Was zählt unter versiegelte Fläche

  • Liebe Forengemeinde,


    unsere Gemeinde möchte von uns zur Festsetzung der Niederschlagwassergebühr (Baden Württemberg) wissen, welchen Umfang in qm die versiegelten Flächen auf unserem Grundstück einnehmen.Hierzu soll man die Flächen nach dem Grad der Versiegelung kategorisieren (voll, stark, wenig)

    Nun ist es so, dass unser Haus frisch gebaut wurde und die Außenanlagen erst kommenden Jahres in Angriff genommen werden. Große Flächen unseres Grundstücks sind mit Receyclingbaustoff bedeckt.


    Frage: Soll hier die geplante versiegelte Fläche berechnet werden, welche später auch tatsächlich versiegelt ist oder muss ich den derzeitigen Flächenstand angeben, auf dem etwas anderes als natürlicher Bewuchs/Rasen/Erde befindlich ist?


    Danke für jeden Tipp

  • unsere Gemeinde möchte

    genau da fängt es an spannend zu werden , weil so etwas von gemeinde zu gemeinde variieren kann

    Große Flächen unseres Grundstücks sind mit Receyclingbaustoff bedeckt.

    gilt normalerweise als nicht versiegelt (bei uns)


    mmn sollst du die geplante/voraussichtliche "versiegelte" fläche angeben

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Angaben mit "zum Zeitpunkt der Abfrage" als Überschrift angeben.

    Vielleicht ändern sich ja bis zur Fertigstellung die Baustoffe und es wird doch Sickerpflaster, oder Rasengittersteine oder es kommt erst in 5 Jahren. Oder später.


    Ich würde sagen, der Zeitpunkt der Erhebung der Daten ist maßgebend. Genau so wie der Zählerstand, wenn morgess um 7 der Ablesedienst vor der Haustür steht. Sagt ja auch keiner "plus den halben Qubikmeter, den ich heute noch brauche".


    Notfalls ist Nachzahlen einfacher, als zurückverlangen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Bei uns sind nur Grünflächen umsonst.


    Alles andere wird in Durchlässigkeit berechnet.


    Also in Faktor 1,0 0,5 0,3 usw...

    Sogar Schotterflächen kosten was.

    Entscheidend ist hier der Satz, der auch auf Deinem Erfassungsbogen steht, "Flächen die ihr Regenwasser in die öffentliche Abwasseranlage einleiten".


    d.h. nicht jede versiegelte oder teilversiegelte Fläche wird angerechnet, das gilt auch für eine Schotterfläche.


    Hier muss man jedoch aufpassen, denn die Fläche muss dazu nicht unbedingt direkt an´s Abwasser angeschlossen sein, es genügt wenn überschüssiges Wasser beispielsweise auf den Gehweg bzw. die Straße läuft, oder über ein benachbartes Grundstück, o.ä. und über diesen Umweg in die öffentliche Abwasseranlage gelangen könnte. Es genügt bereits, wenn die theoretische Möglichkeit bestünde, dass dort ein Tropfen Wasser von "meinem Grundstück" in die öffentliche Kanalisation gelangen könnte.

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  • Jo, auch teildurchlässige Flächen werden daher angerechnet, da immer Gefälle anzunehmen.
    Entweder sofort oder wenn man nicht in Übereinstimmung angibt kommt dann ein Luftbild. Da sieht dann alles eh versiegelt aus und die einseitige Diskussion beginnt..

    Nachdenken kostet extra!

  • und die einseitige Diskussion beginnt..

    wie wahr. Da habe ich (leider) schon ausreichend Erfahrung sammeln müssen. Bei mir kam so ein "kompetenter Sachbearbeiter" sogar auf die Idee, und wollte eine Mauerabdeckung im Garten ansetzen.

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  • Entscheidend dürften m.E. nicht einfach die "versiegelten Flächen" sein, sondern die versiegelten Flächen, die dann in den Kanal entwässert werden!


    Denn eine Terrasse, die dann ihr Wasser in den Garten ableitet, welches dann dort brav vor sich hin versickert, also nicht in den Kanal abgeleitet wird, dürfte bei einer solchen Berechnung außer Betracht bleiben.


    Auch ist häufig der Gard der Versiegelung von Bedeutung. Da wird dann gerne ein unterschiedlicher Faktor berechnet, wenn zumindest ein Teil über fugen versickern kann.

  • Entscheidend dürften m.E. nicht einfach die "versiegelten Flächen" sein, sondern die versiegelten Flächen, die dann in den Kanal entwässert werden!

