Vertrag mit dem Rohbau ohne Leistungsbeschreibung

  • Hallo liebe Forum Mitglieder,


    wir haben uns für den Bau mit einem Architekten entschieden. Nun stehen wir kurz davor mit den Rohbauarbeiten zu beginnen und schließen demnächst ein Vertag mit der Rohbau Firma ab.
    Wir haben ein Angebot von der Firma bekommen, worin die Leistungen beschrieben werden, jedoch nicht detailliert. Es sieht im Angebot wie folgt aus: Leitungsgraben für Entwässerung bis 1,5m Tiefe, Dämmung 10cm +Sauberkeitsschicht,
    WU Bodenplatte und genauso Stichartig wie ich hier schreibe. Wir haben jedoch auch andere Angebote erhalten wo alles viel detaillierter vorlag , da wurde nicht nur Baustelleneinrichtung hin geschrieben sondern auch die einzelnen Leistungen wie Baustrom, Toilette mit Grundstandzeit.
    Laut der Firma sind diese Positionen auch in seinem Angebot enthalten, jedoch eben nicht komplett ausgeschrieben. Die Firma ist dem Architekten bekannt und ich habe auch Vertrauen aber möchte natürlich böse Überraschungen vermeiden.


    In dem Formular " Auftragserteilung " vom Architekten wird auf folgendes verwiesen :
    Gemäß ihrem Angebot erteilen wir Ihnen den Auftrag für die Ausführung der Bauleistungen, die in ihrem Angebot näher beschrieben sind ( was eben nicht so genau beschrieben wird).
    Die [definition=48,0]VOB[/definition] Teile B und C sind Vertragsbestandteil, und zwar in der derzeit geltenden Fassung
    Bürgschaft für Mängelansprüche in Höhe von 5%, Abschlagszahlung gelten §16 [definition=48,0]VOB[/definition]/B, dann sind Beginn und Fertigstellungfristen genannt.



    Reicht es so? Kann man es ohne Leistungsbeschreibung machen, denn das Angebot von der Firma ist wirklich übersichtlich und nicht genau genug, meiner Meinung nach.



    Unser Architekt hat vorgeschlagen ohne Leitungsbeschreibung zu arbeiten um die Kosten zu sparen, jedoch kann es am Ende für mich doch echt blöd enden, wenn es beim Bau heißt wir benötigen noch dieses oder jenes ( Baukran wird zum Bsp. auch nicht erwähnt ist aber wohl enthalten, habe bereits nachgefragt).



    Ich habe selber so eine Leistungsbeschreibung erstellt und dem Architekten geschickt, zwecks Ergänzung. Es findet auch nochmal ein Gespräch mit der Firma und dem Architekten wo wir alle Positionen haargenau ansprechen und dokumentieren.



    Aber Grundsätzlich die Frage: kann man so einen Auftrag erteilen ohne das alles so genau steht und auch noch ohne [definition=41,0]LV[/definition]?
    Im Prinzip vertraue ich unserem Architekten, jedoch hat er schon paar mal "verschlafen" und die fehlende Leistungen in Angeboten von anderen Gewerken übersehen ( wie Angebot vom Elektriker ohne Rollladenanschluss), daher auch mein misstrauen.



    Viele Grüße und vielen Dank

  • Ich finde es gut, wenn man so eine Geschäftsbeziehung nicht gleich mit Misstrauen beginnt. Leider zahlt sich Gutmütigkeit selten aus.



    Im Prinzip vertraue ich unserem Architekten,

    und was ist mit dem Vertrauen zur ausführenden Firma? Wenn die mit Nachträgen kommt, hilft das Vertrauen in den Architekten nur wenig.


    So eine Konstellation kann gut gehen, aber wenn sie nicht gut geht, dann ist auch klar, wer den Kürzeren zieht. Es ist in meinen Augen sicherlich nicht nötig, jeden Nagel und jede Schraube zu spezifizieren, aber die Brocken die richtig Geld kosten können, sollten vorab geklärt sein. Ich denke dafür sollte auch der Architekt Verständnis haben, schließlich geht es um Dein Geld.

