Kosten Tiefgaragensanierung

  • Hallo, ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil ein akutes Problem ansteht, und ich mich diese Woche entscheiden muss.

    Ich wohne in einer Mietwohnung, die verkauft wird. Es herrscht Wohnungsmangel, und ich habe das Angebot bekommen zu kaufen, bevor es zum Makler geht.

    Kaufpreis ist kein Schnäppchen aber es geht noch, und nicht nachverhandelbar.

    Problem, die Tiefgarage ist 25 Jahre alt, auf Ihr steht ein 12-Familien-Haus mit 4 Stockwerken, und die Bodenplatte weist erhebliche Schäden in der oberen Bewährung auf. Der flächige Querschnittsverlust liege bei bis 25%,, Überlastung obere Bewährung bis 131%. Sofortige Abstützung bis zur Reparatur erforderlich. Untere Bewährung ist der Zustand unklar. Der Schaden besteht schon einige Jahre, soll jetzt dieses Jahr behoben werden. Der Vermieter will aus anderen Gründen verkaufen, und zwar schnell, um D zu verlassen.


    Jetzt habe ich das Problem, kein Plan was das kosten kann...12 Parteien, 12 Stellplätze, so gut wie keine Rücklage in der Hausgemeinschaft, und es gibt kein Kostengutachten.

    Das Gebäude stehe wohl nicht direkt auf der Bodenplatte ("Pfahlbauten") und die Bodenplatte sei wohl nicht als weiße Wanne ausgelegt. Hier im Moorgebiet drückt das Wasser schon fast bis zum Erdreich.


    Es gibt nur Laienvermutungen von 15000 bis 20000 Euro pro Partei, aber wenn es nun 300000 werden?

    Einerseits wäre mir die Wohnung wichtig, weil ich sonst womöglich raus muss, aber ich muss voll finanzieren auf 10 Jahre, und habe Angst, dass mir das die Finanzierung sprengt.


    Gibt's hier Erfahrungswerte, was so etwas im worst case kosten kann, sagen wir mal neue Bodenplatte und Stützpfeiler?

  • im worst case kosten kann,

    Worst case? Abriss und Neubau, weil die Statik des Gebäudes gefährdet ist.


    Ich würde aber nicht vom worst case ausgehen, denn wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser eintritt.

    Wenn man sich immer zu 100% absichern möchte, dann dürfte man keinen Schritt mehr vor die Tür wagen.


    Da ist es wahrscheinlicher, dass eine erfolgreiche Sanierung möglich ist. Das zu beurteilen, und gar die Kosten zu schätzen, ich glaube da ist jede Glaskugel überfordert.


    MIch wundert, dass sich die bisherigen EIgentümer darüber noch keine Gedanken gemacht, und Rücklagen gebildet haben. Das ist ja nichts, was man so schnell aus der Portokasse bezahlen kann, selbst wenn man ein Dutzend Portokassen zusammenwirft.

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  • Der Schaden besteht schon einige Jahre, soll jetzt dieses Jahr behoben werden.


    Jetzt habe ich das Problem, kein Plan was das kosten kann...12 Parteien, 12 Stellplätze, so gut wie keine Rücklage in der Hausgemeinschaft, und es gibt kein Kostengutachten.

    Seit Jahren bekannt ?

    Soll diese Jahr gemacht werden?

    Keine Kosten bekannt, kein Fachplaner beauftragt?


    Sorry, da würde ich die Finger weg lassen. Einen sachverständigen Planer muss man erst mal finden, dann Analyse, Ausschreibung und bezahlbare Fachfirmen suchen... das wird mindestens noch 3-4 Jahre dauern, bis da fertig ist, wenn man nicht 100 % zu viel zahlen will.


    Offenbar hat die WEG kein Plan von nix. Da würde ich mich niemals einkaufen, dass kann nur schief gehen.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Der Schaden(szustand) muss vollständig dokumentiert und dann darauf aufbauend eine Sanierungsplanung erstellt werden. Damit können dann vergleichbare Angebote eingeholt werden. Und dann ist der ungefähre Rahmen der Sanierungskosten bekannt. Bis dahin zu kaufen ist Harakiri.


    Allein die Kosten der Bestandserfassung / -untersuchung dürften schon deutlich im fünfstelligen €-Bereich liegen, ebenso die Sanierungsplanung, denn offensichtlich muss ja ganz erheblich Bewehrung ergänzt werden. Bisher wurde nur von der Bodenplatte geschrieben. Gibt es keine sanierungsbedürftigen Stützen oder Wände aus Stahlbeton?


    Die Sanierungskosten könnten sich in der Größenordnung der Neubaukosten der zu sanierenden Bauteile bewegen - oder auch darüber.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Sanierungskosten könnten sich in der Größenordnung der Neubaukosten der zu sanierenden Bauteile bewegen - oder auch darüber.

    nicht "oder auch" und auch nicht worst case, sondern mehrfache realität:

    die Sanierungskosten werden die Größenordnung der Neubaukosten üblichen Neubauverkaufspreise um den Faktor 2-4 sprengen.

    30k wären da schon ein echter schnapp, das doppelte (sogar ohne grössere bewehrungssanierung) ist auch drin, hab ich seit 2 jahren auf´m tisch.

    die diskussionen der eigentümer .. hmm.

