Lücke in der Dacheindeckung mit Wakaflex zugeklebt ??

  • Hallo,


    Unser Haus ist von 1900. im Rahmen der Sanierung wurde gerade auch das Dach neu eingedeckt. Der alte Dachstuhl konnte komplett erhalten werden. Es wurde nach außen aufgedoppelt und mit Frankfurter Pfannen eingedeckt.
    Nun kamen wir vor ein paar Tagen auf der Baustelle zu diesem Ergebnis.
    Der Dachdecker (Meister) erklärte auf unsere verblüffte Nachfrage, was das denn sein soll, der Dachstuhl wäre schief und deshalb würde das so gemacht. Das Material wäre extra dafür gedacht von Braas. Da wir das Werk direkt vor Ort haben, haben wir nachgefragt, die hatten so etwas noch nie gesehen und denken, dass es wohl Wakaflex ist, was zum Abdichten der Schornsteinanschlüsse gedacht ist aber nicht um das Dach über die komplette Länge abzudichten.
    Hat vielleicht hier jemand eine Idee, an welcher Stelle der Fehler im Prozess des Eindeckens passiert ist? Es muss doch eine andere Möglichkeit geben, einen alten Dachstuhl auszugleichen? Wir wären über ein paar Expertenmeinungen dankbar, wie wir mit der Situation umgehen können.

  • Hallo Wakawaka,


    habt Ihr das Dach schon abgenommen? Wenn nein, dann solltet Ihr dies als Mangel in das Abnahmeprotokoll aufnehmen lassen.


    Grund der Ursache wird seien, dass die Dachdecker zwischen den Ortgängen nicht richtig abgesteckt haben. Verkehrte Deckbreite des Deckwerkstoffes genommen oder die Ortgänge falsch angelegt. Normal oder üblich ist die Ausführung auf alle Fälle nicht. Man kann jetzt versuchen ob man da noch eine Deckreihe halbe Dachsteine eingedeckt bekommt - wird vermutlich aber scheitern. Andere Lösungen wären nur die Ortgangssteine gegen Ortgangsbleche zu tauschen und die Ziegel entsprechend der Dachbreite zu zuschneiden. Oder aber die Ortgangsbreiten neu anzulegen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • hätte er beim einlatten bemerken und ausgleichen müssen. hätte dir einen kleinen betrag extra gekostet.


    hast du bilder von den dachpfannen ohne überzieher?

  • Zitat von "gunther1948"

    das passiert wenn man zwischendurch kuchen essen geht.


    pass auf, sonst kommt R.B. schnell noch bei dir vorbei.

    Einmal editiert, zuletzt von Anda () aus folgendem Grund: Zitatklammer eingefügt

  • Zitat

    pass auf, sonst kommt R.B. schnell noch bei dir vorbei.


    hallo
    hab mich auf dem weg zur küche 3x umgesehen, kein r.b. im anmarsch. ich glaub der steht mehr auf schokokuchen.


    gruss aus de palz

  • Vielen Dank schonmal für Eure schnellen Antworten!
    Ich hab leider kein Foto von der EIndeckung bevor sie das zugeklebt haben. Nur von dem Tag davor. Ich lade die hier nochmal hoch aber ich denke, das bringt nix neues zu tage.Ich weiss aber, dass genau an der geklebten Stelle ein schmaler Keil zwischen den Dachsteinen war durch den man die Latten sehen konnte.
    Auf der Vorderseite des Hauses war es wohl ein ähnliches Problem, da haben sie aber Dachsteine passend zurecht gestückelt und noch irgendein Blech (?) druntergelegt.


    Wir fühlen uns halt gerade für dumm verkauft von unserer Dachdeckerfirma wenn die meinen uns erzählen zu müssen, dass das so die richtige Vorgehensweise sei wenn es uns doch sehr so vorkommt, als hätten sie im Vorfeld was vergeigt und es dann zugeklebt.


    Mal sehen, wie es weitergeht...

  • mängelanzeige an den auftragnehmer mit der aufforderung zur mängelbeseitigung und fristsetzung.

