Baustopp nach über einem Jahr durch Landratsamt wegen angeblich fehlendem Standsicherheitsnachweis

  • Hallo zusammen,


    folgendes ist gegeben:
    Gebaut wird mit [definition=32,0]GU[/definition]
    Baustart war Februar 2017
    in Baden-Württemberg


    Heute kam ein Brief vom Landratsamt, dass bei einer Baukontrolle festgestellt worden ist, dass unser Haus schon errichtet worden ist (was wohl nach denen nicht sein sollte). Die Baugenehmigung wurde im Sommer 2016 erteilt. Allerdings wurde die erforderliche Baufreigabe "Roter Punkt" bis dato nicht erteilt, da der Standsicherheitsnachweis nach §10 Abs. 2 LBOVVO nicht vorliegt. Da laut Aussage vom Bauleiter die Statik zum Zeitpunkt des Bauantrags noch nicht komplett fertig war. Aufgrund dessen hat das Landratsamt nun einen Baustopp verhängt und ein Bußgeldverfahren eingeleitet.


    Vor Allem wurde mit dem Bau vor über einem Jahr begonnen, selbst die Vermessung ins Katasteramt ist schon abgeschlossen seit einigen Monaten.


    Der Bauleiter bekommt ebenfalls dieses Schreiben und ist informiert. Er wollte dann seinen Statiker beauftragen, den Nachweis nach zu reichen.


    Dazu nun meine Fragen:


    1.) Liegt so etwas nun in der Verantwortung vom Bauherr oder kann man als Bauherr davon ausgehen, dass alles passt, wenn der [definition=32,0]GU[/definition] mit dem Bau startet?
    2.) Kann jemand etwas sagen, welch ein Bußgeld nun auf uns zukommt?
    3.) Mit welchen Konsequenzen/Bußgeld wäre zu rechnen, wenn man trotz Baustopp weiterbaut? Ich hoffe ja schon, dass das nächste Woche geklärt ist und momentan wird auf den Estrichbauer gewartet.


    Vielen Dank

    • Verantwortung liegt nach BauO BaWü beim Bauherrn, Bauunternehmer und Bauleiter. Das heißt alle drei kann es treffen.
    • Für BaWü habe ich keine VO, Bußgeldkatalog o.ä. gefunden. In anderen Bundesländern sind Bußgelder ab einigen hundert € bis zu 10.000 € pro Beteiligtem festgesetzt.
    • Wenn man dann allerdings trotz eines bereits behördlich verhängten Baustopps weiterbaut, wird es noch teurer.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • d.h.
    Du hast einen Architekten mit der Planung beauftragt? (und womit noch? LPH x - y)
    Wer ist Bauleiter?


    Als Bauherr hast Du immer schlechte Karten, die Frage ist nur, ob Du Dich an einem der anderen Beteiligten schadlos halten kannst, bzw. wer noch mit in´s Boot geholt wird.
    Die Aufgaben des Planers und Bauleiters sind in der [definition=39,0]LBO[/definition] beschrieben. Die Höhe des möglichen Bußgeldes ist in der [definition=39,0]LBO[/definition] nur als Obergrenze genannt, wie Dein Fall dann eingeschätzt wird, das kann ich nicht sagen. Ein Hausbau ohne Freigabe ist jedoch kein Kavaliersdelikt, das könnte also etwas teurer werden, zumal mit dem Hausbau schon vor etwa 1 Jahr begonnen wurde.


    Ich glaube @Rose24 kann dazu sicherlich noch Details liefern.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Du hast einen Architekten mit der Planung beauftragt? (und womit noch? LPH x - y)
    Wer ist Bauleiter?

    Ich baue mit einem [definition=32,0]GU[/definition], welcher der Bauleiter ist und die Planungen, Baugesuch etc. übernommen hat. Mit dem Architekt und Statiker des GUs hatte ich nie direkten Kontakt. Zwischen Baugenehmigung und Baustart lag über ein halbes Jahr und als Bauherr ging ich davon aus, dass mit den Genehmigungen etc. alles stimmte, als der [definition=32,0]GU[/definition] mit dem Bau begonnen hat.

