Überschwemmungszone Gartenhaus

  • Ich möchte auf meinen Grundstück ( Flnr 10 ) ein Gartenhaus errichten der gelbe Strich ist die Grenze zum Außenbereich blau die Überschwemmungszone meine Frage wo würdet ihr das Gartenhaus (3x4m) hinstellen ? wie ist das wenn mann quasi einen Unterbau macht "auf Stelzen gestellt" wie ist das dann mit Hochwasserrecht mann nimmt ja dem Wasser fast keinen Platz weg. Außerdem ist auf der Fläcjhe noch nie Wasser gestanden nicht mal 2012 beim Jahrhunderthochwasser , die Zone wurde nur errechnet!


    Freu mich über jede Mithilfe

  • Zunächst mal: Du brauchst eine wasserrechtliche Gestattung - auch wenn das Häuschen verfahrensfrei, also ohne Baugenehmigung, aufgestellt werden darf.

    Die Untere Wasserrechtsbehörde beim Landratsamt sagt Dir dann, ob eine Errichtung z.B. auf Stelzen erlaubt werden kann. Grundsätzlich kann die Errichtung eines Gartenhauses errichtet werden, wenn


    "1. das Vorhaben

    a) die Hochwasserrückhaltung nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt und der Verlust von verloren gehendem Rückhalteraum umfang-, funktions- und zeitgleich ausgeglichen wird,

    b) den Wasserstand und den Abfluss bei Hochwasser nicht nachteilig verändert,
    c) den bestehenden Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt und
    d) hochwasserangepasst ausgeführt wird oder


    2. die nachteiligen Auswirkungen durch Nebenbestimmungen ausgeglichen werden können."


    Nachlesen kann man das im Wasserhaushaltsgesetz, § 78 Abs. 5, ggf. i.V.m. Abs. 8 (s. hier: WHG)


    Ich würde Dir also empfehlen, zum Landratsamt zu gehen und nachzufragen, ob Dein Vorhaben Aussicht auf Genehmigung hat.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Bei uns kostet die Genehmigung nicht viel. Ich müsste aber nachfragen.

    Auf der Fläche außerhalb der blau markierten Zone darf wahrscheinlich ein Gartenhaus gebaut werden - Du solltest aber vorher fragen, ob es sich um ein Gewässer zweiter oder dritter Ordnung handelt - dann wäre ggf. eine Anlagengenehmigung nach Art. 20 Bayer. Wassergesetz erforderlich.

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  • Frag' auch die Versicherung - falls das Gartenhaus mitversichert werden soll - ob das überhaupt möglich ist. Es kann passieren, dass die Versicherung das ablehnt, weil das Gebäude in einem ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet steht.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Frag' auch die Versicherung - falls das Gartenhaus mitversichert werden soll - ob das überhaupt möglich ist. Es kann passieren, dass die Versicherung das ablehnt, weil das Gebäude in einem ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet steht.

    ...das gilt nur, wenn es in der blauen Zone errichtet wird.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ...das gilt nur, wenn es in der blauen Zone errichtet wird.

    Wenn die Versicherung einen Abgleich über eine Liste der von Überschwemmungen betroffenen Grundstücke durchführt steht das Flurstück 10 mit in der Liste. Außerdem traue ich den Versicherungen zu, dass sie ihren Interpretationsspielraum nutzen oder andere Modellrechnungen berücksichtigen.


    Wollte damit nur sagen: aufpassen !

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Die Versicherungen Stufen den Ort in eine Kategorie ein , hab mich da schon erkundigt egal ob Blaue Zone oder Hügel.....


    Auf dieser blauen Zone war die letzten 80 Jahre nie Wasser gestanden auch nicht beim letzten Jahrhunderthochwasser das ist nur errechnet ...

  • Auf dieser blauen Zone war die letzten 80 Jahre nie Wasser gestanden auch nicht beim letzten Jahrhunderthochwasser das ist nur errechnet ...

    Das kannst Du ja mit der Rechts- und Schadeabteilung Deiner Versicherung diskutieren. Bedenke dabei:

    Die Dresdner Semperoper wurde 1841 eröffnet, mehrfach mehr oder weniger zerstört (Feuer, Bomben), aber mWn erst 2002 durch Hochwasser. So viel zu: Da war NIE Wasser

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Also - wir haben 2013 gebaut. Unser Grundstück ist auch mit einer Ecke im Ü-Gebiet - wir sind direkt neben dem Bach. Aber unser Haus steht außerhalb und wurde gar nicht mal so hoch eingestuft. Ich bin kein Versicherungsmensch - aber da gibt es so Tabellen, nach denen das Risiko festgelegt wird. Das ist es wohl auch, was rojo meint.


    Und ja - natürlich trifft es immer wieder irgendwo jemanden zum ersten mal. Häufig werden sogar Häuser überschwemmt, die fernab eines Gewässers liegen...

    Erst vor kurzem gab es in dem Landkreis, in dem ich arbeite, wieder hohe Schäden durch Oberflächenwasser bei einem Starkregenereignis. Danach hat die Versicherung allerdings ein Schadenskündigungsrecht und dann kann es schwierig werden, erneut einen Versicherungsvertrag zu bekommen.

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  • Oberflächenwasser darf nicht unterschätzt werden. Insbesondere die Kombination mit 'Flächen versiegeln' und Starkregenereignissen führen zu Schäden. Entweder es läuft von oben 'rein oder drückt von unten wieder hoch. Stichwort Rückstauebene. Da muss man die Versicherungspolice dann auf 'Elementarschäden' abklopfen.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • War im Landratsamt also Gartenhaus darf errichtet werden, wenn die Fläche muss ausgeglichen wird und ein Mindestabstand zum Bach von 60 Metern besteht.


    MFG Johannes und vielen Dank für die Mithilfe ;)

  • was muss man sich darunter vorstellen?

    Das heißt, dass man das Wasservolumen, das bei einem errechneten HQ 100 (= Jahrhunderthochwasser) durch das Gartenhaus verdrängt wird, z.B. durch Abgrabung an anderer Stelle ausgleichen muss.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Und was soll der horizontale Abstand von 60 m für einen Sinn haben?

    Wir haben 2002 acht Kilometer von der Elbe entfernt gewohnt und erst durch die Hochwasserkarte des Landkreises erfahren, dass wir 2 m unter dem Hochwasserpegel liegen und der Deich bei Parey aufgeweicht wie ein Pudding ist.

    Einziger Trost war, dass die Prognosen eine Laufzeit des Wassers von acht Stunden bis zu uns vorhersagten.

    Jetzt wohnen wir nur 50 m entfernt aber 18 m über der Elbe.

    Was ist wohl sicherer?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Und was soll der horizontale Abstand von 60 m für einen Sinn haben?

    Wir haben 2002 acht Kilometer von der Elbe entfernt gewohnt und erst durch die Hochwasserkarte des Landkreises erfahren, dass wir 2 m unter dem Hochwasserpegel liegen und der Deich bei Parey aufgeweicht wie ein Pudding ist.

    Einziger Trost war, dass die Prognosen eine Laufzeit des Wassers von acht Stunden bis zu uns vorhersagten.

    Jetzt wohnen wir nur 50 m entfernt aber 18 m über der Elbe.

    Was ist wohl sicherer?

    Off-Topic:

    gleichwertig, 18m höhe sind verlockend, aber wenn das nur ein Sandhügel ist, ist es auch nicht besser.:P

    :thumpsdown:

  • Und was soll der horizontale Abstand von 60 m für einen Sinn haben?

    Ich nehme mal an, das ist eine baurechtliche Grenze. Bis dahin und nicht weiter. An dieser Linie ist Grenze zwischen Bauen erlaubt und nicht erlaubt. So ähnlich wie FFH-ausgewiesene Gebiete, LSG, NSG, oder sonstige Zonen.

    Wie hoch dabei HQ100 ist, spielt keine Rolle.

    Theoretisch könnte das Gartenhaus auch direkt über dem Fluss stehen in 10m Höhe. Hochwassersicher.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Die 60 m haben nichts mit Überschwemmungsgefahr zu tun, sondern die wasserrechtliche Genehmigungspflicht in diesem Bereich soll sicherstellen, dass keine Anlagen errichtet werden, welche den Gewässerunterhalt gefährden.

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