Änderungen wg. Statik zulässig?

  • Guten Tag,

    ich weiß nicht, ob die Fragestellung hier richtig platziert ist, daher bitte ich um Nachsicht.

    Wir haben vom Bauträger eine ETW erworben, die sich derzeit im Bau befindet - Fertigstellung Q4 2018.

    Laut Bauplan (Zeichnung) entsprechend der Anlage zum Kaufvertrag, gestaltet sich unser offene Wohn- Essbereich mit einer geraden, langen Wand, mit einem offenen Durchgang (ohne Tür) zum Flur/Diele (Soll-Zustand) -siehe Datei 1.


    Der Ist-Zustand weicht nunmehr insofern ab, dass jeweils an den Seiten des Durchgangs 2 "Sockel" (ca. 60cm) in den Wohnraum hineinragen - die eigentlich geplante lang durchgezogene Wand somit unterbrochen wird -siehe Datei 2.


    Die Änderung hat der Bauträger ohne unsere vorherige Zustimmung/Information vornehmen lassen. Uns ist diese Änderung bei einer Besichtigung aufgefallen. Der Bauträger rechtfertigt dies mit einer Änderung aufgrund von Vorgaben der Statik (ein entsprechender Passus ist im Kaufvertrag enthalten): "Abweichungen von der Baubeschreibung und den Bauplänen bleiben dem Verkäufer vorbehalten, wenn sie aufgrund behördlicher Auflagen oder aus technischen Gründen notwendig sind und dem Käufer zumutbar sind. Sie dürfen die Güte, den Wert und die Gebrauchsfähigkeit des Kaufgegenstands nicht mindern.".


    Die Frage ist, inwieweit dies von uns zu vertreten ist und oder was man hierbei unternehmen könnte?

  • die fragestellung ist ganz klar zu beantworten: es kommt drauf an ;)


    darüberhinaus halte ich die änderung subjektiv als verschlimmerung für gravierend und objektiv für nicht zwingend.

    ersteres müss´ma ned diskutieren, zweiteres ergibt sich aus dem vergleich der gewollten urlösung mit der verschlimmerten lösung: wäre die ergänzung der wandvorlagen so wahnsinnig wichtig, hätte das vorher in der sphäre des BT bekannt sein müssen > sein versagen - wenn aber die zusätzlichen wandvorlagen nur pillepalle sind, können die auch entfallen. im worst case muss halt mal jemand denken (ja, denken kostet extra - und zwar den BT) und die vereinbarte lösung ermöglichen.

    da die änderung durch zusätzliche wandvorlagen gravierend ist, stellt sich die subjektive frage nach der zumutbarkeit nicht: das ist nicht zumutbar, weil nicht in dieser reichweite erkennbar.


    btw, vertrag nach bgb a.F.?

  • darüberhinaus halte ich die änderung subjektiv als verschlimmerung für gravierend

    Da kann ich nur zustimmen. Wer kommt auf so eine &/%$%$-Idee und warum? Eine lange Tafel für Besuch passt da nicht mehr rein - im Original dagegen ohne Probleme.


    Nur was macht man da als Wohnungskäufer: x% Minderung vom Kaufpreises macht den wichtigsten Raum der Wohnung ja auch nicht wieder schön.

    Rücktritt vom Kaufvertrag? Je nach Lage würde das dem BT ja sogar entgegenkommen - möglicherweise bekommt er vom nächsten Käufer 10% mehr....


    Ich würde dem BT versuchen klarzumachen, dass es *so* nicht geht und versuchen, ihn zum Umbau zwingen. Vermutlich mit juristischer Hilfe. Ob's klappt? Keine Ahnung.

  • Nicht nur für Skeptiker. Deine Texte waren auch schon mal lesbarer.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Irgendwie ahne ich, dass der spießige Statiker die Firstpfette nicht bei üblicher Trägerhöhe frei über 12 m spannen (lassen) wollte. Insofern ist die realisierte Idee zwar naheliegend, aber eben deshalb auch schon vor dem Verkauf, so dass man gleich die Pläne hätte vollständig zeichnen können. Aber vermutlich war nicht so viel Geld für die Planung da, da muss man Abvtvstriche in der Realisierung machen, kennt man ja. Und der Passus scheint ja genau für den Fall formulierte zu sein. Ob man damit als Bauträger abe durchkommt? Eine Frage für die Juristen!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich weiss ja nicht wie es beim Bauträger ist,aber aus Erfahrung beim GÜ (stadtland)

    Dort hast du ein Haus von der Stange.


    Also Standard Räume.Nun war in unserem Fall die Küche geschlossen.

    Wollten wir nicht haben.Wir wollten eine offene Küche haben.

    Also tragende Wand bei der Küche weg.

    Laut GÜ kein Problem.Alles möglich.Wird natürlich ersmal geprüft vom Statiker.

    Und das Ergebnis sieht dann fast so aus wie vom TE.

    Wir haben auch eine änliche Lösung erhalten.

