Wie Aufbau des LAN Netzwerk im EFH Neubau?

  • Hallo Forum,


    was ist eine zeitgemäße LAN Netzwerk Verdrahtungsstrategie für ein ein EFH Neubau?


    Per Sterntopologie: zu jeder Netzwerkdose ein LAN-Kabel vom zentralen LAN-Patchfeld (im Technikraum)?

    Per Ringtopologie: in jedem Geschoss einen LAN-Unterverteiler und von dort zu den Räumen? Zwischen den Geschossen gibt es nur 1 LAN-Kabel zu den Unterverteilungen.


    Zum Haus: EFH mit EG, OG und DG, in jedem Geschoss gibt es mehrere Räume, wo eine oder mehrere LAN-Dosen rein kommen sollen.


    Vielen Dank im Voraus für Eure Tips und Erfahrungen!


    Viele Grüße

  • Meine Überlegung ist - aber ich bin Laie - , dass wenn der Technikraum im EG ist, vor allem die Leitungswege ins DG länger werden, was sich auf die Übertragungsleistung auswirken könnte. Natürlich kann man dazwischen ein Gerät setzen, dass die Signale wieder verstärkt, aber dann könnte man auch gleich in jedem Stockwerk sowas machen und von dort mittels einer Switch verteilen. Zudem müssen die Durchbrüche etwas größer sein, wenn man x Kabel mehr durchführen möchte.


    Allerdings habe ich nur praktische Erfahrungen mit einer fliegenden Verdrahtung in der Wohnung und da waren die Leitungswege vom Router zum PC usw. nicht so lange. Es kann also sein, dass meine Überlegungen für ein EFH noch keine Rolle spielen, da fehlt mir einfach die Erfahrung.


    Die Leitungen, die zu Multimedia-Geräten gehen überlege ich von normalen Netzwerk zu trennen, da in Zukunft sicher die Datenvolumen deutlich größer werden.

  • Dein Elektriker kann dir bestimmt sagen ob die Leitungen zu lang werden und ob die Menge an Leitungen ein Problem wird. Kann ich mir aber nicht vorstellen. Meiner Meinung wird sich in Zukunft viel mehr über WLAN abspielen. Schau das diese Versorgung gesichert ist. Am besten mit 5GHz. Sollte bei ner normalen Hausgröße aber mit einem Repeater pro Stockwerk erledigt sein.

  • Bei LAN hast Du bei den in EFH üblichen Entfernungen sicherlich keine Probleme mit den Leitungslängen. Wenn es da zu einem reduzierten Datendurchsatz kommt, dann liegt das eher an Dosen, Steckern, schlecht aufgelegten Adern/Schirm, oder einem beschädigten Kabel, aber nicht an der Kabellänge.


    WLAN hin oder her, ich würde immer einer leitungsgebundenen Verbindung den Vorzug geben. Diese ist nicht so anfällig gegenüber Störungen, man erreicht hohe Datenraten, und die Anzahl der Endgeräte ist auch nicht so kritisch. WLAN hat seine Berechtigung, das ist unbestritten, doch je mehr Endgeräte in´s Spiel kommen, um so mehr ist man dankbar für jedes Endgerät das das WLAN Netz nicht belastet.


    Deswegen Leitungen vorsehen, und dann hat man WLAN als Reserve, für die Fälle, wo man keinen leitungsgebundenen Anschluss hat. Man wird ja trotz LAN sicherlich nicht auf smartphones, tablets usw. verzichten. Schön wenn sich diese Teile das WLAN nicht auch noch mit Dutzenden anderen Geräten teilen müssen.

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  • WLAN habe ich in jedem Flur einen Repeater vorgesehen, natürlich auch mit LAN-Anschluss, und noch einem im Wohnzimmer Richtung Terrasse.


