Badlüfter nach innen ins Haus blasen lassen (Entfeuchtung)

  • Hallo Forum,

    unser Bad wird renoviert, und die Frage der Abführung der feuchten Luft nach dem Duschen ist noch offen.

    Bevor wir nun einen größeren Mauerdurchbruch für einen Lüfter machen, und nachher kommt noch der Schornsteinfeger und verbietet uns einen Lüfter, der Unterdruck im Haus verursacht; dann außerdem noch der Wärmeverlust, der hohe Aufwand usw. usf.

    Was wäre also davon zu halten, einen Lüfter (mit Feuchtigkeitssensor) in eine Innenwand oder auch in die Tür einzubauen, und die feuchte Luft einfach nach innen ins Haus abzuführen?

    Klar sollte der Lüfter nicht laufen, wenn längere WC-Sitzungen gemacht werden, daher auch die Lösung, den Lüfter nur automatisch feuchtigkeitsgesteuert laufen zu lassen, also nur wenn wirklich geduscht wurde.

    Haus ist Baujahr 1990, typischer Massivbau aus der Zeit.

    Danke für Meinungen

  • Damit Luft einen umschlossenen Raum verlassen kann, ohne dass dort ein Unterdruck entsteht, muss Luft nachströmen können. Diese kommt bei der „Ventilator-in-Tür-Lösung“ woher?


    Normalerweise ist man bemüht, mit Feuchte oder Gerüchen belastete Luft direkt nach außen zu befördern. Die Nachströmung erfolgt dann aus den weniger mit Gerüchen belasteten Räumen und dorthinein von außen. Außerdem führt man feuchte Luft nie von warmen in kältere Raum. Warum tut man dies wohl (nicht)?


    Welche Folgen könnte es haben, wenn im Winterhalbjahr warme feuchtegesättigte Luft in eine kühlere Umgebung gelangt?


    Richtig, sie kühlt ab und damit erhöht sich überproportional zur Temperaturabsenkung ihre relative Feuchte. Es kommt relativ schnell zur Taupunktunterschreitung. Es entsteht Nebel. Weiterhin kommt es zur Kondensation, also zum Tauwasserausfall an den kälteste Oberflächen der Umgebung. Wen freut das? Richtig, die Schimmelpilzsporen auf dort vorhandenem organischem Material, weil sich ihre Wachstumsbedingungen drastisch verbessern.


    Wie ist also die Idee zu bewerten? Als gut nur dann, wenn man eine fruchtbare Schimmelpilzkolonie starten möchte. Sonst ist die Idee schlecht, sehr schlecht sogar!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • So wie Skeptiker bereits schrieb - es besteht die Gefahr, dass die feuchte Luft in der Wohnung kondensiert und es könnte dadurch Schimmel entstehen. Auch möchte man die verbrauchte Luft nicht unbedingt in den Wohnräumen haben.


    Davon abgesehen macht es auch keinen Sinn, denn du müßtest ja irgendwie ins Bad frische Luft nachströmen lassen (Fenster doch wieder auf). Das bringt noch mehr Probleme im Bad mit sich. Die Methode, die Luft nach außen zu befördern ist trotz aller Schwierigkeiten, die das im Zusammenspiel mit einem Kamin mit sich bringen kann, die bessere Lösung. Wenn du einen Fensterschalter vorsiehst, der den Lüfter nur starten lässt, wenn das Fenster geöffnet ist, dann ist auch der Schonsteinfeger zufrieden.



    Cu KyleFL

  • > Damit Luft einen umschlossenen Raum verlassen kann, ohne dass dort ein Unterdruck entsteht, muss Luft nachströmen können. Diese kommt bei der „Ventilator-in-Tür-Lösung“ woher?


    Im Moment steht zur Debatte, den Lüfter unter der Decke in eine Innenwand einzubauen, und die Luft durch ein Lüftungsgitter unten in der Tür nachströmen zu lassen.


    > Welche Folgen könnte es haben, wenn im Winterhalbjahr warme feuchtegesättigte Luft in eine kühlere Umgebung gelangt? Richtig, sie kühlt ab und damit erhöht sich überproportional zur Temperaturabsenkung ihre relative Feuchte. Es kommt relativ schnell zur Taupunktunterschreitung. Es entsteht Nebel. Weiterhin kommt es zur Kondensation, also zum Tauwasserausfall an den kälteste Oberflächen der Umgebung. Wen freut das? Richtig, die Schimmelpilzsporen auf dort vorhandenem organischem Material, weil sich ihre Wachstumsbedingungen drastisch verbessern.


    Die Luft gelangt ja gar nicht in eine kühlere Umgebung, sondern ins warme Haus mit (im Winter) extrem trockener Luft, welche große Mengen Feuchtigkeit absorbieren kann, ohne dass es zu Nebel oder Kondensation kommt.





  • > Die Luft gelangt ja gar nicht in eine kühlere Umgebung, sondern ins warme Haus mit (im Winter) extrem trockener Luft, welche große Mengen Feuchtigkeit absorbieren kann, ohne dass es zu Nebel oder Kondensation kommt.

