Nachtrag "wasserdichtes Unterdach" berechtigt?

  • Ein Dachdecker meldet Mehrkosten an: Es sei nur ein "regensicheres Unterdach" nachbeauftragt worden, als klar wurde, dass er die Arbeiten am beauftragten Dach nicht vor Wintereinbruch fertigstellen konnte. Das habe er so auch vorgeschlagen. Fachlich sei aber hier ein "wasserdichtes Unterdach" erforderlich und das müsse zusätzlich beauftragt werden in Höhe von mind. 10 € / m2.


    Frage an die Profis: Was ist technisch der Unterschied zwischen diesen beiden Ausführungsarten?


    (Ich weiß es inzwischen, aber es gibt eine Anschlussfrage, die man nur verstehen kann, wenn die Antwort auf diese Frage kennt!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also möglich: Konterlatten aus KVH oder Plaste, was ggü. Bauholz schon mal n Preisunterschied ist. Bahnenwahl bleibt ja schon irgendwo gleich. Zulagestreifen und Trapezlatten (Querschnitt Konterlatten?) machen schon einen Mehrpreis aus. Mal abgesehen dass Durchdringungen wasserdicht angeschlossen sein müssen.

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  • Genau, der Unterschied liegt in der Einbindung der Konterlattung. Die Höhe hätte ich auch nach Konsultation der dynamischen Baudatenbank nicht in Frage gestellt


    Jetzt zum eigentlichen Punkt: Beauftragt ist eine Titanzink-Stehfalzdeckung. Von mir empfohlen und vom Bauherrn gewünscht wurde im Vergabegespräch eine Behelfsdeckung oder Behelfsabdichtung die eine deutlich höhere Lebensdauer als die bereits eingebaute Unterdeckplatten aus Holzfasern hat und über die Winterpause hinweg das Weiterarbeiten im auszubauenden DG gewährleisten sollte. Aufgebracht wurde vom Dachdecker also die beauftragte Schalung und dann eine mir nicht näher bekannte bituminöse Bahn. Dafür will er jetzt also zwei Nachträge bezahlt haben:

    1. Zulage für "regensicheres Unterdach" zusätzlich zur beauftragten Trennlage nach eigener Wahl
    2. Zulage für Mehraufwand "wasserdichtes" Unterdach" gegenüber nur "regensicherem" Unterdach.
    3. Zulage "Bitumenverträglichkeit" für die strukturierte Trennlage

    Ich sollte dem Bauherrn und dem Bauleiter jetzt erklären, weshalb es soviel Nachträge zu meiner Ausschreibung gibt. Ich habe ihnen vorgeschlagen, sich mal die eingedichteten Konterlatten zeigen zu lassen. :eek:


    Leute gibt's ... :wall:

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  • Welche Dachneigung hat es und wer hat das Ding durchgeplant? Du? Welche Vorgaben gab es? Das ist, neutral Betrachtet, schon arg merkwürdig und ich frage mich bei deiner Schilderung nach Sinn dieser "Nachträge".


    Das eine Behelfsdeckung, vor allem bei ausgebauten DG, erforderlich ist, ist ja unbenommen. Warum jetzt aber ein wasserdichtes Unterdach? Vor allem bei einer Metalldeckung? Das ergibt keinen Sinn. Warum führt man die Behelfsdeckung - wo liegt die überhaupt? - nicht einfach für Zeitraum X entsprechend aus? Auch die Sorge des BH ist irgendwie, bis auf Panik, technisch nicht zu erklären. Außer ihr wollt irgendwo bei 4° ein Metalldach decken.


    Bitumen und Metall? Sinn? Ist doch oberstes Gebot das Verkleben der Scharen mit der Deckunterlage zu vermeiden. Also auf dem Bitumen noch mal wieder eine Trennlage? Und wie macht man die fest? Wie sinnvoll, wenn da X Pappstifte durchgegangen sind, ist die Anforderung des BH? Klar Bitumen hat geringfügig die Wirkung das Nagelloch zu verschließen aber "wasserdicht" ist per se daran gar nichts mehr...

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  • Das Dach hat eine Neigung von rd. 15°.


    Meiner Meinung nach sind ohne detaillierte fachliche Prüfung alle Punkte unberechtigt. Über einen Mehraufwand für eine einfache Winterfestmachung kann man noch reden. Ich habe das Dach weder im Detail geplant, noch ausgeschrieben. Ich war nur mit ein paar Stunden Vorlauf als Krankheitsvertretung für die ehemaligen Kollegen der Planung- / Ausschreibung beim Vergabegespräch eingesprungen. Ich hatte die beiden aber vorher fachlich beraten, da sie sich damit fachlich überfordert gefühlt hatten, kenne das Dach also ganz gut.


    Der Dachdecker hat gemerkt, dass sein Gegenüber nicht sattelfest ist und hat mit angeblichen Fachregeln gewunken, weil er Geld am Ende des Tunnels blitzen sah. <x

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dann würde ich wohl entsprechende Verweise machen und die Forderung des DD erst mal zurückweisen - sofern ein Jurist das frei gibt.


    Wenn er schon gebaut hat, ohne Beauftragung = Sein Problem. Dir müsste es doch ein leichtes sein, den inhaltlich im Brief zu demontieren oder? Ich bin ja eigentlich ein Freund von "Leben und Leben lassen" aber wer mit der Keule will - der soll halt auch mit selbiger bekommen.

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  • Skeptiker Wie lang ist die Sparrenlänge und wird Winkel oder Doppelstehfalz ausgeführt?

