Elektrische Rückstauklappe - Haftungsfrage nach Defekt

  • Aloha!

    Folgendes Szenario:


    Ein Tiefbauer baut bei einem Neubau EFH eine elektrische Rückstauklappe ein und verlegt die dazu gehörigen Kabel bis ins Haus. Vor Ort wurde dem Bauherrn dringend dazu geraten, sich genau an die Betriebsanleitung des Herstellers zu halten.

    Der Bauherr hat dann die Montage der Steuerung und das Anschließen der Kabel durch seinen Elektriker durchführen lassen.
    Die Inbetriebnahme wurde nicht dokumentiert, laut Betriebsanleitung fällige Wartungen wurden ebenfalls nicht durchgeführt.

    Der Hersteller gibt auf seine Produkte 1 Jahr Gewährleistung, Kaufdatum der RSK war Februar 2017, der Einbau erfolgte im Juli 2017.

    Im Juni 2018 funktionierte die Steuerung nicht, woraufhin sich der Bauherr an den Tiefbauer wandte. Der Tiefbauer hat dann über seinen Händler den Kontakt zum Hersteller hergestellt,
    Der Hersteller seinerseits hat dann einen Servicetechniker rausgeschickt, der festgestellt hat, dass die Steuerung defekt ist und hat diese ausgetauscht.

    Jetzt bekommt der Tiefbauer eine Rechnung vom Händler. Der Bauherr hat von vornherein seine Zahlungsunwilligkeit bekundet.

    Die Frage ist jetzt, wer den ganzen Salat bezahlen darf...

  • Moinsen,


    ich kenne das so:


    Der Errichter kauft Teile beim Hersteller / Großhandel, dieser gibt eine Gewährleistung.


    Wenn das Gerät innerhalb dieser Zeit kaputt geht, dann wird es durch den Errichter getauscht. Das Teil wird durch den Hersteller / Großhändler ersetzt, Fahrt- und Arbeitskosten gehen zu Lasten des Errichters.


    Wenn das Teil jetzt schon eine Zeit lang beim Errichter lag, kann die Herstellergewährleistung abgelaufen sein. Bei einigen Dingen kann diese nach Rücksprache auch verlängert werden.


    Das fällt unter Risiko und Gewinn, ist daher einzukalkulieren.


    Ich würde mit dem Hersteller / Großhändler reden, normalerweise wollen die wegen einer Rückschlagklappe keine langjährige Geschäftsbeziehung zu ende gehen lassen.


    Rechtlich ist da wohl nix zu machen.


    Ocho

  • Ich würde mich als Bauherr entspannt zurücklehnen, es sei denn ich hätte klar und deutlich formuliert, dass ich eine kostenpflichtige Reparatur haben will.

    Du hast anscheinend sogar klar gesagt, du zahlst nix.

    Wenn der Tiefbauer nicht zahlen will, darf er die Musik nicht bestellen.

  • Vielleicht ist ja meisterLars der Tiefbauer?

    hatte ich nicht ordentlich gelesen.. :nono:

    Ich bleibe bei meiner Auffassung.


    Um den tatsächlichen Verursacher zur Kasse zu bitten hätte man herausfinden müssen, was die Ursache für den Defekt war.

    Falsch angeschlossen (Elektriker), fehlende Wartung (Bauherr) oder ein Mangel in der Steuerung (Verkäufer = Tiefbauer).


    So zahlt der, der die Reparatur beauftragt hat.

  • Jo. Ich bin der Tiefbauer. Soweit richtig.

    Aber ich hab den Service nicht beauftragt. Ich hab lediglich den Kontakt zwischen Bauherr und Hersteller über den Händler hergestellt.
    Laut Servicetechniker hat das Steuergerät ohne äußere Einflüsse nicht richtig funktioniert. Ich hab das handgeschriebene Serviceprotokoll in Kopie vorliegen, kann darauf aber so gut wie nix entziffern...

    Die Mail vom Händler, in der steht,

    "dass der Mangel nicht auf unsere Leistung bzw unser Produkt zurückzuführen ist oder seine

    Ursachen im normalen Verschleiß oder in Abnutzungserscheinungen hat oder durch fehlerhaften Einbau, Inbetriebnahme, Betrieb, von
    der Spezifikation abweichende Betriebsverhältnisse oder andere nicht vom Hersteller verschuldete Umstände verursacht wurde, müssen wir
    diese Arbeiten als Reparaturauftrag unter Zugrundelegung unserer oben erwähnten Verkaufs- und Lieferbedingungen behandeln.
    "
    habe ich an den Bauherrn weitergeleitet, woraufhin dieser seine Zahlungsunwilligkeit bekundet hat.

  • Dann ist Dein Lieferant anscheinend der Meinung, dass der Ausfall nicht im Produkt selbst begründet ist, sondern durch Montage oder falsche Betriebsweise entstanden ist. Wäre das der Fall, dann läge er mit seiner Antwort richtig.


    Die entscheidende Frage wurde oben bereits gestellt, "Was war defekt? "


    Wenn das Protokoll nicht zu entziffern ist, dann nachfragen. Die Aussage "Steuerung defekt " reicht nicht aus, denn dann müsste man davon ausgehen, dass es ein Gewährleistungsfall ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hersteller Steuerungen verkauft, bei denen es "normal" ist, dass diese innerhalb eines Jahres ausfallen. Als Kunde wird auch niemand damit rechnen, dass so eine Steuerung gerade mal 1 Jahr funktioniert. Es ist wohl allgemein üblich, dass hier eine längere Nutzungsdauer anzusetzen ist.


    Verschleiß kommt hier auch nicht in Frage, so eine Steuerung enthält keine Komponenten, die innerhalb 1 Jahres verschleißen könnten, oder die einer besonderen Wartung bedürfen.


    Soweit ich das aus Deinen Infos entnehmen kann, ein eindeutiger Fall für Gewährleistung.

    Vermutlich hat Dein Lieferant keine Gewährleistung mehr (Lagerteil) oder keine Lust diese beim Hersteller durchzusetzen, oder es sind mal wieder ein halbes Dutzend Lieferanten involviert, die grundsätzlich erst einmal alles von sich weisen.


    Vielleicht noch als Ergänzung, die gesetzliche Gewährleistung für so eine Steuerung beträgt 2 Jahre, ich bin mir nicht sicher, ob die einfach so verkürzt werden darf, nur weil mit der Klappe ein mechanisches Teil im Paket enthalten ist..

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