  • Ich spekuliere mal, als Bauherr bist Du immer mit dabei, und den Kampf mit Deinem AN musst Du selbst ausfechten. Aber wie gesagt, Spekulation.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Oh - sch...
    Tja - zu Ordnungswidrigkeiten findest Du alles in § 75 der Bauordnung Ba-Wü. Bußgeldrahmen geht in Ba-Wü bis 100.000 €. Was so üblich ist, kann in jedem Landratsamt anders sein, da es vermutlich auch in Ba-Wü keinen Bußgeldkatalog gibt. Bei uns wäre es vermutlich in unterer vierstelliger Betrag. Der zutreffende Tatbestand in Deinem Fall ist Bauen ohne Baugenehmigung.


    Wenn Du einfach weiter baust, wird - falls angedroht - ein Zwangsgeld fällig und Du begehst einen weiteren Verstoß, der mit einem erhöhten Bußgeld geahndet werden kann. Du solltest das besser nicht riskieren und sehen, dass die Statik so schnell wie möglich vorgelegt wird.


    Ja - und verantwortlich für den Verstoß sind Bauherr und Unternehmer gleichermaßen. Das heißt aber nicht, dass die Summe geteilt wird, sondern in der Regel bekommen beide jeweils entsprechend ihrer Verantwortlichkeit ein eigenes Bußgeld. Du könntest im Anhörungsverfahren so argumentieren, dass Du einen [definition=32,0]GU[/definition] beauftragt hast und Du davon ausgegangen bis, dass sich der um alles kümmert. Wenn Du das Bußgeld nicht akzeptieren möchtest, kannst Du Einspruch zum Amtsgericht erheben. Oft kann man vor Gericht das Bußgeld 'runterhandeln.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • @Rose24


    Bei einem [definition=32,0]GU[/definition] könnte es aber so sein,das er mit dem einreichen des Baugesuch garnichts zutun hat.


    Wenn der Bauherr also das Baugesuch eingereicht hat,bei den Unterlagen nur die Unterschriften des Bauherren sind,dann geht etstmal ein Busgeldbescheid an den Bauherren.


    Auch wenn das was anderes nun ist,bei uns hat der Erdbauer Randsteine der Gemeinde beschädigt.(Bagger)


    Die Rechnung ging nicht an den Verursacher.Sonder an uns den Bauherr.Da wir die Eigentümer des Grundstůck sind.Beim Bauträger sieht das anders aus.


    Dann musst der TS die schuld dem [definition=32,0]GU[/definition] zuschieben.Das Landratsamt schnappt sich immer erst den Bauherren.


    Der Bauherren darf sich dann damit auseinandersetzen.


    Zumindest war das bei uns so.
    Bei allen Problemen waren erstmal wir die mit der A...Karte.

  • Nein - der [definition=32,0]GU[/definition] darf doch auch nicht ohne Statik bauen. Er muss sich vergewissern, ob diese vorliegt - und wenn erst sogar damit beauftragt war, die Statik beizubringen, handelt er vorsätzlich, sobald er ohne baut.
    Da das Landratsamt die Vertragsverhältnisse aber ja nicht kennt, wird zuerst der Bauherr in die Mangel genommen, das stimmt schon. Oft kommen dann aber entsprechende Hinweise - und dann ist auch der [definition=32,0]GU[/definition] dran.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Nein - der [definition=32,0]GU[/definition] darf doch auch nicht ohne Statik bauen. Er muss sich vergewissern, ob diese vorliegt - und wenn erst sogar damit beauftragt war, die Statik beizubringen, handelt er vorsätzlich, sobald er ohne baut.

    Ich nehme mal an, dass es die Statik ja gab und die dem [definition=32,0]GU[/definition] auch vorlag. Es wurde ja wohl nur verpasst, die dem LRA nachzureichen.
    Wenn es so war und das auch zu beweisen ist, dann fände ich vierstellige Bußgelder schon verwunderlich.

  • Deswegen hatte ich gefragt, wer mit was, wo, wie beauftragt war, und der TE hat nach seiner obigen Aussage anscheinend das all inclusive Paket gebucht. Somit ist der [definition=32,0]GU[/definition] als Planer und Bauleiter benannt und hat dafür sicherlich auch unterschrieben. Wie nun das Bußgeld "aufgeteilt" wird, da kann man derzeit nur raten. Sicher ist, dass der Bauherr als Eigentümer immer mit im Boot sitzt.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bauherr sein Bußgeld auf Null runterhandeln kann, schon gar nicht in erster Instanz durch einen Widerspruch. Er wird dafür also den nächsten Schritt gehen müssen, sprich er muss das Gericht von seiner Unschuld überzeugen, und/oder den Betrag dem [definition=32,0]GU[/definition] gegenüber geltend machen.


