Vermessungskosten ohne das Ergebnis zu kennen

  • Guten Abend meine Damen und Herren,


    als Neuling möchte ich alle hier im Forum Willkommen heißen :)


    Ich habe vor 2 Jahren über einen GU eine RMH (Neubau) erworben. Die Fläche war damals eine ca. Fläche, da die genaue Vermessung noch ausstand.

    Wohne mittlerweile darin, jedoch ist eine Abnahme der Außenanlagen in weiter Ferne.

    Beim Notar wurde mir hoch und heilig versprochen, ich werde schriftliche über den Vermessungstermin informiert und kann hier anwesend sein. (Eigeninteresse, ohne gesetzl. Hintergrund)


    Nun zu meiner Frage:

    Ich habe vor wenigen Tagen vom GU eine Rechnung mit der Zahlung der Vermessungskosten erhalten. Jedoch fehlt mir hierzu jegliches Ergebnis(vom GU oder Notar), wie groß mein Grundstück den nun ist.


    Sind die Vermessungskosten erst nach Bekanntmachung durch den Notar oder sofort fällig?

    Ich bedanke mich vielmals für hilfreiche Antworten und wünsche euch einen angenehmen Abend.


    Grüße


    Matthias

  • Seltsam. Bei uns wurden alle Beteiligten (Grundstückseigentümer) persönlich zum Vermessungstermin eingeladen. Die Vermessung wurde vom Vermessungsamt vorgenommen. Wer nicht anwesend sein konnte, konnte einem der anderen Eigentümer eine Vollmacht erteilen.

    Bei uns wurden mehrere Grundstücke neu aufgeteilt, so dass drei Baugrundstücke entstanden sind.


    Wer hat denn in Deinem Fall die Vermessung durchgeführt? Wer hat sie beauftragt?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Das hat sich in Bayern abgespielt.

    Habe mir gerade nochmal die Unterlagen geholt. Vermessen wurde durch das Amt Digitalisierung, Breitband und Vermessung - sry für die Verwirrung zu Beginn ^^
    Im Detail habe ich ein Schreiben des GU mit meinem Kostenanteil bekommen sowie den Auszug mit der Gesamtrechnung des o.g. Amtes.


    Mich verwirrt die Vorgehensweise des GU, die Kosten umzulegen ohne dass ich das Ergebnis der Vermessung kenne.

  • Mich verwirrt die Vorgehensweise des GU, die Kosten umzulegen ohne dass ich das Ergebnis der Vermessung kenne.

    Beim GU und oder wahlweise zusätzlich beim vermessenden Amt anzurufen und nach dem Ergebnis der Vermessung zu fragen ist zu kompliziert?

  • Hallo feelfree,
    das mit dem GU ist bei uns (bin nur einer von vielen Eigentümer) eine sehr schwierige und komplizierte Sache. Hier wird leider nicht immer korrekt gearbeitet.
    Deshalb wollte ich mich kurz informieren, ob ich die Rechnung vor Bekanntgabe des Ergebnisses (um das es mir in diesem Thread nicht geht) bezahlen muss.


    Denke aber wenn ich mir den link von Rose24 ansehe, finde ich folgendes:

    Verordnung über die Benutzungsgebühren der unteren Vermessungsbehörden


    § 14
    Entstehung des Anspruchs, Fälligkeit
    (1) Der Anspruch auf die Gebühren und Auslagen entsteht mit Beendigung der Leistung oder der Zurücknahme des Antrags.
    (2) Die Gebühren und Auslagen werden mit der Bekanntgabe des Bescheids fällig, wenn nicht die festsetzende Behörde oder die übergeordneten Behörden einen späteren Zeitpunkt bestimmen.


    Das würde bedeuten, der Betrag ist sofort fällig und die Rechnung des GU wäre in Ordnung(?)

  • Du hast einen Vertrag mit dem GU. Darin sollte stehen wer für die Kosten aufkommt die das Vermessungsamt dir nun in Rechnung stellt.

    UND wenn ichs richtig gelesen habe, so müsste ja das Vermessungsamt mit ausschicken der Rechnung auch die Berechnung fertig haben. DIe könntest du als Rechnungsempfänger auch anfordern beim AMT.... ansonsten Rechnung zurückschicken mit der Begründung, das du nicht der Leistungsempfänger bist sondern der GU.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Nein, er hat die (anteilige) Rechnung ja vom GU bekommen. Der hat auch das Ergebnis der Vermessung. Und es ist ja wohl sehr logisch, dass ich eine Rechnung erst bezahle, wenn ich auch die Leistung (hier das Ergebnis der Vermessung) erhalten habe.

