Gelbe Flecken an den Tapeten - gelber Schimmel oder Verfärbungen aus dem Untergrund?

  • Hallo zusammen,


    ich bin ein ziemlicher Baulaie und wende mich daher hilfesuchend an die Experten in diesem Forum.


    Seit 2015 bin ich Besitzer einer Eigentumswohnung in einem 7-Parteien-Haus, nach KfW-70 Standard gebaut.

    Im ersten Jahr habe ich selber darin gewohnt und hatte keinerlei Feuchtigkeits-/Schimmel-Probleme.


    Dann hatte ich für ein knappes Jahr ein frisch gebackenes Elternpaar in meiner Wohnung, die mir von Schimmelflecken im Schlafzimmer der Eltern berichteten (an der Wand zum Treppenhaus). Nachdem ein Malermeister mit mir vor Ort war und sich diese gelben Flecken angeschaut hat, meinte er, dass das kein richtiger Schimmel sei, sondern so eine Art Vorstufe auf Grund von zu hoher Luftfeuchtigkeit. Es könnte auch sein, dass ein (minderwertiger?) Baustoff/Tapetenkleber mit der Feuchtigkeit reagiert und diese Flecken bildet. Er ritzte an einer Stelle die Tapete auf und hat überprüft, ob die Wand nass/feucht ist, um ein Eindringen von Feuchtigkeit von außen auszuschließen (obwohl es ja eine Innenwand war). Die Wand war trocken.


    Die Mieter hatten einen extrem hohen Wasserverbrauch und die Vermutung lag nahe, dass sie ihr Neugeborenes oft (möglicherweise in einer vollen Badewanne) gebadet und zusätzlich nicht häufig genug gelüftet haben.


    Beim kurzzeitig danach statt gefundenen Auszug der Mieter, hatten diese die Flecken mit Wasserstoffperoxid behandelt und dann die Wand (dürftig) neu gestrichen. Dann war es erstmal gut.


    Seit Oktober/November letzten Jahres habe ich wieder einen neuen Mieter in der Wohnung. Sehr zuverlässig und motiviert beim Thema Lüften. Leider hat nun auch er diese gelben Flecken. Erst im Kinderzimmer, jetzt auch im Schlafzimmer, allerdings wohl nur an den Außenwänden. Er lüftet jeden Tag, wenn er zuhause ist ca. 3h (morgens, mittags und abends) und, wenn er mal nicht da ist (er ist Steward und daher oft unterwegs), lüftet ein anderer Hausbewohner für ihn. Die Hygrometer zeigen so um die 50-60%, nach dem Schlafen im Schlafzimmer kurzzeitig mal 65%.

    Er sagt die Flecken sind bis maximal 30cm über dem Boden, die Möbel standen 3-5cm von der Wand weg, und an den Stellen, wo die Flecken sind stand gar nichts.


    Zwar hat er ziemlich viele Pflanzen und ein großes Aquarium in der Wohnung, jedoch erscheint es mir trotzdem komisch, dass sich da Schimmel bilden soll, wenn er jeden Tag so oft und lang lüftet.



    Er hatte zwar anfänglich Erfolg beim Bekämpfen dieser gelben Flecken mit einem Schimmelentfernungsspray, jedoch scheinen sich die Flecken trotzdem auszubreiten, da es vorher nur in einem Raum war und jetzt bereits in zweien.



    Nach kurzer Recherche im Netz habe ich ein wenig Angst, dass es sich um gelben Schimmel (aspergillus flavus) handeln könnte, was nicht nur gesundheitsschädlich für ihn, sondern auch sehr viel "schlimmer" für die Wohnung sein würde, als reine Verfärbungen auf der Tapete.


    Es ist zwar auch so, dass die WEG mit dem Hausbauer im Rechtsstreit liegt, weil für ca. 100.00€ Baumängel vorliegen, jedoch würde ich erstmal nicht von einem Baumangel ausgehen, da zum Einen kein anderer im Haus ein Problem mit Schimmel seither hatte, und zum Anderen, weil ja letztes Jahr ein Malermeister zumindest eine Wand für trocken befunden hat. Auszuschließen ist es vermutlich trotzdem nicht?


