Dach dämmen

  • Hallo zusammen,


    ich war hier schon ein wenig aktiv (Fensterforum) um mich vorab zu informieren. Nun hat unser Umbau/Sanierung unseres neues Hauses begonnen und ich habe ein Frage zur Dachdämmung.


    Das Haus wurde 1976/1977 gebaut. Kurz darauf wurde vom Besitzer der Dachboden (Walmdach ; 32 Grad) ausgebaut. Hierzu gehörte auch eine Dachdämmung. Diese wurde mit Mineralwolle (?) o.ä. ausgeführt und hat 16 cm. Teilweise wurde darüber (nach innen) eine Dampfsperre angebracht. Sieht ähnlich wie Alufolie aus. Und darüber dann Rigips. Die Dachsparren sind 20 cm breit. D.h. diese sieht man noch, was wir aber gern abändern wollen.


    Jetzt überlegen wir, welche Maßnahme hier am sinnvollsten ist. Es ist zu vermuten, dass die Mineralwolle beim Ausbau gesundheitlich nicht unbedenklich ist.


    Die Frage ist, ob wir diese "nicht einfach" drin lassen. Den Rigips entfernen um zu schauen, ob überall diese Dampfsperre angebracht wurde, darüber noch einmal 4 cm Dicke Dämmung anbringen, nochmal einen zeitgemäße Dampfsperre und dann durchgängig mit Rigips verkleiden.


    Ist das sinnvoll? Worauf müssen wir achten bzw. was habe ich jetzt in meiner Überlegung vergessen?


    Danke schonmal.

  • Kann man davon ausgehen, dass der bisherige Aufbau die letzten Jahrzehnte schadlos funktioniert hat, und jetzt nur aus optischen Gründen von Innen neu verkleidet werden soll?


    Oder ist eine deutliche Verbesserung der Wärmedämmung das Ziel?

    Oder gar ein verbesserter Schall- und/oder Hitzeschutz?

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Kann man davon ausgehen, dass der bisherige Aufbau die letzten Jahrzehnte schadlos funktioniert hat, und jetzt nur aus optischen Gründen von Innen neu verkleidet werden soll?


    Oder ist eine deutliche Verbesserung der Wärmedämmung das Ziel?

    Oder gar ein verbesserter Schall- und/oder Hitzeschutz?

    Es ist beides der Fall. Zum Einen gefällt uns dieser Stil nicht, dass man die Balken sieht. Zum Anderen wäre eine bessere Wärmedämmung sowie Hitzeschutz das Ziel.

  • Zum Anderen wäre eine bessere Wärmedämmung sowie Hitzeschutz das Ziel.

    Wirst du mit deinem Vorhaben nicht erreichen. Weder das Eine, noch das Andere. Außerdem gäbe ich zu bedenken, ob die Eindeckung nicht erst mal geprüft werden sollte, bei gut 40 Jahren Alterung. Die beste Luftdichtung bringt nichts, wenn das Wasser am Ende von außen in den Aufbau dringt und dort den Bauschaden verursacht.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Es ist beides der Fall. Zum Einen gefällt uns dieser Stil nicht, dass man die Balken sieht. Zum Anderen wäre eine bessere Wärmedämmung sowie Hitzeschutz das Ziel.


    Das war die teuerste Antwort. ;)


    Dann sollte man darüber nachdenken, den kompletten Aufbau zu ertüchtigen. Wenige cm Miwo zusätzlich bringen nicht viel, weder bei der Wärmedämmung noch beim Hitzeschutz.

    Ungeachtet der Problematik mit der bereits vorhandenen Dampfsperre, könnte man einmal den Aufbau rechnen. Das Dach hat bisher einen U-Wert von vielleicht 0,38W/m²K. 40mm zusätzliche MiWo bringen den U-Wert auf vielleicht 0,28W/m²K. Die Speicherfähigkeit und Phasenverschiebung ändern sich dadurch vermutlich so gut wie gar nicht. Wie gesagt, man kann ja einmal mit den Zahlen spielen.


    Wie man den Aufbau nun im Detail gestaltet. da gibt es mehrere Möglichkeiten. Etwas Masse im Gefach kann nicht schaden, dadurch verdoppelt sich die Phasenverschiebung problemlos, und dann noch eine schwere Innenschale. Das funktioniert aber nur, wenn die Statik das auch zulässt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Hier mal ein paar Bilder zu Verdeutlichung und besseren Einschätzung.


    Aufbau: Gitterfolie; Dämmung (dünner als angenommen) Dampfsperre (Alu?); Rigips oder teilweise dünne Pressspannplatten.

  • Wir wollen es einfach optimieren. Am kostengünstigsten ist es natürlich die alte Dämmung drin zu lassen und noch etwas aufzufüllen mit 4-5 cm Dämmung.