  • Und es ist ja wohl sehr logisch, dass ich eine Rechnung erst bezahle, wenn ich auch die Leistung (hier das Ergebnis der Vermessung) erhalten habe.

    Genau das ist mein Punkt, ob ich die Rechnug sofort an den GU bezahlen soll/muss oder erst nachdem ich das Ergebnis der Vermessung vom GU erhalten habe.

  • Und es ist ja wohl sehr logisch, dass ich eine Rechnung erst bezahle, wenn ich auch die Leistung (hier das Ergebnis der Vermessung) erhalten habe.

    Bestimmte Verwaltungsleistungen werden umgekehrt aber erst erbracht, wenn der sie auslösende Bürger die dafür fälligen Gebühren vollständig bezahlt hat (Ausstellung von Personalausweisen und Pässen zum Beispiel). Um welche Leistung geht es hier genau?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • feelfree - na ja, wenn du noch nicht das Vergnügen mit den Gerichten hattest ... dort ist man gezwungen (keine Wahl) z.B.


    1. Die Rechnung der Gerichtskosten IM VORAUS zu Zahlen, ohne die Leistung zu bekommen und auch nicht zu kennen, welche Leistung man am Ende bekommt. Ich kenne eine Klägerin, die musste im Voraus Gerichtsgebühren von fast 10.000 € bezahlen, um am Ende eine Leistung zu bekommen, die rechtlich vollständig falsch ist. Und?

    Und als sie wollte, dass die falsche Leistung berichtigt wird, so musste sie eine noch etwas höhere Gebühr noch einmal einzahlen.


    2. Anwalt wird ebenfalls im Voraus bezahlt, ohne zu wissen wann und welche Leistung man überhaupt bekommt. Und?


    3. Ebenso ist man gezwungen, im Voraus den gerichtlich bestellten SV zu bezahlen -und? Ist sein Gutachten fachlich nicht richtig, dann kann er gerne nachbessern - gegen eine weitere Vorauszahlung, bei der man ebenfalls nicht weiss, welche Leistung man am Ende bekommt



    Usw.


    Stirbt man inzwischen z.B., so hat man für Leistung gezahlt, die man nie bekommt ...

  • Skeptiker - bei Personalausweisen und Pässen kennt man zumindest die Leistung im Voraus, man weiss, was man mit ihr anfangen kann oder auch nicht und es ist auch ziemlich sicher, dass man nach der Einzahlung die Leistung bekommt ...

  • Ich habe es so verstanden, dass es um die Vermessung des Grundstücks ging. Die Rechnung wird vom Vermessungsamt nach Beendigung der Leistung gestellt. Die Rechnung des Vermessungsamtes zahlt erst einmal derjenige, der die Vermessung beauftragt hat. Ob der TE an den GU seinen Anteil zahlen muss, hängt davon ab, was im Bauvertrag steht.


    Ich würde auf jeden Fall erst einmal das Vermessungsergebnis verlangen.


    Was mich wundert ist, dass der TE nicht zur Vermessung eingeladen wurde. Dazu würde ich beim Vermessungsamt einmal nachfragen, warum das so war.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich würde auf jeden Fall erst einmal das Vermessungsergebnis verlangen.


    Was mich wundert ist, dass der TE nicht zur Vermessung eingeladen wurde. Dazu würde ich beim Vermessungsamt einmal nachfragen, warum das so war.

    Danke.
    Ich werde zuerst das Vermessungsergebnis der Grundstückes vom GU verlangen.

    Eine Einladung wurde mir seitens GU damals beim Notartermin hoch und heilig versprochen. Jedoch ist die Situation mit dem GU sehr kompliziert geworden und mündliche Abmachungen werden strikt ignoriert. Schade, dass es damals der Notar nicht mit in den Vertrag aufnehmen wollte. Aber am Anfang ist man immer noch guter Dinge und denk sich "wird schon klappen".




    feelfree : Ich bin völlig bei dir, zum Hörer greifen ist die einfachste Lösung. Mit sämtlichen mündlichen Absprachen bin ich bisher nur auf Baden gegangen. Man muss hier alles schriftlich machen. Es gibt nur einen MA auf der Baustelle und das ist ein Externer MA (der alle 3 Monate wechselt) und sich mit Aussagen wie "Das war alles vor meiner Zeit" um Kopf und Kragen redet.
    Das klingt ein wenig verzweifelt, ist es seit langem auch für uns alle Eigentümer. Einen Bausachverständigen haben wir Eigentümer ebenfalls im Boot. Bei einem Anwalt war ich auch schon wegen anderen (größeren) Themen.



