neuer Aufbau für Balkon

  • Hallo,


    wir haben vor gut 10 Jahren ein Haus in Berlin mit Balkon bauen lassen. Dieser Balkon liegt über einem Erker. Grundsätzlich haben wir keinerlei Feuchtigkeitsschäden etc.


    Wir haben bisher keine Fliesen oder ähnliches auf dem Balkon legen lassen. Da nun über die Jahre der Estrich auf dem Balkon kleine Risse aufwies, wollen wir nun letztlich das Thema Balkon aufgreifen und langfristig abschließen. Planung ist ein neuer Aufbau auf welchem dann Fliesen durch einen Fliesenleger aufgebracht werden.


    Wir haben nun den vorhandenen Estrich abgetragen und entsorgt. Unter dem Estrich war eine Estrichfolie, darunter die beschieferte Bitumenschweißbahn. So scheint es zumindest alles dicht zu sein, allerdings stand unter dem Estrich auch minimalst Wasser bzw. war es leicht feucht (allerdings sind die Temperaturen derzeit in Berlin auch wochenlang sehr hoch!).

    An den Ecken ist sogar ein kleines Kontergefälle und vor dem Rinneneinhang, ist auch ein kleiner Sack. Das Wasser ist nach unserer Meinung am Rand/Hauswand runtergelaufen und dann durch kein ordentliches Gefälle unter dem Estrich stehen geblieben. Hier wurde dann auch der Kalk aus dem Estrich gewaschen und wir haben ein nettes Gebilde im Fallrohr (das lässt sich aber leicht beheben).

    Ist das mit den OSB Platten (normalerweise mit Schiefer verkleidet) auch so iO?


    Daher sind wir an dieser Stelle etwas ratlos bezüglich der Situation und suchen Hilfe von Experten. Über unseren Fliesenlegermeister wollen wir zwar versuchen das ein Techniker vom Baustoffhandel sich die Sache mal ansieht, ich würde aber gern zumindest eine 2te Meinung einholen wollen.


    Anbei ein paar Bilder. Der Balkon ist ca. 6qm. Baujahr 2007


     


    Sollten weitere Infos fehlen, bitten wir um Information.

    Ansonsten schon mal vielen Dank für jegliche Hilfestellung!


    Gruß aus Berlin,

    Tom


    PS: Durch diesen Beitrag welchen wir gelesen haben, sind wir auf dieses Forum gestoßen, aber irgendwie fehlt mir hier der Lösungsansatz.

    Estrich auf Bitumenschweißbahn?


       

  • Off-Topic:

    Das Wasser ist nach unserer Meinung am Rand/Hauswand runtergelaufen und dann durch kein ordentliches Gefälle unter dem Estrich stehen geblieben.

    So ist es!


    Der bisherige Aufbau konnte so nicht funKtionieren, weil der Estrich in der Fläche und an allen Anschlüssen nicht wasserdicht war. Er ist gerissen, weil er von von Niederschlagswasser unter- und hinterlaufen wurde. Der durchfeuchtete Estrich ist im Winter gefroren, die Eiskristale haben zu einer Volumenvergrößerung geführt und hierdurch wurde der Estrich gesprengt.


    Erker unter der Dachterrasse ist wahrscheinlich beheizt. Richtiger Aufbau wäre dann von unten nach oben:


    Dampfsperre auf der Betondecke des Erkers.

    Gefälledämmung, 2 %.

    Abdichtung auf der Gefälledämmung.

    Schutzschicht auf der Abdichtung.

    Belag: wenn unbedingt Estrich und Fliesen, dann gibts nur zwei funktionierende Varianten:


    a.) Draimatten, Einkornestrich, Fliesen, siehe z.B. Anleitungen und Planungsunterlagen bei der Fa. Gutjahr im Internet,

    b.) Estrich, Verbundabdichtung, Fliesen, siehe z.B. bei Sopro, Weber usw.


    Alternativ wäre auch ein Holzbelag möglich. Beschriebener Aufbau bleibt auch beim Holzbelag.


    Das nötige Gefälle bekommt man nur durch Gefällegebung unterhalb der Abdichtung ( Sandwichprinzip ), entweder durch Gefälledämmung oder Gefälleestrich, der muß dann aber unter die Dampfsperre.


    Der Techniker vom Baustoffhandel ist keine gute Idee. Das sollte ein Fachmann vor Ort nach weiteren Probeöffnungen planen, ausschreiben und überwachen. Anderenfalls wird es bei so viel falschen Details wahrscheinlich wieder nur Murks.


    Die Vertikalabdichtung an der OSB-Wand war zu niedrig und vorne am Dreieck hinterläufig. Klar, OSB ist Holt und muß gegen FGeuchtigkeit geschützt werden.


    Untere Querstrebe des Balkongeländers dürfte für jeden Aufbau viel zu niedrig sein. Das Geländer kann daher gleich mit entsorgt werden.


    Ist halt Berlin und da habe ich auch gerade meine speziellen Erfahrungen mit einer angeblich kernsanierten Murksbude gemacht.

  • Wie hoch ist denn die Abdichtung unter der „Fensterbank“ des Balkonzugangs über den alten Balkonbelag hochgezogen gewesen? Gibt es dort eine durchgehende Verwahrung nach den a.R.d.T.? Auf dem Foto sehe ich dort nichts.


    Eine unabhängige sachverständige (Erst-) Beratung vor Ort sollte nicht mehr als pauschal 250,- bis 400,- € kosten (Stundensatz ab ca. 100 € ohne Umsatzsteuer).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Wie hoch ist denn die Abdichtung unter der „Fensterbank“ des Balkonzugangs


    Hatte ich mich auch erst gefragt. Kann aber wohl dahinstehen, weil die Abdichtung nach Aussage des TE kein Gefälle hat und daher eh alles runter muß. Der neue Aufbau muß dann so optimiert werden, dass auch die geforderte Abdichtungshöhe an der Schwelle der Terrassentür paßt. Deswegen ist ja auch der Fachmann vor Ort erforderlich.

  • Off-Topic:

    Wie hoch ist denn die Abdichtung unter der „Fensterbank“ des Balkonzugangs


    Hatte ich mich auch erst gefragt. Kann aber wohl dahinstehen, weil die Abdichtung nach Aussage des TE kein Gefälle hat und daher eh alles runter muß.

    Ihr Juristen seid immer so binär ... :bier:

    Deswegen ist ja auch der Fachmann vor Ort erforderlich.

    Yes!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wir halten fest, der Estrich wurde abgerissen. Ergo ist das Foto mit dem Türausschnitt der zur Verfügung stehende Platz für die Aufbauhöhe. Wenn mich mein Auge nicht völlig täuscht sind das gerade mal 10cm. 5-8 cm können wir davon schon mal für den Belag abziehen. Bleiben 2cm für die Gefällegebung, von den gloreichen Anschlussdetails noch gar nicht erst angefangen.


    Ich sehe hier nur zwei Möglichkeiten:


    Die von Eric beschriebene unter b) genannte oder aber:


    Auf die jetzige Abdichtung ein Schutzvlies oder vollflächig aufkleben, dann EPDM-Abdichtung, Tür mit FSK und anschließend einen Holzbelag.


    Tendieren würde ich aber zu der Variante von Eric, weil so wenigstens etwas Gefälle möglich wäre. Hier muss man sich nur Gedanken mit der Drainrinne machen. Gefälle wird bei der Situation eh kaum möglich sein und an EnEV usw brauchen wir gar nicht erst denken, falls nötig.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Moin,


    die Paranoia wegen des Gefälles ist ja ziemlich ausgeprägt :(
    Was soll denn passieren??

    Auf das Ganze würde ich einen Holzbelag bringen, dessen Lagehölzer etwas aufgeständert sind, um nicht dauerhaft im Wasser zu verbleiben. Das hält die nächsten 15 Jahre und dann ist der Belag ohnehin wieder fällig zur Sanierung.

    Im Bereich der Trittstufe der Tür dürfte die Abdichtung hinter dem Putz und unterhalb der Fensterbank sein. Ist nicht sehr schick (technisch) aber bisher hat es gehalten. Und es gibt keine Vorschrift, die besagt, dass der Anschluss immer vor dem Putz/WDVS verlaufen muss. Man(n) muss halt die Risiken kennen und bewerten.


    Also: nicht aus einer Mücke den schwergewichtigen Elefanten machen.


    Grüße

    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld