Aufbau Flachdach unterkellerte Terrasse

  • Hi Leute!

    Bei der Ursachenforschung eines leichten Wasserschadens im Treppenabgang, wurde leider Feuchtigkeit im Flachdach der unterkellerten Terrasse festgestellt. Mutmaßlich kommt diese durch einen fehlerhaften Flachdachanschluss an der Hauswand. Dies ist auf jeden Fall die Ursache für den Wasserschaden im Treppenabgang.


    Die unter der Terasse liegenden Räume sind bis jetzt noch trocken.

    Haus ist Baujahr 2006. Bei dem Dach handelt es sich um ein Warmdach.

    Betondecke -> Dampfsperre -> Folie -> 60mm Styrodur? Dämmung -> 2 x Fach Bitumenschweißbahn -> Vlies

    -> Folie -> Splitt -> Oberbelag (Platten)

    Nur Gefälle im Oberbelag (Platten)

    Fläche: 47qm

    Abriss würden wir selbst machen.

    Bisher hatten wir 2 Dachdecker hier. Beide meinten das Dach muss komplett neu, aber mit unterschiedlichen Vorschlägen:

    Dachdecker A)

    Nulldach ohne Gefälle, da aufgrund der Terrassentür und weiteren Gegebenheiten kein Gefälle möglich. Dämmung hätte an tiefster Stelle nur eine Dicke von 30mm bei 1,0% Gefälle.

    Alte Dampfsperre kann bleiben.

    Neue Dampfsperre aufschweißen mit Grundierung etc.

    80mm PIR 23 WS Polyurethan Hartschaum

    Bituminöse Kaltklebebahn Vedatop SU.

    Oberbelagsbahn FLEX Elastomerbitumen Schweißbahn Vedatop S5 Blaugrün.

    Sämtliche An- und Abschlüsse mit Flüssigkunststoff abdichten.

    Alle Bleche neu.

    Preis 9700 EUR inkl. Steuer.

    Ohne Abriss und Entsorgung

    Dachdecker B)

    Alles runter bis auf Betondecke

    Neue Dampfsperre aufschweißen

    Gefälledämmung ca. 0,5% (wenig Gefälle ist besser als gar keines)

    OSB oder Farmacellplatten zur Lastverteilung und um den Anschluss der Schweißbahn zu schaffen. Er meinte direkt auf die Dämmung kann er nicht schweißen.

    Oberbelagsbahn Schweißbahn

    Sämtliche An- und Abschlüsse mit Flüssigkunststoff abdichten

    Alle Bleche neu

    Preis noch offen

    Leider widersprechen sich die Vorschläge in einigen Punkten:

    Gefälledämmung? Ja/Nein

    OSB oder Farmacellplatten notwendig zur Lastverteilung? Das sollte doch eine korrekt ausgewählte Dämmung abkönnen?!

    Wir sind nun ziemlich verunsichert. Was ist nun der korrekte Aufbau für ein Warmdach mit Terrassenbelag?

    Könnt ihr etwas zum Preis sagen? Ich dachte man kommt mit 150EUR/qm gut hin. Scheint wohl nicht so zu sein.

    Danke für eure Antworten.

    Viele Grüße

  • Der (neue) Aufbau gehört erst einmal richtig geplant. Dachdeckerfirmen sind Ausführende, in der Regel aber keien Planer


    Auf Basis der Planung können dann konkrete Angebote erstellt werden!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Danke für die Antwort.

    ok wer plant so eine Sanierung?

    Architekten oder Ing-Büro? Was kostet so eine Planung?


    Ich dachte ein Meisterbetrieb der Innung könnte doch auch die Planung/Auslegung und Ausführung nach Stand der Technik durchführen können.


