Asbesthaltige Faserzementplatten

  • Hallo in die Runde, :-)


    ich bräuchte Euer fachliches Wissen bzgl. Asbest bzw. auch Ratschlag bzgl. weiteres Vorgehen.


    Unsere Nachbarn haben ein Haus das komplett mit asbesthaltigen Eternitplatten eingekleidet ist, ausser dem Dach vermutlich. Vor gut 1 1/2 Jahren haben sie ihren Eingang neu gestaltet (ca. 15-20 qm vielleicht) und dazu wurden von einer Firma die Asbestplatten ohne jeglichen Schutz heruntergeschlagen. Ca. Im Anschluss dahinterliegende Latten und Holzplatten herausgesägt und ins Auto geschmissen. Beim Anbringen der neuen Regenrinne wurde geflext. Ein paar Monate später wurde über die offenen Stellen Folie und Holz auf die Platten geschraubt und genagelt (vom Hausherren selbst). Sämtliche Platten sollen nun im September runter. Ein neues grosses Loch wurde kürzlich reingeschlagen.


    Nun haben sie heute ihren Carport mit Hochdruck gereinigt und auch die angrenzenden Fassadenplatten haben in dem Bereich den Hochdruck abbekommen. Ich habe auch gesehen, wie auch um das Fenster herum mit Absicht mit dem Strahl draufgehalten wurde. Schätze die betroffene Gesamtfläche auf 5-7 qm.


    Frage: Wie bedenklich ist die Kontamination der Umgebung durch die heutige Aktion? Ich wohne keine 10 Meter entfernt, gegenüber.

    Und wie bedenklich sind die vorherigen Aktionen? Was kann ich unternehmen um uns zu schützen? Polizei interessiert das nicht. Die Nachbarn selbst sowieso nicht.


    Beim Abschlagen damals liefen meine Kinder direkt dran vorbei. Ich mache mir schon Sorgen, dass Zeug ins Haus zu holen. Eine weitere Hausbewohnerin ist auch oefter bei diesen Nachbarn drüben im Haus und trägt dann womöglich weitere Fasern hier rein?! Die Werkzeuge oder Umgebung etc. werden von den Nachbarn nicht gereinigt wenn sie solche Sachen machen.


    Würde mich über Eure Einschätzungen zu diesem Thema freuen


    Viele Grüße

    Realist

  • Vom Arbeiten mit Asbest an Gebäuden sind mehrere Rechtsbereiche betroffen. Diese werden je nach Bundesland von unterschiedlichen Behörden und Institutionen überwacht. Sehr gut erklärt ist dies für das Bundesland Berlin in diesem Infoblatt. Für andere Bundesländer gilt dies sinngemäß.


    Demnach ist bei akuten Verstößen eine direkte Information des Landeskriminalamtes oder ausdrücklich auch über den Polizeinotruf möglich. Anzuzeigen sind dabei dann „Unerlaubter Umgang mit Abfällen“ nach § 326 StGB und / oder „Unsachgemäßes Arbeiten an Asbestprodukten“ nach § 27 ChemG in Verbindung mit der Gefahrstoffverordnung. Insofern hat die Polizei das zu interessieren, wenn eine entsprechende Strafanzeige gestellt wird (jedenfalls außerhalb Bayerns).


    Die detaillierten technischen und arbeitsorganisatorischen Vorschriften zum Arbeitsschutz (von Angestellten) finden sich in den TRGS 519 und auch diese gelten in ganz Deutschland.


    Weiterhin ist die (untere) Bauaufsichtsbehörde zuständig. Sie muss nach der jeweiligen Bauordnung verhindern, dass von Gebäuden Gefahren für die Öffentlichkeit ausgehen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • hallo Skeptiker,


    danke für Deine Antwort.


    Also, meine Tochter rief mich auf der Arbeit an als damals die Platten runtergeschlagen und geworfen wurden. Ich habe direkt das Gewerbeaufsichtsamt angerufen, die meinten, dass sei eine seriöse und gute Firma, die macht so was nicht. Also gerade im Moment macht sie es. Ne, das kann man sich nicht vorstellen. Ich könne ja Fotos machen. Diese habe ich dann dorthin getragen. Ob überhaupt was passiert ist, weiss ich nicht. Ich habe es dann der Polizei gemeldet. Die hat ohne des Wissens der Hausherren eine Probe geholt und ins Labor geschickt. Es ist Weißasbest drin. Daraufhin sollte ich kommen um eine Anzeige aufzunehmen. Aber als sie das Video sahen, wo ein Zimmermann in normaler Kleidung eine Platte abnimmt und runterschneisst, hiess es, es könne ja sein, dass drunter ein Eimer steht, sah man auf dem Video nicht. Und dass man die ganzen zerschlagenen Platten sah, bis heute übrigens, da wurde mir gesagt, ja, da wissen sie ja nicht wer das war.

    Als ich dann noch sagte, dass nun Folie und Holz draufgebohrt wurden, hiess es, ja irgendwie müssen sie das ja befestigen. Das war die Wasserschutzpolizei.


    Gestern rief ich die Polizei an und ließe mich zur Wasserschutzpolizei verbinden, ging keiner ran und ich sagte der Dame an der Vermittlung warum ich anrief. Damit habe die Wasserschutzpolizei doch nichts zu tun. Sie verband mich mit einem Kollegen. Der mir aber sagte, die Polizei habe damit nichts zu tun, er wisse auch nicht was das überhaupt für ein Straftatbestand sei und habe auch keine Ahnung wieviele Fasern da freigesetzt werden. Ich solle mich ans Landratsamt wenden. Ist halt Wochenende. Dienstaufsichtsbeschwerde kann ich zwar machen, aber die Mühlen malen langsam.


    Kannst Du mir auch was zur Gefahr sagen? Können wir uns normal vor dem Haus bewegen, die Strasse benutzen oder schleppen wir uns dann Fasern ins Haus?


    Schönen Sonntag!

  • Ich bin kein Umwelt- und Abfallrechtler. Mein Weg wäre wie beschrieben zum nächsten Polizeirevier und eine Anzeige zu „Unerlaubtem Umgang mit Abfällen“ nach § 326 StGB. Wer dann innerhalb der bay. Polizei zuständig ist - keine Ahnung. Hier ist es das LKA. Wasserschutzpolizei könnte sein, es landet ja einiges an Schadstoffen im Wasser.


    Der von Dir geschilderte Umgang der Behörden klingt für mich dubios. Ist der Nachbar der örtliche Bürgermeister oder der Abrissunternehmer?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sofern das Zeug am Boden nicht weiter zerspanend bearbeitet wird, ist die Faserexposition eher gering. Die Fasern die nach Bruch frei gesetzt worden sind, sind wohl schon längst verflüchtigt oder dem Boden angehaftet.


    An Deiner Stelle würde ich, wenn sich mit dem Nachbar nicht reden lässt, Strafanzeige gegen Ihn stellen. Das wird zwar vermutlich den finanziellen Ruin für ihn bedeuten, denn vermutlich wird der ganze Boden auszutauschen sein aber wer so sorglos damit umgeht hat es nicht besser verdient.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Hallo Kalle und Skeptiker,


    also der Nachbar hat vorne raus gepflastert, die Nachbarn haben Garten, es trennt uns nur die schmale Strasse. U. a. das Kinderzimmerfenster ist genau gegenüber. Das Zerschlagen hat eine Firma gemacht, die die Adbestarbeit auch angemeldet hat. Eine Anwohnerin aus unserem Haus ist rüber und hat sich bei den Arbeitern beschwert, die taten als wüssten sie nicht dass das Asbest sei, holten dann Schutzkleidung, aber später ging es wieder ohne weiter. Allerdings störte die Eigentümer das nicht. Das bisschen Adbest da. Haben dann ja auch selbst noch vieles gemacht. So wie gestern.


    Ne, die haben hier im Ort nichts zu melden eigentlich. :-) Das Verhalten der Polizei geht aber gar nicht. Sie haben denen nicht mal irgendwas gesagt, auch nicht, dass sie bei denen eine Probe geholt haben. Hatte darum gebeten, wenigstens mal mit denen zu reden, für die Zukunft, nichts. Meinen USB Stick haben sie mir aber vorbei gefahren. :-/


    Wie hoch ist wohl dann noch das Risiko einzuschätzen, von der gestrigen Aktion mit dem Anspritzen, der relativ kleinen Fläche?


    Ja, die Wasserschutzpolizei hat vorletztes Jahr die Anzeige aufgenommen. Habe bis heute nicht erfahren, was daraus wurde (galt ja der Firma). Werde mal sehen was ich da mache/machen kann. Es geht ja nicht darum, dass da unwissentlich was gemacht wurde, sondern mit Absicht und immer wieder, ist einfach egal. Viele Anwohner der Straße wird es nicht mehr betreffen, da ü70, aber das kann ja kein Argument sein.