    Aber auch ich sehe die Chance, im Neubau ordentlich eine LAN-Verkabelung zu machen, aus den von R.B. genannten Gründen. Einen Elektriker habe ich noch nicht, wir sind noch in der LPH5 und ich soll sagen, ob die geplanten Durchbrüche passen oder diese noch größer werden sollen. Deshalb plane ich gerade die Elektrowünsche und bin beim Netzwerk auf die Frage gestoßen, wie man das heutzutage sinnvollerweise macht.

  • Durchbrüche/Steigschacht lieber eine Nummer größer als zu klein. Die Erfahrung zeigt, dass es wahrscheinlicher ist, dass unverhofft noch mehr Leitungen unterzubringen sind, als weniger.

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  • Praktisch jedes Gerät verfügt über WLAN...

    Das ist richtig, und es verleitet auch dazu, das WLAN zu nutzen. So lange es nur eine handvoll Endgeräte sind ist das auch kein Problem, aber sobald die Anzahl steigt, wird es irgendwann eng.


    Als Beispiel, ich habe im Betrieb aktuell ein Dutzend Kameras zwischen 2m und 50m Entfernung zum Router. Da kann man dabei zuschauen, wie der Datendurchsatz pro Kamera in den Keller geht, sobald man sich mehrere gleichzeitig auf den Monitor holt. Abgesehen davon, dass manche aufgrund der Entfernung sowieso schon Probleme haben, eine stabile Verbindung aufzubauen, landet man am Ende irgendwo bei 1-5fps. Was noch kritischer ist, wenn eine Bewegung erkannt wird, und ein Teil der Kameras kriegt seine Daten nicht weg (Video auf NAS speichern) oder wird seine eMails nicht los.


    Deswegen baue ich das LAN aus, auch wenn ich Unmengen Kabel verlegen muss.


    Wenn man den Gedanken weiter spinnt, Stichwort IoT, dann sollen wir ja imnmer mehr internetfähige Geräte in´s Haus bekommen. Dazu dann noch mehrere Endgeräte über die TV/Videos laufen sollen, und die Webseiten werden auch immer umfangreicher, usw. Wir machen uns gar keine Gedanken mehr darüber, welche Datenmengen da in kürzester Zeit bewegt werden sollen.

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  • was ist eine zeitgemäße LAN Netzwerk Verdrahtungsstrategie für ein ein EFH Neubau?

    Zum Haus: EFH mit EG, OG und DG, in jedem Geschoss gibt es mehrere Räume, wo eine oder mehrere LAN-Dosen rein kommen sollen


    Wenn du in den Etagen einen jeweils einen Etagenverteiler ELT vorsiehst, dann empfiehlt sich, diesen als 2-feldrigen Verteiler (u.P. oder a.P) auszufuehren. Ein Feld fuer ELT, Ein Feld fuer TK,TV, Datenleitungen, Bus, Tuersprechanlage... Je nach Raumanzahl und benoetigter Anschluesse reichen dafuer 3/4/5-reihige Verteiler.

  • Per Sterntopologie: zu jeder Netzwerkdose ein LAN-Kabel vom zentralen LAN-Patchfeld (im Technikraum)?

    Ja.

    Zitat

    Per Ringtopologie: in jedem Geschoss einen LAN-Unterverteiler und von dort zu den Räumen?

    Ringtopologie - glaube ich - gab es mal bei BNC-Netzwerken, als die Netzwerkkarten noch mit T-Stücken und daran Coax-Kabel verbunden waren.


    Heute nimmt man dafür einen zentralen Switch. Für ein übliches EFH reicht da einer. Bei einer Bauhöhe von 1HE (Höheneinheiten für Netzwerkschrank) gibt es diese mit bis zu 48 Anschlüssen. Vom zentralen Switch geht es mit kurzen Kabeln in das Patchfeld und von dort festverdrahtet zu den einzelnen Dosen.


    ((Ein Aufbau mit einem fast-Core-Switch im Keller und Access- /Distribution-Switches auf den Etagen KANN man machen - ist im EFH knapp "over the edge"))


    Wenn Du Netzabschnitte unterteilen willst, geht das mit 'Managed Switches' unter Nutzung von VLAN oder mit L3-Switches.