    Dachte am Anfang ich hätte "nur" eine einfache Frage ;) Aber es scheint eine rege Diskussionen zu geben :)

    Vielen Dank für eure Hilfe :)
    Ich bin mir nun zumindest im klaren, wenn ich das Ergebnis der Vermessung kenne, kann ich auch die Rechnung bezahlen.

  • Eine Rechnung sollte man doch immer prüfen können und bei dieser Rechnung ist es das Ergebnis der Messung, die erst mal als angeblich geleistete Arbeit zu prüfen wäre.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • [...]

    Eine Einladung wurde mir seitens GU damals beim Notartermin hoch und heilig versprochen. Jedoch ist die Situation mit dem GU sehr kompliziert geworden und mündliche Abmachungen werden strikt ignoriert. Schade, dass es damals der Notar nicht mit in den Vertrag aufnehmen wollte. Aber am Anfang ist man immer noch guter Dinge und denk sich "wird schon klappen".


    [...]

    Mich wundert, dass Du vom Vermessungsamt nicht eingeladen wurdest. Oder bist Du noch gar nicht Eigentümer des Grundstücks?


    Ansonsten: ich wünsche Dir, dass Dein Ärger in Grenzen bleibt. Wir wurden von unserem GÜ verklagt und das Verfahren dauert schon vier Jahre... Das ist kein Spaß!

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Mich wundert, dass Du vom Vermessungsamt nicht eingeladen wurdest. Oder bist Du noch gar nicht Eigentümer des Grundstücks?


    Ansonsten: ich wünsche Dir, dass Dein Ärger in Grenzen bleibt. Wir wurden von unserem GÜ verklagt und das Verfahren dauert schon vier Jahre... Das ist kein Spaß!

    Eben, ich bin Eigentümer. Kann nur vermuten, dass der GU die Einladung hatte, diese aber nicht dan die Eigentümer verteilt hat. Aber das ist pure Spekulation.

    Danke für deine Erfahrungen. Hoffe nicht, dass es soweit kommt :)

  • M.E. hätte das Vermessungsamt alle Eigentümer einladen müssen. Zumindest steht es hier: Grenzvermessung so beschrieben:

    Als Eigentümer hättest Du auch den Abmarkungsbescheid bekommen müssen.


    Das würde ich dann doch noch reklamieren (beim Vermessungsamt).

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich habe vor 2 Jahren über einen GU eine RMH (Neubau) erworben. Die Fläche war damals eine ca. Fläche, da die genaue Vermessung noch ausstand.

    Wohne mittlerweile darin, jedoch ist eine Abnahme der Außenanlagen in weiter Ferne.

    Moment: Eine Begriffsklärung ist hier dringend erforderlich! RH kauft man oft von einem Bauträger, einen GU beauftragt man mit der Errichtung eines Gebäudes auf Land, welches einem bereits gehört. Worum handelt es bei Dir, meteora_ ?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für eure weitere Unterstützung.


    Ich habe ein schirftliches Ergebnis der Vermessung beim GU angefordert - Denke in ein paar Tagen weiß ich dazu mehr und gebe euch Rückinfo ;)


    Zur Unterscheidung Gebäude- oder Grundstücksvermessung würde ich ebenfalls das Ergebnis abwarten, dann weiß ich es sicher. Ich kann nur sagen, dass wir nun alle Eigentümer an den Grundstücksgrenzen Holzpfosten mit rosa Markierung haben.


    Skeptiker :
    Hier war ein Fuchs am Werk: Und zwar hat der Bauträger eine Tochergesellschaft gegründet, die als GU fungiert. Es sitzen jedoch die selben Leute mit der selben Adresse dahinter, nur die Firmenbezeichnung weicht ab ;)

  • Zum 867ten Mal: Mit dem Vermessungsamt kommunizieren und klären, was die gemacht, warum die die grundbuchlichen Eigentümer nicht geladen haben und wer der Beauftragende war. Dann gehts weiter. Alles andere ist Spekulatius!!!!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hmm hier wird's nicht mehr lustig.


    D.h. es liegt ein schwebendes Konstrukt vor: Kauf eines noch erst festzulegenden Grundstücks von wem?

    Bebauung als Bauherr durch einen GU/GÜ?

    Ausführung und Bezahlung des Baus ohne ...


    Oder Kauf eines bereits hergestellten Gebäudes von einem GU, der als Bauträger agierte und Grundstück mit verkaufte?


    Und nun ist bisher weder die Festlegung, noch die Übertragung des Grundstücks erfolgt?

    Also gehört alles im Falle eines Falle immer noch dem Bauträger?

    Nachdenken kostet extra!