    So, und jetzt ein paar Bilder mit der Bitte um eine Einschätzung. Vorab: Ich weiß, die Bilder sind nicht sonderlich gut (es folgen bessere, sobald möglich) und mir ist auch klar, dass eine Ferndiagnose immer schwer und manchmal unmöglich ist. Dennoch bitte ich wenigstens um einen Versuch einer Einschätzung.



    Vielen herzlichen Dank dafür im Voraus.



  • Aus Vermietererfahrung würde ich auf Schimmel tippen. Jetzt im Sommer wird eine Messung vermutlich nicht viel bringen.

    Das Problem ist die kalte Jahreszeit. Gerade in wenig genutzten und selten beheizten Räumen findet dann schnell eine Taupunktunterschreitung an den Wänden statt. Ganz neuralgisch ist die Treppenhauswand, weil die von den Architekten als Innenwand zu niedriger beheizten Räumen deklariert wird und deshalb ungedämmt bleibt. Im Treppenhaus wird als Alibi unten ein Heizkörper reingezimmert, damit die 15°C rechnerisch nachgewiesen werden können. Der HK wird natürlich aus Sparsamkeitsgründen bei Null blockiert und dann passierts. Der Schimmel ist da und freut sich über den reichhaltigen Nährboden auf der Raufaser.

    Was sind denn sonst für Mängelrügen anhängig? Unzureichende Dämmung mit dabei?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Moment.... Die Problematik bezieht sich überall in Bodennähe?


    Lass mal auf Wasserschaden messen/prüfen (Estrichdämmung abgesoffen.)

    Typisch sind Gelbe verfärbungen mit Tapeten bei Feuchtigkeit im Putz/Mauerwerk.


    Das Gebäude hat einen Keller?

    :thumpsdown:

  • Evtl ist ein Plan hilfreich.


    Welches Stockwerk oder habe ich was überlesen?


    Das mit der Wand zum Treppenhaus könnte möglich sein, aber warum dann nur bei dieser Wohnung?


    Dito Dämmung und These.


    Welche Heizung? Fußboden oder Heizkörper?

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  • ...Das mit der Wand zum Treppenhaus könnte möglich sein, aber warum dann nur bei dieser Wohnung?...

    Weil nur diese Wohnung intermittierend genutzt wird?

    Die "Vorarbeit" hat das junge Elternpaar mit dem hohen Wasserverbrauch geleistet und die Wände ordentlich vorgenässt und der dienstreisende Stewart gibt der Wohnung den Rest.

    Ich glaube nicht an den Rohrschaden.




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    M.G.Wetrow

  • Aspergillus flavus ernährt sich bevorzugt von fetthaltigen Samen wie Nüssen. Dass es ein solcher ist, halte ich für unwahrscheinlich. Ob es überhauptbSchimmel ist? Auf zellulosehaltigem Material würde ich eher anderen Schimmel erwarten, nein, keinen Aspergillus niger.


    Aber die eigentliche Frage ist doch, ist es überhaupt feucht und das lässt sich nur durch Messungen feststellen. Also zuerst messen (lassen)!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • KfW 70 und Schimmel durch Taupunktunterschreitung kann vorkommen, halte ich aber für unwahrscheinlich. Zumal die Flecken, wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, nicht hinter den ziemlich dicht stehenden Möbeln auftraten, sondern an der freie Wand.


    Wie wird denn geheizt? Mit Fußbodenheizung oder Radiatoren? Gerade bei FBH wär im Bodenbereich eine Temperaturunterschreitung nicht wahrscheinlich.


    In welchem Stockwerk liegt die Wohnung. Niveau Erdreich?

  • Kann es sein, dass da irgendwas an die Wand gespritzt ist (ich kenne einen Fall, da wars ne Schüssel mit Majonese-haltigem Salat) nicht angesperrt schlägt das dann durch die Farbe durch. Die Majo sah so ähnlich aus

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • J.B.

    Du hast aber schon gelesen, dass der Wohnungsmieter oft und lange abwesend ist?

