Flachdach wurde saniert - nun ist es wärmer als vorher - muss es nicht auf aktuellen Stand gedämmt werden?

  • Hallo,


    ich wohne in einer Eigentumswohnung in der 3. Etage; über mir ist nur noch das Flachdach. Es wurde letzten Herbst saniert (war wohl nach ca. 30 Jahren fällig laut Hausverwaltung und Dachdecker).

    Die Kosten wurden zwar durch die Allgemeinheit der Eigentümer bzw. die Größe der Wohnungen geteilt, aber es war eine teure Kiste. Es hat ca. 80.000 Euro gekostet (die Grundfläche vom Flachdach müsste ca. 200 qm betragen).


    Nun ist es so, dass es mir (und auch anderen Mitbewohnern) diesen Sommer noch heißer vorkommt in den Wohnungen unterm Dach, als zB. letztes Jahr. Ich dachte die Dämmung vom Dach wird eher besser, als schlechter! Und ich habe gehört, dass wenn etwas saniert wird, es auf den aktuellen Stand gebracht werden muss - hier kommt es mir aber vor, als ob nichts besser gedämmt ist, als das alte 30 Jahre alte Dach.


    Ist meine Information richtig, dass es auf aktuellen Stand gedämmt werden muss?


    Viele Grüße

  • noch heißer vorkommt in den Wohnungen unterm Dach, als zB. letztes Jahr

    Wo in D war letztes Jahr Sommer?

    Ist in den 80.000 auch eine Planung für den SOMMERLICHEN Wärmeschutz mit drin???


    Ist meine Information richtig, dass es auf aktuellen Stand gedämmt werden muss?

    Dämmung ist ungleich Wärmeschutz. Die Dämmung kann also durchaus angepasst worden sein

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  • @ Ralf Dühlmeyer,

    in NRW war es letztes Jahr zeitweise sehr warm.

    Vermutlich ist in den 80.000 keine Planung für sommerlichen Wärmeschutz drin.


    Wenn die Dämmung ist ungleich Wärmeschutz ist, dann frage ich mich 1. was denn dann die "Dämmung" ist? Für den Winter? Und 2. Frage ich mich, warum es nun im Sommer heißer in meiner Wohnung wird, als die Jahre zuvor? Es ist nun ein Rückschritt erkennbar.


    mls ,

    es ist ein Betondach (sind noch zusätzlich Dachkies drauf). Beaufragt wurde die "Dachsanierung" - was genau ist nicht überliefert.

    Die Hausverwaltung hat es beauftragt. Geplant hat es wohl niemand. Es wurden ein paar Angebote eingeholt und dann wurde der Auftrag vergeben.

  • Die Dämmung ist tatsächlich primär für den Winter.

    Hitzeschutz ist ein verwandtes Thema, aber nicht das Gleiche.


    Eine Verschlechterung beim Hitzeschutz ist nur schwer vorstellbar. Hitzeschutz wird subjektiv empfunden, und da kursieren auch eine Menge Mythen.


    Ist Dir bekannt, was da genau gemacht wurde? (Materialien, Schichtdicken).

    Optimal wären Infos zum Stand vorher, und den durchgeführten Maßnahmen.


    Ich hätte eher erwartet, dass sich der Hitzeschutz nicht verbessert hat, aber eine Verschlechterung wäre bei den üblichen Maßnahmen nicht zu erwarten.


    Wurde beispielsweise der Kies wieder aufgebracht?

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    .

  • hmm .. das wird wieder "stochern im nebel" .

    wenn zumindest die alte "winter"dämmqualität hergestellt wurde, sehe ich aus der ferne keinen grund, warum der sommerliche hitzeschutz, zumal eine schwere dachkonstruktion und kiesauflast da ist und gegen hitze hilffreich ist, nicht funktionieren sollte. das typische hitzeproblem, auch wenn´s banal ist, entsteht eher aus fehlender verschattung, falscher lüftung usw.

    falls die alte dämmung abgesoffen war, mag dadurch der hitzeschutz besser gewesen sein - dann wäre aber der wärmeschutz grottig schlecht gewesen.

  • Ich tippe mal mit ;)

    Off-Topic:

    (Ich liebe Rätsel)



    Änderung der Dämmung = anderer Dichtdichtheitswert. = 10% mehr rel. Luftfeuchte in der Wohnung

    Off-Topic:



    ...oder der Kreislauf ist etwas untainierter als letztes Jahr... ;)


    Vielleicht holt der TS weiter aus und sagt, was sich noch so alles geändert hat mit der Dachsanierung.... (Bäume,Kletterpflanzen,....)

    :thumpsdown:

  • @ Ralf Dühlmeyer,

    der Rückschritt ist halt, dass es nun wärmer in der Wohnung ist. Ich kann keine Tabellen dazu liefern, aber die letzten Jahre war es noch "aushaltbar". Nun ist es so warm, dass man nur noch schlecht schlafen kann. Ich gehe hier ja nun nicht von mir alleine aus, sondern auch von den anderen Bewohnern in der obersten Etage. Weiter ist es im Nachbarhaus (gleiches Haus, jedoch bisher keine Dachsanierung) kühler.


    Die Hausverwaltung sagt es ist alles in Ordnung - ist ja auch die einfachste Antwort.


    @ R.B.,

    wenn Hitzeschutz ein anderes Thema ist, warum wird so etwas nicht im Rahmen einer Dachsanierung mitgemacht? Also nehme ich an, es ist keine Pflicht das Thema Hitzeschutz auf einen aktuellen Stand zu bringen?

    Klar ist das Thema Wärme subjektiv, aber ich gehe hier ja nicht alleine von meinem Empfinden aus.


    Was genau gemacht wurde, ist mir leider nicht bekannt. Nur soviel: In der 2. Etagen (von 3 Etagen!) war in einer Wohnung Feuchtigkeit. Niemand wusste woher diese kam, auch nicht die Fachleute die vor Ort waren. Als letzte Maßnahme wurde eine Dachsanierung vom Dachdecker empfohlen (er sagte wohl sinngemäß, dass sowas nach 30-35 Jahre eh fällig wäre). Wurde dann auch durchgeführt. Die Feuchtigkeit in der 2. Etagen, wenn wundert es, war danach natürlich immer noch da. Also lag es nicht am Dach. Mittlerweile stellte sich heraus, dass die Feuchtigkeit vom Balkon in die Wohnung eintrat...


    Ja, der Kies wurde erst vom Dach befördert und später wieder aufs Dach verteilt.


    mls ,

    im letzten Winter war zumindest für mich keine Verbesserung spürbar.

    An einer Verschattung bzw. Lüftungsverhalten wurde im Vergleich zu den Vorjahren nichts geändert.



    chieff ,

    falls tatsächlich 10% mehr rel. Luftfeuchte in der Wohnung wären, würde sich das aber doch nicht in der gemessenen Temperatur widerspiegeln, sondern höchstens im subjektiven Empfinden, oder?

    Sonst hat sich nichts geändert...es gab/gibt keine Kletterpflanzen, die Bäume ums Haus sind nicht so hoch, dass sie etwas zur Verschattung beitragen könnten.

  • in NRW war es letztes Jahr zeitweise sehr warm.

    richtig geschrieben , zeitweise .

    also an einzelnen , bzw zwei-drei zusammenhängenden tagen . nicht zu vergleichen mit der momentanen wärmeperiode .






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    unser nachbar macht (wegen der wärme) tagsüber alle fenster auf kipp.


    abends jammert er , dass es in der bude nicht auszuhalten ist .

    unsere fenster werden nur in der nacht aufgemacht . ich habe nichts zu jammern . (doch , wenn man rauskommt , dann ist es unangenehm warm)

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Völlig richtig, ABER ich komme leider erst jetzt mit diesem Thema hier im Forum, weil es mich immer mehr nervt. Wir hatten aber vor ein paar Monaten auch schonmal ein paar warme Tage und selbst da, war mein empfinden, dass sich etwas im Vergleich zum Vorjahr geändert hat.


    Zu deinem Nachbar: dann ist er nicht der Schlauste ;) Unsere Fenster sind nur Abends geöffnet, sobald die Temperaturen unter denen in der Wohnung sind. Und wo möglich sind die Rolläden bzw. Jalousien geschlossen.