    Danke und schönes Wochenende


    Grüße

  • Dachdeckerfirmen sind Ausführende, in der Regel aber keien Planer

    Und für das Ausführen braucht man keine Kenntnisse um die richtige Materialwahl/ Aufbau zu wählen? Wie viel Semester ist das Dach Inhalt bei den Ings/ Architekten? ;) Das Problem ist doch eher das der Handwerker für die Planung nicht bezahlt wird. Es wäre traurig wenn wir nicht annehmen dürften eine Dachdeckerfirma kann seine Arbeit nicht fachgerecht erfüllen ;)



    Was ist nun der korrekte Aufbau für ein Warmdach mit Terrassenbelag?

    Der korrekte Aufbau würde die Einhaltung der EnEV enthalten, was bedeuten würde das wir im Mittel so um die 14-16cm PIR Dämmung hätten. Was wieder rum dazu führen wird dass die Terrassentür und der Austritt nicht dort bleiben kann, wo er derzeit ist. Tür versetzen nach oben, Sturz entfernen und weiter oben einbauen. Alles wieder anarbeiten usw. Höchstwahrscheinlich ist das nicht gewünscht womit "fachgerecht" kaum möglich sein wird. Man muss sich also klar sein, dass die Sanierung entgegen Verpflichtungen aus EnEV oder a.R.d.T umgesetzt werden muss. Daran wird, sofern sich Zeit vor Ort genommen wird, für den IST-Zustand, auch keine Planung etwas daran ändern.


    Was möchtest du also?


    OSB oder Farmacellplatten notwendig zur Lastverteilung?

    Nein. Die Dämmung muss die entsprechende kPA haben >150.


    Beide Varianten klingen jetzt naja, nach 0815. Bitumenabdichtung und dann Flüssigkunststoff. Im Türbereich okay aber ansonsten kann man auch mit Bitumen Details ausbilden... Wie viel Höhe ist denn vom jetzigen Aufbau vorhanden? Von der Abdichtung bis Türaustritt? Fotos?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Und für das Ausführen braucht man keine Kenntnisse um die richtige Materialwahl/ Aufbau zu wählen? Wie viel Semester ist das Dach Inhalt bei den Ings/ Architekten? ;) Das Problem ist doch eher das der Handwerker für die Planung nicht bezahlt wird. Es wäre traurig wenn wir nicht annehmen dürften eine Dachdeckerfirma kann seine Arbeit nicht fachgerecht erfüllen ;)

    Das ausgerechnet DU mi DEM dummen Spruch um die Ecke kommst!

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  • Wo ist denn nun der Unterschied zwischen Planung und Ausführung? Und welche Qualifikation ist entscheidend?

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  • Hallo,


    vielen Dank für die Rückmeldung. Fotos werde ich heute Abend nachreichen. Die Anschlussausbildung im Bereich Dach -> Hauswand mit Flüssigkunststoff leuchtet mir ein, da ich dann einen wartungsfreien und robusten Anschluss hätte. (So die Meinung beider Dachdecker)


    Nochmal zum Thema Lastverteilung:

    Ziel ist es, den Oberbelag mit Plattenlager (Stelzlager) auszuführen. Um eben ein schnelles Abtrocknen bei keinem/wenig Gefälle zu ermöglichen.

    In den Datenblättern der PIR Dämmungen ist meistens die Druckfestigkeit nach DIN 826 angegeben. Die meisten PIR Dämmungen haben den Wert > 120kPa (10% Stauchung).


    Nun habe ich rausgefunden, dass wohl der Wert der Dauerdruckfestigkeit für die Last der Plattenlager relevant ist. Dies entspricht leider nur ca. 20% der Druckfestigkeit der DIN 826. Die Dauerdruckfestigkeit beschreibt die Festigkeit bei einer Stauchung von 2%.


    Nun habe ich ein bisschen gerechnet.

    D.h. bei einem Plattenlager mit d=12cm. => 0,01131m², ist eine maximale Belastung pro Plattenlager von gerade mal 271N zulässig.

    Wenn man die Rechnung berücksichtigt, ist eine Lastverteilung unumgänglich.


    Danke und Gruß