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  • Okay, dann braucht es definitiv eine Trennlage als "Wirrgelege", zwecks der Drainagefunktion. Ergibt sich aus 4.3.1 Tabelle 5 (Fußnoten). Bei Sparrenlängen bis zu 5m können sich Zusatzmaßnahmen ergeben. (Dichtband oder Falzerhöhung) Ergibt sich aus Tabelle I.6 (Anhang). Jeweils die gültige Fachregel für Metall.


    Hat aber alles noch nix mit dem wasserdichten Unterdach zu tun. Das soll der Kollege doch mal belegen, warum und wieso...

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  • Wenn er schon gebaut hat, ohne Beauftragung = Sein Problem. Dir müsste es doch ein leichtes sein, den inhaltlich im Brief zu demontieren oder? Ich bin ja eigentlich ein Freund von "Leben und Leben lassen" aber wer mit der Keule will - der soll halt auch mit selbiger bekommen.

    Beim Vergabegespräch war er super geschmeidig und ganz klassisch 15 Minuten nach schriftlicher Beauftragung lag die erste Bedenkenanmeldung auf dem Tisch. Ich hasse solche Leute.


    Da es nicht mein Projekt ist, sondern das der jungen Kollegen, die ich gecoacht habe und sie selbst ebenso wie der erfahrene Bauleiter noch nicht so ganz fit sind und natürlich noch wenig in die Bürobibliothek investieren, habe ich ihnen alle für meine Argumentation wichtigen Punkte aus den Fachregeln zusammengescannt. (Es hilft immer, den Originaltext zur Hand zu nehmen!) Damit sollten sie selbst klarkommen. Und ich lese am Ende noch mal Korrektur!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Moin,


    die Nachtragsjäger... :lach:


    jetzt aber mal zur Sache: in welchen Ebenen will er denn das zu unrecht geforderte wasserdichte Unterdach anordnen? Auf der Holzweichfaserplatte ? Die ist kein Untergrund für das wasserdichte Unterdach und kann/wird bauphysikalische Probleme nach sich ziehen.

    Auf der hinterlüfteten Schalung? um ein Abplanen als Behelfsdeckung zu umgehen, bei ungewisser Bauzeit/Ausführungszeit ( Wintermonate )? Das könnte ich noch verstehen, auch wenn es nicht meine Wahl wäre, weil ich Bedenken hätte, dass sich die Bahnenüberlappungen der Bitumenbahnen trotz Trennlage in der Stehfalzeindeckung abzeichnen.

    Ich glaube, er bringt da ein paar Begriffe durcheinander, beim wasserdichten Unterdach müssen die Konterlatten mit eingebunden werden und alle Anschlüsse wasserdicht ausgeführt werden. Wenn er aber schon die Schalung aufgebracht hat, ist ein wasserdichtes Unterdach eigentlich nicht mehr möglich, da die Schalung für die Stehfalzeindeckung ja über dem Unterdach liegtX/

  • Genau, es ist bei ihm - auch jenseits der Gewirrlage - wirr! :lach:

    So, wie ich es verstanden habe, hat er als erste eigene Leistung die Schalung genagelt. Danach hat er dann irgendetwas bituminöses aufgebracht, worüber es zu Nachtragsangeboten und mittlerweile auch zur Auseinandersetzung kam. Mittlerweile will er diese Lage als „wasserdichtes Unterdach“ verstanden wissen. Dem Bauleiter waren daran die offenen Stoßfugen aufgefallen.


    Gewünscht war eine Behelfsabdeckung mit einer Lebenserwartung von 3 - 4 Monaten.

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  • Gewünscht war eine Behelfsabdeckung mit einer Lebenserwartung von 3 - 4 Monaten.

    Was ja schon von einigen Unterdeckplatten bez. Folienanbietern realisiert werden kann.


    Beim Vergabegespräch war er super geschmeidig und ganz klassisch 15 Minuten nach schriftlicher Beauftragung lag die erste Bedenkenanmeldung auf dem Tisch. Ich hasse solche Leute.

    Das ist sicherlich nicht fein, wie wahrscheinlich ist aber das jemand der Pflichtbewusstsein hat am Ende auch den Auftrag bekommt. Angenommen ein DD bekommt ein LV, da sind rund 10 grobe Fehler drin. Nun legt er seinem Angebot eine Erklärung nebst Nachtrag bei. Wie hoch wird es wohl sein, das Derjenige den Auftrag auch bekommt? Diejenigen die Wert auf fachlich "richtig" legen, sind auch meist Diejenigen, die keine oder kaum Fehler ins LV hauen.

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  • Das ist einerseits richtig, andererseits waren bisher

    Das ist sicherlich nicht fein, wie wahrscheinlich ist aber das jemand der Pflichtbewusstsein hat am Ende auch den Auftrag bekommt.

    Nach VOB ein interessanter Punkt. Im konkreten Fall waren alle Bedenken, jedenfalls die bei mir bisher angekommenen, fachlich falsch bzw. unsinnig begründet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Nach VOB ein interessanter Punkt.

    Die ja für eine Mehrzahl der kleinen mittelständischen Unternehmen eher eine untergeordnete bis gar keine Rolle spielt. Ich frage mich aber, was mit falschen "Bedenken" passiert? Ich kann ja, im Sinne meiner Prüf- und Hinweispflicht, nicht irgendwas schreiben. Das muss ja fachlichen Bezug und daher begründbar sein. Wenn es das nicht ist, muss in meinen Augen die "Gegenseite" dem auch nicht nachgehen. Das bedeutet ja für die Gegenseite (AG) auch ein gewissen finanziellen "Schaden". Die Bedenken müssten ja geprüft werden.

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