  • Vielleicht ist es einfach so, dass die alte Dämmung völlig miserabel war. Jetzt, durch die aktuelle Dämmung wird ein aufheizen der Wohnung bei Sonnenschein nicht besser/länger verzögert als mit der alten Dämmung, doch wird zu kühleren Umgebungsbedingungen (z.B. in der Nacht) ein auskühlen besser verhindert. Ist doch eigentlich der Klassiker :-)

  • Das Problem sind eher längere Wärmeperioden, nicht so sehr einzelne superheiße Tage. denn die WD dämmt natürlich auch in die "andere Richtung", hält also auch die Wärme von außen ab. Ist es aber längere zeit warm, so wird sich -auch bei aller exquisitester Dämmung- der Innenraum schlichtweg über die warme Außenluft, die ja auch über das Lüften ins Haus kommt erwärmen. Eine gute Dämmung wird das zeitlich etwas hinauszögern, aber eben über die Bebenwege (Lüftung) nicht verhindern können.

  • Da hat der TE Recht Ralf. Den objektiven Nachweis kann nun keiner mehr erbringen. Dat nutzt nu och nichts mehr.


    Von daher wäre wirklich der alte und der neue Dachaufbau wichtig zu wissen. Frag mal bei der Hausverwaltung nach, wie das Angebot aussah. Evtl., wenn man Glück hat, steht da der alte drin zwecks Entsorgung und der neue. Ansonsten soll das die Firma bitte beantworten, denn die werden hoffentlich Unterlagen zum Projekt haben.


    Ja, nach ENEV muss der neue Aufbau auf jeden Fall die neuen Anforderungen einhalten. Auch von diesem Punkt her wäre es interessant zu wissen, ob das dem entspricht.


    Eigentlich finde ich ne Betondecke bei einem Flachdach nicht die dümmste Idee. Masse ist vorhanden zum puffern.


    Ich selbst habe auch diese Variante und kann mich wirklich nicht beklagen, trotz der heißen Witterung.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Da hat der TE Recht Ralf. Den objektiven Nachweis kann nun keiner mehr erbringen. Dat nutzt nu och nichts mehr.

    Natürlich kann man jetztt noch messen. Es ging darum, den akteullen Zustand festzustellen, nicht den längst demontierten. Wenn die Zimmerdecke um 18:00 nur 20°c hat, kann die Dachsanierung nicht schuld sein. Sind es 30, ist was faul

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  • Ich denke im baugleichen Nachbarhaus ist die Decke noch alt und es ist subjektiv kühler? Da hätte man doch einen möglichen Vergleich? Gibt natürlich ggf. andere Rahmenbedingungen wie mögliche Verschattungen usw.....

  • Ich denke im baugleichen Nachbarhaus ist die Decke noch alt und es ist subjektiv kühler? Da hätte man doch einen möglichen Vergleich? Gibt natürlich ggf. andere Rahmenbedingungen wie mögliche Verschattungen usw.....

    Richtig, im Nachbarhaus könnte ich ebenfalls messen. Dort gibt es auch keine Verschattungen von Bäumen oder ähnlichem.

  • Alles klar, Ralf. Hab Dich da missverstanden.

    Der Vergleich alt-neu klingt gut, dennoch: Hol Infos über den Dachaufbau ein.

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  • Wir hatten letztes Jahr auch warme Tage.Die Zimmertemperatur war letztes Jahr im OG 25 Grad

    Mit der Hitze von 2018 ist sie nicht zu vergleichen.Da sie über längere Zeit anhält.

    Die Temperatur dieses Jahr liegt im OG bei 27 Grad.

    Gleiche Dämmung.Einziger Unterschied ist echt nur die dauer der Hitze.

  • Moin,


    ich halte es für durchaus legitim und fachlich korrekt nach 35 Jahren mal eine Sanierung zu erwägen. Ich würde daher nicht gleich unterstellen, dass es hier nur um die "Taschen voll stecken" ging. Was die Frage an ging, warum man denn bei der Dachsanierung keinen Hitzeschutz bedenken kann:


    Kann man, ist in der Regel aber eine zu vergütende Leistung und vor allem zu definieren. Weder die Hausverwaltung noch die Mieter wird es freuen, für "Papier" Geld zu bezahlen. Was passiert also? "Dachdecker mach mal Angebot" und der macht genau das. Die für ihn am wenigsten monetäre Lösung, denn seine Arbeitsstunden für das Angebot stellt er ja nicht in Rechnung. Also wird sich auch die Planungstiefe nicht wirklich im Detail verlieben. Sofern man kaufmännisches Denken hat.


    Aber das ganze Gerede darüber hilft hier nun auch nichts mehr. Die Infos sind vage und sehr düftig, was letztlich eher einer Glaskugel-Befragung gleicht kommt. Passt aber zu dem subjektiv "wärmer" Empfinden. Wenn überhaupt müsste man hier über mehrere Jahre mit unterschiedlichen Sommerhitze mal ein Fazit ziehen, alles andere ist spekulativ. Es liegt doch nahe: Das Dach ist neu, also ist auch die subjektive Anforderungen daran gewachsen. Denn was Neu ist, muss auch besser sein. Besser lässt sich hier nur leider nicht verifizieren. Das kann alles und nichts sein.


    Wäre es möglich, dass der Kies doch nicht wieder verbaut wurde? Theoretisch:


    Hat es unter dem Kies - wir gehen von Normen konformen Schütthöhen aus - 40-50 Grad. Danach folgt vermutlich im mittel 18 cm Dämmung (EPS?) und anschließend eine 20-25cm Betondecke. Da braucht es schon sehr sehr viel Energie, alle diese Teile derart aufzuladen, das unten bei dem Mieter das "puh, ist das heiß hier" ankommt. Nun haben wir ein sehr warmen Sommer, kann der zu dem subjektivem Empfinden beitragen? Vielleicht? Wie sieht denn die Verschattung der Wohnung aus?


    Mehr Dämmung oben bedeutet ja auch, wenn mehr solare Energie in die Wohnung kommt auch ein schweres Auskühlen der Bauteile. Denn Sinn der Dämmung ist es ja Wärme zu speichern. Woher soll die Dämmung auch schon wissen, dass nun Sommer ist und die Wärme von unten weg soll? Geht nur, wenn die Oberflächentemperaturen oberhalb so warm ist, dass sich ausreichend Delta einstellt.


    Wenn man das "ich finde es unerträglich" nicht zu mindestens sinnvoll - über Langzeitbeobachtungen - angeht, wird es beim subjektivem Empfinden bleiben. Wer soll dafür die Schuld übernehmen? Wer hätte das vor allem ahnen können? So fern keine heftigen Schnitzer im Aufbau sind - den wir nicht kennen - ist die Frage seriös doch gar nicht zu beantworten.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • ... Denn Sinn der Dämmung ist es ja Wärme zu speichern. ...

    Falsch.

    Sinn der Dämmung ist es, den Wärmedurchgangswiderstand des Bauteils zu erhöhen.

    Die Speichermasse, hier die Betondecke, kann und soll Wärme speichern.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Du nu wieder :D ja Speichern ist der falsche Terminus.

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  • Das Infrarotthermometer habe ich nun bestellt und werde mal die Temperatur in meinem bzw. Nachbarhaus messen - ich bin sehr gespannt!


    Weiter hänge ich mal ein Foto an, wo man teilweise etwas von den arbeiten am Dach sieht. Ich bin zwar nur Laie, aber mir ist aufgefallen:


    1. Das Teilstück mit der Schräge wurde nicht erneuert; da ist noch die alte Dachpappe. Wenn das komplette Dach saniert wird, müsste das doch auch neu gemacht werden oder nicht?


    2. Man sieht das die Edelstahlverblendung nur teilweise erneuert wurde. Und da wo es gemacht wurde, ist die neue Edelstahlverblendung einfach nur über die alte gesetzt worden. Macht man das so?


    Ich finde die 80.000 € viel Geld und das alles wurde in ca. 2 Wochen erledigt... zumindest optisch hätte man die Verblendung schöner machen kann. Ob es so fachgerecht ist, weiß ich natürlich nicht. Aber dazu können die Fachleute sicher was sagen.