  • hat die gleiche firma den unterschlag (die holz- oder sonstwasverkleidung)
    am ortgang (dachüberstand giebelseitig) gemacht? was man auf dem letzten
    bild sieht ist soweit fertig? dann weisst du jetzt, **wo** der ursprüngliche
    fehler ist.
    mit dem draufgelumpten wakaflex sieht man nicht genau die fehlbreite, aber
    ich kann mir gut vorstellen, dass man mit ner halben tasche und a bissl
    nacharbeit am restdach auf den praktizierten murks verzichten kann.

  • Zitat

    Der Dachdecker (Meister) erklärte auf unsere verblüffte Nachfrage, was das denn sein soll, der Dachstuhl wäre schief und deshalb würde das so gemacht.


    Naja...was will er auch groß sagen? "Wir haben hier leider totalen Murks abgeliefert und ich bin ob des Pfuschs auch zerknirscht. Und ...ach ja...hier ist Rechnung!"


    Grundsätzlich darfst Du das Doppelte dessen einbehalten, was die Mängelbehebung kosten würde. Ist nun natürlich die Frage wie teuer das wird. Ein Einbehalt von Geld wirkt jedoch motivationsfördernd. Mag sein, dass der "Meister" dann schnell sauer wird. Dann kannst Du ihm ja empfehlen, einen Gutachter hinzuziehen, der die Güte des Werks neutral begutachtet.....

  • Die Firma hat am auch den Unterschlag gemacht...daran kann man das Problem erkennen? Hier wäre ich für eine Erklärung dankbar. Also ich nehm an, dass das so fertig sein soll.
    Ich häng nochmal ein Bild vom Ist Zustand an. Was noch fehlt ist das Aufmauern des zweiten Kamins links. Das haben die Dachdecker mit angeboten aber irgendwie bisher nicht geschafft einen Maurer ranzuholen in 4 Wochen...

  • Wenn die Firma genauso Dächer deckt, wie sie Gerüste baut, brauchts keine Erklärungen mehr ( wo ist das Giebelgerüst ????? ) Auf dem 2. Bild, sieht es doch eigentlich nach nur 3 cm aus ( jaja, der böse linke Giebelstein deckt ja nur 27 cm anstatt 30 cm wie alle anderen :idea: :oops:
    Mich würde mal die andere Dachseite interessieren, wie es hier gelöst wurde? Gibt es davon auch Bilder? Wenn es auf der anderen Seite auch an diesem Ortgang so gemacht wurde, könnte man es, mit einem Giebelgerüst vorausgesetzt, rel. einfach beheben. ( es gibt dann jedoch 3 cm weniger Dachüberstand an diesem Giebel )

  • Den Wandanschluß würde ich mir auch noch mal genauer ansehen. Evtl. fehlt hier was, kann man aber auf dem Bild schlecht erkennen. Er ist als unterlegter Anschluß ausgeführt, hier muß das Wandanschlußblech entweder vollflächig aufliegen oder noch eine zusätzliche Latte eingezogen werden ( die Kantung wird sich nach der Gewährleistungszeit durchhängen und dann kommt es über kurz oder lang zum Wassereintritt)

  • ich kann mir nicht vorstellen, daß hier gelernte Dachdecker mit einem Dachdeckermeister am Werk waren.


    Diejenigen, welche nicht messen und abschnüren können, legen einen Rahmen. Hier fehlt (am Rahmen) die Deckung an First und Traufe.
    Dann kann so etwas nicht passieren.
    Wie Elopant bereists angedeutet hat: Über die Änderung der Ortgangbretter kann man noch etwas retten. Allerdings sollte man den "Spalt" vorher anschauen, ob die Änderung am Ort dann tolerabel ist.


    An anderen Dingen, bezüglich der Ausführung, sieht man hier ganz gut, daß keine Fachleute am Werk waren.

  • Oh Mann...das klingt ja alles als stünde da noch Ärger ins Haus. Vielleicht ist es am besten gleich mal einen Sachverständigen hinzuzuziehen? Solange das Gerüst noch steht...
    Ich hab noch ein paar Bilder. EInmal dieselbe Stelle auf der Vorderseite. Sieht auch ganz schön krumm aus...da ist noch irgendwie ein Blech drunter gelegt. Und noch eins von der Rückseite, auf dem man ein bisschen besser die Struktur der Eindeckung unter dem Klebewahnsinn erkennen kann.