    Viele Grüße

  • Gut, dann mache ich mal den Spielverderber.


    Ist überhaupt gesichert, das es sich um asbesthaltige Faserplatten handelt?

    Verstehe ich das richtig, dass wir hier nur über eine kleine FLäche (15-20m²) reden ( vor x Jahren) und eventuell 5m² bei der Reinigungsaktion des Carport?


    Sollten tatsächlich bei der Bearbeitung mit dem HDR einzelne Fasern freigesetzt worden sein, dann sind diese mit dem Wasser schon längt im Boden oder einem Abfluss verschwunden. Bei den kleinen Flächen dürfte eine eventuell freigesetzte Menge sowieso überschaubar sein.


    EIne Kontamination der Luft kann man auch vergessen, so lange die Platten nicht im großen Stil gefräst oder gesägt wurden, und dadurch eine Menge Staub entstanden ist.


    Ich bin mir ziemlich sicher, würde man die Luft oder den Boden beproben, das Ergebnis wäre unauffällig. Es besteht also kein Grund für Panik,


    Auf dieser Schiene kommt man also nicht weiter. Was vor 1 oder 2 Jahren war, das spielt heute keine Rolle mehr, weil allein die Nachweisführung schwierig bis unmöglich wird.

    Wenn der Nachbar jetzt seinenen Carport gereinigt hat, und dabei ein bisschen auf die Fassade gelangt ist, dann ist das auch unerheblich., Wenn es regnet wird die Fassade ja auch nass, und es wird unmöglich sein zu beweisen, dass er mit Absicht die Fassade intensiv mit dem HDR malträtiert hat.


    Fazit: Du kannst das gerne zur Anzeige bringen, die Erfolgschancen würde ich als äußerst gering einschätzen.

    Man kann auch vorzüglich darüber sreiten, ob überhaupt ein Schaden entstanden ist.

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  • Ja, die Polizei hatte damals eine Probe geholt und ins Labor gegeben, es ist Weißasbest in den Platten enthalten.


    Also, ich habe gestern Fotos gemacht, wie auf die Wand direkt gespritzt wird.


    Insgesamt wurde schon mehr zerstört, aber damals auf einmal ca. "nur" 20 qm.


    Es wurden dann auch bestimmt 30 oder mehr Schrauben in die Platten gebohrt. Auch zu vernachlässigen?


    Bald sollen alle Platten runterkommen, hoffe, dass das ordentlich geschieht und dann Ruhe ist.


    Danke für Deine Einschätzung.


    Der Polizist hatte damals gemeint, zerschlagen sei nicht so schlimm wie Hochdruckreiniger. Bei Letzterem müsste die Gegend in 50 Meter Umgebung dekontaminiert werden.


    Wie muss man das bewerten, wenn man beim Zerschlagen direkt dran vorbei läuft (5 Meter Abstand) und dann direkt ins Haus, wie meine Kinder? Die andere Hausbewohnerin ist ja während dem Zerschlagen noch näher hin um denen zu sagen, dass sie da Asbest zerschlagen. Hat gar nicht daran gedacht, dass sie da selbst Fasern abbekommen kann.

  • Es wurden dann auch bestimmt 30 oder mehr Schrauben in die Platten gebohrt. Auch zu vernachlässigen?

    Natürlich nicht. Aber das gilt nicht dem Besitzer sondern eher dem ausführenden Unternehmen. Das MUSS sich zwingend an die TRGS 519 halten und da ist bei ASI-Arbeiten kein zerspanendes Verfahren zulässig. Man kann sicherlich um das Thema mehr Panik machen als nötig aber trotzdem hat sich jeder Betrieb an die Gesetzmäßigkeit zu halten.


    Ehrlich gesagt bin ich äußerst Verwundert über die Aussagen der Behörden, die man an dich heran tritt. Ich kenne das deutlich anders und mit empfindlichen Strafen belegt. Das es letztlich keinen Sinn macht als Gewerbetreibender da irgendwelchen Murks zu veranstalten. Das leibliche Wohl seiner Belegschaft sollte einem auch ohne Gesetz wichtig sein. Aber Idioten gibt es halt überall.


    Nach 1 1/2 Jahren kannst du aber eine Belastung eher ausschließen und wir wollten uns auch nichts vormachen, dass Asbestfasern auch ohne direkte Produkte in der Luft enthalten sind. Die Anzahl macht das Gefährliche und da sind festgebundene Stoffe im freien - auch nach TRSG 519 - eher geringer einzustufen als Spritzasbest in Innenräumen z. B.

