Schäden an Flachdach mit PVC-P

  • Hallo,


    unser Fachdach bedeckt drei Gebäudeteile. Je 1999, 2001 und 2006 wurde die Dächer mit PVC-P saniert.
    2017 gab es bei uns massive Hagelniederschläge. Das mittlere Dach (2006) wurde dabei massiv beschädigt, ca.120 Schadstellen auf 350m².
    Kein einziger Schaden auf den anderen Dächern.


    Ein Dachdecker meinte nun, er hätte noch nie eine Folie von W***** gesehen die so be... scheiden aussieht wie die auf unserem mittleren Dach.


    Seit letztem Jahr wird die Folie unter den Atikablechen herausgezogen (starke Schrumpfung).


    Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen?


    Danke

    Einmal editiert, zuletzt von Kalle () aus folgendem Grund: Hersteller rausgenommen, Produktneutral beschrieben.

  • Ich habe mir erlaubt deinen Titel, als auch im Beitrag Änderungen vorgenommen. Konkrete Produktdiskussionen wollen wir hier nicht. So ist es nun Produktneutral über die Werkstoffeigenschaft beschrieben. ;)


    Weiteres, zum Thema, folgt später.


    ---------- 19. April 2018, 20:52 ----------


    @Flachdachschaden Könntest du etwas zu dem mittleren Dach sagen? Welche UK (Holz, Stahltrapez, Beton) Welche Dämmung? ([definition=29,0]EPS[/definition], MiWo, [definition=8,0]PUR[/definition]/[definition=9,0]PIR[/definition] etc.) Gründach oder Kies? Hast du evtl. Fotos?


    Ansonsten, erst Mal herzlich Willkommen hier.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Hallo,


    ja solche Schäden/Schadensbilder habe ich schon häufiger gesehen, besonders mit dem Schrumpfen der Bahnen, was dann bei Hagel deutlich schneller zum Durchschlagen der Bahnen führt. Ich habe mal ein Flachdach nach einem Hagel Ereignis im Sommer saniert, hier war der größte Fetzen der Dachbahn ca. [definition=25,0]DIN[/definition] A 3 groß, jedoch waren hier die Bahnen deutlich älter.
    Hat es die mechanische Linienbefestigung im Randbereich ( im Bereich der aufgehenden Attika sind Verbundbleche die mit der Flächenbahn bzw. Attikabahn verschweißt sind, angebracht ) schon mit rausgezogen bzw. sind diese Vorhanden? Wie sieht es mit Gullys oder Dunstrohren oder Lichtkuppeln aus, sind hier, falls vorhanden, auch schon Verformungen sichtbar ( Dunstrohre oder Gullys stellen sich schräg )? Ein paar Bilder von der Attika wären gut.


    ---------- 20. April 2018, 06:36 ----------


    Moin,


    kann es sein, das bei der 2006 sanierten Dachfläche eine Bahn ohne Gewebe verwendet wurde, bei den anderen mit Gewebe ? Das würde mir evtl. das Schadensbild nur an der einen Dachfläche erklären in Verbindung mit nicht/schlecht befestigten Randbereichen.

  • Hallo,


    ich habe bewusst den Namen genannt sonst bringt es ja nichts. Aber wenn die Regeln hier so sind :-(


    Dachaufbau: Betondecke, wahrscheinlich Dampfbremse, Styropor, ca. 8 cm, irgend eine Schweißbahn aus 1973.
    Darauf noch mal einen Bahn zweifelhafter Herkunft.
    Die Anbindungen an Gully, Maschinenhaus Aufzüge, Lichtkuppeln o.ä sehen noch top aus.


    Die Anbindung an die Attika ist sicher ein Problem, selbstklebende Folie wurde bis ca. 20cm an den Rand geführt, nicht befestigt, umlaufend die normale Bahn besagten Herstellers angeschweißt und lose über die Attike geführt. Blech wieder drauf gewürgt fertig.


    Es wurden Proben vom Hagelschaden Dach und vom älteren Nachbardach genommen und beim Hersteller überprüft.
    Danach alles ok. Einziger Unterschied älteres Dach hat 1,5mm, Hagelschaden 1,4mm, beide mit Gewebe.


    Die Hagelschäden sind zu finden bei Folienbereichen die fest mit dem Untergrund verklebt sind, jedoch auch bei Bereichen die mit etwas Spannung frei schweben.


    Teilweise schrumpft die Folie in zweiRichtungen teilweise in eine, es gibt aber auch Stellen an denen sie "Falten" wirft.


    Bilder kommen noch.


    ---------- 20. April 2018, 11:16 ----------


  • Die Anbindung an die Attika ist sicher ein Problem, selbstklebende Folie wurde bis ca. 20cm an den Rand geführt, nicht befestigt, umlaufend die normale Bahn besagten Herstellers angeschweißt und lose über die Attike geführt. Blech wieder drauf gewürgt fertig.