    Da nützt auch KfW irgendwas gerechnet nichts. Es muss ja auch noch kein gefährlicher Schimmel sein. Dass an der Treppenhauswand noch nichts wieder zu sehen ist, mag an der Arbeit des Malers liegen, der genügend Gift auf die Flecken geschmiert hat.

    Laie123

    Interessieren würde mich noch ob das Bad eine nutzerunabhängige Entlüftung hat, oder ob das Lüften vom guten Willen des Mieters abhängt.




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    M.G.Wetrow

  • ThomasMD Antischimmel killt VIELLEICHT den Schimmel, die Flecken schlagen aber ohne entsprechende Vorbehandlung absperanstrich ) wieder durch.


    Schimmel an einer Innenwand zum Treppenhaus ohne Schimmel an den kritischen Stellen der Fensterleibung auf Grund schlechten Nutzerverhaltens wäre sehr aussergewöhnlich. (Nach meiner Erfahrung)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Der Maler wird schon noch einen Sperranstrich gemacht haben. Wäre sonst kein Maler und Schimmel nur an der Treppenhauswand aber nicht an den Außenwänden hatte ich schon mehrfach in Häusern mit Außenwänden aus Porenbeton und Wohnungstrennwänden aus Kalksandstein. So hat eben jeder seine Erfahrung. Meine besteht unter anderem in der technischen Verantwortung für 6500 Wohnungen unterschiedlichster Bauweisen.




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    M.G.Wetrow

  • Wir werden aber der Sache jetzt im Hochsommer nicht auf den Grund kommen.

    Die Flecken sind längst abgetrocknet und nicht messbar.

    Erst in der kalten Jahreszeit geht das Spiel von vorne los und Messungen der Bauteilfeuchte und der Oberflächentemperaturen wären sinnvoll.




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    M.G.Wetrow

  • Öha, Souterrain würde im Sommer logisch sein bzgl Feuchtigkeit/Lüften.


    Also: Wie Du siehst Laie123 , ein paar Infos dazu wären wichtig.

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  • Wow! So viele Antworten in so kurzer Zeit? Finde ich großartig! Vielen lieben Dank schon mal dafür.


    Ich versuchen nun zu allen Punkten Stellung zu nehmen bzw. Fragen zu beantworten:

    - erstmaliges Auftreten bei den Vormietern ca. im September 2017 an der Innenwand zum Treppenhaus (Schlafzimmer)

    - erneutes Auftreten beim aktuellen Mieter am 31.12.2017 an einer Außenwand (Arbeitszimmer); das Zimmer wurde allerdings dummerweise nicht beheizt, weil er den Raum nicht genutzt hat, und nicht wusste, dass man da trotzdem heizen sollte. Nach Nutzung eines Anti-Schimmelsprays plus Einschalten der Heizung war das Problem vorerst gebannt.

    - die Verbreiterung der aktuell wiederkehrenden, gelben Flecken ist akut, sprich hat jetzt im Sommer statt gefunden; am 14. Juli hat mich der Mieter informiert (wir sind in regelmäßigem whatsapp-Kontakt). Die Flecken ziehen sich wohl an den Außenwänden vom Arbeits- bis zum Schlafzimmer und sind bis ca. 20cm über der Fußbodenleiste. Er bekommt sie zwar jedes Mal weg, aber sie kommen immer wieder. Und in beiden Räumen stehen weder Pflanzen, noch Aquarium (die stehen in der Wohnküche) und dort ist alles in Ordnung.

    - unzureichende Dämmung gehört nicht zu den Mängeln am Gemeinschaftseigentum und auch kein anderer Wohnungsbesitzer hat Dämmungs-/ oder Schimmelprobleme

    - Wohnung ist im EG und Keller ist vorhanden.