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  • In dem Formular " Auftragserteilung " vom Architekten wird auf folgendes verwiesen :
    Gemäß ihrem Angebot erteilen wir Ihnen den Auftrag für die Ausführung der Bauleistungen, die in ihrem Angebot näher beschrieben sind ( was eben nicht so genau beschrieben wird). Die [definition=48,0]VOB[/definition] Teile B und C sind Vertragsbestandteil, und zwar in der derzeit geltenden Fassung Bürgschaft für Mängelansprüche in Höhe von 5%, Abschlagszahlung gelten §16 [definition=48,0]VOB[/definition]/B, dann sind Beginn und Fertigstellungfristen genannt.


    Reicht es so? Kann man es ohne Leistungsbeschreibung machen, denn das Angebot von der Firma ist wirklich übersichtlich und nicht genau genug, meiner Meinung nach.

    Auf detaillierte Leistungsbeschreibungen zu verzichten, bringt nur eine kleine Kosteneinsparung (nämlich bei der Ausschreibung), aber große Kostenunsicherheit. Ich sehe darin einen großes Risiko, bin aber auch ein eher vorsichtiger Mensch.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Was wird das dann für ein Vertrag, eine Art Pauschalpreisvertrag? Es gibt ja keine zugrundeliegenden Mengen und EP zur Abrechnung, oder?


    Unser Architekt hat vorgeschlagen ohne Leitungsbeschreibung zu arbeiten um die Kosten zu sparen, jedoch kann es am Ende für mich doch echt blöd enden, wenn es beim Bau heißt wir benötigen noch dieses oder jenes ( Baukran wird zum Bsp. auch nicht erwähnt ist aber wohl enthalten, habe bereits nachgefragt).

    Den Vorschlag des Architekten möchte ich lieber nicht kommentieren... Die Chance, das der Bauherr dabei etwas spart, sehe ich nicht. Ganz im Gegenteil, siehe Baukran...so ein Baukran braucht vielleicht auch einen entsprechenden Baustromanschluss. Ist der dann mit enthalten? Beim Rohbauer? Beim Elektriker? Irgendwo anders?

    Ich habe selber so eine Leistungsbeschreibung erstellt und dem Architekten geschickt, zwecks Ergänzung. Es findet auch nochmal ein Gespräch mit der Firma und dem Architekten wo wir alle Positionen haargenau ansprechen und dokumentieren.


    Und diese Positionen werden dann (nach Auftragserteilung???) so in den Vertrag übernommen?

  • Der Einzige, der m.E. dabei etwas spart, ist der Architekt. Er spart sich ein erschöpfend beschriebenes Leistungsverzeichnis.
    Was später auch zum Vorteil des ihm bekannten Baugeschäfts werden kann.

  • @ R.B. Die Baufirma ist mir ebenfalls bekannt aber würde ich dafür meine Hand ins Feuer legen? Denke nicht, selbst Freunde können zum Teil unwissentlich einen Fehler machen


    Skeptiker : ich bin ebenfalls sehr skeptisch, daher habe ich anhand der vielen Angeboten + Internet eine Leistungsbeschreibung erstellt und dem Architekten geschickt mit der Bitte es zu ergänzen und an die Rohbau Firma zu schicken. Ich möchte das er sich das vor dem Gespräch ebenfalls ansieht.


    karo1170 : Der Vertrag nennt sich "Auftragserteilung" und somit ja auch kein richtiger Vertrag , es wird auf die [definition=48,0]VOB[/definition] verwiesen. Die Auftragssumme wird fest definiert. In dem Auftrag steht noch folgendes: " Wir behalten uns vor weitere Sondervorschläge während der Bauzeit in Auftrag zu geben" und " die Einheitspreise sind Festpreise und gelten während der gesamten Bauzeit".
    Ein Baukran, Baustrom, Container und Toilette ist laut AN enthalten, bloß wie mache ich das fest? Im Angebot steht so ja nicht explizit. Reicht ein Verweis auf [definition=48,0]VOB[/definition] und somit ist alles abgedeckt?



    Ich bin ebenfalls ein vorsichtiger Mensch, ich werde viele der Punkte bei dem Gespräch ansprechen und auch meine erstellte LB für meine Sicherheit von AN unterschreiben. Ich möchte einfach Sicherheit haben und nicht einfach 1- seitigen " Vertrag" zum 1- seitigen Angebot unterschreiben und hoffen das die Firma tatsächlich an alles gedacht hat und eben keine bösen Überraschungen gibt. Was eben noch ein Punkt ist : die besagte bekannte Firma hat bei Ihrem Angebot Stahl vergessen...darf so etwas passieren? Ist menschlich...würde ich die Firma nicht kennen , hätte sie sich damit auch gleich disqualifiziert.