    Ein Bußgeldbescheid ergeht normalerweise nicht grundlos, es ist also wohl kaum möglich, das Bußgeld auf Null zu reduzieren. Ob man den verbleibenden Betrag dann abschreibt, oder beim [definition=32,0]GU[/definition] geltend macht, das wäre dann zu entscheiden.


    ---------- 7. April 2018, 09:55 ----------


    @feelfree für das "Amt" ist die Statik nicht vorhanden, so lange sie nicht auf dem Tisch liegt. Da ist es egal, wo bzw. bei wem sie liegt.


    Das wäre eine Sache zwischen TE und [definition=32,0]GU[/definition], das Amt hat damit an sich nichts zu tun.


    Das könnte man vielleicht noch mit einer Steuererklärung vergleichen, die der Steuerberater nicht oder zu spät einreicht. Da muss auch der Steuerpflichtige das Bußgeld bezahlen, und dann versuchen den Steuerberater in die Verantwortung zu nehmen. Das Amt interessiert sich nicht dafür, wie der Steuerpflichtige das mit seinem StB regelt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • @feelfree für das "Amt" ist die Statik nicht vorhanden, so lange sie nicht auf dem Tisch liegt. Da ist es egal, wo bzw. bei wem sie liegt.

    Das ist mir schon klar. Ich verstehe auch, dass das Amt jetzt einen Baustopp verhängt und ein Bußgeld, denn immerhin hatten sie jetzt auch damit den Aufwand. Nur ein 4-stelliges Bußgeld würde mich halt verwundern. Für mich wäre das nicht wie "Fahren ohne Führerschein" sondern eher wie "Fahren, ohne Ausweispapiere und Führerschein bei sich zu haben".

  • Das ist "Bauen ohne Baugenehmigung " ,und ich weiß nicht, wie weit hier der Gestaltungsspielraum bei den Ämtern ist.
    Nicht vergessen, der Bau läuft schon etwa 1 Jahr, und es geht nicht um eine Gartenhütte.


    Das Amt könnte sich vielleicht auf den Standpunkt stellen, "wer letztendlich die Zeche bezahlt, das sollen die Beiden untereinander ausmachen ".


    Die Höhe von Bußgeldern ist nicht immer einleuchtend. USt. VA 1 Tag verspätet, und schon sind beispielsweise 400, - € weg, EkSt. Erklärung oder VZ verspätet, und es sind nur 100,- € oder nur eine Mahngebühr von x €


    Das Amt geht beispielsweise nach Katalog vor, Rechtsprechung ist nicht deren Aufgabe. So kann es zu Bußgeldbescheiden kommen, die man als ungerecht empfindet, aber das zu entscheiden obliegt dann den Gerichten.


    Ob hier ein vierstelliger Betrag gerechtfertigt ist? Ich weiß es nicht. Für Bauen ohne Genehmigung wäre das in meinen Augen noch sehr moderat. Eine fehlende Statik ist ja keine Kleinigkeit.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich nehme mal an, dass es die Statik ja gab und die dem [definition=32,0]GU[/definition] auch vorlag. Es wurde ja wohl nur verpasst, die dem LRA nachzureichen.Wenn es so war und das auch zu beweisen ist, dann fände ich vierstellige Bußgelder schon verwunderlich.

    Wenn es die Statik gab und diese auch fertig war, muss das bewiesen werden. Vierstelliges Bußgeld wäre es dann, wenn auch tatsächlich keine Statik existierte. Der TE hat ja geschrieben, dass die Statik bei Bauantragstellung nicht fertig war.
    Ich hatte einen Fall, da gab es auch tatsächlich keine Statik (der Statikersteller hat das in der Zeugeneinvernahme mitgeteilt), da war das Bußgeld - glaube ich - bei ca. 2.500 €. Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass im Wohnzimmer eine zusätzliche Stütze eingebaut werden musste. Der Bauherr hat übrigens damals keinen Einspruch eingelegt.


