassen, wie es ist.

  • Im Angebot steht "Abstellraum Flachdach mit Gefälle neu herstellen".


    Für mich bedeutet: der Dachdecker hat zu prüfen, ob das Gefälle da ist, Regenwasser ordentlich zum Gully ablaufen zu lassen. Ich habe aber bei der Arbeit keine Wasserwaage gesehen. Er hat mal stolz meiner Frau erzählt, dass er Gefälle ausgeführt hat, damit das Wasser besser läuft. Was er dabei gemacht hat, weiss ich gar nicht, dachte jetzt nur es wäre mit "Dachrand aufgedoppt" gemeint.


    Für mich ist jedenfalls unverständlich, dass ein Dachdecker einfach mal neue Schweissbahn aufschweisst ohne vorher zu prüfen, ob ein "richtiges Gefälle" vorhanden ist, egal ob man ihm richtig beauftragt hat oder nicht!


    Ich lade ein Foto hoch, zu sehen ist der Wasserstand auf dem Dach ca 20 Stunden nach dem Regen.


    Elopant : ich dachte, Kies verdrängt das Wasser in Richtung Gully. Dadurch liegt weniger Wasser auf dem Dach. Dass Wasser noch unter dem Kies liegt, kann man natürlich nicht sehen. Aber ist das denn schlimm?

  • Für mich ist jedenfalls unverständlich, dass ein Dachdecker einfach mal neue Schweissbahn aufschweisst ohne vorher zu prüfen, ob ein "richtiges Gefälle" vorhanden ist, egal ob man ihm richtig beauftragt hat oder nicht!

    Das grosse Problem von Laien. Sie nehmen Dinge als selbstverständlich an, die alles andere als selbstverständlich sind. Wenn dann noch der günstigste von mehreren Anbeitern ausgewählt wird, ist nix mehr selbstverständlich und die anderen werden als "zu teuer" angesehen, weil sie Dinge einkalkuliert haben, die "selbstverständlich" sind!

    Live su****

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  • Das war nicht das günstige Angebot. Für mich war es vernünftig, weil nicht einfach mal nur "... Dachfläche für eine neue Abdichtungslage vorbereiten und mit neuen Bahnen vollflächig abdichten ..." .


    Was heisst denn jetzt für die Experten ... "Flachdach mit Gefälle neu herstellen"? Hat der Dachdecker Sorge dafür zu tragen, dass das Wasser richtig abläuft oder kann/muss er die "Gefällelage so lassen wie es war" ! Habe ich Chance auf eine Nachbesserung?

  • "Flachdach mit Gefälle neu herstellen"

    Zweideutig:

    Entweder soll das bedeuten, dass das (vorhandene) Flachdach ein Gefälle hat und die Abdichtugn neu erstellt wird

    oder

    Das die Abdichtung mit Gefälle hergestellt wird


    Der Streit darum wird langwierig, kräftezehrend um am Ende das Hronberger Schiessen.

    Also entscheiden, ob man damit lebt oder sich mit dem DD einigt.

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  • stehendes Wasser ist ja erst mal nicht das Problem wie Elopant schrieb. Mal sehen, ob er zu den Fotos noch etwas sagen kann.

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  • Bilder sagen mehr wie die Glaskugel... das ist Gegengefälle und lässt sich nicht mehr auf die Bahnenüberdeckungen schieben. Hier hätte der Ausführende zumindest mal Bedenken anmelden müssen, aufgrund des fehlenden Gefälles/Lage der Dachentwässerung und dann hätte sich der TE entscheiden können, welche Maßnahmen ergriffen werden ( Gefälledämmung oder Änderung der Entwässerung oder, oder, oder ). Ansonsten siehe Beitrag #7. Besser wäre es gewesen, vorher miteinander zu reden, was man hier machen kann, nachher ist es immer für beide Seiten doof. Je nachdem wie viel Platz innen an der Decke vorhanden ist, könnte man noch über einen zusätzlichen Ablauf nachdenken, dessen Leitungsführung dann innen an der Decke erfolgt und an den vorhandenen mit angeschlossen wird, das wäre zumindest eine, vom Aufwand her, kleine Variante, um das Wasser vom Dach zu bekommen.