    Beim Duschen erreicht die Raumluft in Bädern bei einer Lufttemperatur von vielleicht 25 Grad Celsius eine relative Feuchte von knapp 100 %. Danach dann wird sie am obersten und damit wärmsten Raum des Bades unter der Decke in den Korridor geblasen. Dort ist die Raumluft kälter. Die Luft aus dem Bad tut also was? Sie kühlt ab. Und was passiert dabei mit der relativen Luftfeuchte?


    In einem Kubikmeter Luft mit einer Temperatur von 25 Grad C lassen sich 23,1 Gramm Wasser(dampf) lösen, bei 20 Grad C noch 17,3 Gramm, an der kalten Außenwand in Fußbodenhöhe bei 15 Grad dann nur noch 12,8 Gramm. Erklärung relativer und absoluter Luftfeuchte mit gut verständlichem und anschaulichem Diagramm. Wo bleibt also die Differenz von 10,3 Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft?


    Nehmen wir an, die „trockene“ Raumluft in halber Raumhöhe habe bei 20 Grad eine rel. Feuchte von 50 % bzw. absolut 8,65 Gramm Wasser, so könnte sie bis zum Erreichen des Taupunktes bei 15 Grad noch 4,15 Gramm Wasser aufnehmen. Da bleiben aber immer noch 6,15 g Wasserdampf / m3 Raumluft übrig. Wo bleiben die?


    Aber wieder zurück zum Badezimmer: Wo bleiben die nach dieser Tabelle bei sechsminütigem Duschen freigesetzten 260 Gramm Wasser(dampf)? Oder noch anders gefragt, wohin werden die rd. 65 Kubikmeter wasserdampfgesättigter Raumluft diese Feuchte weitergegeben, damit sie noch etwas Atemfeuchte aufnehmen können, ohne dass es zu Kondensatausfall kommt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn das Bad schon renoviert werden soll, dann besteht die Möglichkeit, den Wasserdampfanfall durch eine geeignete Auswahl an Baugruppen zu minimieren.


    Eine gute Möglichkeit ist z.B. eine Duschtasse / Duschwanne mit allseits dicht geschlossenen Wänden und Türen. Das kann im besten Falle dazu führen, dass nach dem Duschen der Spiegel nicht beschlägt. Ein Zeichen dafür, dass nur sehr wenig Wasserdampf an die Raumluft abgegeben wurde.


    Auch die Abgabe vom Feuchtigkeit nach dem Duschen (Abtrocknen der Wände durch Verdunstung des Spritzwassers) kann minimiert werden, wenn nach dem Duschen die Wandbereiche und die Tür(en) der Dusche mit einem Fensterwischer abgezogen werden. Wie viel da zusammenkommt, kann man testen, indem man nach dem Duschen den Abfluss verschließt, das abgezogene Wasser sammelt und 'mal wiegt.


    Bad-Luft in das Haus zu pusten ist, wie schon geschrieben, eine schlechte Idee. Da hilft auch keine "winterliche trockene Raumluft", die es heutzutage aufgrund der modernen Heizungen und Heizkörper und der dichteren Fenster nicht mehr so gibt wie früher. Damals, als man noch Verdunstungsbehälter an die Heizkörper gehängt hatte.


    Raus damit ins Freie, alles andere führt nur zu Problemen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Danke für alle Meinungen. Ich ich sehe weiterhin keine schwerwiegenden Einwände, so dass wir das Vorhaben (anscheinend im Sinne eines Pilotprojekts) wie geplant weiterführen werden:work2:

  • Ist das eine ernstgemeinte Frage?

    Sonst ist die Idee schlecht, sehr schlecht sogar!

    So wie Skeptiker bereits schrieb - es besteht die Gefahr, dass die feuchte Luft in der Wohnung kondensiert und es könnte dadurch Schimmel entstehen. ... bringt noch mehr Probleme im Bad mit sich.

    Bad-Luft in das Haus zu pusten ist, wie schon geschrieben, eine schlechte Idee. Da hilft auch keine "winterliche trockene Raumluft", die es heutzutage aufgrund der modernen Heizungen und Heizkörper und der dichteren Fenster nicht mehr so gibt wie früher. ... Raus damit ins Freie, alles andere führt nur zu Problemen.

    veranlassten Dich, zu schreiben:

    Danke für alle Meinungen. Ich ich sehe weiterhin keine schwerwiegenden Einwände, so dass wir das Vorhaben (anscheinend im Sinne eines Pilotprojekts) wie geplant weiterführen werden:work2:

    :eek:


    Also ich habe da schon sehr schwerwiegende Einwände gelesen und auch selbst geschrieben!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich ich sehe weiterhin keine schwerwiegenden Einwände, so dass wir das Vorhaben (anscheinend im Sinne eines Pilotprojekts) wie geplant weiterführen werden :work2:

    Der schwerwiegenste wurde hier zwar nicht explizit geschriben, liegt aber auf der Hand oder besser der Nase - ein olfaktorischer.

