Vorgehensweise bei Brandschaden

  • Hallo liebe Community, beim Begehen unserer Baustelle haben wir am 09. Mai festgestellt, dass ein Fensterrahmen unserer bodentiefen Schiebetür von unten schwarz verrust ist. Unter den Schiebetüren befinden sich Bodenkanalheizungen/Konvektoren. Bei näherer Betrachtung stellten wir fest, dass es unter dem Estrich vor sich hin geglüht haben muss. Ich stelle nachher mal noch Bilder der Brandstelle ein. Laut Elektrikter kann es nicht an den Kabeln der Konvektoren liegen, da diese nur 12Volt haben. Angeblich waren die Sicherungen auch ausgeschaltet. Es wurden außen am Haussockel auch Abdichtungsarbeiten ausgeführt. Der Bauleiter meint nun, dass vielleicht hier beim Abtrocknen der Wände mit dem Gasbrenner eine Flamme nach innen gezogen ist. Der Abdichter war heute morgen da und hat eine Stelle aufgemacht, es war aber nichts verbranntes zu sehen. Ich befürchte nun, dass sich keiner der Handwerker bereit erklären wird für den Schaden aufzukommen, da momentan wohl keine eindeutige Ursache von uns festzustellen ist. Da wir absolute Laien sind stehen wir nun irgendwie ziemlich hilflos da. Wie geht man hier am besten vor. Wir wollen auf keinen Fall auf den Kosten sitzen bleiben. Sollen wir selbst einen Brandsachverständigen beauftragen? Ist unsere Gebäudeversicherung hier zuständig? Der Versicherungsberater meinte, dass sei eine schwierige Sache. Am besten sei es, wenn wir eine Flamme bemerkt hätten und diese gelöscht hätten. Aber das glaubt uns ja kein Mensch. Hat jemand einen Rat, wie wir vorgehen sollen. Vielen lieben Dank!

  • Bevor wir irgendwas raten können, folgende Fragen bitte beantworten:
    Wie baut Ihr? Architekt + Einzelgewerksvergabe/GÜ/BT

    Wer ist Euer Bauleiter? Euer Baueiter, also von Euch direkt beauftragt und bezahlt oder der eines BT/GÜ?

    Wie steht Ihr mit den potentiellen Verursachern im Vertragverhältnis? Subunternehmer eines anderen Gewerks oder Eure Auftragnehmer?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Dass da die Brandversicherung greift, kann ich mir nicht vorstellen. Somit ist die Antwort auf Ralfs Frage erst einmal sehr berechtigt und die Antwort dazu wichtig, um die Verantwortlichkeiten zu klären. Fotos wären auch nicht schlecht.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wenn es von den Kabeln kommt, müssten diese von innen nach außen "verkohlt sein. Das kann man ja prüfen.

    Wenn außen mit offener Flamme gearbeitet wird, kann die Hitze / die Flammen unter Umständen auch nach innen 'reinziehen; zum Beispiel wenn die Luftstromverhältnisse ungünstig sind und durch nochnichtgeschlossene Öffnungen/Spalte Luft nach innen strömt, quasi wenn es "zieht".


    Ähnliches hatten wir mal auf einem Dach eines Fabrikgebäudes, auf dem an der Bitumendachabdichtung gearbeitet wurde. Einweisung der Firma vor Ort, gute Fachfirma, Feuererlaubnisscheine, Feuerlöscher vor Ort, usw. war alles OK. Die Dämmung bestand aus Mineralfaserplatten A1, war also auch nicht brennbar. Trotzdem ging der Rauchmelder innen im Gebäude auf "Alarm" und plötzlich stand die Feuerwehr oben auf dem Dach und keiner wusste warum. Keine Flammen zu sehen. Kein Rauch zu sehen. Die Dachabdichtung war schon fast wieder geschlossen.


    Was war geschehen? Die Flammen haben die Mineralwolledämmung erhitzt; Teile davon haben angefangen zu glimmen und zusammen mit einem in der MiWo enthaltenen Harz (zur Stabilisierung der Dämmung) kam es zur Rauchbildung. Warum hat man dann nicht aufgehört zu arbeiten? Weil der Rauch durch die Lüftungsanlage in die halle hineingesogen wurde und außen somit nicht mehr zu sehen war. Durch den Luftstrom hat sich das Glimmen nach innen vorgearbeitet und war außerhalb des Sichtbereiches der Dachdecker.


    Daher würde ich einen möglichen Weg der Flammen (Abdichtungsarbeiten) von außen nach innen noch einmal gründlich prüfen (lassen).

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Hallo, vielen lieben Dank schon mal für eure Beiträge. Bitte entschuldigt, dass ich mich jetzt erst melde. Wir hatten die letzten Woche recht viel Stress rund um den Bau. Der Brandschaden ist aber weiterhin nicht geklärt. Für eure Unterstützung bin ich daher weiterhin sehr dankbar.

    In der Zwischenzeit hat unsere Gebäudeversicherung einen Sachverständigen geschickt. Den Bericht finden Sie unten. Die Gebäudeversicherung wird 500,-EUR für die Ausbesserung des Estrich bezahlen. Und das laut Aussage des Schadenregulierers auch nur aus Kundenfreundlichkeit, da das eigentlich Sache der Handwerkerfirmen sei. Die beiden Bodenkanalheizungen, der weitaus größere Schaden, soll auf uns sitzen bleiben.


    Ralf Dühlmeyer : Wir bauen mit einem Architekten + Einzelgewerksvergabe. Die Bauleitung erfolgt über einen Bauleiter vom Architektenbüro. Die potentiellen Verursacher sind unsere Auftragnehmer.


    Ich versuche noch ein paar Bilder anzuhängen.


    Ungefähr 2 Wochen nach Feststellen des Brandes konnte mein Mann eines Abends im Dunkeln noch ein Klimmen an der Brandstelle feststellen beim Herumstochern und Reinblasen. Dazu gibt es ein Video. Muss schauen, wie ich das hier reinstellen kann.


    Hier noch der Bericht des Sachverständigen:



    Dieser Beitrag wurde mit erheblichem Aufwand komplett anonymisiert. Bitte in öffentlich einsehbaren Foren nie Klarnamen, Adressen, Telefonnummern einstellen!

  • Ach herje, ich habe das Gutachten tatsächlich völlig blind hier öffentlich gemacht. Vielen lieben Dank fürs Anonymisieren!!! Das war ja eine Heidenarbeit. Ist mir wirklich sehr unangenehm. Bitte entschuldigen Sie!

  • Bitte entschuldigen Sie!

    Erledigt! Wir duzen uns hier, ein „Sie“ wäre eher eine Beleidigung!


    Die vorliegende Bewertung ist ja ausdrücklich nur ein „Erstbericht“ ohne vollständig nachvollziehbare Dokumentation des Schadensablaufes. Insofern überrascht es nicht, dass ein reproduzierbarer Beleg bzw. Beweis des vermuteten Ablaufs fehlt. Ohne diesen bleibt das Geschriebene aus meiner Sicht aber nur eine Vermutung. Ganz abwegig erscheint sie mir nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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