    Man könnte es auch so belassen und mit einem höheren Reinigungsaufwand leben ( im Bereich des stehenden Wassers werden sich Verkrustungen und evtl. Rotalgen bilden, die regelmäßig entfernt werden sollten )

  • Eine Dachabdichtung soll ja generell das Wasser über das Gefälle zum Entwässerungselement (Rinne, Überlauf, Gully, etc.) abführen. Das kann nur geschehen, wenn das Gefälle generell in Richtung der Entwässerungseinrichtungen führt.

    Eine Pfützenbildung bedingt durch Toleranzen in der Ebenheit der Unterlage, wegen Durchbiegung, aufgrund der Dicke der Werkstoffe oder durch Überlappungen und Verstärkungen an Dachbahnen kann ich auf dem Foto nicht erkennen.


    Für mich sieht es optisch so aus, als sei der Gully am Hochpunkt eingebaut.

    Ist das auf dem Foto noch Pfützenbildung oder schon Stauwasser?


    Gibt's da nicht bei den DD auch Fachregelwerke o.ä? Was sagen die?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Vielen Dank für den Fachausruck "Gegengefälle". Ich als Laie die ganze Zeit nur von "flasches Gefälle" erzählt, was ich auf dem Dach gesehen habe.

    Habe ich Recht den Dachdecker so zu kritisieren, dass er nicht nötig hatte, die Wasserwaage in der Hand zu nehmen? Sonst hätte er schon das Gegengefälle entdeckt und vorher mit mir über weitere Gegemassnahmen zu bereden! Arbeiten die Dachdecker generell ohne Wasserwaage, weil Gefälle nicht zu ihrem Verantwortsbereich gehört? (doofe Frage von einem Laie). Vielen Dank die Beiträge.


    OLger MD : "Pfützenbildung oder schon Stauwasser" ich muss noch google was hier Stauwasser bedeutet!

  • Elopant : kann man jetzt noch einen zusätzlichen Ablauf einbauen lassen? Einfach mal das Dach in der Mitte von oben durchbohren? Platz innen drin lässt sich schon finden!


    OLger MD : Gully ist eindeutig am Hochpunkt eingebaut. Aber der Dachdecker kann nicht dafür, der alte Gully war auch dort. Wie er sagte: "Es handelt sich bei den Gebäuden um Bestandsobjekte,..."

  • Dann wird der See wohl schon vorher auf dem Dach gewesen sein. Nur hast Du ihn wegen der Kiesschüttung nicht gesehen.

    Mein Rat als Dachlaie: Mach den Kies wieder drauf und einen Haken an die Angelegenheit. Die UV-Strahlung und fehlende Auflastung ist dem Dach viel schädlicher als die Nässe.

    OLger MD : Gully am Hochpunkt ist doch Hauptlernziel jedes Straßenbauerlehrlings 1. Ausbildungsjahr. ;)




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • kann man jetzt noch einen zusätzlichen Ablauf einbauen lassen? Einfach mal das Dach in der Mitte von oben durchbohren? Platz innen drin lässt sich schon finden!

    Ganz so einfach sehe ich das nicht.

    Was befindet sich unter dem Dach?

    Wie ist der Dachaufbau?


    Wenn da im Winter eiskaltes Wasser durch den Innenbereich geführt wird, dann könnte das für den nächsten Ärger sorgen. (Wärmebrücken, Kondensat usw.). Ich konnte mich noch nie dafür begeistern, Wasser das außerhalb eines Gebäudes anfällt, in das Gebäudeinnere zu führen, um es auf Umwegen wieder nach draußen zu transportieren.

    Das lässt sich zwar alles lösen, wenn man jedoch den Aufwand und die möglichen Risiken betrachtet, dann würde ich über den Vorschlag von Thomas nachdenken.

    Mach den Kies wieder drauf und einen Haken an die Angelegenheit.

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    .

  • R.B. das vorhandene Abflussrohr ist schon drin im Schuppen. Der Dachdecker muss mir sagen, wie teuer die Lösung ist und wieviel er sich dran beteiligen will.


    OLger MD : mache Dir keine Sorge wegen "fehlender Auflastung", der gute Mann hat doch "die Schalung nachgeschraubt", s.#1.

    Ich warte nur auf Erlaubnis von meiner Frau, Kies wieder drauf zu bringen, wegen der "Wasserverdrängung"! Ich habe keine grosse Lust, nach jedem Regen da hochzuklettern um das "Stauwasser" zum Gully zu schieben!

  • R.B. das vorhandene Abflussrohr ist schon drin im Schuppen. Der Dachdecker muss mir sagen, wie teuer die Lösung ist und wieviel er sich dran beteiligen will.

    Das mit dem "Schuppen" hatte ich überlesen. Meinen obigen Beitrag dann einfach ignorieren.

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  • Der Dachdecker muss mir sagen, wie teuer die Lösung ist und wieviel er sich dran beteiligen will.

    Wegen der fehlenden Bedenkenmeldung? Selbst wenn, hättest Du am Ende den Spaß komplett bezahlen müssen - der für das Herstellen eines Gefälles nötig gewesen wäre. Die Angebote mögen zwar nicht selten wenig beschreiben was nun die Arbeit ist aber in der Regel wird auch nichts zusätzlich erstellt was nicht Vertragsinhalt ist. In wie weit man sich als Kunde also aus dem Fenster lehnen sollte? Das mag jedem selbst überlassen sein. Fakt ist, das am anderen Ende auch immer MENSCHEN stehen. Die mögen Fehler machen, wie man selber auch nicht unfehlbar ist.


    Das Auftreten ist schon recht "schnippisch" was für ein Verhandlungsgespräch sicherlich nicht zuträglich ist. Auch wenn Handwerker mal Fehler machen, sind es nicht gleich die größten Idioten vom Dienst. Passiert jedem mal. Ob man also kritisieren muss? Daher sehe ich auch noch nicht, wieso man sich jetzt an etwas beteiligen muss was offenkundig wohl schon vor der Sanierung bestand? Elopant hat ja eine mögliche kostengünstige Variante erwähnt. Ich bin ja der Meinung mit Vorwürfen und "DuDuDu" kommt man im Leben nicht weit - da fehlt es regelmäßig am gegenseitigem Respekt.


    Aber ja, rein fachlich dürfen Gullys nicht am Hochpunkt sitzen - hilft das jetzt aber? Eher weniger...

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Weil ich den Punkt heute grad stundenlang diskutieren musste: Wenn eine Leistung über das ursprüngliche Angebot hinaus zusätzliche fachlich erforderlich ist, so ist diese auch zu vergüten!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Entscheident ist, wie das Angebot nach §§ 133, 157 BGB auszulegen ist:


    "Abstellraum Flachdach mit Gefälle neu herstellen".


    Hierbei ist zu unterscheiden zwischen dem Vertrags-Soll und dem Leistungs-Soll.


    Das Vertrags-Soll wurde m.E. nicht erreicht. Denn die vereinbarte Beschaffenheit " Flachdach mit Gefälle " fehlt. Das Dach hat Kontergefälle und das ist unzweifelhaft ein vom Unternehmer zu verantwortender funktionaler Mangel. Ob dieser Mangel schon vorher ( verborgen unter dem Kies ) vorhanden war, ist aufgrund der Beschaffenheitsvereinbarung unerheblich. Der Unternehmer durfte denselben Fehler nicht wiederholen.


    Das Leistungs-Soll entscheidet darüber, ob der Unternehmer den Mangel auf eigene Kosten zu beseitigen hat oder ob sich der Besteller an den Kosten der Mangelbeseitigung beteiligen muß ( Sowieso-Kosten ). Insoweit kommt es darauf an, welche Leistungen im angebotenen Preis enthalten waren.


    Das Dach hat ein ordentliches Gefälle. Nur eben leider zur falschen Seite. Außerdem fehlt offenbar der Notüberlauf. Insofern erscheint die Lösung ja relativ einfach:


    Der TE hat die Mehrkosten zu tragen, die angefallen wären, wenn der Ablauf von vornherein auf der richtigen Seite eingebaut worden wäre. Der Ablauf als solcher, war offensichtlich im Preis enthalten. Nicht enthalten gewesen sein dürften die Kosten für den Anschluß des Ablaufs auf der richtigen Seite an den Kanal, Denn der Unternehmer ist offensichtlich davon ausgegangenen, dass er für den Ablauf den alten Kanalanschluß auf der falschen Dachseite verwenden kann. Also handelt es sich bei dem neuen Kanalanschluß um Sowiesokosten. Wenn ein Notüberlauf nicht im Preis enthalten war, dann hat der TE außerdem die Kosten zu tragen, die angefallen wären, wenn der Notüberlauf mit Entwässerung ins Freie schon bei der Neueindeckung mit eingebaut worden wäre ( wäre wahrscheinlich kostengünstiger gewesen als jetzt nachträglich ). Den vorhandenen falschen Ablauf hat der Unternehmer fachgerecht auf seine Kosten zu schließen.

  • Kalle : ... "Der Dachdecker muss mir sagen, wie teuer die Lösung ist und wieviel er sich dran beteiligen will."


    Meine 2. Mail an den Dachdecker (bevor ich mich bei Euch Rat hole):

    "Meine Frage an Sie: Können Sie uns da noch was helfen für eine vollständige Wasserableitung zu sorgen (durch Änderung der Gefällebildung, Tieferlegung des Dachablaufs oder andere Massnahme)? Sollten wir wieder Kies auf das Dach bringen, um das Regenwasser besser zum Gully ablaufen zu lassen?"

    Von der Forderung nach "Nachbesserung" keine Rede mehr. Seit 2 Tage warte ich auf seine Antwort.


    Sorry, dass ich hier den Eindruck erweckt habe, "schnippisch" zu sein! Wenn irgendwas dran sein sollte, dann kam das von so vielem Wasser (auf dem Dach) nach langer Dürre!


    Eric : Habe ich richtig verstanden, dass Deine Argumentationen gelten nur für die 2. Bedeutung des Angebots :

    "die Abdichtung mit Gefälle wird hergestellt" , s. Beitrag #7 ?

  • Die Auslegung des Angebots,


    Off-Topic:

    dass das (vorhandene) Flachdach ein Gefälle hat und die Abdichtung neu erstellt wird


    halte ich nicht für vertretbar. Sie wäre nur dann richtig, wenn der DDM gewußt hätte, dass das Dach Kontergefälle hat und dies von ihm bei der Neuabdichtung beibehalten wird. Das hat er aber so nicht erklärt ( --> Gefälle statt Kontergefälle ). Er wird von dem vorhandenen Kontergefälle selbst keine Kenntnis gehabt haben, weil damals noch die Kiesschicht vorhanden war.


    Aber selbst wenn wir mal annehmen würden, dass das Angebot ( " um die Ecke gedacht " ) so auszulegen wäre,würde dem DDM das nicht helfen. Denn dann würde sein Angebot auf einem Planungsfehler beruhen. Dann wäre er zwar nicht aufgrund eines Beschaffenheitsmangels, aber aufgrund fehlerhafter Planung zur Nachbesserung verpflichtet. Die Planerhaftung würde nur dann entfallen, wenn der DDM sich von dem jetzt vorhandenen Mangel freigezeichnet hätte, d.h. Dir klar und eindeutig erklärt hätte, dass das Dach nach der Sanierung ein Kontergefälle haben wird, welche Nachteile sich hieraus ergeben und Du daraufhin erklärt hast, dass Du ein Dach mit Kontergefälle ( unbedingt ) haben willst.


    Wohl kaum denkbar und vom DDM auch nicht zu beweisen.


    Insofern: Das vorhandene Werk ist in jedem Fall mangelhaft. Der DDM muß nachbessern. Du hast allerdings die Sowieso-Kosten ( s.o. ) zu tragen.


    Frage ist nur: Bringt man den DDM dazu, dass er die rechtliche Würdigung versteht oder muß ihm das erst durch das Gericht im Urteil erklärt werden?