    Ich habe ja nur eine ungefähre Hausnummer genannt - es kommt natürlich immer auf die Besonderheiten im Einzelfall an. Die kennen wir ja nicht. Da spielen viel mehr Faktoren eine Rolle, als dem Laien bekannt ist. Aber der TE wollte ja wissen, mit was u.U. zu rechnen ist.


    Ganz nebenbei bemerkt: ein Bußgeld muss schon ein bisschen schmerzen - es soll ja einen Lerneffekt bei dem Betroffenen auslösen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ganz nebenbei bemerkt: ein Bußgeld muss schon ein bisschen schmerzen - es soll ja einen Lerneffekt bei dem Betroffenen auslösen.

    Man könnte sich aber auch die Frage stellen warum nach 1 Jahr auf ein Mal Interesse an der Baustelle besteht und warum überhaupt eine Genehmigung erteilt wird, wenn die Unterlagen nicht vollständig sind. Wenn es da nur entweder/ oder gibt, warum handelt man dann auch nicht so? Ich glaube der Lerneffekt bei dem TS wird gering sein. A. wird er wohl nicht noch mal bauen, B. dürfte das Verständnis gering sein nun einen 4stelligen Betrag zu zahlen (im schlimmsten Fall). Ein Bauherr könnte "fachlich" ja nicht mal prüfen ob die Statik vollständig oder gar korrekt wäre. Sollte er einen Dritten mit der Überprüfung des [definition=32,0]GU[/definition] beauftragen? Da dürfte sich die Frage stellen, warum dann überhaupt einen [definition=32,0]GU[/definition]? :D

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Das ist mir schon klar. Ich verstehe auch, dass das Amt jetzt einen Baustopp verhängt und ein Bußgeld, denn immerhin hatten sie jetzt auch damit den Aufwand. Nur ein 4-stelliges Bußgeld würde mich halt verwundern. Für mich wäre das nicht wie "Fahren ohne Führerschein" sondern eher wie "Fahren, ohne Ausweispapiere und Führerschein bei sich zu haben".

    Erstmal wurde der Fahrzeugführende angehalten und hatte offensichtlich keinen Führerschein dabei. Wenn der auf ihn ausgestellte Führerschein zuhause in der Manteltasche steckt, wird es dem Fahrzeugführenden nicht schwerfallen, ihn innerhalb kürzester Zeit vorzulegen bzw. vorlegen zu lassen. Dann ist das Vergehen auch deutlich geringer als bei Nichtexistenz eines Führerscheins. Was tatsächlich der Fall ist, zuhause vergessen, noch nicht die Prüfung gemacht oder vorübergehendes Fahrverbot, wird sich zeigen.


    (Ich hatte grad ein entsprechendes Erlebnis, als ich einem Bauherrn raten musste, mit dem Baubeginn für eine Typengebäude zu warten, bis die Statik dafür ihm und der Bauaufsicht tatsächlich vorliegen. Er wurde wochenlang vom [definition=32,0]GU[/definition] vertröstet, es sei alles da, nur irgendwas war immer grad, morgen werde er die Statik aber bestimmt, ganz bestimmt, bekommen. Der Bauherr wurde immer saurer auf mich, weil ihm durch die wiederholten Vertröstungen der pünktliche Saisonstart vermasselt wurde: „Skeptiker, mir gehen jeden Tag, an dem ich nicht produzieren kann, X Euro verloren. Es muss endlich losgehen, ist doch nur eine Formalität, der soll schon ´mal anfangen!“ Gestern kam nach 4 Wochen endlich die Statik mit einem umständlich Begleitschreiben: Aufgrund der extrem starken Winde am Bauplatz müsse das Typengebäude leider mit erheblich größeren Tragprofilen und zahlreichen zusätzlichen Aussteifungsprofilen gebaut werden, die Fundamente müssten wegen des auch noch besonders schlechten Bodens leider doppelt so tief und auch mit verdoppeltem Durchmesser hergestellt werden. Das Typengebäude werde deshalb leider um 30 % teurer werden. Man gehe davon aus, dass ... Der [definition=32,0]GU[/definition] verkauft in ganz D ausschließlich Typengebäude einer bestimmten Bauart, Größe und Nutzung. Das Gebäude steht in einem mitteldichten Laubwald auf mitteldicht gelagerten Sanden und Kiesen. Ergo gibt es für die verkauften Typengebäude offensichtlich keine korrekte Typenstatik. In unserem Fall ist sogar alles etwas kleiner, als normal. Anscheinend störte das bisher aber sonst noch niemanden. Der Bauherr zahlt jetzt zähneknirschend 27% mehr und freut sich ab Ende Mai hoffentlich ein standsicheres betriebsbereites Gebäude zu haben.


