Gasversorger gräbt Loch bis fast unter die Bodenplatte - erlaubt/ok? (Foto anbei)

  • Hallo zusammen,

    wir haben hier lehmigen/bindigen Boden so dass unter der Bodenplatte (diese 30 cm stark) ein Bodenaustausch gemacht wurde und 110 cm tief eine verdichtete Frostschutzschicht eingebracht wurde. Diese Schicht ca. 50 cm überstehend zu jeder Seite.


    Nachdem nun das Gerüst abgebaut wurde, durfte auch endlich der Gasanschluss in das Haus eingebracht werden. Dabei hat es die Subfirma des Gasversorgers tatsächlich geschafft, bis zum Rand der Bodenplatte alles auszubaggern. Der Gasanschlussstutzen im Grundstück war sogar gekennzeichnet, allerdings laut Sub-Firma ca. 50 cm tiefer als erwartet. Also haben Sie erst mal nicht tief genug gegraben und danach quasi die halbe Ecke komplett offen gelegt. Dann sind sie darauf gekommen, auch mal tiefer zu graben und siehe da, hätte man alles gar nicht wegbaggern müssen. Wohlgemerkt, das läuft alles unter Regie und Leitung des Gasversorgers, der Gas in das Haus legt inkl. Tiefbau-Leitungen. Pläne ebenfalls vom Gasversorger, ebenso der Gasanschluss selbst.... naja lassen wir das.


    Der Baggerfahrer meinte jedenfalls, es wäre absolut unkritisch, da ja nicht unter der Bodenplatte gegraben wurde und der Überstand von der verdichteten Frostschutzschicht wäre nur für die Schalungsarbeiten usw. und später statisch nicht mehr relevant. Unser Bauleiter meinte auch kurz, dass es unproblematisch wäre. Unnötig, aber unproblematisch.


    Was denkt ihr?

  • Nein, es wurde 110 cm Boden getauscht mit verdichtetem Frostschutzmaterial. Betonierte Frostschürzen gibt es nicht. Fertiggelände später wird noch angeschüttet, so dass Unterkante der FSS 140-160 cm unterhalb der fertigen Geländeoberkante sein wird. Ok? Nicht ok?


    Und die Baggerarbeiten oben durch den Gasversorger? Ok? Nicht ok?

  • Ihr habt aber nen mutigen Gasversorger... :eek:


    Wenn KG Rohr hier bei uns als angedachte Leerrohre angetroffen werden, darf der Bauherr alles schön zurückbauen und aufs passende Leerrohrsystem umbauen. Warum wurde hier keine Mehrspartenhauseinführung genommen? Die ist nämlich nicht nur gas- sondern auch wasserdicht. :rulez:


    Ich kenne übrigens einen Fall, da wollte jemand ein Rohr an ein vorhandenes KG Rohr anschließen. Sein Glück war, dass derjenige Gummistiefel trug und er so keinen Stromschlag von dem im Rohr befindlichen Stromkabel abbekommen hat. ;(


    Sorry, aber diese KG-Rohre als Mediendurchführungen sinf grober Pfusch.:thumpsdown:

  • Die Mediendurchführungen wurden so vor Ort und vor Baubeginn mit den Versorgern abgestimmt. Also alles exakt so, wie es die Versorger möchten. Mehrspartenhauseinführung hier m.E. nicht erlaubt. Warum auch immer.


    Mich würde wirklich mehr interessieren, ob das Ausbaggern durch die Sub-Firma vom Gasversorger ok ist oder problematisch?

  • eine belastbare Aussage wirst du nur von deinem Statiker erhalten.

    Die Argumentation des Baggerfahrers sind reine Ausreden. Und sonderlich tief liegen die Rohre ja nun auch nicht.


    Auf dem Bild sieht es jetzt (noch) nicht so dramatisch aus, weil die aufgerissene Flanke der Grube recht stabil aussieht.

    Aber es geht ja um die Frage, ob sich durch die Abgrabung die Dichte des Materials unter bzw. im im Druckwinkelbereich der Bodenplatte verändert hat.

    Etwas Sorge hätte ich vor der Wiederverfüllung. Denn um die annähernd so gut wie die vorhandene Verfüllung zu verdichten muss ordentlich Energie eingebracht werden, die dann auch die FSS unter der Bodenplatte auflockert. Evtl. Verfüllung in Teilbereichen mit Magerbeton. Hat natürlich auch wieder andere Nachteile.

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH