Bodenplatte "staub" - Behandlung des Garagenbodens (Beton) mit Wasserglas ?!?

  • Hallo zusammen,


    wir haben vor kurzem die Bodenplatte für unsere Garage in Auftrag gegeben. Lt. Abrechnung wurde diese wie folgt hergestellt:

    • Bodenplatte aus Ortbeton als Trag- und Sauberkeitsschicht für den Garagenboden mit Bewehrung höhengerecht einbauen,waagerecht, aus Beton Beton C 20/25 Schichtdicke 20 cm,

    Nachdem die Garage errichtet wurde, mussten wir feststellen, dass sich die obersten Schicht der Bodenplatte (durch die Nutzung) abreibt - es bildet sich feiner Staub, der ständig in das Haus reingetragen wird. Das ist nicht unbedingt wünschenswert.


    Daher möchte ich die Oberfläche behandeln. Im erstem Schritte würde ich mit einem Diamantschleifer (Festool RG 130) die oberste Schicht abtragen. Danach möchte ich die Fläche mit Wasserglas behandeln. Soweit bekannt, sollte Wasserglas die Fläche nicht versiegeln (eher imprägnieren), so dass dort auch Wasser in geringen Umfang wieder aufgenommen werden kann.


    In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Frage:


    - Ist oben geschildertes Vorgehen zu empfehlen?
    - Wie wird Wasserglas bearbeitet (auftragen mit der Rolle / verdünnt oder unverdünnte / wie oft muss aufgetragen werden)

    - Welche Mengen benötige ich für 42 m²

    - Muss die Oberfläche vor dem Auftragen speziell bearbeitet werden

    - Kann die Bodenplatte im Anschluss weiterhin Wasser Aufnehmen und wieder abgeben?


    Über ein Feedback (sowie Produkt-Empfehlungen) würde ich mich sehr freuen.

    Im Voraus vielen Dank.

    Frank

  • - Kann die Bodenplatte im Anschluss weiterhin Wasser Aufnehmen und wieder abgeben?

    Warum ist das wichtig? Befürchtest du Kondensat => Rutschigkeit? Oder Abplatzungen aufgrund Dampfdruck? Oder soll die BoPla das Schmelz-/Tropfwasser aufnehmen?

    Gibts eine Abdichtung unter der Bodenplatte?


    Grundsätzlich gäbe es auch diffusionsoffene Epoxy-Versiegelungen...

  • Vor Lösung der Tausalzproblematik (Bewehrungskorrosion!) stellen sich die anderen Fragen noch nicht.


    Welchen weiteren Schichtaufbau sieht denn die

    Off-Topic:

    :sarkasmus:

    Ausführungsplanung vor?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • ö

    ergänzend und nochmal klarstellend: es gibt keinen normativen zwang, eine einzelgarage zu "os"en.
    das heisst für mich, die ziellebensdauer nach din 1045 bzw ec 2 ist ohne zinnober erreichbar.
    ein besseres bauchgefühl mit "os" (o.ä.) kann man haben, wäre auch trotz xm1 bzgl. absanden gut.
    hartstoffeinstreuung kann man machen - muss man aber nicht.


    Das ist richtig, deswegen habe ich auch geschrieben, was ICH in MEINER Garage machen würde.
    Die Wasserglas-Lösung ist technisch auch okay.

  • Welches Konzept zum Schutz des Beton vor Tausalzbelastung ist denn vorgesehen??

    =o - Ähhhhmmmmmm - ehrlich gesagt habe ich mir darüber bisher noch keine Gedanken gemacht. Welche Möglichkeiten bestehen hier bzw. sind diese zwingend notwendig. Könnte nicht hier auch das Wasserglas ein Lösungsansatz sein?

    Warum ist (eine diffusionsoffener Belag) wichtig? Befürchtest du Kondensat => Rutschigkeit? Oder Abplatzungen aufgrund Dampfdruck? Oder soll die BoPla das Schmelz-/Tropfwasser aufnehmen?


    Gibts eine Abdichtung unter der Bodenplatte?


    Grundsätzlich gäbe es auch diffusionsoffene Epoxy-Versiegelungen...