  • Selbst wenn du von innen nun alles entfernst, bleibt die Betoneindeckung und die Gitternetz-Unterspannbahn (Dragofol). Letzteres wird kein intakter Schutz mehr gegen Flugschnee und eintreibende Feuchtigkeit unterhalb der Eindeckung sein. Belüftung? Vermutlich, wie so oft mangelhaft. Du wirst also über kurz oder lang nicht an einer Sanierung von Außen dran vorbei kommen. Um das Dach deiner gewünschten Nutzung zu zuführen. Jetzt kann man überlegen von innen alles fertig zu machen, um dann kurze Zeit später das Dach umdecken zu lassen. Das würde ich aber nur in Erwägung ziehen, wenn das Geld dafür auch vorhanden ist oder beschafft werden kann.


    Ansonsten ist es wahrscheinlich, dass innen das investierte Geld in Teilbereichen umsonst war. Bauphysikalisch ist der Aufbau mit Gitternetzfolie, wenn auch im Süden die kaum noch existent sein dürfte, mehr als ungünstig.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • sowie Hitzeschutz das Ziel.

    4 cm mehr Dämmung sind kein Hitzeschutz! Ausserdem fehlt die Luftdichte Ebene. Dacheindeckung nicht hinterlüfetet.

    Laß das VERNÜNFTIG planen! >Kostenpunkt für eine vernünftige Ausführung > 30.00 €!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Was in einem konkret vorliegenden Material tatsächlich enthalten ist, zeigt zuverlässig immer nur eine Laboranalyse. Allerdings wurden Asbestfssern meines Wissens vor allem zur Rissvermeidung und zur Hitzeisolierung gegen sehr hohe Temperaturen (nicht aber zur Wärmedämmung!) eingesetzt. Im konkreten Fall handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um gefährliche künstliche Mineralfaser (KMF), nicht um das noch gefährlichere Asbest. Demnach sind hier die TRGS 521 einzuhalten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Die Dämmung ist wohl aus Glasfaser und wurde auch unter dem Markennamen Rollisol mit der Alukaschierung und den Papier-Nagelrändern verkauft.

    Evtl. ist mit diesen Angaben und dem Baujahr eine genauere Eischätzung der Gefährdung möglich.

    Grüsse Peter

  • Hallo nochmal,


    ihr habt mir ja schon reichlich geantwortet, doch leider komme ich momentan immer noch nicht weiter.


    Ich habe nun ein Angebot eines Dachdeckers da und ganz: das geht gerade nicht.


    Also suche ich weiter nach einer halbwegs guten Lösung.


    Als der Dachdecker da war, meinte er, dass man auch anstelle der Dampfbremse nach außen eine Aufsparrendämmung mit Holzfaserdämmplatten legen könnte.


    Hierdurch überlege ich nun, das Dach erst einmal so zu belassen (alte Folie, Lattung, Ziegel) und von innen komplett mit Holzfaserdämmplatten zu dämmen. Also wenn mal etwas durch die nicht mehr intakte Folie kommt, scheint das dieser nicht so viel auszumachen wie der Mineralwolle.


    Habe ich hier einen Denkfehler?

  • Aufsparrendämmung mit Holzfaserdämmplatten

    Wird auch nicht günstig.



    von innen komplett mit Holzfaserdämmplatten zu dämmen. Also wenn mal etwas durch die nicht mehr intakte Folie kommt, scheint das dieser nicht so viel auszumachen wie der Mineralwolle.

    Die MiWo hat das geringste Problem mit der Feuchtigkeit, es ist eher der restliche Dachaufbau der im Fall von Feuchtigkeit leidet. Betrachtet man nur die Wasserdampfdiffusion, dann verhält sich die Holzfaserplatte nicht viel anders als die MiWo. Diffusion ist aber nicht das einzige Kriterium. Deswegen hatte ich ja gefragt, ob es Prioritäten gibt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • ... überlege ich nun, das Dach erst einmal so zu belassen (alte Folie, Lattung, Ziegel) und von innen komplett mit Holzfaserdämmplatten zu dämmen. Also wenn mal etwas durch die nicht mehr intakte Folie kommt, scheint das dieser nicht so viel auszumachen wie der Mineralwolle.

    Das Gegenteil ist der Fall. Die Platten sind nur dann als Unterdeckung (oder was genau auch immer) geeignet, wenn sie flächig mit Nut und Feder gestoßen und allen Stößen verklebt verbaut werden. Das geht nur über den Sparren. Und das steht auch so in den Zulassungen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Verstehe 🤔


    Priorität ist, es oben bewohnbar zu machen ohne das Dach, das noch gut 5-10 Jahre hält, wechseln zu müssen. Aber wie ich es drehe oder wende, komme ich zu keiner guten Lösung.