    - Zitat: "Wasserschaden messen/prüfen" => das hätte doch bestimmt vor nem halben Jahr der Malermeister rausgefunden, als er die Tapete hochgeklappt und mit einem speziellen Gerät (Bauteilfeuchte und der Oberflächentemperaturen?) in der Wand die Feuchtigkeit gemessen hat, oder? Er hatte sowohl die Innenwand zum Treppenhaus als auch eine Außenwand gemessen und alles war top in Ordnung. Messung war im September/Oktober. Seiner Meinung nach Feuchtigkeit auf der Tapete von innerhalb der Wohnung. Kann er was übersehen haben? Kann sich innerhalb von 6 Monaten unbemerkt plötzlich doch ein Wasserschaden entwickeln?

    - Fliesen plus Fußbodenheizung

    - Zitat: "Die "Vorarbeit" hat das junge Elternpaar mit dem hohen Wasserverbrauch geleistet und die Wände ordentlich vorgenässt und der dienstreisende Stewart gibt der Wohnung den Rest." => klingt zwar plausibel, jedoch halte ich den derzeitigen Mieter für sehr zuverlässig was das Lüften angeht, und, wie beschrieben, wird auch täglich für ca. 20-30 Minuten gelüftet, wenn er nicht da ist.

    - Luftfeuchtigkeitswerte schwankten Anfang des Jahres zwischen 50-60% (wobei 60% wohl nur Morgens nach dem Schlafen, vor dem ersten Lüften), dann ab April bei ca. 50% eingependelt.

    - Ja, Flecken an freier Wand

    - Das Bad hat keine automatische Entlüftung (o.ä.), da muss man ganz klassisch das Fenster aufmachen, aber das macht der Mieter (diesmal hab ich einen zuverlässigen erwischt ;) ). Außerdem ist er auch öfter mal weg und dann wird tagelang gar nicht geduscht...außerdem benutzt er wohl einen Nasssauger für die Wände nach dem Duschen.

    - Da die gleichen Flecken in 2 untersch. Räumen auftreten, halte ich die Mayo-Theorie für unwahrscheinlich

    - Es gab keinen Maler. Die Schimmelbeseitigung hat der alte Mieter vorgenommen. Erst Wasserstoffperoxid, dann mit einem guten Weiß (dürftig) drüber gestrichen. => Was ist denn ein Sperranstrich??

    - Gerade teilt er mir mit, dass der Mieter/Besitzer der Wohnung nebenan wohl doch ein ähnliches Problem hatte. Er hat wohl eine Art Anti-Schimmelfarbe auf diese Stellen gestrichen und seither ist Ruhe. Gibts sowas? Macht das Sinn?

  • Wie bekommt er die Flecken weg?

    Das würde gegen die Theorie sprechen, dass die Flecken vom Untergrund durchschlagen, und eher dafür sprechen, dass sich die Flecken auf der Oberfläche gebildet haben.

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  • Es ist löblich, dass Du eine solch hohe Meinung von Deinem Mieter hast. Was macht Dich so sicher, das er nicht nur etwas lüftet sondern auch heizt, wenn er nicht da ist? 30 Minuten querlüften (alle Fenster und Türen sperrangelweit auf, bedeutet gerade mal einen einfachen Luftwechsel am Tag. Notwendig ist aber ein 0,5-facher pro Stunde. Gut, bei Abwesenheit etwas weniger, aber das alles bei Temperaturen über 18°C.

    Ob vielleicht doch ein Wasserschaden vorliegt, lässt sich auch jetzt im Sommer feststellen (messen). Dein Maler hat ja nichts gefunden, und der hat jeweils am Ende des Sommers, nach einer langen Trocknungszeit gemessen.

    Die chemische Schimmelbekämpfung ist hervorragend geeignet, die Wohnung in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen.

    Das Problem löst sie nicht.

    Also nochmals meine Empfehlung: Einmal jetzt messen (Leitfähigkeitsmessgerät an der Oberfläche und ein paar Zentimeter in der Wand oder kapazitiv mit der Hydromette schätzen) und bei negativem Ergebnis dasselbe nochmal im Winter nach einer mindestens einwöchigen Kälteperiode. Danach mit den Resultaten wiederkommen.