  • Na gut dass ich hier nachgefragt habe. Dann sollte ich nach einer anderen Wohnung schauen, denn dann wird die Miete sicherlich drastisch steigen, sobald die verkauft ist...ich kann mir so etwas nicht antun,

    Danke für die Infos.

  • ist zwar OffTopic, aber dir ist klar, dass dein Mietvertrag auf den neuen Eigentümer übergeht?

    Und dass eine Eigenbedarfskündigung nicht immer ganz einfach ist, wenn sich der Mieter zu wehr setzt?


    z.B. reicht der schlichte Wunsch des Eigentümers, eine größere Wohnung zu haben nicht aus, wenn seine jetzige Wohnung objektiv nicht zu klein ist.. da gibts 1000de Urteile.


    Mietsteigerung geht auch nicht bis ins Unendliche, gibt ja einen Mietspiegel..

    Und wenn die WEG mit der TG beschäftigt ist, hats sie auch keine Zeit für eine Luxussanierung.

  • ...ich hatte das so verstanden, dass der TE Mieter ist...

    richtig, und er hat Angst, dass der neue Eigentümer ihm kündigt, bzw die Miete erhöht, daher hatte er überlegt zu kaufen.

    Die wollte ich ihm etwas nehmen, damit er sich nicht ins Abenteuer TG-Sanierung begibt.

  • ...ich hatte das so verstanden, dass der TE Mieter ist...

    und er hat das Angebot bekommen, seine Mietwohnung zu kaufen. Nach dem Kauf muss er sich an den Kosten der Garageninstandsetzung beteiligen. Daher scheint es aktuell besser zu sein, den Mietvertrag fortzusetzen.


    Ich denke, eine Instandsetzung/Reparatur der Tiefgarage ist nicht mit einer Modernisierung gleichzusetzen und daher auch nicht in dem Maße umlagefähig, wie eine Modernisierung. Auf Grund der eh schon hohen Kosten, wird es wahrscheinlich keine Verbesserungen / Komforterhöhungen geben. Es wird der Ursprungszustand bzw. der damalige Neuzustand wiederhergestellt. Eine Verbesserung wäre evtl., dass man bei der Instandsetzung die Fehler, die damals ggf. gemacht wurden, nicht wiederherstellt.


    Garfield

    Woher kommen eigentlich die Zahlen zum Schadenumfang?

    Gab es dazu schon Untersuchungen / Prüfungen mit Prüfbericht?

    Sitzt der Kostenschock einer bereits (damals) vorgelegten Kostenschätzung immer noch in den Gliedern der WEG, dass die Handlungsstarre noch anhält?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Muss er nicht. Erkann auch im Kaufvertrag vereinbaren, dass der Verkäufer x% (bis zu 100) trägt!

    Muss der Verkäufer nur mitmachen


    [...]Der Vermieter will aus anderen Gründen verkaufen, und zwar schnell, um D zu verlassen. [...]

    unter diesen Umständen eher unwahrscheinlich. Kaufpreis abzüglich des Instandsetzungsanteil aus einer Kostenberechnung wäre noch denkbar, vermutlich aber auch nicht gewollt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Kaufpreis abzüglich des Instandsetzungsanteil aus einer Kostenberechnung wäre noch denkbar, vermutlich aber auch nicht gewollt.

    Ich vermute eher, aus Verkäufersicht nicht erforderlich, wenn der Markt wirklich eng sein sollte.



    Es herrscht Wohnungsmangel, und ich habe das Angebot bekommen zu kaufen, bevor es zum Makler geht.

    Kaufpreis ist kein Schnäppchen aber es geht noch, und nicht nachverhandelbar.

    Eigene Erfahrung, zu diesem Zeitpunkt hat man als Kaufinteressent schlechte Karten. Da heißt es Finger weg, oder das Risiko eingehen. Da es der Verkäufer eilig hat, könnte man evtl. noch mit schneller Abwicklung locken, vielleicht ist ihm das ein paar Euro wert. Ein weiterer Vorteil wäre, dass eine vermietete Wohnung nicht ganz so einfach zu verkaufen ist, zumal wenn der Mieter signalisiert, dass er nicht über Nacht ausziehen wird.


    Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verkäufer darauf eingeht, ist aber gering. Wenn es um´s Geld geht, und die Erwartung einen höheren Verkaufspreis zu erzielen, haben es viele Verkäufer plötzlich nicht mehr so eilig.

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  • Er kann aber auch genau diesen Punkt als Verhandlungspunkt argumentieren und entweder den Kaufpreis mindern. Oder eine Max Summe festlegen die der neue Käufer zu zahlen hat, was darüber geht, übernimmt der ehemalige Eigentümer. (Natürlich nur mit Sicherung einer Gewissen Höhe an Finanzmittel.


    Persönlich würd ic hdas erst klar entscheiden mit einem "Für" bei Klaren Zahlen. Alles andere ist eine "Katze im Sack".

    :thumpsdown:

  • Ich habe so das Gefühl, dass der aktuelle Besitzer möglichst schnell verkaufen will um aus dem Sanierungsrisiko zu kommen.

    Ich würde als Mieter einfach mal abwarten. Kündigung wegen Verkauf ist nicht so ohne weiteres möglich und eine Instandsetzung ist nicht umlagefähig sondern aus den Mieteinnahmen zu finanzieren. Der Verkauf mit gültigem MV ist in diesem Fall wohl schwieriger als "entmietet".

    Grüsse Peter