Überschußfeuchte / Bautrocknung erst nach dem Estrich?

  • Hallo,


    im Mauerwerk und den Innenputz steckt ja meist eine ordentliche Menge Überschußfeuchte und später kommt ja mit dem Estrich eine noch größere Menge hinzu. Für die Bautrocknung habe ich mir schon vor ein paar Monaten 3 kleine Bautrockner gekauft, diese schaffen zwar nur 20 Liter am Tag, dafür habe ich sie günstig bekommen. Würde dann in jede Etage ein Gerät stellen.


    Nun meine Frage ob es sinnvoll sein kann eine Woche nach dem Innenputz schon mit dem Trocknen zu beginnen oder sollte ich erst zwei Wochen nachdem der Estrich verlegt wurde damit beginnen?


    Wenn ich die Wände jetzt schon ein wenig trocken bekomme, würden die dann beim Estrich legen gleich wieder die Feuchte aus dem Estrich aufnehmen? Oder wäre auch das egal da das Wasser was einmal aus dem Haus ist ja auch weitgehend draußen bleibt und es dem Bautrockner egal ist ob die Luftfeuchte aus den Wänden oder dem Estrich resultiert.

  • Schuldenuhr

    Hat den Titel des Themas von „Überschußfeuchte“ zu „Überschußfeuchte / Bautrocknung erst nach dem Estrich?“ geändert.
  • Man kann also durchaus schon mit der Bautrocknung beginnen? Dann Estrich rein und zwei Wochen später weiter trocknen?


    Ist es da bei der aktuell recht hohen Luftfeuchtigkeit außen nicht sogar sinnvoller die Fenster bei der Bautrocknung geschlossen zu halten?

  • Auch wenn ich jetzt wieder der böse Buhmann bin:

    3 20 Liter Bauentfeuchter sind zwar besser als nix, aber im Grunde sind sie nix!

    Ich rechne für eine EFH-Baustelle für die Estrichtrocknung mit Nebeneffekt der teilweisen Trocknung anderer Baubestandteile 14 Tage durchlaufend (D+N) mit ABLUFTtrocknern.

    Wenn die Trocknung bis annähernd auf Ausgleichsfeuchte incl. der Betonbauteile erfolgen soll, eher 4 Wochen.

    Bei momentanem Wetter (feucht-warm) eher 50% mehr.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Die meisten meiner Bekannten haben gar nicht technisch getrocknet sondern nur gelüftet und trocken geheizt, das wollte ich schon anders machen.


    Ich habe die Dinger wie gesagt sehr günstig bekommen und 60 Liter am Tag ist nicht viel aber eben auch nicht nichts. Stromkosten werden sich insgesamt auf 7 Euro je Tag belaufen also 190 Euro für vier Wochen Bautrocknung. Rein rechnerisch habe ich in der Zeit 1800 Liter Wasser entzogen. Aber auch wenn es nur 1000 Liter sind dann lasse ich die Dinger halt noch mal 4 oder 8 Wochen laufen. Einzug soll Oktober erfolgen, habe also Zeit.


    Wenn ich mir einen kleinen 75 Liter Bautrockner miete bin ich mit 45 Euro je Tag PLUS Stromkosten dabei. Bei den großen Trocknern (400 Liter) sind es dann auch mal über 100 Euro je Tag plus Strom (3 kw).


    Vielleicht ist es auch gar nicht so gut wenn man ohne Not zu schnell trocknet... ich habe die Zeit und spare ein paar hundert Euro für die Bautrocknung

  • Irgendwie habe ich die Vermutung, dass die "Dinger" bessere Raumluftentfeuchter sind. Wieviele Liter Wasser sind wohl im Estrich enthalten??? :eek:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Hallo,

    Wieviele Liter Wasser sind wohl im Estrich enthalten?

    Kommt drauf an, ob erdfeucht oder flüssig.


    Als Beispiel: Wir haben unseren Estrich am letzten Samstag erdfeucht bekommen. Ich habe extra auf die Wasseruhr geschaut. Für ca. 280 qm Zementestrich auf drei Etagen mit 60 mm Dicke wurden 2 Kubikmeter Wasser verbraucht. Dabei sind auch deutlich über 100 Liter, die am Ende noch im Wasserfass übrig waren und für die Gerätereinigung genutzt wurden sowie eine unbekannte Menge zum Ausspülen der Maschine. Der Putzer hat da deutlich mehr Wasser ins Haus gebracht... für drei Etagen (Keller und Bäder Kalkzement, Rest Gips) waren es 6,5 Kubikmeter inkl. Gerätereinigung.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Irgendwie habe ich die Vermutung, dass die "Dinger" bessere Raumluftentfeuchter sind.

    Gekauft habe ich sie als Bautrockner aber wo läge denn der technische Unterschied zwischen einem "besseren Raumluftentfeuchter" und einem kleinen Bautrockner?


    Wieviele Liter Wasser sind wohl im Estrich enthalten???

    Ist das eine rhetorische Frage? Falls nein in meinem Fall sind es rechnerische 1700 Liter. Mit meinen Bautrocknern schaffe ich theoretische 1800 Liter in vier Wochen und das für 200 Euro. Über Lüften (Fenster und KWL) geht dann ja auch noch jede Menge Überschußfeuchte verloren.



    Der Ablauf bezüglich dieser winzigen Frage ist symptomatisch für dieses Forum. Man stellt eine bautypische Standardfrage, formuliert diese klar und verständlich und bekommt die brauchbarste und hilfreichste Antwort wieder von einem nicht-Experten. Bei den Antworten der Experten geht man kein Stück auf die eigentliche Frage ein sondern vermutet, spekuliert und stellt die Herangehensweise der Laien komplett in Frage. Das pragmatische Helfen steht bei einigen Experten im Hintergrund, das Besserwissen im Vordergrund. Das bezieht sich auch nicht nur auf meine Themen sondern zieht sich durchs ganze Forum.