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    M.G.Wetrow

  • Schimmel ist nie die „Krankheit“, sondern immer nur deren „Symptom“. Schimmel ist immer nur der biologische Marker für Baufeuchte! Die Beseitigung des Symptoms ohne sichere Kenntnis der eigentlichen Krankheit und deren Behandlung ist sprichwörtlich nutzlos („Symptombekämpfung“)! Über kurz oder lang kommt das Symptom zurück! Schimmelsprays sind (unnötig teure) Symptombehandlung, so lange ihr Einsatz die einzige Maßmahme bleibt.


    Abgesehen davon gibt es keine Farbe, die ein bauphysikalisch verursachtes Feuchteproblem dauerhaft lösen kann.


    Jetzt gilt es also, wie ThomasMD schon schrieb, den Umfang und die Stärke der Feuchte durch Messung/en sicher festzustellen und dann ihre Entstehung zu finden bzw. zu verstehen.


    Keine Ahnung, ob Dein Maler bei der Messung etwas übersehen hat. Ich durfte aber schon mehrfach erleben, wie Messgeräte völlig unsinnig eingesetzt oder die Messergebnisse falsch abgelesen oder falsch interpretiert wurden. Vielleicht war zum Zeitpunkt der Messung auch tatsächlich alles trocken. Ich messe aus Prinzip immer selbst, nur dann kenne ich sicher den aktuellen Zustand.


    Die in der Raummitte in 1m Höhe gemessene Raumlufttemperatur und Luftfeuchte trifft keine Aussagen über die Lufttemperaturen und rel. Luftfeuchte auf Höhe der Sockelleiste an der (Außenwand). Und im Sommer ist die rel. Luftfeuchte in Wohnräumen meist höher als im Winter. Ohne vernünftige dokumentierte Messungen sitzen wir aber alle nur vor der


    :glaskugel:!


    Mir scheint hier Feuchte unter dem schwimmenden Estrich vorhanden zu sein. Das muss durch Messung überprüft werden.


    Dass zwei Bewohner benachbarter Wohneinheiten ausschließlich durch identisches Fehlverhalten das selbe wiederkehrende bauphysikalischen Problem haben - und das auch nach Bewohnerwechsel - halte ich jedenfalls für höchst untypisch und sehr unwahrscheinlich.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für eure Ratschläge.


    Da ich kein teures Gerät für hunderte von Euro anschaffen möchte, für dessen Bedienung und Ergebnisinterpretation ich vermutlich nochmal studieren müsste, hätte ich gern gewusst an wen ich mich da jetzt wenden zwecks Messung der Werte bzw. Abklärung, ob ein Estrich-Schaden vorliegt? Einen Maurermeister? Malermeister? Gutachter?

  • ... hätte ich gern gewusst an wen ich mich da jetzt wenden zwecks Messung der Werte bzw. Abklärung, ob ein Estrich-Schaden vorliegt? Einen Maurermeister? Malermeister? Gutachter?

    Ob ein Estrich-Schaden vorliegt, ist nicht die Frage!


    Du benötigst eine(n) „Sachverständige(n) für Schäden an Gebäuden“ mit eigener Feuchtemesstechnik, der oder die kein Interesse daran hat, Dir eigene Bauleistungen zu verkaufen. Das könnte ein(e) Architekt(in) oder ein(e) Bauingenieur(in) sein, die Du über die jeweiligen Kammern Deines Bundeslandes finden könntest.


    (Auf Anregung von R.B. ergänzt:


    Mit dieser Person sollte der Preis für einen Ortstermin unter der folgenden Fragestellung vereinbart werden:

    1. Was ist die Ursache der gelben Verfärbungen an den Wänden der Wohnung XXX?
    2. Sind die Verfärbungen durch einen Befall mit Schimmelplizen hervorgerufen?
    3. Ist Feuchte die Ursache der Verfärbung?
    4. Wo / wie wurde welche Menge Feuchte eingetragen?
    5. Was muss getan werden, um die Ursache(n) der gelben Verfärbungen dauerhaft zu beseitigen?
    6. Können Sie ggf. ein Sanierungskonzept hierfür erstellen?