    Einen Nach-Aussen lüfter kann man auch zur Entfernung unangenehmer Badgerüche verwenden.

    Gut, einen Nach-Innen Lüfter auch, aber ob das sinnvoll ist?


    Im übrigen würde ein Nach-Innen Lüfter nicht nur für eine olfaktorische, sondern auch eine akustische "Bereicherung" der übrigen Räume sorgen. Vom Badewannentenor bis zum ...., na, lassen wir das.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • veranlassten Dich, zu schreiben:

    :eek:


    Also ich habe da schon sehr schwerwiegende Einwände gelesen und auch selbst geschrieben!

    Ich erlaube mir mal, diese mir keinesfalls gravierend erscheinenden Einwände auf die leichte Schulter zu nehmen. Mit Psychrometrie habe ich mich einst schon mal jahrelang befasst, und sehe im Winter hier überhaupt kein Feuchtigkeitsproblem, sondern sogar einen möglichen Komfortgewinn. Im Sommer bleiben die Fenster eh immer gekippt.


    In ein paar Jahrzehnten werde ich berichten :)

  • Nö, selbstverständlich hab ich alles gelesen :)

    Alle geäußerten Sorgen gehen wie gesagt auf mich und bereiten mir bis auf weiteres keinesfalls schlaflose Nächte

  • Lass mal Opa nach einem fetten Gelage aufs Klo gehen, wenn kurz davor jemand beim Duschen war und der Lüfter läuft... Dann wird alles fluchtartig die Wohnung verlassen... :lol:


    Ja mei.. Leut gibts... :freaky:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Lass mal Opa nach einem fetten Gelage aufs Klo gehen, wenn kurz davor jemand beim Duschen war und der Lüfter läuft... Dann wird alles fluchtartig die Wohnung verlassen... :lol:


    Ja mei.. Leut gibts... :freaky:

    Ja, lass mal ein Meteorit aufs Haus fallen, kurz nachdem du im Lotto gewonnen hast. Kommt bei uns ungefähr genau so oft vor wie dieses Szenario. Drum wird morgen das Loch gemacht :D

  • Der "Fachbegriff" für den Ausgang dieses Threads dürfte "BERATUNGSRESISTENT" sein. :wall::wall::wall:

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Viel einträglicher wäre es wohl, dem Bauherrn zu zeigen, wie ein Badlüfter nach 2 Jahren Betrieb innen aussieht... Da darf man nicht mehr von positiven effekten reden. Eher als Keimschleuder, schwarzen rändern rund um den Luftauslass.


    Wenn ein Bad renoviert wird, wird dann was gemacht? Fließen übermalt? oder wird es grundlegend saniert?.

    Liegt die Problematik daran, dass das Bad kein Tageslicht hat? udn somit ein Fensterschalter wegfällt?

    Was passiert, wenn die Idee sich nach 2 Jahren als schlecht herrausstellt? bleibt dann die Lüftung aus? wird die wand nochmals samit Fließen aufgerissen? ein zweites mal saniert?

    :thumpsdown:

  • Wenn die Idee sich als schlecht herausstellen sollte (was sie nicht wird:) dann wird ein Außenwandlüfter eingebaut.


    Seit Jahrzehnten immer wieder eine schöne Erfahrung, wie Bauprojekte gerade DURCH die Reibung an Sach-, Lach- und Dachverständigen zu durchschlagenden Erfolgen werden ;)

  • Off-Topic:

    Und die Badsanierung dauert nun schon fast ein Jahr? Was möchtest du mit deinen Zeilen bezwecken? Leute hier auf Trab halten?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Off-Topic:

    Ist das nicht ein Fake, um die Fachleute auf die Schippe zu nehmen?

    in der Tat, der Eindruck entsteht spätestens bei der indirekten Titulierung im letzten Post

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wieBauprojekte gerade DURCH die Reibung an Sach-, Lach- und Dachverständigen zudurchschlagenden Erfolgen werden

    Irgendwie eine absolute Frechheit:eek:. Sich kostenlosen fachlichen Rat holen zu wollen, dann Antworten bekommen, die fachlich korrekt sind aber nicht der Erwartung entsprechen und abschließend sowas.....


    Da kann man nur hoffen , dass das zukünftig häufiger passiert.

    Opa nach einem fetten Gelage aufs Klo gehen, wenn kurz davor jemand beim Duschen war und der Lüfter läuft

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    Steve Jobs

  • Wie jede Küchen-Umlufthaube hat das gute Stück einen ordentlichen Aktivkohlefilter, der Gerüche bei deren Absaugung in der Sanitärkeramik sicherlich reduzieren kann. Einen Liter Wasser(dampf) vom Duschen kann der aber ebenso sicher nicht aufnehmen, soll er auch nicht.


    Insofern kann man die Konzepte "warme und feuchte Luft in die Wohnung weiter blasen" und "Gerüche am Entstehungsort erfassen und über Aktivkohle führen" nicht 1:1 vergleichen. Damit ist es genau, so wie mit dem sprichwörtlichen Vergleich von Äpfeln und Birnen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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