    Das ist tödlich für den Dachrand, die Folie kann nicht anders als sich aus dem Profil zu ziehen.

    Darauf noch mal einen Bahn zweifelhafter Herkunft.

    Wurde die damals neue Bahn auf Verträglichkeit mit der letzten Lage überprüft ( die Bahn zweifelhafter Herkunft )? Nicht dass die zwei sich nicht vertragen.... und es deßhalb nur in diesem Teil zu Schäden gekommen ist. Es kommt auch vor, dass die Hagelstärke/Größe auf wenige Meter unterschiedlich ist, wir haben gerade bei einer Produktionshalle mit 4 Lichtbänder 225 Stegdoppelplatten nach einem Hagel getauscht, bei den ersten beiden Lichtbänder waren es fast alle Platten des Lichtbandes und bei den restlichen 2 bedeutend weniger. Die Entfernung zwischen dem 1 und dem letzten Lichtband waren ca. 50 m

  • Hallo,
    zum Hagelschaden.


    Der Hagel müsste senkrecht zur Gebäudeachse genau in der Breite eines Dachdrittels über das Gebäude gezogen sein.
    Trennscharf auf einen Meter. Eher unwahrscheinlich.


    Der Aufbau der Attika ist sicher keine handwerkliche Glanzleistung.


    Was mich stutzig macht ist die Aussage eines Dachdeckers: ..... die neuere sieht aus wie einen Sechzigjährige, die ältere wie eine Zwanzigjährige.


    Leider haben wir keine Referenzmuster bei der Probennahme zurückbehalten.


    Danke

  • ich habe bewusst den Namen genannt sonst bringt es ja nichts. Aber wenn die Regeln hier so sind

    Das bringt lediglich negative Häme für den Hersteller ohne korrekte Analyse der Ursache und was genau schiefgegangen ist. Deshalb möchten wir hier nicht über ein Produkt herziehen. Die Fachleute werden mit den getätigten Beschreibung und dem Anfangsbuchstabe schon die Schlüsse auf den Hersteller/Produkt ziehen. ;) Keine Sorge.



    Wurde die damals neue Bahn auf Verträglichkeit mit der letzten Lage überprüft

    Das war auch gleich mein Gedanke.



    Der Aufbau der Attika ist sicher keine handwerkliche Glanzleistung.

    Ne, das mit Sicherheit nicht. Die Frage ist, ob die vorliegende Konstruktion überhaupt die Kräfte hätte aufnehmen können. Mangelhaft, wie gezeigt auf den Bilder, ist es eh und damit zeitnah zu sanieren. Man hätte hier, in meinen Augen, das Randprofil mit einem Zulagestreifen hätte einfassen müssen. Also:


    Die Abdichtung bis Außenkante Mauerwerk führen, das Profil darauf montieren und dann mit einem Zulagestreifen erneut eindichten. Dann ist das gewählte Profil immer noch nicht Top aber formal richtig.



    Was mich stutzig macht ist die Aussage eines Dachdeckers: ..... die neuere sieht aus wie einen Sechzigjährige, die ältere wie eine Zwanzigjährige.

    Das hingegen verwundert. Woher will der DD denn wissen wie eine 60!! jährige Bahn aussieht? So viele, gleichem Produktes, dürfte es nicht geben. Ich würde sogar anzweifeln ob es überhaupt eine gibt, die das Alter gepackt hat. Sicherlich nicht mit voller UV-Belastung. Man könnte jedoch ergründen warum die mittlere anders verwittert als die Umliegenden. Dazu müsste man aber konkrete Ortskenntnis haben.


    Das PVC-P Bahnen schrumpfen ist bekannt und kein neues Phänomen. Die Frage dürfte sein, warum so früh. Ist ja gerade mal 12 Jahre alt das Dach. Es zeigt mal wieder wie wichtig es ist, ein Flachdach sauber zu planen.

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  • @Kalle


    das hat mit Häme nichts zu tun, ich beschreibe Fakten.
    Das in der Produktion immer mal was schief gegen kann ist Alltag. Allerdings sollte man dazu stehen.


    Meine Suche im Internet mit entsprechenden Suchbegriffen hatte bisher keinen Erfolg.


    Mit der Sechzigjährigen meinte der Dachdecker die Haut einer Frau im Vergleich zu einerJungen.


    Also, die Folie sieht verdammt alt aus.


    Ich werde hier nicht weiterkommen.


    Danke für die Unterstützung.

  • das hat mit Häme nichts zu tun, ich beschreibe Fakten.
    Das in der Produktion immer mal was schief gegen kann ist Alltag. Allerdings sollte man dazu stehen.

    Verzeih mir die etwas provokative Aussage. Es hat jedoch den Anschein das es genau darum geht, aufzuzeigen, wie "schlecht" das Material doch von Hersteller XYZ ist. Denn es ist ja nicht so, dass man hier nicht versuchen würde dir helfen zu wollen. Mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen.



    Ich werde hier nicht weiterkommen.

    Du solltest dir einen unabhängigen Sachverständigen des Dachdeckerhandwerks suchen. Findet man bei der zuständigen Handwerkskammer des Bezirkes. Viel Erfolg weiterhin.

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  • Moin,


    das hat mit Hagelschaden nichts zu tun. Ursächlich für das Schadenbild scheint eine partielle Verklebung mit dem Untergrund bei extremem Schrumpfverhalten der Bahn.
    Ich habe bei einer verklebten Befestigung auf Verbundblechen im Randbereich exakt die gleichen sichelförmigen Rissbildungen gehabt. Ähnliche Erscheinungen bei einer Dachfläche, die auch mit einer Kunststoffbahn saniert wurde und dabei wie im vorliegenden Fall teilweise verklebt und teilweise nicht verklebt war. In den jeweiligen Randbereichen entstehen dann die sichelförmigen Risse.


    Grüße


    stefan ibold

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • In den jeweiligen Randbereichen entstehen dann die sichelförmigen Risse.

    Liegt das nur an der Teilverklebung in Kombi mit der Schrumpfung? Gibt es dazu geeignete Literatur sich mal näher dazu belesen zu können?


    LG

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  • Moin,


    Literatur ist mir so nicht bekannt. Ich habe dieses Schadenbild zuerst bei einem Anschluss mit Verbundblechen, bei dem es aber nur eine Teilverklebung gab, vorgefunden. Später trat ein solches Bild bei einem behaupteten Hagelschaden auf, bei dem ich als Schiedsgutachter tätig war. Umfangreiche Bauteilöffnungen bestätigten meine Theorie dahingehend, dass, wenn es auf engem Raum Verklebungen und "Nichtverklebungen" bei Bahnen gibt, die einen ausgeprägten Schrumpf aufweisen, sich sichelförmige Risse zeigen. Bei einem weiteren Großschaden zeigten sich derartige Risse insbesondere im Nahtbereich bei mechanischer Befestigung, was ja irgendwie mit einer Teilverklebung gleichgesetzt werden kann.


    Bei dem Hagelschaden waren die Randbereiche extrem gespannt und lagen hohl. Wir haben dann den Versuch gestartet, mittels eines Besenstiels einen Hagelschlag zu simulieren. Egal wie kräftig wir auf die Bahn eingedroschen haben, es tat sich kein Riss auf. Mithin konnte Hagel - wie schon zuvor vermutet - nicht die Ursache sein.


    Grüße


    stefan

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Daraus ließe sich ja schließen, dass bei Bahnenwerkstoffen die zum Schrumpfen neigen:


    A. die Bahn möglichst lose und unter Zuhilfenahme von Auflast erstellt werden sollten, oder
    B. eine Vollverklebung erreicht werden sollte.


    Waren die von Dir begutachteten Objekte alle schwingungsarme Konstruktionen oder war da alles dabei? Am Rand ist es dann vermutlich erforderlich Linienbefestigungen zu wählen. Linear hätte dann ja den gleichen Effekt, wie den in Deiner Schilderung der mechanischen Befestigung.

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  • Nach der Beschreibung vom Stefan mit den sichelförmigen Rissen habe ich mal auf einem Dach genauer geschaut, das gerade erst gedeckt wurde. Da sind mir an sämtlichen Klebeflächen sichelförmige Eindrücke aufgefallen. Ich war nicht bei der Eindeckung dabei. Wie kommen die da rein? Wird da mit Werkzeug dagegen gedrückt? Sind diese Druckstellen später die Problemzonen die dann reißen?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Klebeflächen? Meinst du die Naht? Also die Überlappung zweier Bahnen untereinander? Falls ja:


    Die werden mit Warmgas (Heißluftföhn) und Andrückrolle gefügt. Nahtkontrolle passiert mit einer Prüfnadel. Die sollte nur mit leichtem Druck gegen die Naht gesetzt werden und i.d.R. nicht spitz zulaufen. Die hinterlassen aber keine Eindrücke. Hast du n Foto?


    Zu heiß geföhnt oder Luft innerhalb der Naht?

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  • Leider komme ich erst nächste Woche wieder da hin und dann komme ich nur aufs Dach, wenn das Treppengerüst noch steht. Die sichelförmigen Muster sind auf der Überlappung und nahezu gleichmäßigem Abstand, sehen aber haargenau so aus wie auf dem geposteten Bildern hier. Deswegen dachte ich, entweder ist darunter eine Befestigung und zu dem Muster kommt es, weil sich die Folie dort ungleich verzerrt, oder man hat mit einem Werkzeug angedrückt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...