    Bevor es Fragen nach meiner Verantwortung als Architekt gibt: Ich bin nur mit der Genehmigungsplanung für das Objekt beauftragt. Der Bauherr wollte nur schnell eine Genehmigung haben, das Typengebäude hatte er schon bestellt. Er war aber sicherheitshalber zum Bauamt gegangen, um sich zu vergewissern, dass er, wie vom [definition=32,0]GU[/definition] behauptet, wirklich keinen Bauantrag stellen muss. Einen Freistellungsantrag muss er aber auch für Gebäudekklasse 1 im B-Plan-Gebiet stellen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker ()

  • Man könnte sich aber auch die Frage stellen warum nach 1 Jahr auf ein Mal Interesse an der Baustelle besteht und warum überhaupt eine Genehmigung erteilt wird, wenn die Unterlagen nicht vollständig sind. Wenn es da nur entweder/ oder gibt, warum handelt man dann auch nicht so? Ich glaube der Lerneffekt bei dem TS wird gering sein. A. wird er wohl nicht noch mal bauen, B. dürfte das Verständnis gering sein nun einen 4stelligen Betrag zu zahlen (im schlimmsten Fall). Ein Bauherr könnte "fachlich" ja nicht mal prüfen ob die Statik vollständig oder gar korrekt wäre. Sollte er einen Dritten mit der Überprüfung des [definition=32,0]GU[/definition] beauftragen? Da dürfte sich die Frage stellen, warum dann überhaupt einen [definition=32,0]GU[/definition]? :D

    Man könnte sich vieles fragen...
    Ich kenne jetzt das Verfahren in Ba-Wü nicht, offenbar brauchen die dort eine Freigabe, bevor sie tatsächlich zu bauen beginnen dürfen ("Roter Punkt"). Die lag wohl nicht vor. Die Beamten sind nicht überall und manchmal fällt eben erst zufällig auf, dass ein Bauherr schon mit dem Bau begonnen hat (oft wird ja auch die Baubeginnsanzeige nicht oder zu spät vorgelegt).


    Aber keine Angst - im Bußgeldverfahren muss die Behörde auch Beweise für den Tatvorwurf vorlegen - sonst erleidet sie vor Gericht Schiffbruch. Bevor es einen Bußgeldbescheid gibt, wird man angehört und kann ja ggf. zur Klärung beitragen. Und beim Unternehmer hätte ein Bußgeld wohl durchaus einen Lerneffekt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Also eigentlich ist das beim [definition=32,0]GU[/definition] so.Der macht die Unterlagen fertig,übergibt es dem Bauherr und der reicht es ein.Passt was nicht,
    bekommt der Bauherr die Unterlagen zurück oder die Mitteilung es fehlt was.Das er wiederum dem [definition=32,0]GU[/definition] mitteilen muss.


    Bei uns waren zwei Punkte nicht OK.Also ging das Baugesuch( 8facher Ausführung )zurück an uns.Wir wiederum haben
    dem [definition=33,0]GÜ[/definition] mitgeteilt,das hier nicht alles passt.Also hat der [definition=33,0]GÜ[/definition] das ändern müssen.


    Hätten wir also ihm das nicht mitgeteilt,hätte er mit dem Bau begonnen.

  • Im allgemeinen steht auch in der Genehmigung ein Pasus a´la Roter Punkt ist auf den Baustelle vorzuhalten drin. Damit wäre auch für den Laien erkennbar, dass irgendetwas faul ist, wenn die nicht vorhanden ist.
    Würde man beim Amt nachfragen, wäre die Antwort gekommen: Statik liegt nicht vor, wenn die da ist, gibts den roten Punkt, vorher darf nicht begonnen werden.