    So sollte es auch sein, wobei aber die Flächen nicht zwingend direkt angeschlossen sein müssen, wie ich oben ja bereits geschrieben habe.

    Das war aber nicht in allen Amtsstuben angekommen.


    Auch das Thema Versickerung war in einer Gemeinde anscheinend ein unlösbares Problem, irgendwann hat der Sachbearbeiter nicht mehr reagiert, selbst Schriftverkehr blieb dann einfach liegen.


    Ich habe den Kampf an 3 Fronten ausgefochten, und jede Gemeinde war da etwas anders. Man hatte den Eindruck, dass man den Jungs die Vorgänge einfach mal so auf den Tisch gelegt hat, ohne dass die einen Plan hatten, was wirklich Sache ist. Es kann natürlich auch daran liegen, dass man die Niederschlagswassergebühr als Einnahmequelle entdeckt hat, obwohl es zu Beginn geheißen hat, dass das ergebnisneutral ablaufen wird.

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  • R.B.


    Wieso wird aber Schotter mit angegeben ?

    Ist es möglich das sich die Gemeinde es sich einfach macht.

    Ich könnte ja behaupten,das Wasser vom Dach leite ich auf mein Grundstück.Wenn ich ein größeres Gründstück hätte,

    wäre das doch möglich.


    In der Satzung der Gemeinde steht aber,das alle versiegelten Flächen an die RW angeschlossen werden muss.

    Ausgenommen sind hier,das sammeln in Zisternen.


    Aber Schotterflächen lassen das Niederschlagswasser ja eher durch,als der naturbelassene Lehmboden.

    Mir wirkt das eher so,als geht der Trend dahin,das man versucht die Bauherren dazu zu bringen,Grünflächen zu erhalten.


    Wenn ich also meine Terrasse pflaster,und grosse Fugen habe,die dann mit Sand oder Splitt verfüllen,dann kann das Wasser

    ja auch gut versickern.

    Trotzdem werde ich zur Kasse gebeten.

  • Interessante Beiträge, Danke dafür!


    Tendenziell neige ich dazu, nur die bisher tatsächlich versiegelten Flächen anzugeben und zur Not mal zu schauen, was ansonsten kommt.

    Es war kein Luftbild anbei, sonder nur ein Ausschnitt des Lageplans. Ich hab das Schreiben mal beigefügt.versiegelte Flächen.pdf

  • Wir haben auch eine Terrasse ohne Abfluss, die auf die Rasenfläche entwässert, unter der Terrasse damals extra Sickerpackung - Terrasse = versiegelt Punkt.

    Vor der Garage damals extra versickerungsfähiges Pflaster gefordert, mit Sickerpackung darunter. praktisch versickert alles - hmm versiegelt zählt nicht. kann man nicht überprüfen.

    Auf dem Luftbild waren noch ein paar andere Themen, die konnte man ausräumen.... (so wie bei rb die Mauerabdeckung)

    Nachdenken kostet extra!

  • Wir haben auch eine Terrasse ohne Abfluss, die auf die Rasenfläche entwässert, unter der Terrasse damals extra Sickerpackung - Terrasse = versiegelt Punkt.

    Mag ich nicht glauben....irgendwie.


    Entscheidend ist doch: Ist die Fläche an den Kanal angebunden. Wenn ja, so ist es natürlich schon interessant, ob das Pflaster versickerungsfähig ist (=weniger kommt im Kanal an). Oder ob es sich überhaupt in den Kanal entwässert. Wird das Wasser, welches keck auf die Terrasse regnet im Graten versickert, kommt also nichts davon im Kanal an, warum sollte man dafür wohl irgendeinen Kanalgebühr(Anteil) entrichten?

  • bei uns war das auch ganz eindeutig so, dass nur "versiegelte" Flächen zählen, die in irgendeiner Art und Weise der "öffentlichen Entwässerungseinrichtung" zugeführt werden.


    Unsere Gemeinde hat wohl auch das gleiche Planungsbüro engagiert, dass bei chrissy in Aktion ist. Gleiches Excel-Sheet ;)


    Also eine Terrasse oder auch eine Überdachung die z.B. in Rasen entwässert, ist NICHT gebührenpflichtig. Oder eine Einfahrt, die vom Gefälle her nicht auf die Straße entwässert sondern in Beete/Rasen...

  • R.B.


    Aber was leite ich den bei dem Faktor 0,3 ab ?