    Und weil wir jetzt sowieso extrem misstrauisch bis paranoid sind, was dieses Dach angeht: Ist das so richtig mit dem Anschluss der Fenster? Mir sieht die Lücke ein bisschen gross aus, wo dann der Schaumstoff dahinter ist...


    Vielen Dank schonmal an dieser Stelle an alle, die hier etwas dazu schreiben. Es ist sehr angenehm in so einem "gesitteten" Forum gelandet zu sein.

  • Gibt es Fotos mit Einlattung von dem betreffenden Giebel? Ggf. Untersicht des Ortganges? (Giebelunterschlag)

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  • Der Laie staunt, der Meister wundert sich.... Einen rechten Winkel kann man auch messen :lol: Dann passt es auch mit der Seiteneinteilung. Evtl. wäre hier ein Gutachter sinnvoll. Ansonsten stimme ich Biber53 zu den Fachleuten voll und ganz zu. :o

  • Zitat von "Gast1234"

    mängelanzeige an den auftragnehmer mit der aufforderung zur mängelbeseitigung und fristsetzung.


    Das würde ich auch vorschlagen.


    Alle Mängel auflisten, Frist zur Mängelbeseitigung von drei Wochen setzen, Hinweis darauf, dass ein Zurückbehaltungsrecht in höhe der doppelten Mängelbeseitigungskosten geltend gemacht wird und dass die Abnahme wegen erheblicher Mängel verweigert wird ganze raus per Einwurfeinschreiben.


    Keine Erklärungen abgeben, die einer Abnahme gleichkommen. Nichts unterschreiben.


    Parallel dazu einen SV für das Dachdeckerhandwerk hinzuzuziehen, halte ich für eine gute Idee. Der könnte dann auch die Mängelbeseitigungskosten beziffern, sodass du die höhe deines Einbehalts errechen kannst. Aber erstmal das o.g. Schreiben raus, das eilt.

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    Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854

  • Völlig unabhängig vom handwerklich mehr als fragwürdigen Ergebnis:


    Sind die beiden Giebelwände möglicherweise nicht parallel zueinander?


    Ich würde dann anhand der Fotos eine Verdrehung gegeneinander um ca. 35 - 45 cm vermuten, bezogen auf die Länge der Giebelwand.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Sieht ja ganz so aus.
    Wenn es so ist, ist es halt so, ja. Dann kann und muss man das aber anders lösen. Und vor allem vorher mit dem Auftraggeber darüber reden und nicht einfach haudrauf, hauwech, schnellwech.


    Ich denke auch, dass das unter "Einmal neu" fällt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wow, das wird ja immer "besser". Die Vorderseite scheint absolut nicht geeingnet, mit Ortgangsteinen eingedeckt zu werden, da die Dachfläche offensichtlich trapezförmig läuft. Hier hätte nur eine Ortgangkehle aus Blech und Steine passend einflexen geholfen. Hoffe, du hast Erfolg mit der Mängelbehebung.


    Viele Grüße


    Simon

  • Zitat von "Ralf Dühlmeyer"

    Sieht ja ganz so aus.
    Wenn es so ist, ist es halt so, ja. Dann kann und muss man das aber anders lösen.


    Ich hatte ja geschrieben "unabhängig von der... fragwürdigen Ausführung." Und natürlich hätte hier informiert werden müssen.


    Ob ganz neu, ist die Frage. Nach einer keilförmigen Verbreiterung des Ortganges würde ja eine Umdeckung der letzten anderthalb Meter ausreichen.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • eieiei, das wird ja immer spannender und verspricht noch einiges an Ärger...


    Durch die Aufnahmeperspektive von unten des letzten Bildes ergibt sich natürlich noch mal eine Perspektivverzerrung.


    Ich habe mir den Grundriss vorgenommen, der von einer Architektin vor Beginn der Massnahmen angefertigt wurde. Demnach sind sowohl Vorder und Rückwand und auch die Seitenwände jeweils genau gleich lang.Dann müsste das ja eigentlich parallel sein. Und wenn nur vom Obergeschoss an die Giebelwände verzogen wären dürften ja die Holzverkleidungen der Ortgänge nicht funktionieren, oder?