    Was könnt ihr mir raten? Wie soll ich es handfest machen? Vom Architekten LB verlangen? Das Gespräch soll noch die Woche stattfinden, müssen mal langsam echt anfangen. Die Genehmigung liegt schon seit Februar vor und es zieht sich wie sonst was, da die Angebote immer langsam eingetrudelt sind


    ---------- 3. April 2018, 12:53 ----------


    Roth : ja genau das nervt mich, die Angebote lassen sich zum Teil auch schlecht vergleichen, da eben keine Leistungsbeschreibung vorliegt.

  • In deinen Ausführungen sind etliche Widersprüche.


    ziemliches pokern, kann gut gehen, kann aber auch komplett aus dem Ruder laufen.

    Nachdenken kostet extra!

  • Pemu das ist mir klar.


    Ist [definition=48,0]VOB[/definition] also nicht eindeutig für den AN? In [definition=48,0]VOB[/definition] / C werden ja alle technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen nach [definition=25,0]DIN[/definition] - Normen vereinbart.


    Ich habe im Internet [definition=41,0]LV[/definition] über 120 Seiten gesehen, darin sind auch Punkte wie Arbeitsschutz, Baustellenreinigung, Baustelleneinrichtung, Bauabnahme usw. festgelegt. Wo sind diese denn in unserem Art vom Vertrag enthalten? [definition=48,0]VOB[/definition]?


  • Ist [definition=48,0]VOB[/definition] also nicht eindeutig für den AN? In [definition=48,0]VOB[/definition] / C werden ja alle technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen nach [definition=25,0]DIN[/definition] - Normen vereinbart.

    Doch, der Rahmen und die Abrechnungsregeln sind damit geklärt, die Leistungen Deines Objektes aber nicht!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • du hattest geschrieben kein richtiger Vertrag... Was ist für dich ein richtiger Vertrag? [definition=48,0]VOB[/definition]/B Vertragsbedingungen als Grundlage sind eine Basis. Nur was du haben möchtest und was du bekommst als Leistung regelt nicht Teil B.
    EP sind Festpreise für die Bauzeit ist kein Pauschalvertrag! Es werden nur Preisgleitklauseln nicht geltend gemacht.
    Auftragssumme fest definiert - die Summe ist festgelegt -> mal sehen was für Leistungen erbracht werden können Leistung unklar, Preis fest?
    Oder über was ist ein Pauschalpreis vereinbart, einmal Haus mit was nach Plänen xyz? Wo sind die Schnittstellen? ....


    Gerade Erdarbeiten, Baustelleneinrichtung, Mitbenutzung durch andere Gewerke, Medien-Anschlüsse, ein weites Feld für Nachträge. Oder lagen haarklein Unterlagen fürs Angebot vor?



    Einen ganzen Teil der Allgemeinen, der Besonderen, der Ergänzenden, der Gewerkebezogenen, der Technischen Vertragsbedingungen die oft episch aufgeführt sind, kann man weglassen. einen Teil aber nicht.

    Nachdenken kostet extra!

  • Der Vertrag nennt sich "Auftragserteilung" und somit ja auch kein richtiger Vertrag

    Falsch - es wäre ein sogar sehr richtiger Vertrag, nur eben leider ohne präzise Leistungsdefinition.


    Mal als sehr provokante Frage:
    Warum baut man mit einem Architekten, wenn der solch schwammige Vertragsgrundlagen absegnet?
    Dass ist ist doch iener der grossen Pluspunkte des Bauens mit Architekt - das Erstellen genauer Leistungsbeschreibungen.
    Ein STück Aussenwand läßt alle Interpretationsspielräume. Kalksandstein, Porenbeton, Poroton T7 oder doch Blähton Mauerwerk?


    Sparen könnt Ihr einen kleinen Anteil von 3% vom Architektenhonorar, "gewinnen" hingegen jede Menge Unsicherheit.


    Kann der Kollege überhaupt ein vernünftiges Leistungsverzeichnis aufstellen? Rohbau incl. Erd- und Kanalarbeiten düften so 100- 150 Pos. werden!


    Es sieht im Angebot wie folgt aus: Leitungsgraben für Entwässerung bis 1,5m Tiefe, Dämmung 10cm +Sauberkeitsschicht,

    Das liest sich für mich, als solle es nur eine Leitung (Abwasser) unter der Bodenplatte und von da dann 1* aus dem Fundament hervor geben.
    Wenn ja, dann wäre das risengrosser :pfusch: !!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich lese rein gar nichts daraus. Er beschreibt nur Rahmenbedingungen. Details dazu sollten dann im Entwässerungsplan sein. Muss man aber tiefer, dann gibts nen Nachtrag. Ich hoffe entsprechende Pläne gibt es, damit das Angebot auch passt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • pemu ich habe ja geschrieben " gemäß ihrem Angebot" also bezieht sich dieser Festpreis auf das Angebot, nun eben wie von anderen Mitglieder gemerkt ist es zu schwammig


    Ralf ehrlich gesagt war es nicht meine Idee an Leistungsbeschreibung zu sparen , er hat es vorgeschlagen jedoch habe ich mir nicht denken können das in diesen Angeboten dann einfach rein gar nichts drin steht. Ich habe heute mit dem Architekten telefoniert und auf das [definition=41,0]LV[/definition] hingewiesen. Morgen findet das Gespräch mit dem Rohbauer statt und ich werde jeden einzelnen Schritt hinterfragen und abklären ob dieser in seinem Angebot auch dabei ist UND es schriftlich geben lassen.
    Ich habe bereits von der Firma eine Leistungsbeschreibung zu ihrem Angebot verlangt, hoffentlich bringen sie es morgen mit. Es muss langsam echt los gehen! Das hat jetzt ewig gedauert Angebote vom Rohbau einzuholen und zu vergleichen


    Frau Maier, ich lese daraus leider auch fast nichts, daher habe ich ja diese [definition=41,0]LV[/definition] erstellt... Ich hätte es viel früher vom Architekten verlangen sollen... Obwohl man hinterher ist , denkt man eben bei 40h Arbeitswoche auch nicht an alles und Architekt bin ich auch nicht.


    Unser Architekt ist ja auch schon sehr lange im Geschäft ( davor sein Vater) er sollte im Schlaf solche [definition=41,0]LV[/definition]'s erstellen können. Die Erstellung von [definition=25,0]DIN[/definition] 276 hat ebenfalls gedauert und bei der Ausschreibung hat er einfach die Positionen aus der [definition=25,0]DIN[/definition] übernommen



    ---------- 3. April 2018, 20:13 ----------


    Ich lese rein gar nichts daraus. Er beschreibt nur Rahmenbedingungen. Details dazu sollten dann im Entwässerungsplan sein. Muss man aber tiefer, dann gibts nen Nachtrag. Ich hoffe entsprechende Pläne gibt es, damit das Angebot auch passt.

    Entwässerungspläne , Statik ,EnEV , Bodengutachten , Grundrisse das liegt alles vor


    ---------- 3. April 2018, 20:23 ----------


    Hier Mal ein Auszug aus dem Angebot...

  • Hier Mal ein Auszug aus dem Angebot...

    Das wäre bei mir pro Position mehr als bei Dir der ganze Auszug!


    Wer hat die Massen ermittelt?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Die Massen hat der Architekt in der [definition=25,0]DIN[/definition] 276 ermittelt und so ausgeschrieben. Wir bauen ohne Keller , Aushub scheint mir aber trotzdem zu gering zu sein


    Ich weiß...von anderen Firmen habe ich ein Angebot mit Positionen über 10 Seiten bekommen. Aber die Firma ist uns beiden ( mir und dem Architekten ) bekannt , die sind zuverlässig und arbeiten sorgfältig. Das Angebot entspricht 100% dem Text aus der [definition=25,0]DIN[/definition] 276, vllt hat der Rohbauer auch deshalb das ganze so "einfach" gehalten.


    Wie ist es bei euch? Als Architekt arbeitet man doch immer wieder mit Baufirmen und sollte doch wissen wie es läuft?!

  • Moment: Die DIN 276 beschreibt nur ein Gliederungssystem zur Kostenermittlung im Bauwesen. Sie enthält keinerlei auch nur annähernd zur Leistungsbeschreibung geeignete Texte.


    ---------- 3. April 2018, 21:03 ----------


    Allein schon bei "Dämmung 10 cm inkl. Sauberkeitsschicht" fehlen u.a.:


    - Benennung des Dämmstoffs
    - erforderlicher U-Wert
    - erforderliche Druckfestigkeit
    - erforderliche Eignung zum Einbau in Wasser
    - Material der Sauberkeitsschicht
    - Stärke der Sauberkeitsschicht
    - weitere Eigenschaften der Sauberkeitsschicht


    Das ist keine Leistungsbeschreibung, das ist allenfalls der Kurztitel einer Position!


    ---------- 3. April 2018, 21:09 ----------


    Wie ist es bei euch? Als Architekt arbeitet man doch immer wieder mit Baufirmen und sollte doch wissen wie es läuft?!

    Ja, es läuft schlecht"


    Denn wenn die Ausschreibung so schwach ist, dürfte die "Ausführungsplanung" auch etwas schwach auf der Brust sein. Und wie soll die Firma aus schwacher Planung und oberflächlicher Leistungsbezeichnung dann gute Arbeit leisten, durch Zauberei? Irgendwo müssen die Angaben doch 'mal herkommen! Bei Dir steht da nur "mach 'mal".


    Und selbst, wenn dem Kollegen irgendwann noch mal einfallen sollte, welcher Eigenschaften die Perimeterdämmung haben soll. Weshalb sollte der [definition=22,0]BU[/definition] zum selben Preis eine höhere Qualität liefern? Oder denkst Du, er hat in jedem Fall die teuerste Variante kalkuliert? Dann würdest Du ja mehr zahlen, als benötigt wird! Also, das ist ganz ganz schwach! Rein Zufällig kann das noch gutgehen, muss es aber nicht. Selbst bei umfassender Leistungsbeschreibung geht genug schief, aber ganz ohne?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • @Skeptiker und das alles weiß der Architekt schon vorher? Diese Sachen habe ich in meiner selbst erstellten [definition=41,0]LV[/definition] natürlich auch nicht stehen, werde mir diese Punkte aber notieren.


    Über noch mehr Anregung würde ich mich freuen.


    Oh je und es fängt ja erst mit dem Rohbau an...

  • Diese Sachen habe ich in meiner selbst erstellten [definition=41,0]LV[/definition] natürlich auch nicht stehen,

    Wie auch, das wird doch bei der Planung festgelegt, und das sollte der Architekt wissen, und nicht Du.
    Ob nun 10cm oder 20cm Dämmung, das wird ja nicht gewürfelt.


    Du musst aufpassen, dass Du später nicht zu hören bekommst, dass Du das ja (falsch) vorgegeben hast.

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    .

  • Die Ausführungsplanung wird ja auch zum Teil vom Statiker gemacht.


    Also ich werde morgen ganz klar dem Architekten kommunizieren das er bitte für alle Gewerke eine vernünftige Leistungsbeschreibung machen soll. Sonst ist es für mich nur purer Stress und viele Fragezeichen in meinem Kopf.
    Es ging mir nicht darum zu sparen, sonst würde ich nicht zu einem Architekten gehen.


    Ich bedanke mich bei euch für zahlreiche Antworten, ihr habt mir sehr geholfen

  • @Skeptiker und das alles weiß der Architekt schon vorher

    Ja, natürlich. Die Definition all dieser Punkte nennt sich "Ausführungsplanung" und wird dann textlich zur "Leistungsbeschreibung".

    Diese Sachen habe ich in meiner selbst erstellten [definition=41,0]LV[/definition] natürlich auch nicht stehen, werde mir diese Punkte aber notieren. Über noch mehr Anregung würde ich mich freuen.

    Ähem, das was Du locker "Anregungen" nennst, ist Ausführungsplanung und Ausschreibung, harte Arbeit. Dafür zusammen zahlst Du Deinem Architekten bei Vollbeauftragung ein gutes Drittel seines Honorars. Das kann man nicht mit ein paar kostenlosen "Anregungen" aus einem Forum kompensieren.


    Lass den Kollegen eine vollständige Ausschreibung für den Rohbau erstellen (er, nicht Du macht das!). Zu jeder Position benötigt es zwischen 3 und mehreren Dutzend Eigenschaften. Dafür muss er natürlich erstmal Ausführungspläne erstellen (Ansichten, Schnitte, Detailblätter ohne Ende, nicht nur eine Handvoll Grundrisse!). Die fertige Rohbauausschreibung kannst Du dann anonymisiert hier einstellen und kommentieren lassen - wenn jemand Lust hat. Das ist nämlich auch noch einmal eine gute Stunde Arbeit für ein Rohbau-LV. Und dann wird vernünftig ausgeschrieben und man bekommt halbwegs vergleichbare Angebote.


    ---------- 3. April 2018, 21:48 ----------


    Die Ausführungsplanung wird ja auch zum Teil vom Statiker gemacht.

    Ja, der macht seine Ausführungsplanung, die koordiniert der Architekt und integriert sie in seine eigene Ausführungsplanung.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ohne Leistungsbeschreibung weiss dein Auftragnehmer ja garnicht was er machen soll für das Geld das du ihm zahlst :D


    Aber um es übersichtlich (einfach) zu halten könntest als Leistungsbeschreibung dem AN zur Angebotserstellung folgendes verbindlich übergeben.


    Finaler Bauplan
    Finale Details
    Finale Statik
    Finale Aussparungsplan.
    .......
    alles mit Datum und Bezeichnung. Und Baustoffwahl.
    Dazu u.a. auch das EnEV Dokument.


    Das ist dann wie eine Leistungsbeschreibung nur in Zeichnung und Text.
    Wenn er dann darunter einen Pasuchalpreis schreibt, steht ein gut kalkulierbarer Preis im Raum.
    Aber sein Angebot muss auf deinen Finalen Plänen gründen, weil alles was ihm die Möglichkeit auf Nachtrag, Änderung gibt kostet dich dann eine unbekannte nicht Kalkulierbare und meist hohe Summe.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • m.E. wurde das Wesentliche bisher noch nicht kaltgestellt. klingt mir alles danach als wenn keinem der Beteiligten klar ist dass das Erstellen der die Leistung eindeutig beschreibenden Unterlagen die Aufgabe des Architekten und nicht die Aufgabe der anbietenden Firmen ist.

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH

  • Ja, der macht seine Ausführungsplanung, die koordiniert der Architekt und integriert sie in seine eigene Ausführungsplanung.

    Wenn der Archi @Skeptiker oder @Thomas B o.a. ist, dann macht er es so wie im Zitat.
    Wenn er aber zu einer anderen Sorte gehört, dann gibt es die Sparversion auf wenigen [definition=25,0]DIN[/definition] A 4 - Seiten oder er lässt die Spar-LV gleich gar von den Handwerkern erstellen.
    Nicht jeder Bauherr hat den Durchblick, um sich dagegen zu wehren.

  • Guten Morgen,


    Ich muss noch anmerken das die Preise von der Firma nicht aus der Luft gegriffen sind. Es hat vorher ein persönliches Gespräch mit Architekten, Rohbau und uns gegeben.
    Nur das Angebot ist sehr "einfach" und das muss verbessert werden damit ich auch schriftlich was habe und im schlimmsten Fall von ihm alle vereinbarten mündlichen Leistungen fordern kann

  • Ich hab grad in deinem Angebot Fundamenterder gesehen!
    Lass dir schriftlich geben dass der Fundamenterder gem [definition=25,0]DIN[/definition] 18014:2014 geplant, ausgeführt und dokumentiert wird! Dafür ist eine Elektrofachkraft nötig - frag nach, ob der Rohbauer einen befähigten Elektriker beschäftigt oder einen Sub dazu beauftragt. Lass die versichern, dass du die Dokumentation des Fundamenterders (zeitnah) bekommst.

  • Ich hab sowas schon mal gemacht. Allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt schon 5 Jahre Erfahrung mit der Baufirma ( als Bauleitung) gehabt und mein damaliger Chef über 20.


    Ansonsten: LV- Erstellung ist Sache des Archis ( dafür bekommt der Geld). Lies Dir mal die Threads von einem User namens Thomas durch, nicht dass es so endet bei Euch.
    Wenn Du auf ein [definition=41,0]LV[/definition] bestehst, ist auch klar, WAS Du bekommst. Und der Baufirma ist klar, was sie zu tun hat.



    Dass Du endlich loslegen willst kann ich sehr sehr gut verstehen, aber die Zeit, die Du jetzt einsparen würdest, ist dann vielleicht teuer bezahlt.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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