    Die BodenPlatte soll (so mein laienhaftes Verständnis) das Schmelz-/Tropfwasser aufnehmen und im Nachgang kontinuierlich wieder an die Raumluft abgeben. Da die Garage (Stahlbauweise) gut belüftet ist, dachte ich mir, dass somit die Luftfeuchtigkeit wieder nach draußen gelangt. Eine manuelle Ableitung des anfallenden Wasser (z.B. durch Abziehen mit einem Wischer) halte ich für "Umständlicher"


    Eine Abdichtung unter der Bodenplatte gibt es nicht.

    Und die diffusionsoffene Epoxy-Versiegelungen ist in DIY für einen Laien wahrscheinlich auch nicht ideal.

  • Die BodenPlatte soll (so mein laienhaftes Verständnis) das Schmelz-/Tropfwasser aufnehmen und im Nachgang kontinuierlich wieder an die Raumluft abgeben.

    Nein, eigentlich soll eine Bodenplatte kein Schwamm sein! Feuchtigkeit bewegt sich durch Beton auch nur sehr langsam. Insofern geht es bei richtigem Systemaufbau nur darum noch eine zeitlang die Baufeuchte an den Raum abzugeben, bis das Bauteil durchgetrocknet ist. Wenn allerdings weiterhin von unten Feuchte eingetragen wird, muss es diese auch weiter abgeben können. Wenn dann von oben noch mehr dazukommt ...

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Eine manuelle Ableitung des anfallenden Wasser (z.B. durch Abziehen mit einem Wischer) halte ich für "Umständlicher"

    IST ES! Kann ich dir bestätigen - ich habe eine BoPla ohne Gefälle und mit einer DIY-Epoxy-Versiegelung.

    Ohne Gefälle heißt nicht gaz ohne Gefälle - und blöderweise läuft das Wasser in die Ecken/an die Wand, wo ich es nicht haben will, weil da z.B. die Reifen gestapelt sind bzw. ein Kühlschrank steht, Fahrräder etc..

    Ich könnte kotzen teilweise, dass ich nicht zumindest 0,5 - 1% Gefälle machen hab lassen.

    Wenigstens ist die Hohlkehle absolut dicht, so dass das Wasser nicht in die Wände geht.


    Dein Plan das anfallende NaCl belastete Wasser in die BoPla einsickern zu lassen ist aber.. nicht sinnvoll. Und wird durchs Wasserglas auch gebremst/verhindert - das ist ja gerade der Sinn einer solchen Behandlung.


    Da deine BoPla so ist wie sie ist, weiß ich nicht, was ich dir raten soll. Allen Mitlesern würde ich ein leichtes Gefälle empfehlen, evtl. auch zur Mitte hin mit Ablauf, dann hat man den Krampf mit dem Höhenunterschied nicht.

    Hier muss man dann evtl. auch etwa nachhelfen mit dem Schieber.

  • Hallo zusammen,


    wir haben vor kurzem die Bodenplatte für unsere Garage in Auftrag gegeben. Lt. Abrechnung wurde diese wie folgt hergestellt:

    [...]

    Frank


    Erster Gedanke: Gewährleistung.


    Zweiter Gedanke: Gab es ein LV, eine Angebotsanfrage und was war darin zur Verwendung / zu den Anforderungen festgehalten?

    (z.B. Expositionsklassen für den Beton) ?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Der Beton ist als C 20/25 nicht für die Nutzung geeignet. Das ist einfach eine zu geringe Druckfestigkeit.


    Da muss man sich Gedanken machen, wie man die Bewehrung vor dem Salz schützt. Da Beschichtungen auf solch einem Beton auch nicht unbedingt halten müssen, wird das auf jeden Fall teuer und baut auf.


    Ich würde da von Zementär abraten. Selbst die schwindarmen Systeme fallen aus, da diese nicht gegen Bewehrungskorrision helfen.


    Gussasphalt könnte eine Möglichkeit sein. Optisch muss man halt hart im nehmen sein. :eek:


    Wasserglas scheidet aus, da die Qualität des Betons zu niedrig ist,

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Hallo zusammen,

    zuerst einmal möchte ich mich bei allen für das zahlreiche Feedback bedanken. Das ganze Thema scheint deutlich komplexer zu sein, als am Anfang gedacht. Daher müssen wir nun erst einmal Fakten schaffen.