    Rasengittersteine ?


    Es steht nur,wenn ich es in eine Zisterne leite,dann erspare ich mir ein Teil der Niederschlagsgebühr.


    Das ist in meinen Augen geldmacherei.


    Lass ich alles grün (Rasen) dann brauche ich Frischwasser.

    Zahle aber nicht nur Frischwasser,sondern auch Schmutzwasser.

    Obwohl es nicht in die Schmutzwasserleitung geleitet wird.


    Früher hat man nur für versiegelte Flächen bezahlt,das in die RW Leitung geleitet wurde.

    Nun ist es egal ob man es einleitet oder nicht.


    Sieht man ja an den Faktor 0,3

  • Ich bin der Meinung, dass dies eine falsche Interpretation einiger Sachbearbeiter der Gemeinden ist.

    Flächen die nicht in's Abwasser System entwässern, auch nicht über Umwege, werden mit Null angesetzt.


    Der mit 0,3 angesetzte Anteil versickert ja trotzdem auf dem Grundstück,nur halt nicht auf der Fläche auf der der Niederschlag anfällt.

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  • Lass ich alles grün (Rasen) dann brauche ich Frischwasser.

    Zahle aber nicht nur Frischwasser,sondern auch Schmutzwasser.

    Genau dafür kann in manchen Gebieten ein Gartenwasser-Zähler installiert werden. Dann wird für das Gartenwasser keine Abwassergebühr fällig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • und der Zähler wird teurer als das Abwasser. :thumbsup:

    kann, je nach Gebühren, Fläche und Wasserbedarf, durchaus passieren - sollte man deshalb immer zuerst rechnen ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • und der Zähler wird teurer als das Abwasser.

    Bei uns mit Sicherheit nicht. Die Abwassergebühren sind viel höher als der TW-Preis (genaue Zahlen habe ich jetzt nicht zur Hand, aber nach meiner Erinnerung ca. 1/3 : 2/3).

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Thomas T. und SirSydom

    Eure Antworten gehen am Thema vorbei.

    Der Abwasserpreis hat nur bedingt mit den Kosten für den Einbau eines Gartenwasser-Zählers zu tun (Als da sind: Beschaffungskosten des Zählers, Einbaukosten des Zählers, evtl. Ablese- und Abrechnungskosten).

    Erst wenn die bekannt und den eingesparten Abwasserkosten gegenübergestellt sind, kann man feststellen, ob sich der Aufwand lohnt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • ThomasMD : Das war nur als Hinweis gedacht, um die pauschale Antwort des zu teuren Wasserzählers etwas zu relativieren. Bei 3 m³ Gartenwasser im Jahr lohnt sich sicher der Aufwand nicht. Bei größerem Bedarf schon.


    grobes Beispiel vom Milchmädchen: 700 m² * 40 mm sprengen pro Woche und 26 Wochen p.a. ergibt 728 m³/a. Da ist man selbst bei 1,50 €/m³ Abwassergebühr bei fast 1100 €.


    Ist letztlich aber OT, was den Fragesteller angeht.


    Zum Thema selbst kann ich nicht viel beitragen, da hier mangels Regenwasser- oder Mischkanal keine Grundgebühr für Niederschlagswasser erhoben wird. Ich weiß aber von min. einer Gegend im Thüringer Wald, wo so eine Gebühr unabhängig von der versiegelten Fläche nach Grundstücksgröße erhoben wird. Das scheint also regional recht unterschiedlich zu sein.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • zu den Faktoren - die machen schon Sinn.


    Die Kosten für die Niederschlagswasserbeseitigung sind fast ausschließlich vom Starkregenereignis abhängig. Und da sind Flächen die eine gewisse Menge an Wasser speichern und verzögert abgeben, hilfreich bzw. belasten den Kanal weniger.

    Daher z.B. bei uns Flachdach mit Kiesschüttung: 0,8 statt Foliendach mit 1,0


    Man wird immer im Detail Ungerechtigkeiten finden. Man kann es nie 100% "gerecht" machen. Irgendwo muss man eine sinnvolle Vereinfachung treffen.


    Unsere Gemeinde z.B. berücksichtigt Dachüberstände NICHT, weil diese nicht in den Vermessungsdaten enthalten sind. Eine Erfassung/Kontrolle also sehr schwierig ist.

    Daraus folgt, dass der mit Flachdach ohne Überstand den Nachbar mit Dachüberstand subventioniert. Könnte man sich jetzt aufregen...