    SO einfach kommt der Laie also nicht raus.


    Natürlich hätte der [definition=33,0]GÜ[/definition] nach dem Punkt fragen müssen, aber ....


    Ich denke hier gebührt beiden (Bauherr und [definition=33,0]GÜ[/definition]) ein Ordnungsgeld

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nochmals Fragen zum Baustopp:


    gibt es eine genaue Definition bezüglich Baustopp?
    -Darf man dort im Bau aufräumen?
    -Darf man ein Loch graben für ein kleines Wärmepumpenfundament? Das ist ja nichts direkt am Haus und bedarf ja keiner Genehmigung
    -Im fensterlosen Kellerraum am Zählerschrank arbeiten?
    -Wie sieht es aus, wenn ich in der Garage Werkzeug zusammensuche, um es wo anders zu benutzen und dann eine Kontrolle stattfindet?
    -Oder sollte man in der Zeit besser komplett dem Bau fern bleiben?
    -Dürfen "Kontrolleure" ins Haus?


    Danke

  • Das ist so nicht klar aussagbar. Im Moment ist es ein unautorisierter (man kan auch sagen Scharzbau) äja ein ungenehmigter Bau. Alles sollte man alles unterlassen, was man als weiter bauen ansehen kann. Alles.


    Zu manchen aufgeworfenen Punkten:
    Er baut in BW. Hier ist Baugenehmigung und Baufreigabe getrennt.
    In der Baugenehmigung steht ganz vorne als allererstes, wenn noch Themen für die Baufreigabe fehlen.
    Erst dann wird der grüne, rote oder ggf. Ein halber roter Punkt ausgestellt. Der ist abzuholen und sichtbar aufzuhängen.
    Wobei genau genommen die Baugenehmigung ja mit Auflagen erteilt wird. Somit ist die Baugenehmigung erst vollständig erteilt, wenn auch alle Auflagen erfüllt sind.
    Das wir gerne übersehen.


    Der TE gibt [definition=32,0]GU[/definition] an, sagt aber, der hätte die Weiteren Planungen im Auftrag. Dann wäre es ein [definition=33,0]GÜ[/definition].
    Aber kein Bauträger. Also bleibt der Bauherr ganz oben in der Kette. Dann kommt der Bauleiter. Wer ist als [definition=39,0]LBO[/definition] Bauleiter beim Amt gemeldet?
    Ist jemand mit der Tragwerksplanung beauftragt - statische Nachweise, Ausführungspläne auch für Holz und Stahl?
    Warum hat der keine Erklärung zum Standsicherheitsnachweis abgegeben?


    Oder wurde sogar eine bautechnische Prüfung angeordnet? Und dazu nix eingereicht?


    Da darf sich nun der Bauherr hinterklemmen und erst irgendwelche Aktivitäten weiter gehen lassen, wenn der Sachverhalt intern geklärt ist und man sich mit dem Bauamt hier LRA abgestimmt hat.


    Warum erst jetzt?
    Jemand hat mal nachgefragt, der Baukontrolleur hat auch mal die Baustelle abgeklappert...
    Nicht überall hat man eine dchte Personaldecke für alle Kontrollen.

    Nachdenken kostet extra!

  • Der TE gibt [definition=32,0]GU[/definition] an, sagt aber, der hätte die Weiteren Planungen im Auftrag. Dann wäre es ein [definition=33,0]GÜ[/definition].
    Aber kein Bauträger. Also bleibt der Bauherr ganz oben in der Kette. Dann kommt der Bauleiter. Wer ist als [definition=39,0]LBO[/definition] Bauleiter beim Amt gemeldet?
    Ist jemand mit der Tragwerksplanung beauftragt - statische Nachweise, Ausführungspläne auch für Holz und Stahl?
    Warum hat der keine Erklärung zum Standsicherheitsnachweis abgegeben?