    Außerdem sollte eine kurze schriftliche Beantwortung der Fragen und Dokumentation der Messergebnisse zur möglichen Weitergabe an Dritte vereinbart werden.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aber bitte vorher die Aufgabenstellung und die zu erwartenden Kosten klären, damit es keine böse Überraschung gibt.

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    .

  • Genaugenommen brauchst du einen GEPRÜFTEN Sachverständigen für.....idealerweise .... Schimmelschäden.

    Sachverständiger kann sich jeder nennen, der Lust dazu hat, das ist kein geschützter Begriff. Manche machen ein lustiges Wochenendseminar und meinen sie hätten den großen Sachverstand, also: Vorsicht!


    Aufpassen würde ich auch bezüglich folgender Aspekte:


    - Du bist Vermieter, hast also deinen Teil des Mietvertrages zu erfüllen, nämlich dass die Whg in einem gebrauchstauglichen Zustand zu halten, was sie vermutlich so nicht ist und deinen Schilderungen nach eventuell auch vor Vertragsabschluss nicht war. Das ist also ein nicht unentscheidender rechtlicher Aspekt.


    - daher solltest du auf Fachkräfte mit nachgewiesenem Sachverstand zurückgreifen und in der Regel diesbezüglich eher ahnungslose Maler nicht beauftragen und auch nicht aussschliesslich auf Glaskugelguckerei aus dem Internet (forum) vertrauen. Dafür ist die rechtliche Sachlage zu brisant.


    - eine Internetrecherche bzgl "welcher Schimmel ist das denn" als Laie ist Humbug, da man anhand der Farbgebung mit bloßem Auge nicht seriös beurteilen kann, was da sitzt. Es muss eine Probe in ein fachkundiges labor, alles andere ist eine äußerst unseriöse Diagnostik (wenn du wirklich wissen willst, was das genau ist).

    unabhängig davon ist jeglicher Schimmelbefall für Mieter nicht zumutbar, die Artenbestimmung ist also eher unerheblich, erheblich wichtiger ist die fachgerechte Sanierung - incl vernüftiger Ursachenforschung.

  • Genaugenommen brauchst du einen GEPRÜFTEN Sachverständigen für.....idealerweise .... Schimmelschäden.

    Die Berufsbezeichnung „Sachverständiger“ ist in D nicht geschützt, auch die weitergehende eines „geprüften Sachverständigen“ nicht. Insofern hilft diese Vorgabe wenig weiter. Da noch unklar ist, ob es überhaupt um Schimmel geht, halte ich eine Einschränkung in dieser Hinsicht auch nicht für zweckmäßig.


    Ein ö.b.u.v. SV ist von seiner Bestellungskörperschaft zur Neutralität verpflichtet und durch nachgewiesenes weit überdurchschnittliches Fachwissen qualifiziert und verpflichtet Gerichtsgutachten zu erstellen. Für eine Ursachenforschung wie hier erforderlich, benötigt es aber beides nicht, es ist ja vorerst nicht einmal absehbar, ob es überhaupt eine juristische Auseinandersetzung geben wird. Und in einem Gerichtsverfahren ist jedes qualifizierte Parteigutachten als „Privatgutachten“ formal gleich viel wert. Ein vorbefasster ö.b.u.v SV müsste sogar eine Tätigkeit als Gerichtsgutachter in der selben Sache wegen eigener Befangenheit ablehnen. Insofern gibt es vorerst keinen Grund einen formal besonders qualifizierten SV hier jetzt schon zu „verbrennen“. Wenn es lokal aber genug gute ö.b.u.v. SV gibt, spricht natürlich nichts dagegen, einen davon als Privatgutachter zu beauftragen. Aber ein Privatgutachten ist - außer man beauftragt ausdrücklich ein Schiedsgutachten - immer ein Parteigutachten und bekommt durch die ö.b.u.V. des Gutachters kein zusätzliches Gewicht.


    (Nach Lektüre inzwischen etlicher in wesentlichen Punkten sachlich massiv falscher Gerichtsgutachten von ö.b.u.v. SV halte ich persönlich von diesem Titel außerhalb des Gerichtsgebäudes nicht mehr viel und darin auch nicht immer, aber da ist allein meine ganz subjektive Sache!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Berufsbezeichnung „Sachverständiger“ ist in D nicht geschützt, auch die weitergehende eines „geprüften Sachverständigen“ nicht. Insofern hilft diese Vorgabe wenig weiter. Da noch unklar ist, ob es überhaupt um Schimmel geht, halte ich eine Einschränkung in dieser Hinsicht auch nicht für zweckmäßig.


    Ein ö.b.u.v. SV ist von seiner Bestellungskörperschaft zur Neutralität verpflichtet und durch nachgewiesenes weit überdurchschnittliches Fachwissen qualifiziert und verpflichtet Gerichtsgutachten zu erstellen. Für eine Ursachenforschung wie hier erforderlich, benötigt es aber beides nicht, es ist ja vorerst nicht einmal absehbar, ob es überhaupt eine juristische Auseinandersetzung geben wird. Und in einem Gerichtsverfahren ist jedes qualifizierte Parteigutachten als „Privatgutachten“ formal gleich viel wert. Ein vorbefasster ö.b.u.v SV müsste sogar eine Tätigkeit als Gerichtsgutachter in der selben Sache wegen eigener Befangenheit ablehnen. Insofern gibt es vorerst keinen Grund einen qualifizierten SV hier jetzt schon zu „verbrennen“. Wenn es lokal aber genug gute ö.b.u.v. SV gibt, spricht natürlich nichts dagegen, einen davon als Privatgutachter zu beauftragen.

    Die Vorgabe hilft dann weiter, wenn man begriffen hat, dass bestimmte Prüfungen oder Zertifikate in der Regel ein weit höheres Maß an Sachkunde bedingen als ein "einfach so" -SV. Man denke zB da mal an 2 Institutionen mit Großbuchstaben, die auch als sonstige Prüfeinrichtungen bekannt sind. Wer das allerdings nicht bockt, ok, für den hilft diese Vorgabe in der Tat nix.


    Somit ist ein geprüfter SV mitnichten unbedingt ein ö.b.u.v.-SV und "verbrennen" ist hier mal ein vollkommen unangemessener Begriff. Es geht schlichtweg darum, sein Geld an möglichst qualifizierte Dienstleister abzugeben anstatt - wie scheinbar bisher - eher-nicht-so-wirklich-Experten zu engagieren.

  • Somit ist ein geprüfter SV mitnichten unbedingt ein ö.b.u.v.-SV ...

    Welche (unabhängig oder staatlich) "geprüften" SV gibt es denn für "Schimmelschäden"?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ... als ein "einfach so" -SV. Man denke zB da mal an 2 Institutionen mit Großbuchstaben, die auch als sonstige Prüfeinrichtungen bekannt sind. Wer das allerdings nicht bockt, ok, für den hilft diese Vorgabe in der Tat nix.

    Na dann werd ich meine Qualifikationen sicherheitshalber mal an den Nagel hängen. :eek:


    Ganz schön pauschaliert das alles .....

    Gruß Werner :)

  • dass bestimmte Prüfungen oder Zertifikate in der Regel ein weit höheres Maß an Sachkunde bedingen als ein "einfach so" -SV.

    OK - ich habe kein Zetifikat von einer wie auch immer betitelten Akademie. Habe ich deswegen keine Ahnung?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Und woher soll der Kunde das wissen?

    Der Kunde weiß es nie, weil sich a) jeder so nennen darf und b) auch jeder Stempel machen lassen darf und dann anderen damit bestätigen kann, dass sie bei ihm „erfolgreich“ einen anderthalbstündigen Kurs „Schimmelbekämpfung mit Schimmeltötolin“ besucht haben und sich jetzt „Sachverständiger für Schimmelschäden (IfS)“ nennen dürfen. Das dürften die aber eben auch ohne den Kurs.


    Und deshalb sind die meisten Titel und Zertifizierungen im Sachverständigenwesen wenig wert, egal ob von TÜV, Dekra, GÜT, ABC ausgestellt. Die von den Kammern ausgestellten halte ich noch für etwas aussagekräftiger, aber wie gesagt, Titel sind hier Schall und Rauch!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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