  • Moin,


    a) der Ablauf ist nicht vertieft in der Fläche verbaut, sondern liegt mit dem Klebeflansch auf der Schalung und vermutlich der ersten Lage = Mangel

    b) wie von Eric angesprochen fehlt der Notüberlauf. Beim Bauen im Bestand ist das Entwässerugssystem zu überprüfen und ggf. zu ergänzen/anzupassen = Mangel

    c) die Anzahl der Klemmen am Dachrandabschlussprofil erscheint mir zu gering = Mangel

    d) es sind keine Keile am Übergang der Fläche zum Dachrand. Die sollten aber vorhanden sein, da sich die Bahnen gern aus der Ecke ziehen = ich würde es als Mangel einstufen

    e) Die Anschlussbahnen aus der Fläche zum Dachrandabschlussprofil sind länger als 1 m. Gem. Fachregel sollten sie Rollenbreite nicht überschreiten. Das macht durchaus Sinn und ich würde es als Mangel einstufen.

    f) die Dimensionierung des nunmehr vorhandenen Ablaufs halte ich für zu gering. Das bitte nachrechnen lassen, da es sich um eine Holzkonstruktion handelt.


    Mein Vorschlag zur Nacherfüllung (ohne Präjudiz!!)

    Einen zweiten Dachablauf in die andere Ecke bauen und den ursprünglichen als Notüberlauf nutzen.

    Mehr Klemmprofile nachrüsten.

    Bei den Keilen und den Anschlussbahnen sehr genau beobachten, ob sich die Bahnen verziehen = sich Falten bilden. Es ist zwar nicht oder nur bedingt regelkonform, aber als ausführender DD würde ich auf Unverhältnimäßigkeit plädieren, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

    An dieser Stelle würde ich einen Wartungsvertrag mit dem DD schließen, der beinhaltet, dass dieser nach Ablauf der Gewährleistung für z. B. weitere 4 oder 5 Jahre die Dachfläche einmal jährlich kontrolliert. Das bringt mit Sicherheit mehr als ein Rechtsstreit.


    Grüße


    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • b) wie von Eric angesprochen fehlt der Notüberlauf. Beim Bauen im Bestand ist das Entwässerugssystem zu überprüfen und ggf. zu ergänzen/anzupassen = Mangel

    Selbst für ein Geräteschuppen, der zweifelsohne zu den "untergeordneten" Gebäuden zählen dürfte? Wenn sie den Gully als Notüberlauf nutzen wollten, dann darf der aber doch nicht an das Kanalnetz? Also seitlich irgendwo raus und den Garten fluten, im Falle von Jahrhundertregen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • expertenforum-bau.de/index.php?attachment/6717/- sind es die Bahnen, die auf dem aufgedoppten Dachrand lose lagen und in den Bauder Alu-Profilen eingesteckt wurden (gelbe Länge)?


    - oder die Bahn auf der Schalung (rot Länge)? Die rote Linie ist übrigens 1,20 m lang.

    Stefan : Besten Dank für das "Gutachten"! Erlaube mir einige Fragen zu stellen:


    1) Mir ist nicht klar, welche Stelle Du jeweils meintest

    d) es sind keine Keile am Übergang der Fläche zum Dachrand. Die sollten aber vorhanden sein, da sich die Bahnen gern aus der Ecke ziehen = ich würde es als Mangel einstufen

    meinstest Du den Bereich im beigefügten Foto daneben?expertenforum-bau.de/index.php?attachment/6717/

    e) Die Anschlussbahnen aus der Fläche zum Dachrandabschlussprofil sind länger als 1 m.

    sind es die Bahnen, die auf dem aufgedoppten Dachrand lose lagen und in den Bauder Alu-Profilen eingesteckt wurden (gelbe Länge)? oder die Bahn auf der Schalung (rot Länge)? Die rote Linie ist übrigens 1,20 m lang.


    - oder die Bahn auf der Schalung (rot Länge)? Die rote Linie ist übrigens 1,20 m lang.

  • es tut mir leid, es war etwas schief gelaufen mit dem Zitat und Dateianhängen!


    Meine Frage zu den Aussenecken:

    Sind die Verbindungsstellen "Dachkanten (Alu-Flachdachprofile) / Aussenecken (BUG OV 85)" in Ordnung?

    Ich habe den Eindruck man hat die Profile etwas zu viel abgekürzt. Drei Aussenecken sind übrigens oben in den Ecken aufgeschnitten, moniert und

    dann mit Silikon zugeschmiert worden.