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  • Ja, das ist Bayern. Kann sein, dass der vom Amt ein Spezl vom Unternehmer ist, der an dem Häusle herum gebastelt hat. Für die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften ist in Bayern das Gewerbeaufsichtsamt zuständig. Du kannst aber auch die BGBau informieren, wenn sie die Platten ohne Schutz abnehmen. Die sind dann fix da und beenden das Ganze, wenn sie davon erfahren. Naja, im Normalfall... ob in Bayern auch so? Wir haben hier in der Gegend einen von der Gewerbeaufsicht, der ganz streng ist. Der bewertet jeden Furz, bis hin zu den Tritten zum Bauwagen (die absolut eben sein müssen). Aber das ist von Gegend zu Gegend unterschiedlich. Die BGBau dürfte effektiver sein. Gleich in der früh anrufen, dann sind die Nachmittags da. Bei Asbest sind die ganz fix.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Also, die Platten abgeschlagen/zertrümmert hat das meiste eine Firma. Geflext wohl auch, war da nicht daheim als das passierte. Die Schrauben und Nägel haben aber die Eigentümer selbst in die Platten gebohrt. Auch das mit dem Hochdruckreiniger etc.


    Die Firma hat damals einfach nur den Boden mit dem Besen gekehrt, da wurde nichts gesäubert, auch die Lattung nicht.


    Danke Frau Meier, BG Bau merk ich mir. Gilt dann aber nur bei Firmen oder auch bei privaten Aktionen?


    Wenn man beim Abschlagen/zerbrechen im Freien direkt daneben steht/läuft, wie viel bekommt man da an Fasern ab bzw. die Kleidung? Darüber habe ich bisher nirgendwo was gefunden.

    Ändern kann man es ja nicht mehr, aber interessieren tut es mich schon.

    Im Herbst kommen ja auch die ganzen Platten noch runter.


    Und kann man Lüften, wenn gerade nicht gearbeitet wird oder sollte man die Fenster lieber bis zum Abschluss der Arbeiten paar Tage zu lassen?


    Vielen Dank für die vielen Antworten.

  • BGBau ist natürlich für die Handwerksbetriebe zuständig. Wenn der Hausherr selber werkelt, gibts wohl nur die anderen Kanäle. Aber die mahlen langsam und bis die reagieren, ist die Aktion schon vorbei, wie Du schon selbst erlebt hast. Ja, mach die Fenster zu, wenn der Nachbar DIY-mäßig arbeitet. Wenn korrekt gearbeitet wird, brauchst Du es nicht.


    Einfach die Straßenseite wechseln soll auch helfen nicht in Kontakt mit den Fasern zu kommen, wenn die Bude in Staub eingehüllt ist. ;)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • BGBau ist natürlich für die Handwerksbetriebe zuständig.

    Deshalb mein Hinweis auf das StGB: Strafrecht gilt für alle, direkt und persönlich und die Polizei ist immer im Dienst.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    Zu mal der Hersteller ein Förderprogramm für Asbest-Sanierungen im Angebot hat.

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  • Naja, es geht ja mehr um die Aussage, dass das wurschteln mit Asbest verboten ist und die Polizei, normalerweise, zumindest außerhalb von Bayern, durchaus aktiv wird. Wenn sie es nicht macht, wäre durchaus eine Dienstaufsichtsbeschwerde drin (Erik, heißt das so?), damit die es mal kapieren. Beim TO wollten die ja damals nicht so recht... Vielleicht hilft es aber auch die Paragraphen von Skeptiker auch mal aufzuzählen, damit die rein gucken und dann kapieren, dass sie aktiv werden müssen. Kann mir durchaus vorstellen, dass nicht jeder Dorfpolizist über alles bescheid weiß.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Naja. Straßenseite wechseln geht nicht, die Straße ist sehr schmal und hat nur einen Gehwegstreifen (gegenüber des besagten Grundstücks), also vielleicht 5 Meter Abstand. Zum Kinderzimmerfenster vielleicht 10 Meter. So arg viel mehr ist das dahin auch nicht verdünnt. Daher hätte ich halt gerne gewusst, wieviel man da abbekommen würde. Ob zu vernachlässigen oder nicht.

    Fenster kann man also direkt nach Arbeiten wieder öffnen?


    An Dienstaufsichtsbeschwerde habe ich auch schon gedacht.

  • Realist : Wie soll man dir denn halbwegs seriös mitteilen können wie hoch die Konzentration der evtl. freigesetzten Fasern war? Das hängt im Wesentlichen vom Material, der "Bearbeitung", den Wetterverhältnissen und von bestimmt noch mind. 10 anderen Faktoren ab welche wir nicht kennen können...

    Das damals so gearbeitet wurde ist bedauerlich und durfte so nicht passieren, aber du hast ja auch versucht die Arbeiten zu melden (Polizei, Wasserschutz etc...) - ich denke aber der "Drops ist gelutscht"...


    Jetzt kannst du eigentlich nur bei erneuten Arbeiten an der Fassade durch wen auch immer das GAA bzw. die BG bzw. die Polizei verständigen wenn du belegen kannst dass nicht fachgerecht gearbeitet wird.

  • Hallo alle zusammen,


    die Eternitverkleidung der Nachbarn soll nun komplett entfernt werden. Dazu wurde heute begonnen von einer Gerüstbaufirma ein Gerüst aufzubauen. Was soll ich sagen, zur Befestigung wurde in die Platten gebohrt und einzelne Platten zerschlagen und die kleinen und größeren Brocken mit der Hand rausgemacht und geschmissen und gekickt. Polizist am Telefon fragte wieso sie das nicht machen sollen, wer das sage dass es verboten sei. Sollte ihm die Gesetze sagen. Er wollte es dann weiterleiten. Zum Glück hat Gewerbeaufsichtsamt diesmal sofort reagiert und sie kamen ca. 40 Minuten später mit der Wasserschutzpolizei zusammen zur Baustelle. Diese wurde gestoppt. Es soll wohl eine Reinigungsfirma beauftragt werden, die sauber machen soll und die Brocken wegräumt, bevor es weiter geht. Kaum waren alle weg, latschte der fast erwachsene Sohn der Miteigentümer zusammen mit einem Freund das Gerüst hoch und durch die Eternitbrocken. Fenster geöffnet. Die Arbeiter der Gerüstbaufirma haben sich nicht mal die Hände gewaschen. Bin jedenfalls froh, dass diesmal sofort reagiert wurde und hoffe, dass die Platten nun nach Vorschrift entfernt werden... Wird ja wahrscheinlich wieder jemand anderes machen.

  • Hallo,


    Never Ending Story, heute haben eine Firma so wie mehrere Privatleute angefangen due Faserzementplatten abzumontieren. D.h. sie begannen an der Rückseite des Hauses und kamen dann die ganze Zeit mit Eimern voll beschädigter/zerbrochener Eternitplatten ums Haus rum gelaufen und leerten den Eimer dann mit Schwung in den lange offenstehenden Big Pack, hauten mit dem Boden des Eimers auf den Schutt... Ich rief die Wasserschutzpolizei, derweil hatten mich die Nachbarn bemerkt und sich mit 3-4 Mann postiert um mich zu beobachten. Schnell wurde der Big Pack zugemacht. Die von der Firma verschwanden im Haus... Jedenfalls kam die Polizei, lief hinter das Haus, langte im Asbestschutt im Big Pack rum und kam dann zu mir ins Haus. Sie meinten es wurden Ihnen Kanister mit Restfaserbindemittel gezeigt und die Menge der Kanister würden auch ausreichen. Und so könne überhaupt nichts passieren und keine Fasern freigesetzt werden. Auch nicht wenn man den Eimer so ausleert. Die Platten kienbe man kaum ohne brechen rausmachen. Polizei war weg, Sie gingen an die nächste Wand, Gerüst hoch und zu dritt begannen sie die Platten überwiegend zu brechen. Da wurde nichts feucht gemacht oder Restfaserbindemittel aufgetragen. Die Pattenstücke wurden auf den Gerüstboden geschmissen und nach einer abgetragenen Reihe in blaue Müllsäcke eingetütet. Um es passend zu machen wurden zahlreiche Platten die noch nicht ganz zerstört waren mit einem Ruck auf dem Knie zerbrochen. Da ich die Polizei nochmals anrief ob ich zu Beweiszwecken ein Foto machen darf, kamen sie wieder, sagten nein, denn es ist nicht meine Aufgabe zu dokumentieren, ich würde eine Anzeige riskieren und ich solle die Leute doch ihre Arbeit machen lassen, die wollen ja auch mal mit dem Projekt fertig sein. Gingen wieder rüber. Man hörte sie mit den Privatarbeitern laut lachen (Die von der Firma verschwanden sofort und fuhren davon als die Polizei das 2. Mal kam). Als das Gewerbeaufsichtsamt mit involviert war vor zwei Wochen wurde die Baustelle bei einer viel geringeren Menge sofort gestoppt und dann gereinigt.