    Ich meine schon, dass es ein [definition=32,0]GU[/definition] ist. Das Bauunternehmen hat die Planungen, Bauantrag etc. übernommen. Statikplanung wurde vom Bauunternehmen beauftragt bzw. übernommen. Ob der Statiker beim Bauunternehmen angestellt ist oder extern ist, weiß ich nicht. Hatten nie direkten Kontakt mit dem Statiker. Bauleiter ist der "Chef" des Bauunternehmens, was auch so beim Landratsamt gemeldet ist. Das Bauunternehmen beschäftigt selber Handwerken und hat den Aushub in Auftrag gegeben. Der Keller wurde vom Bauunternehmen selber erstellt. Das Holzständerhaus wurde wiederum von einer Zimmerei gebaut. Die Zimmerei haben wir aber nicht selbst beauftragt, sondern wurde vom Bauunternehmen beauftragt. Wir haben einen Vertrag mit dem Bauunternehmen und bezahlen die Planungsleistungen, Erdarbeiten, Keller, Holzständerhaus, Garage an das Bauunternehmen. Die restlichen Gewerke werden separat vergeben. Man hätte das Haus aber auch schlüsselfertig vom Bauunternehmen kaufen können. Vielleicht ein wenig ungewöhnliches Konstrukt. Aber macht es einen unterschied ob [definition=32,0]GU[/definition] oder [definition=33,0]GÜ[/definition]?

  • [definition=32,0]GU[/definition] - [definition=33,0]GÜ[/definition] - das ist hier wohl eher zweitrangig. Ich würde aber auch von [definition=33,0]GÜ[/definition] ausgehen.


    Egal - Du darfst erst einmal keine weiteren Bauarbeiten ausführen, dazu gehören auch die Fundamente für die WP und das Basteln am Zählerschrank. Und ja - der Baukontrolleur darf auch ins Haus. Im Zweifel besser fragen, was noch geht - vermutlich sind aber alle Bauarbeiten eingestellt und das ist wirklich alles, was zur Fertigstellung des Hauses zählt.


    Aufräumen, Baustelle sichern, das ist sicher kein Problem. Sieh' zu, dass Du schnell die fehlende Statik auf die Beine stellst, dann kann es weitergehen. Und am besten auf Kooperation machen, das hilft auch im Bußgeldverfahren.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich meine schon, dass es ein [definition=32,0]GU[/definition] ist. Das Bauunternehmen hat die Planungen, Bauantrag etc. übernommen.

    Also ein „fast-GÜ“, weil er plant und (fast) alles ausführt.

    ... macht es einen unterschied ob [definition=32,0]GU[/definition] oder [definition=33,0]GÜ[/definition]?

    Ja, bei einem [definition=32,0]GU[/definition] hättest Du Dir gegenüber zwei Partner im Boot ([definition=32,0]GU[/definition] + freier Planer), bei einem [definition=33,0]GÜ[/definition] seid ihr nur zu zweit. Das ist meines Wissens aber für Dich in der Konsequenz egal, weil das Bußgeld nicht aufgeteilt wird und es muss deshalb hier nicht weiter erörtert werden.


    Ansonsten: Wie @Pemu schreibt: Vorerst alles, wirklich alles, unterlassen, was auch nur ansatzweise nach „Weiterbau“ aussieht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker ()

  • Hier ist Baugenehmigung und Baufreigabe getrennt.
    In der Baugenehmigung steht ganz vorne als allererstes, wenn noch Themen für die Baufreigabe fehlen.
    Erst dann wird der grüne, rote oder ggf. Ein halber roter Punkt ausgestellt. Der ist abzuholen und sichtbar aufzuhängen.
    Wobei genau genommen die Baugenehmigung ja mit Auflagen erteilt wird. Somit ist die Baugenehmigung erst vollständig erteilt, wenn auch alle Auflagen erfüllt sind.
    Das wir gerne übersehen.

    Also habe die Baugenehmigung nochmals angeschaut. Dort steht folgender Text:


    Mit der Ausführung des Vorhabens darf erst nach Erteilung des Baufreigabescheines ("Roter Punkt") begonnen werden. Der
    Baufreigabeschein wird erteilt, wenn die nachfolgenden Voraussetzungen für dieBaufreigabe erfüllt sind.
    Voraussetzungen für die Baufreigabe:
    Vorlage der Erklärung zum Standsicherheitsnachweis nach § 1 O Abs. 2LBOVVO.


    Und das wurde nicht beachtet. Allerdings bin ich davon ausgegangen, dass die Statik dann eingereicht wird und dass der Rote Punkt kommt. Wer dafür zuständig ist, war mir allerdings nicht klar. Ging naiv davon aus, dass dies vom Bauunternehmen erledigt wird. Dass es den Roten Punkt gibt war mir bekannt. Aber dass man den unbedingt braucht, war nicht klar. Da man den auch nicht bei jedem Bau sieht. Also Laie kann man sich auch nicht in alles wissen bzw. sich Wissen aneignen. Und als das Bauunternehmen mit den Arbeiten angefangen hat, sollte man als Laie ausgehen, dass die Freigabe da ist. Aber bringt jetzt im Nachhinein auch nichts mehr.

    Sieh' zu, dass Du schnell die fehlende Statik auf die Beine stellst, dann kann es weitergehen. Und am besten auf Kooperation machen, das hilft auch im Bußgeldverfahren.

    Die Statik soll laut Bauleiter schon lange erledigt sein. Er hat noch am Freitag den Statiker beauftragt haben, die Statik ans LRA zu senden. Werde morgen nachfragen, wie nun der Stand ist etc.. Dann sieht man weiter, wie lange der Baustopp anhalten muss und was das LRA sagt. Mit dem Bußgeld wird noch ein anderes Thema.

  • Das Landratsamt muss den Bau freigeben, sobald die Statik da ist. Die dürfen sich da nicht unnötig Zeit lassen, sonst würden sie u.U. schadenersatzpflichtig.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Und wenn es EILT, dann bringt man als Verantwortlicher die fehlende Erklärung zum Standsicherheitsnachweis schnellstmöglich höchstpersönlich zu der zuständigen Bearbeiterin der Baubehörde, lässt sich den Erhalt und nachfolgend die sofortige Aufhebung des Baustopps mit freundlichem, aber leicht zerknirschten Lächeln schriftlich bestätigen, und dann kann am Montagmorgen nach der Frühstückspause ganz legal weitergebaut werden. So würde ich das jedenfalls machen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Die wollen die Statik nämlich gar nicht. Die wollen nur die uneingeschränkte Erklärung zum Standsicherheitsnachweis vorliegen haben.


    Jupp: man sollte das umgehend per Original, nix Fax, nix email ....
    Die reagieren umgehend, stellen den roten Punkt aus und legen zur Abholung bereit. Kostet Gebühr.


    Der Schriftverkehr geht an den Bauherren. Ggf. Noch an den Planverfasser oder Bauleiter, nicht überall.
    Den Roten Punkt muss auch der Bauherr abholen oder ne VOllmacht ausstellen.


    Noch was, wenn erst am Freitag ein Statiker beauftragt wurde .. Oder habe ich das falsch verstanden?


    Die Erklärung zum Standsicherheitsnachweis sollte natürlich rückwirkend zum Baubeginn ausgestellt sein, da ja behauptet wurde, lag alles vor wurde nur vergesßn abzugebn. Sonst wirds noch unlustig. Und keine Einschränkungen haben, wie nur für Betonkeller, nur Holzbau ....


    Ich erwähne es schon mal.

    Nachdenken kostet extra!

  • Noch was, wenn erst am Freitag ein Statiker beauftragt wurde .. Oder habe ich das falsch verstanden?

    Das hast du nicht richtig verstanden. Am Freitag hat der Bauleiter den Statiker beauftragt, den Standsicherheitsnachweis an das Landratsamt zu senden. Die Statik liegt ja schon länger vor, laut Aussage vom Bauleiter. Ich kann hier auch nur wiedergeben, was der Bauleiter mir gesagt hat.
    Werde den Bauleiter aber auf jeden Fall heute kontaktieren.

  • Ob die Statik irgendwo in der Schublade lag, ist zweitrangig, so lange sie nicht im Bauamt auf dem Tisch liegt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ob die Statik irgendwo in der Schublade lag, ist zweitrangig, so lange sie nicht im Bauamt auf dem Tisch liegt.

    Sicher? Ist meine Analogie so falsch: Wenn ich auf der Straße kontrolliert werde und meinen Führerschein nicht dabei habe ist es doch ein Unterschied, ob ich den "nur" zu Hause vergessen habe oder ob ich den Führerschein erst noch machen muss...


    Nachträglich eine Statik zu erstellen und die rückzudatieren halte ich für Urkundenfälschung.