    In der Anlage sende ich eine Skizze des Bodenplattenaufbaus. Die unter Punkt 8 erwähnte Folie wurde entsprechend eingebaut - somit sollte ein Schutz gegen aufsteigende Nässe vorhanden sein. Darüber hinaus habe ich noch einmal in den Unterlagen nachgesehen. Es wurde Beton der Güte C25/30 verwendet. Die Bodenplattenstärke beträgt 20 cm. - vom Garagenbauer wurden lediglich 15 cm. gefordert.


    Es stellt sich nun die Frage, wie weiter verfahren wird. Um den ersten Schritt (abschleifen des Zementschleiers mit einem Diamantschleifer) kommen wir nicht rum. Damit wäre das Thema "Staubbildung" hoffentlich erledigt. Doch wie geht es weiter? Wäre Wasserglas eine Option, um zumindest kurzfristig das Thema abzuschließen? Das wäre nämlich noch in DIY durchführbar - die Epoxy-Lösung traue ich mir nicht zu - daher müsste das vergeben werden. Das ist sicherlich ein nicht zu vernachlässigender Kostenaufwand. Aufgrund der hohen Auslastung bei den Gewerbetreibenden wäre das auch nicht kurzfristig realisierbar.


    Über weiteres Feedback würde ich mich sehr freuen.

    Im Voraus vielen Dank.

    Frank

  • Bodenplatte aus Ortbeton als Trag- und Sauberkeitsschicht

    Da steht nichts von NUTZschicht. Auch wenn es Dir vielleicht nicht klar war, der Beton war nicht zur direkten Nutzung gedacht. Eine Flimbeschichtung ändert daran nichts.

    Geht auch (indirekt) klar aus "Hinweis 2" hervor.


    Du wirst um die Kosten der Epoxi-Beschichtung und die Wartezeit nicht herumkommen. Warte ab, bis der Winter kommt, dann holt Dich das nächste Problem ein - das nicht vothandene Gefälle.

    Wenn Schnee auf dem Fahrzeug oder in den Kotflügeln taut, gibts eine Pfützenbildung. Diese Pfützen werden sich irgenwie auf dem Boden verteilen, da ein definiertes Gefälle fehlt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich vermute mal, die Skizze kommt vom Garagenlieferanten.

    Dieser beschreibt vermutlich nur, die für ihn "zuständigen" (erforderlichen) Minimalanforderungen, basierend auf der üblichen Lebensdauer seines Lieferumfanges und der Anwendung 'Leichte Einhausung, die auch zum Unterstellen von Kraftfahrzeugen verwendet werden kann'.

    Punkt.

    Siehe auch Hinweis 2.

    Könnte ja auch zum Unterstellen von Fahrrädern oder Gartenmöbeln genutzt werden oder für Kfz mit Saisonkennzeichen. Baurechtliche Aspekte mal außen vor.


    Wenn die Folie auf Sand liegt und darauf noch die Abstandhalter und die Überlappung nur die angegebenen 20cm beträgt, dann lacht die aufsteigende Feuchtigkeit nur darüber und freut sich, dass sie auch zu Trockenzeiten zwischen Folie und Beton am leben gehalten wird.


    Für die Betonanwendung gibt es geregelte Vorgaben. Bei der Suche nach den Worten 'Einzelgarage' und 'Expositionsklassen' stößt man sehr schnell auf einen Bauteilkatalog. Dieser gibt schon mal sehr gute Hinweise auf die erforderliche Qualität des Betons. Bei der Suche nach den Stichworten 'Beton' + 'Nachbehandlung' findet man Merkblätter.


    Ob die unzureichende Betonqualität und die Ausführung (keine separate Sauberkeitsschicht, Betonieren gegen Erdreich ohne erhöhte Betondeckung u. ggf. mehr) einen Mangel darstellen oder ob diese Qualität vom Auftraggeber explizit so bestellt wurde, muss erst noch geklärt werden.

    Gibt es einen Risssbreitennachweis? Immerhin scheint die Platte ca. 6x7m groß zu sein und unterliegt einer Zwangsbeanspruchung.