    Was kann man denn hier noch machen, denn es geht ja vermutlich heute weiter und es sind noch fast drei Waende übrig?


    Also, sie trugen meist Schutzanzüge und auch Masken. Sie haben keine Folie ausgelegt, so wie ich es sah. Sie haben das was ich gesehen habe nicht befeuchtet in keinster Weise. Auch Bruchstücke nicht. Sie haben Scherben von einem Bigpack in den anderen geschmissen weil zu voll. Sie haben keine Nachbarn informiert, Fenster waren offen. Kein Schild, nix abgehängt oder ähnliches. Einfach rausgebrochen. Der Big Pack stand bei Wind länger offen. Es liegen daneben mit Plattenstücken befüllte Müllsäcke neben den Big Packs. Unterkonstruktionen oder anderes wurden nicht gereinigt.


    Was sollte man nun tun? Würde mich über Rat freuen.

  • Wen das normalerweise wirklich interressiert sind die Unfallkassen. Und die BG Bau.

    Immer weiter die bequemen Behörden nerven, und das Recht als Bürger einfordern. Notfalls mit Strafanzeige gegen die Behörde drohen wegen unterlassener Amts-Irgendwas. Sowas geht garnicht! Dokumentieren!

  • Ist aber wahrscheinlich am Wochenende auch niemand zu erreichen? Montag werde ich auf jeden Fall das Gewerbeaufsichtsamt anrufen. Fotos machen wurde mir untersagt, fühle mich auch bedroht daher werde ich es wohl auch lassen.

  • Fotos machen wurde mir untersagt, fühle mich auch bedroht daher werde ich es wohl auch lassen.

    Das musste man nicht einmal untersagen, und dazu auch niemanden "bedrohen", denn das wäre schlichtweg nicht zulässig. Gibt es durch die Arbeiten Auswirkungen auf DEIN Grundstück, dann darfst Du diese durch Fotos dokumentieren.


    Hilfreich wären Zeugen, vorzugsweise unabhängige Zeugen.

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  • Nein, es gibt denke ich keine unabhängigen Zeugen, oder keine die aussagen würden, denke ich, nebenan die Nachbarn sind im Urlaub.

    Ob es Auswirkungen für dieses Grundstück hat kann ich nicht wissen, wahrscheinlich schon. Ist ja gegenüber. Fenster waren auch offen. Die über mir meinte, dass das der Reinigungdienst wäre, von der Aktion von vor zwei Wochen. Dem war aber nicht so.


    Die ungereinigte Unterkonstruktion kommt gerade lose in den Anhänger. Anscheinend machen sie Wand für Wand, Gerade werden keine Platten abgemacht.

  • Zum Fotografieren: Von der öffentlichen Straße aus dürfen direkt einsehbare Gegenstände Dritter (Häuser, Autos, auch deren Teile) uneingeschränkt fotografiert und sogar veröffentlicht werden. Bei Personen ist dies aber unzulässig.


    Warum die zuständige (Wasserschutz-) Polizei hier weitgehend untätig bleibt, ist mir nach den Schilderungen nicht nachvollziehbar.


    Vor allem schädigen die Arbeitenden aber natürlich sich selbst.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Na ja, im Prinzip wurde oben alles geschrieben, das gilt natürlich auch noch heute. Was soll man jetzt noch dazu schreiben?


    Wenn es einen Verstoß (oder mehrere) gibt, dann kann man das zur Anzeige bringen. Das sollte natürlich Hand und Fuß haben. Alleine die Tatsache, dass dort gearbeitet wird, ist noch kein Grund.


    Und nebenbei bemerkt, die hantieren dort nicht mit Nitroglycerin, oder hochgefährlichen bioloigschen oder chemischem Kampfstoffen, sondern mit simplen Faserplatten.

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  • Es geht ja nicht darum dass da gearbeitet wird, sondern das bis auf die Anzüge und Masken anscheinend keine Sicherheitsvorschriften beachtet wurden. Wozu gibt es die, wenn sich keiner daran hält...

    Ja, es ist nicht radioaktiv, aber gesund wohl auch nicht und unnötig.