    Zu der Lösung mit der Wand gab es noch etwas mehr Stahl in die Decken(Aufpreis)


    War es bei euch auch so ?

    Das Ihr Änderungen vorgenommen habt ?

  • Irgendwie ahne ich, dass der spießige Statiker die Firstpfette nicht bei üblicher Trägerhöhe frei über 12 m spannen (lassen) wollte.

    die gestrichelte Linie ist die firstpfette? Dann hätte es aber auch EINE Stütze getan, die dann samt Verkleidung auch nur halb so tief in den Raum reinragt. Da wäre dann meinem Gefühl nach die zumutbarkeit noch gegeben.

  • Ich vermute mal, dass diese Pfeilervorlagen nicht gänzlich sinnfrei sind. Möglicherweise gilt es hier Last abzutragen?


    180519_Wohnung m Pfeilervorlagen_02.pdf


    Was das nun ist...ein Pfette...Punktlasten aus Stützen (unter einer Pfette), was auch immer. Man darf wohl davon ausgehen, dass die Notwendigkeit dieses Lastabtrages nicht völlig überraschend über den BT hereingebrochen sein dürfte.


    Was tun?


    Sind diese Teile wirklich notwendig, so kann man sie ja nicht einfach weglassen. Ganz ohne Motivation wird der BT diese dort auch nicht eingebaut haben. Einfach so aus einer Laune heraus.


    Andererseits wirken sich diese Wandscheiben natürlich schon ganz gewaltig auf den raum aus. Der Raum zwischen der doppelflügeligen Zugangstür und der Terrasse war bisher nutzbar (großes Speisetafel), jetzt verkommt er zu reinem "Raum", einem Flur im Wohnraum.


    Das ist umso schlimmer als die geplante Küchenlösung sich in der Plangraphik ohnehin als eher unpraktikabel erweist, man also ohnehin gehalten wäre den Essplatz anders zu verorten. Das geht nun aber nicht mehr.


    Unter uns: Auch die ursprüngliche pfeilerlose Grundrissplanung ist schon sehr grenzwertig (Bereich Küche). Da funktionieren normale Alltagsabläufe mehr schlecht als recht. Durch die Bepfeilerung wurde es nun natürlich noch schlimmer.


    Die Frage, die bleibt ist doch: Kann man auf die Pfeiler verzichten? Wenn "nein", kann es ja nur um eine Wertminderung gehen (wenn es technisch nicht anders zu beheben ist).

  • von etwaigen zugeständnisse bei statisch-konstr. umplanungen, die den ursprünglichen käuferwillen belasten, würde ich absehen, um auch den verursacherkreis nicht nicht unnötig in eine suboptimale richtung zu treiben.

    nebenbei, stützenfreie dächer sind keine fiktion ..

    Einmal editiert, zuletzt von mls () aus folgendem Grund: gr..gramma.

  • nebenbei, stützenfreie dächer sind keine fiktion ..

    Sicherlich. Dennoch scheint da ja irgendwas (???) zu sein. Denn die Pfeiler werden ja nicht einfach so, weil es so trendy aussieht/ so stylisch ist dort entstanden sein. Irgendeinen Grund wird es geben.


    Ob es anders gegangen wäre? Hängt wohl davon ab was darauf lastet. Wie hätte man das anders wegkriegen können. Ein Schnitt durch die besagte Stelle könnte Erhellung bringen.


    Fragt sich halt, ob die Verkaufsunterlagen unvollständig waren oder ob die Notwendigkeit dieser Pfeiler erst später erkannt wurde (als der TWP rief "So geht das aber nicht!").


    Unstrittig dürfte sein, dass die Pfeiler keinen Wertzuwachs brachten, dass das ohnehin eher schwierig möblierbare Zimmer in seiner Nutzung weitere Einschränkungen hinnehmen muss. Die Frage ist: Muss das auch der Käufer hinnehmen? Antwort: Ich weiß es nicht!

  • Kleiner Exkurs...nur interessehalber....wo darf man sich eigentlich Zu- u. Abwasser für die Küche denken? Da sind so gar keine anderen Räume, in/ durch die man das führen könnte. In den Aufzugsschacht wird die suppe ja kaum tröpfeln. Obgleich.....;)


    Vielleicht ein kernige AP-Verlegung im Wohnbereich und Durchführung ins WC?


    So recht durchdacht wirkt das Ganze für mich (noch) nicht.

  • Irgend wie muss er das ja geschafft haben, denn die Bude steht ja schon, weil der TO das ja besichtigt hat. Damit wird er jetzt wohl leben müssen. Eigentlich hätte das schon der Zeichner sehen und hinterfragen müssen. Kein guter BT. Allerdings sind 60 cm nicht länger als ein Türflügel, wie im Plan rot eingezeichnet. Ich vermute real knapp über die Hälfte der Tür, also gerade so unter dem First (gepunktete Linie).

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Tür sieht für mich nach zwei Flügeln à rd. 1 m aus, aber das wird jetzt Raterei.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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