    Dazu müssten wir wissen:

    - gab es eine Planung (falls ja von wem)

    - wurde eine Garage einschließlich Bodenplatte bestellt oder getrennt an 2 Firmen

    - wer hat den Beton-Baubetrieb beauftragt: Garagenlieferant oder Bauherr

    - welche Qualitäten / Nutzungen wurden für die Bodenplatte vereinbart


    Die Skizze wirft mehr Fragen auf, als dass sie Antworten gibt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Die Industrie bietet eine große Palette an Bodenbeschichtungen an, bis hin zu säurebeständigkeit. Ich würde das aber einem Fachmann machen lassen und mich da beraten lassen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Industrie bietet viel an und verkauft das auch jedem, der es haben will. Aber auf einem C20/25 (auch noch ohne Dampfsperr-/-bremsschicht) ist eine Filmbeschichtung nicht sinnvoll, weil nicht sehr lange haltbar.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Eine Versiegelung mit Epoxy halte ich auch noch als DIY durchführbar (hab ich selbst gemacht bei mir geglätteten Boden schleifen?)


    Aber wie ja schon alle Vorredner mehr als deutlich gemacht haben, ist das auf dem UNtergrund für die Katz'.


    Und so eine Epoxy-Beschichtung (oder auch Acrylat) besteht aus mehreren Schichten, baut einige mm auf und sowas hab ICH mir nicht zugetraut.


    Um es mal preislich einzusortieren.. Ich hatte Angebote so ab 4.500€ incl. alles brutto für 50m² Doppelgarage.

    Die BoPla war wahrscheinlich nicht viel teurer?!

    Das ist wohl auch das falsche für jemanden der sich eine Stahlgarage hinstellt... da gehts ja primär um Sparen.

  • Naja, wenn es um den Staub geht, der ins Haus getragen wird, wie der TO anführt, dann legt sich das nach einiger Zeit. Ob es bei einer Fertigteilgarage Sinn macht über 4.000 Ocken zu investieren, ist auch fraglich. Dann würde ich es lieber so lassen. Zusammen brechen wird es nicht, denn es stehen viele Tausend solcher Garagen herum, die sogar primitiver aufgestellt wurden und mir ist kein Fall bekannt, wo solch eine zusammen gebrochen wäre. Wird nach einiger Zeit nicht mehr so schön aussehen, aber "you get what you pay for".

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • [...], dass sich die obersten Schicht der Bodenplatte (durch die Nutzung) abreibt - es bildet sich feiner Staub, der ständig in das Haus reingetragen wird. [...]

    Als Erstes muss geklärt werden, ob dieser 'Staub' ggf. nur Zementschlämme ist, die sich ablöst und durch Begehen/Befahren zermahlen wird und als Stab an Schuhen haften bleibt,

    oder

    ob die Bodenplatte absandet - möglicherweise aufgrund von Verarbeitungsfehlern, Herstellungsfehlern im Mischwerk, Einbaufehlern....

    Es kann eine oder es können auch mehrere Ursachen zu dieser 'Staubbildung' führen. Je nach Ursache kann die Staubbildung auch länger andauern.


    Eine gute Firma würde, bevor Sie eine Beschichtung aufträgt, Haftzugsmessungen machen. Bei den bis jetzt vorgetragenen Symptomen führt dies zu:

    a) Ablehnung der Ausführung

    b) Nachtragsangebot für Strahlenund Reinigen der Oberfläche mit Schutzeinhausung, Absaugung und Entsorgung Strahlgut+Abtrag

    c) Information des Bauherren und anschließende Ausführung unter Ausschluss der Gewährleistung

    Gruß
    Holger
    --
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  • Ob auf einem Lieferschein jetzt C 25/30 steht, ist bei einer staubenden Bodenplatte egal. Vermutlich ist nicht ausreichend Nachbehandelt worden. Vorher noch Wasser an den Beton, sonst ist der so steif. Somit auch an der Oberfläche keine ausreichende Festigkeit. Dann erübrigt sich jede Überlegung, da etwas darauf fest zu bekommen. Die Dauerhaftigkeit der Bewehrung ist nicht gewährleistet. Dafür langt auch ein Wasserglas nicht. Und Beschichtungen benötigen Haftzugsfestigkeiten, die nicht da sind. Staub lediglich zu versiegeln, ist auch nur eine Art der Materialentsorgung.


    Gussasphalt kann zur direkten Nutzung hergestellt werden, dass kann man sich in vielen (Tief)garagen ansehen.


    Empfehlungen, wie man etwas vermurkstes mit weitermurksen am leben erhält, mache ich grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o