    Nach DIN 18015 sind Verkabelungen für IT, Telefon & Co. austauschbar auszuführen. Sprich: in Leerrohren. Dann kann - sollte es mal soweit sein - das Cat7 Kabel gegen Glasfaser ausgetauscht werden.


    Bei einer derartigen zentralen Verkabelung würde der Router auch im HAR/Keller/Technikraum stehen. Von dort müssten dann auch Telefonleitungen (sofern genutzt) separat in die Etagen geführt werden und für W-LAN müssten Access-Points genutzt werden.


    Falls Du einen FTTH- Anschluss hast oder einen Coax-Kabel-Anschluss bekommst, kann vom Übergabepunkt auch ein LAN-Kabel / Coax-Kabel zum Router (WAN-Anschluss) im EG oder OG führen und von dort (LAN 1) wieder zurück zum Switch.


    Bei mir z.B. hängt der Router im OG. Vom Übergabepunkt (FTTH) geht ein Patchkabel Cat 6 direkt zum Router. Ohne Dosen. Ohne weitere Kontakte. Für bestmögliche Übertragungsqualität. Nach dem Switch kommen auch festverdrahtete Anschlüsse über Dosen.


    Bei einem DSL-Anschluss ist u.a. die Leitungslänge bis zum Router entscheidend. Einige Meter mehr (Hausanschlussraum, Kellerraum 1, Kellerraum2, dann nach oben, oben bis zum Router, ...) können u.U. schon einen Unterschied machen.


    Wenn ein Arbeitsraum genutzt wird, können dort gut und gerne auch 2 oder 3 Dosen montiert werden (z.B. für PC, Drucker, NAS, Scanner, ...). Auch im Wohnzimmer schaden ein paar Dosen mehr nicht (z.B. für Streaminggeräte, Receiver, Smarte Fernseher, ...).

    BTW Fernseher: Bei Nutzung von Entertain-IP-TV vom Rosa Riesen, bitte beim Switch darauf achten, dass dieser mit Multicast-Signalen zurecht kommt. Auf den Hilfeseiten des Rosa Riesen gibt es Kompatibilitätslisten (Suche nach 'EntertainTV(neu) - Liste funktionierender Kombinationen mit WLAN und Powerline / dLAN und Netzwerkswitches.)


    Für Access-Ponts: Strom und LAN-Dose ggf. unter der Decke plazieren.
    Bei Nutzung von POE-Access-Points idealerweise gleich ein POE-Switch nutzen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ringtopologie - glaube ich - gab es mal bei BNC-Netzwerken, als die Netzwerkkarten noch mit T-Stücken und daran Coax-Kabel verbunden waren.

    Bei BNC-Netzwerken, wie "Thin Ethernet" 10Base2, wurde ebenfalls vom Switch aus sternfoermig verkabelt, es gab aber mehrere Teilnehmer an einem Strang (quasi einen Bus) und einen Endwiderstand 50Ohm am RG58-Kabel. Aufbau und Komponenten waren sehr aehnlich dem Arcnet, was in ausgedehnten Installationen gerne zu Verwechselung fuehrte. Da hatten die Leitungen naemlich RG62 und Abschlusswiderstaende 90 (95?) Ohm.
    Echte Ringverkabelung gab es m.W. nur bei Token Ring. Der TE mein aber vermutlich eher so einen "Ring", wie man bspw. heute im Ethernetbereich als RSTP oder Hiperring aufbaut. Braucht man im EFH nicht wirklich.

    Heute nimmt man dafür einen zentralen Switch. Für ein übliches EFH reicht da einer.

    Bei Nutzung von POE-Access-Points idealerweise gleich ein POE-Switch nutzen.

    Wenn mehrere PoE-Geraete je Etage geplant sind, waere die Idee mit Etagenverteiler und PoE-Switch je Etage zu verfolgen...das derzeitige Leistungsvermoegen der PoE-Switche im Consumerbereich endet wohl bei 20-30W. Die 90W Varianten duerften noch nicht zu erschwinglichen Preisen vorkommen.