Gefälle für Einfahrt

  • Hallo an alle,


    Ich habe einen Hof, an hinterer Seite ist der 5.5m breit, vorne zu der Straße 3m breit und die gesamte Länge beträgt 28m.


    Der Hof ist derzeit mit zwei Gefällen 1 x nach innen ca 20m lang und 1 x nach aussen ca 8m lang. Innen ist eine Rinne auf die ganze Breite eingebaut, aussen nichts.


    Gäfelle beträgt 10cm zu der Straße.



    Meine Frage wäre ob das zulässig ist nur 1 x Gefälle nach aussen zu machen, also mit 10cm auf 28m?


    Besten Dank im voraus.


    Grüße,
    Seva

  • Vielleicht habe ich etwas noch nicht richtig verstanden, aber weshalb sollte Richtung Straße ein stärkeres oder geteiltes Gefälle erforderlich sein?


    Verstehe ich richtig, dass das Niederschlagswasser von der kurzen Strecke ins öffentliche Straßenland geleitet wird?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Vielleicht habe ich etwas noch nicht richtig verstanden, aber weshalb sollte Richtung Straße ein stärkeres oder geteiltes Gefälle erforderlich sein?


    Verstehe ich richtig, dass das Niederschlagswasser von der kurzen Strecke ins öffentliche Straßenland geleitet wird?

    Aus unserer Sicht ist unser Hof mit dieser doppelseitigen Gefälle gar nicht schön aussieht, beim reinfaren die 6-8m erst "Berg hoch" und die 3/4 der Strecke etwas flacher (Berg runter). Ich mache morgen ein Foto von.


    Niederschlagswasser fließt von der kürzeste
    Strecke ins öffentliche Straßenland.

    nicht zulässig und nicht machbar . 10cm auf 28m ist deutlich zu wenig

    machbar ist das schon, bloß ob man so was macht...das ist die Frage...ich habe nirgendwo gefunden wo das schwarz auf weiß drinsteht dass man so und so es machen muss...z.B. Einfahrt mit einer Breite von 3m mit einer Gefälle von 1cm (1%) auf 1m zu machen ist..

  • 1% ist zu wenig .


    und 10 cm auf 28 m ergibt 1% ??


    der taschenrechner ist kaputt......

    wo habe ich geschrieben dass bei 28m Länge und 10cm Absenkung eine Gegälle von 1% ist?


    ---------- 13. April 2018, 06:43 ----------


    ok Männer, jetzt ist mir klar, das ist definitiv zu wenig.


    Was kann man noch machen?

  • 28m ist ja keine normale Einfahrt mehr.. das ist eine Zufahrt.


    Üblicherweise legt man Straßen mit einem Querneigung an, so dass das Niederschlagswasser sicher auf eine oder beide Seiten geleitet werden.
    Das wussten sogar schon die Römer.
    2,5% sind ein üblicher Wert.


    Eine Entwässerung über die "Längsneigung" funktioniert nur dann, wenn das Gefälle "zufällig" passt - schließlich ist es ja durch die beiden Enden der Straße fest definiert... 10cm auf 28m sind "gar nix".

  • Niederschlagswasser fließt von der kürzeste Strecke ins öffentliche Straßenland.

    wie bereits von wwi angemerkt nicht zulässig, du musst das Wasser auf deinem eigenen [definition=52,1]Grundstück[/definition] fassen/entsorgen.


    Und bezüglich der Höhengestaltung:

    • Eine Deckenhöhenplanung wird dir auch hier niemand für lau machen
    • und zur Abschätzung der Möglichkeiten fehlen die relevanten Informationen/Planunterlagen, du hast ja mal gerade ein paar Basisinfos mehr oder weniger wild in den Raum geworfen

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH

  • Solange es dein Privatgrund ist und du allein diesen Weg nutzt, kannst da Gefälle einbauen wie du willst. Einzige Bedingung... Anfallendes Regenwasser darf nicht auf die öffentliche Straße geleitet werden. Da könnte man aber mit eine Rinne an der Grenze zu Straße abfangen.


    Möglich wäre es auch die Hoffläche , -wie schon angesprochen- seitlich zu neigen oder zur mitte hin entwässern.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Das Längsgefälle ist i.d.R. ein Trassierungselement, um mit dem Weg bzw. der Zufahrt 2 Punkte zu verbinden, die auf unterschiedlichen Höhen liegen.
    Zur Straßen- und Wegeentwässerung dient i.d.R. das Quergefälle. Dieses kann pultförmig oder als Dachgefälle ausgebildet werden, seltener V-förmig. Das Quergefälle beträgt regelmäßig so ab 2,5%. Weniger Gefälle, insbesondere unter 2%, sollte man nicht machen, da aufgrund von Herstellungstoleranzen, Setzungen und aus Materialeigenschaften es zu (fast) gefällelosen Flächen oder zu Mulden kommen kann, in denen sich das Wasser sammelt.


    Entwässerung Richtung Straße: siehe oben
    Lösung (Rinne, Mulde, Gegegefälle, ...): siehe oben


    10cm Längsgefälle auf 28m kann man machen, solange die Flächenentwässerung über das Quergefälle gewährleistet ist. Bei ausreichend Quergefälle kommt am Übergang vom eigenen [definition=52,1]Grundstück[/definition] auf ein fremdes [definition=52,1]Grundstück[/definition] nur noch wenig Wasser an, was dann über eine kleine Rinne problemlos abgeführt und versickert werden kann.


    Auf Garagenzufahrten wird i.d.R. immer mit dem selben Fahrzeug gefahren und damit immer mit der gleichen Spurweite ( sog. spurtreues Fahren). Das muss bei der Herstellung der Zufahrt (Material, Aushubtiefe, Einbau lagenweise, Verdichtungsgrad, Ev2-Werte, usw. usf.) beachtet werden, sonst kommt es zu Spurrinnenbildungen. Dort sammelt sich das Wasser und weicht den Untergrund auf, anstatt abzulaufen. Wenn sich Wasser sammelt und nicht abläuft, sammeln sich auch Staub, Blüten, Pollen, Samen, Dreck, und lagern sich auf der Fahrbahn ab, anstatt mit dem Regen abgespült zu werden. Danach bleibt der nächste Regen noch länger liegen.


    Bei freier Entwässerung über das Quergefälle müssen die Randebereiche (Bankette) entsprechend ausgebildet werden, damit das Wasser auch ablaufen kann, und nicht - wie so oft bei Wegen in Parks - an der Grasnarbe hängen bleibt.


    Viele Straßen haben wenig bis gar kein Längsgefäll oder bilden gar eine Wanne, ABER über das Quergefälle und z.B. über Pendelrinnen wird eine Entwässerung sichergestellt.


    Notfalls muss man 2 befestigte Fahrspuren herstellen und den Rest des Weges sickerfähig ausbilden, wenn es aus Kostengründen einfach und preiswert gehalten werden muss.


    Geht, aber muss durchdacht und zu Papier gebracht werden.
    Entweder von einem Planenden oder vom Auftraggeber selber, damit der Ausführende sich darauf berufen kann.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)