Gulli im Technikraum - "normale Rückstauklappe" oder elektrische Rückstauklappe

  • Hallo Zusammen,


    mir wurde vom Sanitärfachbetrieb ein Gulli im Technikraum angeraten.

    (kein Keller, Technikraum)

    Das macht denke ich mal schon Sinn, sollte mal was lecken (WM) oder Anschlüsse/Leitungen...


    Der eine würde mir eine relativ teure Variante, mit elektrisch gesteuerter Klappe empfehlen, der andere siehts eher keep it simple und meint normale Rückstauklappe reicht.


    Können fachkündige Mal einen Blick drauf werfen und ihr Meinung kund tun.

  • Nur den Bodenablauf mit einer normalen Rückstauklappe ausstatten. Diese hat zudem den Vorteil, dass sie auch die Kanalgase fernhält, wenn der Siphon ausgetrocknet ist.


    Eine elektrische Rückstauklappe ist vor allem für Fäkalien/ Feststoff- haltiges Abwasser gedacht und wesentlich teuerer.


    Ein Rückstaufall wird in eurem Fall auch eher seltener auftreten.

  • Aus Sicht der Sanitärbetriebe ist beides sicherlich prinzipiell eine sinnvolle Empfehlung, wenn der Ablauf unter der Rückstauebene liegt. Aber tut er dies? Der Planausschnitt zeigt keine Höhenangabe für den Fertigfußboden im HAR oder angrenzenden Räumen. Wenn die Plan - 0,00 m aber wie üblich auf OKFF oder auf OKRD EG bezogen sind, liegt der Ablauf vermutlich rd. 0,3 m über Rückstauebene (= OK Bordstein?) und damit wäre überhaupt keine Rückstausicherung erforderlich. Das muss aber anhand der konkreten Werte überprüft werden, denn vielleicht liegt die Rückstauebene auch anders als von mir hier vermutet.


    Als (Hochbau-) Architekt frage ich aber erstmal nach der vorgesehenen Gefälleausbildung hin zum Ablauf und nach der Abdichtung des Bodenfläche des HAR nach DIN 18 534. Für welche Wassereinwirkungsklasse soll abgedichtet werden, W1-I oder W2-I? Wie soll die umlaufende Aufkantung an den Wänden, Rohrdurchdringungen, den Türzargen und der Türschwelle ausgeführt werden? Der Ablauf und dessen Rückstausicherung bringen nämlich wenig, wenn im HAR austretendes Havarie-Wasser eher den Weg unter den schwimmenden Estrich als in den Bodenablauf findet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sieht so aus als wäre Straßenniveau (idR Rückstauebene) niedriger als OKFFB. Für was brauchts da dann eine Rückstauklappe?


    Im übrigen gute Entscheidung. Mir hat der GÜ den Gully im Technikraum ausgeredet (wahrscheinlich zu aufwändig zu koordnieren, Estrich, Fliesenleger etc..), ich hab nachgegeben und bereue es bis heute..


    edit: Skeptiker kam mir zuvor...

  • danke für das Feedback, hatte ich mir fast gedacht.


    Gefälle im Estrich, Fliesen sind dann natürlch die nächsten Themen.

    Werd ich mal mit den 3 Handwerkern besprechen (HZ, Estrich, Fliesen)

  • Gefälle ist unterhalb des Estrichs herzustellen, damit dieser in einer Stärke durchlaufen kann!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es sollte jetzt jeder schon wissen....genauso wie du den Aufpreis.

    Das geht über teurere Dämmung (Gefälle WLG), andere Estrichart (Mit Fließestrich bekommt man eher kein Gefälle hin), Mehraufwand und Verbrauch beim Fließengewerk und noch vieles mehr woran du gar nicht denkst.


    Das Wichtigste ist aber wie bereits schon von Skeptiker erwähnt die Abdichtung.


    Ich habe bei mir Privat die "Billiglösung" gewählt und einfach den Technikraum 1,5cm tiefer geplant. Nun habe ich eben eine 1cm hohe "Stufe" zwischen Technikraum und restlichen Keller, dafür war es wesentlich einfacher. Zielsetzung war bei mir höhere Schäden durch unterlaufen des Estriches in die Dämmung und Ausbreitung in den restlichen Keller zu verhindern/ vermindern. Bei einem Wasserschaden musst du sowieso davon ausgehen, dass alles in diesem Raum nass wird und dementsprechend nichts kostbares und Wasserunverträgliches darin lagern.