    Was soll ich denn entsprechend der Empfehlung der Experten tun? Meine bereits vorhanden Bautrockner entsorgen und mir für 1000 Euro einen Super leistungsstarken Bautrockner mieten der die Hütte dann in 2 Wochen trocken macht? Anschließend fallt ihr dann über mich her wenn ich frage warum Risse im Putz sind oder der Estrich schüsselt.


    Vielleicht wäre es gut wenn man sich ab und an auf die bestehende Situation einlässt und versucht eine pragmatische Antwort zu finden.

  • Hi,

    Falls nein in meinem Fall sind es rechnerische 1700 Liter.

    ...von denen vermutlich noch ein bedeutender Teil gebunden wird, du also noch weniger wegtrocknen musst.


    Ich denke, dass du mit deinen Bautrocknern schon gut aufgestellt bist. Wenn kein Zeitdruck da ist, gibt es ja keinen wirklichen Grund für die ultraschnelle Trocknung.


    Ich habe es übrigens (natürlich mit einigem Zeiteinsatz) allen Unkenrufen (nicht hier) zum Trotz auch mit meinem Behelfsbautrockner (*) geschafft, den größten Teil der Feuchte nach dem Putzen aus den Kellerräumen herauszubekommen (dann kam der Estrich... sobald da wieder getrocknet werden darf, wird das Ding wieder angeschaltet). Das hat natürlich gedauert, aber solange das Ding signifikante Mengen Wasser aus der Luft holt, bringt es auch was.


    Viele Grüße,


    Jan


    (*) Der Behelfsbautrockner ist eigentlich eine alte Monoblock-Klimaanlage, also so ein Ding, das im Einsatz als Klimagerät zu Recht als ineffizient und nicht funktionierend bezeichnet wird. Als Entfeuchter (Abluftschlauch im gleichen Raum) funktioniert das Ding prima. Bei ca. 540W elektrischer Leistung schafft es ca. 25 Liter in 24h (direkt in einen großen Mörtelkübel, der interne Tank ist viel zu klein) - viel mehr schaffen nach meiner Recherche "richtige" Bautrockner vergleichbarer elektrischer Leistung auch nicht.

  • Lüften ist vermutlich viel billiger.


    ich setze mal willkürliche Zahlen, diese möge jeder für sich prüfen:

    innen: +20°C, 80% rel. LF; ca. 13,8g/m³ Wasser in der Luft

    außen: +20°C, 50% rel. LF; ca. 8,5g/m³ Wasser in der Luft

    --> pro m³ Luftaustausch werden damit 13,8-8,5=5,3g/m³ Wasser nach draußen befördert. Ein kleiner 100m³/h-Lüfter, kontinuierlich betrieben, schafft damit rund 500g/h, am Tag also rund 12 Liter.


    der Wichtigste Faktor bei der Bautrocknung ist die Zeit... ;)

  • Das ist natürlich auch super, kann man ja auch zusätzlich machen. Würde dann aber vorher schauen, dass die Luft außen auch wirklich trocken genug ist.


    Ich habe ja 200er Öffnungen für die KWL, reicht es wenn ich dort einen günstigen Rohrventilator einschiebe und überall die Fenster öffne?


    Oder besser so wie von ich glaube Dir schon mal beschrieben Variante mit der OSB Platte und eingebauten Ventilator? Da schaffen ja sogar die sehr günstigen schon 740 m³/h bei 40 Watt. Oder reicht es sogar einen solchen einfach so in das Fenster zu stellen?

  • Ich würde möglichst versuchen, einen Ventilator im obersten Geschoß, auf der windabgewandten Seite einzubauen. die Variante mit den vorhandenen KWL-Öffnungen wäre gut, je nachdem, wo diese sind.


    meine Erfahrung ist, dass ein mind. ca. 0,3 bis 0,4-facher Luftwechsel angestrebt werden sollte

  • die Variante mit den vorhandenen KWL-Öffnungen wäre gut, je nachdem, wo diese sind.

    Die wären im Erdgeschoss an der Nord- und Ostseite. Hauptwindrichtung ist wohl Südwest.


    Ich würde möglichst versuchen, einen Ventilator im obersten Geschoß, auf der windabgewandten Seite einzubauen.

    Mit einbauen meinst Du z.B. in einer OSB Platte? Oder gibt es andere Varianten? Hat "einfach ins Fenster stellen" einen Effekt oder kann man sich das sparen?


    meine Erfahrung ist, dass ein mind. ca. 0,3 bis 0,4-facher Luftwechsel angestrebt werden sollte

    Das scheint ja bei normalen Einfamilienhäusern sehr günstig realisierbar zu sein.


    Danke für Deine Antwort

  • nur ins Fenster stellen halte ich nicht für zielführend. Wir wollen ja eine "kontrollierte Baustellenlüftung" erreichen.

    Ich habe dafür Ventilatoren schon in die Abwasserleitungen ausblasen lassen. Warum nicht, wenn anderweitig keine andere Öffnung da ist? ;)

    Den Ventilator oben einzubauen halte ich deshalb für sinnvoll, weil ja der thermische Auftrieb die Luftströmung begünstigt. Aus ähnlichem Grund auf der Ostseite, wegen der Windanströmung...


    hier ein Beispiel aus einer Schule. Klar, die Ventilatoren sind da größer. Hat aber bestens funktioniert. War Kernwinter, da haben wir ganz mäßig zuheizen lassen...