Dachgauben Reihenhaus BW Abstand zur Brandwand

  • Hallo,

    wie der Titel schon sagt, geht es um Reihenhäuser in BW und den Bau einer Dachgaube. In der ersten Baugenehmigung dazu hieß es folgendermaßen:

    expertenforum-bau.de/index.php?attachment/5980/


    Der Bau wurde begonnen, der Abstand von 1,25 zur Innenseite der Brandwände unterschritten. Bauamt hat dann kontrolliert und 1,03 zur Innenseite der Brandwände gemessen. Im gleichen Zug wurde damit auch die Breite der Dachgaube von 4 Metern überschritten.

    Zwei Tage später kommt vom Bauamt eine geänderte Baugenehmigung, darin heißt es nun, es wäre an der Außenwand der Brandwand des zu bebauenden Gebäudes zu messen, damit wären die 1,25 eingehalten, das ist soweit korrekt. Die vorgeschriebenen 4 Meter für die Gesamtbreite der Dachgaube haben sie in dem Schreiben dann auch einfach aus der Baugenehmigung gestrichen...


    Fragen dazu:

    1. Wie werden diese Abstände üblicherweise gemessen?

    2. Der Bau wurde aufgrund der ersten Baugenehmigung fertiggestellt, gegen die ja offensichtlich verstoßen wurde. Kann es sein, dass das keine Konsequenzen hat?

    3. Ist das so nun ordnungsgemäß gebaut?

  • Hier wäre, was die Breite der Gaube anbelangt, von Interesse was erlaubt ist. Das kann in einem Bebauungsplan geregelt sein. Oder der Ort verfügt über eine eigene "Gaubensatzung" (ja...so etwas gibt es mancherorts!) oder über eine Gestaltungssatzung.


    Ist das maß 4,00m einfach vom Planverfasser willkürlich festgelegt worden und es ist mehr erlaubt, so kann man natürlich auch breiter bauen. Die Pläne wären dann aber entsprechend nachzureichen bzw. zu korrigieren.


    Um wieviel cm sprechen wir denn bei den Dachgauben?

  • Bebauungsplan müsste ich Mal nachschauen, ob ich was finde. Danke für den Hinweis! Woher die 4 Meter in der ersten Genehmigung kommen weiß ich nicht. Es fiel eben nur auf, dass etwas gebaut wird, was so nicht in der Baugenehmigung drin steht. Die Gauben sind jetzt bei 4,60m.

    Ich kenne das ganze auch nur aus Sicht der betroffenen Nachbarn. Das kommt natürlich etwas komisch, wenn das Bauamt einfach die Genehmigung ändert und schwupp soll es passen ;)

  • Das ein Amt eine Genehmigung ändert, ist nicht komisch!

    Das nennt sich Tektur. Oder es ist eine neue Genehmigung. (Was, dazu müsste die Umstände kennen)

    Wenn Du einen Anbau machts, bekommst Du ja auch eine Baugenehmigung und keiner sagt Dir - darfste nicht, war inder 1. Genehmigung nicht drin.


    Und selbst wenn die 4 m aus dem B-Plan kommen, kann die neue Baugenehmigung eine stillschweigende Befreiung/Ausnahme enthalten.


    Das ganz hat zwar ein Gschämckle, dürfte formal aber i.O. sein.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Aber gibt es keine Regelung wo und wie die Maße zu nehmen sind? In der LBOAVO ist ja ein Maß angegeben und das soll ja den Brandschutz sicherstellen. Ist das wirklich Interpretationssache, wo ich da den Maßstab anlege?

    Bei der ersten Nachfrage beim Bauamt hat die Dame ausführlichst erklärt, dass es die Innenwand ist von der gemessen werden muss, weil sonst im Zweifel keine Versicherung zahlen würde.

  • Son Nachbarheckmeck? (wo der Eine dem Anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt?)

    Bei Grenzwand gilt Abstand von der Grenze, sonst Mitte der Brandwandkonstruktion (je nach Ausführung paar cm hin oder her).

    Ergibt sich aus Sinn und Logik sowie § Brandwände.
    Bei Dächern ist das etwas offen formuliert.

    Nachdenken kostet extra!

  • Naja, das es ein Nachbarheckmeck wurde haben die bauenden Nachbarn zu verschulden. Die haben von Anfang an nichts kommuniziert bekommen... sowas wie ich klingel Mal beim Nachbarn und sag was ich vorhabe... Nö. Stattdessen Briefe einwerfen "Wir mache nach Paragraph bla blubb Gebrauch von unserem Recht ihr Grundstück für die Baumaßnahmen zu betreten." Ist schon nicht die schöne Art, da kann man auch mal zurückzicken. Dass das nix bringt ist klar, und wenn das so in Ordnung ist ist ja alles gut. Ich war nur neugierig, was ihr da dazu sagt :)

  • Ist schon nicht die schöne Art, da kann man auch mal zurückzicken.

    Regelmäßig kann sich der mündlich besprochene Inhalt nicht behalten werden. Was dazu führt das man " von nichts gewusst hat ". Ich würde es also auch schriftlich tun. Da kann man nicht drum herum diskutieren und Gesetz ist es ja in der Regel auch noch. Im Rahmen also zu dulden.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Klar, man könnte ja aber das eine mit dem andern verbinden... Aber Bau-und Nachbarschaftpädagogik kann man wohl noch nicht studieren ^^

    Wollte ja nur wissen ob das nun alles so seine Richtigkeit hat.