Abstimmung Installation Elektro und KWL

  • Hi,


    mein Elektriker und ich haben Anfang der Woche die Löcher gebohrt und Schlitze gefräst. Alles schön nach zuvor erstellten Plan. Mein Elektriker sagt nun es müssten nun erst die KWL Kanäle rein damit er die Kabel darüber legen kann. Unser Architekt sagt in Absprache mit der Heizungsfirma, dass erst die Kabel rein sollen, dann verputzt werden soll und erst nach dem Verputzen die Flachkanäle rein sollen. Hierzu will die Heizungsfirma einen Verlegeplan schicken und der Elektriker soll seine Kabel dann dort verlegen wo Platz ist.


    Kreuzungen wird es doch aber dennoch geben und dann ist es doch blöd wenn man mit dem Kanal über die Kabel soll. Für mich wäre es logischer erst die Kanäle zu verlegen und die E-Kabel darüber zu legen. Unser Architekt befürchtet aber, dass die KWL Kanäle durch die Verputzer Schaden nehmen.


    Was ist denn der übliche Ablauf beim Installieren einer KWL? In unserem Fall müssen die Kanäle im Fußboden verlegt werden, in welcher Höhe sind denn dann die Zu- und Abluftöffnungen? Sind diese in der Decke oder in der Wand?


    Unser FBAufbau beträgt im EG 21 cm und im OG, DG 17 cm. Wird das für Elektro, KWL, [definition=30,0]FBH[/definition], Estrich sehr knifflig oder ist das im normalen Bereich?


    Wasser und Abwasser wird in den übereinander liegenden Installationswänden der Bäder geführt.

  • Die Kanäle sähen bestimmt nicht mehr so toll aus, wenn da hinterher noch Eli und Putzer drüberlatschen. Deshalb kommen die kurz vor dem Estrich.



    in welcher Höhe sind denn dann die Zu- und Abluftöffnungen? Sind diese in der Decke oder in der Wand?

    was sagt denn hier der Plan? Meistens sind die in der Decke.

  • Den Plan kenne ich noch nicht, der Bauvertrag mit der Heizungsfirma ist noch nicht einmal unterschrieben. Der Architekt hat wohl aber schon mit der Heizungsfirma gesprochen und die wollen einen KWL Verlegeplan machen damit der Elektriker weiß wo er nichts verlegen soll.


    Ist man mit 17 cm FBAufbau noch im grünen Bereich?

  • ich denke 17cm könnten reichen, vorausgesetzt die Leitungen lassen sich kreuzungsfrei verlegen.
    Was ich nicht verstehe, warum weist du nicht wo zu- und abluftöffnungen sitzen? Hat sich da wirklich niemand Gedanken gemacht?
    Man mauert doch auch nicht erst eine wand und überlegt sich hinterher, wo die Fensteröffnung rausgeschnitten wird....

  • Hat sich da wirklich niemand Gedanken gemacht?

    Den Eindruck habe ich ja leider auch. Unser Architekt wollte uns sehr lang von dezentralen Lüftern überzeugen bis wir dies dann endgültig ausgeschlossen haben. Klar sind die einfach zu installieren und der Planungsaufwand ist sehr sehr überschaubar aber das nutzt uns ja nichts. Wir wollten eine vernünftige KWL und hoffen nun ein wenig auf die Heizungsfirma.


    Wir hatten zuvor einen Fußbodenaufbau von 14 cm (siehe Thema mit der Brüstungshöhe Küchenfenster) und erst auf mein anraten haben wir diesen auf 17 cm erhöht. Auch als die Decken betoniert wurden (Elementdecken mit Aufbeton) wunderte ich mich sehr, dass nur Öffnungen für Abwasser, Strom und Heizung vorgesehen wurden. Für KWL gar nichts. Ich denke er spekulierte zu lange darauf, dass ich mich doch noch irgendwie für die deznetralen Lüfter entscheide.


    Nun müssen die Öffnungen für die KWL nachträglich gebohrt werden.


    Aber kann man sagen, dass die Kanäle für die Lüftung des EG dann im OG liegen und durch die Decke gebohrt werden? Beim DG würde das dann aber schon nicht mehr funktionieren wegen Dampfbremse in der Decke.

  • Den Eindruck habe ich ja leider auch. Unser Architekt wollte uns sehr lang von dezentralen Lüftern überzeugen bis wir dies dann endgültig ausgeschlossen haben. Klar sind die einfach zu installieren und der Planungsaufwand ist sehr sehr überschaubar aber das nutzt uns ja nichts. Wir wollten eine vernünftige KWL und hoffen nun ein wenig auf die Heizungsfirma.

    Dann sollte das aber fruehzeitig (spaetestens in LP 2/3) kommuniziert und festgelegt werden. Und nicht erst waehrend der Ausfuehrung.

    Wir hatten zuvor einen Fußbodenaufbau von 14 cm (siehe Thema mit der Brüstungshöhe Küchenfenster) und erst auf mein anraten haben wir diesen auf 17 cm erhöht.


    Und gibt es denn dazu einen Plan (Schnitt), des Fussbodenaufbaus? Ansonsten geht das Vorhaben doch mit Ansage gegen die Wand.
    Was fuer ein System Kanal und Isolierung ist den vorgesehen? Was liegt noch alles im Fu-Bo-Aufbau, Heizleitungen, Wasser...?

    Aber kann man sagen, dass die Kanäle für die Lüftung des EG dann im OG liegen und durch die Decke gebohrt werden? Beim DG würde das dann aber schon nicht mehr funktionieren wegen Dampfbremse in der Decke.

    Sagen kann man vieles, Planen waere hier erforderlich. Aber lass mich raten, es gibt keine TGA-Planung ("braucht man beim EFH eh nicht"). Deine Fragen sind aber ein Musterbeispiel, das es bei den immer komplexeren technischen Anlagen im EFH wohl doch mehr und mehr Planungsaufwand wird, den irgendwer mit stemmen muss. Darauf zu hoffen, das es die ausfuehrende Firma mit irgendwie hinbekommt, ist schon gewagt. Die Firmen sehen die Aufgabenstellung aus ihren Blickwinkel, das naechste Gewerk ist da weit weg.

  • Dann sollte das aber fruehzeitig (spaetestens in LP 2/3) kommuniziert und festgelegt werden. Und nicht erst waehrend der Ausfuehrung.

    Von unserer Seite hat es da nie einen Zweifel gegeben, es soll eine zentrale KWL installiert werden. Die Vorschläge bezüglich dezentraler Lösung kamen ausschließlich vom Architekten. Vielleicht hat er es auch einfach laufen lassen um dann zu sagen oh 14 cm Fußbodenaufbau reichen der Heizungsfirma nicht wir müssen die dezentralen Lüfter nehmen. Keine Ahnung.



    Und gibt es denn dazu einen Plan (Schnitt), des Fussbodenaufbaus? Ansonsten geht das Vorhaben doch mit Ansage gegen die Wand.
    Was fuer ein System Kanal und Isolierung ist den vorgesehen? Was liegt noch alles im Fu-Bo-Aufbau, Heizleitungen, Wasser...?

    Habe noch keinen gesehen. Wenn ich das richtig verstanden habe plant er das dann alles mit der Heizungsfirma zusammen. Wasser und Abwasser geht durch die Bad Installationswände durchs ganze Haus. Im Fußboden ist die KWL+Elektro und dazwischen Dämmung. Darauf dann die [definition=30,0]FBH[/definition] und darauf dann der Estrich. Konkreter habe ich es noch nicht.



    Sagen kann man vieles, Planen waere hier erforderlich. Aber lass mich raten, es gibt keine TGA-Planung ("braucht man beim EFH eh nicht").

    Wem sagst du das. Wir haben unseren Architekten ja extra zusätzlich mit dem Kfw Programm 431 Energieeffizient Bauen - Zuschuss Baubegleitung beauftragt weil dort sehr viele Leistungen erbracht werden müssen die uns sinnvoll erschienen. Hier die LISTE



    Allein zum Thema Lüftung muss folgendes erbracht werden:


    - Aufstellen eines detaillierten Lüftungskonzeptes


    - Bestimmung lüftungstechnischer Maßnahmen
    - Planung und Dimensionierung Lüftungsanlage


    - Planungsleistungen zur Einregulierung der Lüftungsanlage oder Überprüfung der Einregulierung


    - Protokoll zur Einregulierung der Lüftungsanlage


    Zum Thema Heizung dann noch viel mehr. Gesehen oder gehört habe ich zu all dem noch nichts.



    Es bringt nur nichts wenn man immer wieder darauf hingewiesen wird, dass man ordentlich hätte plane müssen und so weiter. In der Praxis laufen die Dinge eben nicht immer und überall so wie sie sollten. Ich versuche mich zu informieren um das Beste daraus zu machen und das helfen Foren wie dieses natürlich. Hätte ich mich nicht informiert dann hätte ich jetzt sehr sehr wahrscheinlich eine dezentrale Lüftungsanlage.


    Mir reichen ja schon Anhaltspunkte auf die ich beim Gespräch mit Architekt und Heizungsfirma achten sollte. Hinweise auf klassische Fehler bei Planung und Bau einer Lüftungsanlage wären sehr hilfreich.


    Vielen Dank und frohe Ostern euch allen

  • Wir haben unseren Architekten ja extra zusätzlich mit dem Kfw Programm 431 Energieeffizient Bauen - Zuschuss Baubegleitung beauftragt


    Ich glaube das hast du falsch verstanden. Das Programm 431 dient dazu die Kosten für den (bei der Nutzung von KFW 153) zwingend vorgeschriebenen KFW-Sachverständigen zu subventionieren. Die von dir verlinkte Liste beinhaltet lediglich beispielhaft Leistungen, die man hierüber anrechnen darf (die können auch von Dritten erbracht worden sein) und stellt kein "Pflichtenheft" für deinen Architekten/KFW-Sachverständigen dar.


    Die (Mindest-)Leistungen deines KFW-Sachverständigen findest du im Merkblatt der technischen Mindestanforderungen im Downloadbereich des Programms 153 (LINK) ab Seite 5 unten im PDF.

  • Die von dir verlinkte Liste beinhaltet lediglich beispielhaft Leistungen, die man hierüber anrechnen darf (die können auch von Dritten erbracht worden sein) und stellt kein "Pflichtenheft" für deinen Architekten/KFW-Sachverständigen dar.

    Das stimmt natürlich aber in meinem Fall habe ich den Architekten vor Vertragsunterzeichnung schriftlich gefragt:


    " ... Im angehängten Merkblatt sind auf 7 Seiten alle förderfähigen Leistungen aufgelistet, welche davon wären denn in den x Euro enthalten?"


    darauf hat er geantwortet "Alle!"


    Ändert aber nichts an der aktuellen Situation. Ich denke es wird darauf hinauslaufen, dass Architekt und Heizungsbauer schon irgendwas brauchbares planen und installieren aber optimal wird es vermutlich nicht.

  • Dein verlinktes Merkblatt hat auf Seite 7 lediglich 4 Stichpunkte zum möglichen, förderfähigen Leistungsumfang "unabhängiger Fachplaner", wovon sich einer auf "kleine Wärmenetze" bezieht. Hast du da etwas durcheinandergebracht?


    Und nein, das ändert selbstverständlich nichts an der aktuellen Situation, aber sollte für dich Hinweis genug sein, dass da seitens Architekt/KFW-Sachverständigem keinerlei Planung in Bezug auf deine Haustechnik erfolgen wird. Das ist weder deren Aufgaben- noch Fachgebiet. Die "integrieren" m.W. bloß, also übernehmen die Fachplanung in ihr Gesamtkunstwerk und machen in diesem Zusammenhang vielleicht auf grobe Schnitzer aufmerksam (also wenn beispielsweise Elektriker und Lüftungsanlagenbauer beide den gleichen Steigschacht nutzen wollen). Da mögen sich die Architekten konkreter zu äußern.


    Was die Planungsleistung des Heizungsbauers angeht, wird der vermutlich bloß deinen Grundriss zum Hersteller schicken und dort dann ein Mitarbeiter eine mögliche Leitungsführung aufmalen. Da würde ich nicht darauf hoffen, dass der sich sonderlich viel Mühe gibt und groß Zeit und Hirnschmalz in Optimierungen steckt. Wird am Ende funktionieren, aber ob du dafür jetzt z.B. die Decke an 2 oder 5 Stellen abhängen musst oder die Anlage am Ende "flüsterleise" oder bloß "nicht deutlich zu laut" wird, ist denen im Zweifel relativ egal, fürchte ich.
    Und ob der Elektriker aufgrund dieser Vorgaben Mehraufwand hat, wird die überhaupt nicht interessieren.

  • @Rekham hat nach meiner oberflächlichen Lektüre die Aufgaben des SV für dieses Programm im Kern richtig zusammengefasst. Die Planung der Haustechnik ist nicht Aufgabe des SV. Er übergibt lediglich die relevanten Daten an den Heizungsanlagenplaner.


    Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, Architekten hätten im Rahmen der Grundleistungen nach HOAI auch die TGA zu planen oder auch nur auszuschreiben. Das haben sie nicht, das können sie ohne besondere Qualifikation nicht und das wird auch so gut wie nie beauftragt!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Dein verlinktes Merkblatt hat auf Seite 7 lediglich 4 Stichpunkte zum möglichen, förderfähigen Leistungsumfang "unabhängiger Fachplaner", wovon sich einer auf "kleine Wärmenetze" bezieht. Hast du da etwas durcheinandergebracht?

    @Rekham hat nach meiner oberflächlichen Lektüre die Aufgaben des SV für dieses Programm im Kern richtig zusammengefasst.

    Ich habe geschrieben "auf 7 Seiten" und nicht "auf Seite 7".


    Ich habe meinem Architekten vor Vertragsunterzeichnung schriftliche einige Fragen gestellt. Eine davon war, welche der im Merkblatt "Liste der förderfähigen Leistungen" (auf 7 Seiten) aufgelisteten Leistungen er übernimmt. Diese Frage beantwortete er mit alle außer Thermographieaufnahmen.

  • Sorry, da habe ich tatsächlich nicht richtig gelesen. War auch bloß eine Frage am Rande und ändert nichts an meiner Aussage bzgl. der Leistungen des KFW-Sachverständigen.


    Keine Ahnung was deinen Architekten geritten hat, vielleicht hat er das auch nicht richtig gelesen, oder automatisch angenommen, dass du dich auf die dort enthaltenen Leistungen beziehst, die ihn, analog zum von mir verlinkten Merkblatt, in seiner Funktion als KFW-Sachverständigen tatsächlich betreffen?
    Dir sollte, auch als Laie, schon beim Lesen dieser Auflistung klar werden, dass kein noch so überqualifizierter KFW-Sachverständiger überhaupt in der Lage wäre diesen Umfang abzubilden, geschweige denn willens das für den "üblichen" Kurs auch tatsächlich zu leisten.


    Du kannst dich selbstverständlich auf den Standpunkt stellen, dass er dir das zugesagt hat, ihm die Mail vorhalten und böse gucken. Mein Rat wäre aber: Leg dir schnellstens einen Plan B zurecht.

  • Dir sollte, auch als Laie, schon beim Lesen dieser Auflistung klar werden, dass kein noch so überqualifizierter KFW-Sachverständiger überhaupt in der Lage wäre diesen Umfang abzubilden, geschweige denn willens das für den "üblichen" Kurs auch tatsächlich zu leisten.

    Genau das war mir ja klar. Ich habe ihn ja auch nicht gefragt ob er alle Leistungen erbringt sondern welche er von den sehr vielen Leistungen erbringt. Mir war schon klar, dass es nicht alle sein konnten. Seine Antwort "alle außer Thermographie" hat mich dann doch sehr überrascht.

    Mein Rat wäre aber: Leg dir schnellstens einen Plan B zurecht.

    Hast du da einen Tipp? Mein Plan B bestand darin mich in der Kürze der Zeit mit dem Thema zu beschäftigen um beim Gespräch mit Architekt und Heizungsbauer nicht völlig unbedarft dazustehen. Deshalb ja auch ganz zu beginn meine Frage worauf man achten soll und wo in der Praxis die meisten Fehler passieren.

  • "Alle!"

    schriftlich? beweisbar?
    ansonsten hat der a. koordinations- u. beratungspflichten ..
    die interessieren ihn nicht?


    @Lawrence, was glaubst du, wie die praxis aussieht? ich bekomme
    endlich nicht mehr viele anfragen von murksern, die im efh- oder im
    kleinen mfh-bereich von 13 (!) cm aufbau träumen - das liegt aber
    eher an meiner art der ablage (rund - natürlich) als daran, dass sowas
    nicht immer noch realgestümpert wird.
    mit 17cm, flachkanalqu. für efh (wegen druckverlusten) UND nicht
    ganz untalentierter UND rechtzeitiger planung kann ich gut leben.
    mehr .. ist nett, aber dann sind wir im nächsten schritt bei anderer
    trassenführung (abgehängte decken usw) .. ist auch nett, leidet aber
    unter nichtrealisierbarkeit wegen höherer kosten, höhenentwicklung
    vs. bebauungsplan. wenn, dann ist das kein planerischer selbstläufer.
    wenn´s unbedingt sein muss und planungsaufwand kein thema ist, kann
    man im sonderfall kanäle aus der horizontalen bodenebene verbannen.

  • schriftlich? beweisbar?
    ansonsten hat der a. koordinations- u. beratungspflichten ..
    die interessieren ihn nicht?

    Ja, zwar per Mail aber immerhin. Ich denke er hat sich die 7 seitige Liste gar nicht richtig angeschaut sonst wäre ihm klar gewesen, dass man das gar nicht alles erbringen kann, zumindest nicht zu diesem Preis.
    Zum zweiten Punkt, ich habe immer den Eindruck, dass er am Limit arbeitet und eher auf Ereignisse reagiert anstatt sie durch vorausschauende Planung zu vermeiden. Eine Baustelle weniger würde ihm und den Bauherren sehr gut tun aber er ist jung und braucht wohl das Geld.


    mit 17cm, flachkanalqu. für efh (wegen druckverlusten) UND nicht
    ganz untalentierter UND rechtzeitiger planung kann ich gut leben.

    Ich hoffe nun auch auf die Heizungsbaufirma, die ist immerhin relativ groß und hat Erfahrung mit KWLs. Andere meist kleinere Firmen haben gar nicht erst Angebote geschickt.


    Zusammengefasst ist es also so, dass man sehr wohl erst die Elektroleitungen über den Beton legen kann, dann putzt und dann erst die KWL verlegt? Braucht der Elektriker halt ordentliche Pläne von der KWL Leitungsführung damit es zu möglichst wenig Kreuzungen kommt. In unserem Fall funktioniert ja eigentlich nur Flachkanal, ist das ein großer Nachteil gegenüber Rundkanal?

  • Die Frage nach dem richtigen Bauablauf stellt sich bei jeder Baustelle neu. Im Idealfall gibt es eine gewerkeübergreifende (schematische) Planung aller TGA-Leitungen vor der Ausführung. Setzt natürlich eine entsprechende Beauftragung voraus.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Im Idealfall gibt es eine gewerkeübergreifende (schematische) Planung aller TGA-Leitungen vor der Ausführung. Setzt natürlich eine entsprechende Beauftragung voraus.

    Ja der Idealfall, von dem träumen wir nicht einmal. Dabei wollten wir von Anfang an alles richtig machen, Architekten über alle 9 Lph beauftragt und zusätzlich noch die Baubetreuung für die ganze energetische Sachen beauftragt also in Summe jede Menge Kohle allein in die Planung und Betreuung gesteckt und dann hat man permanent das Gefühl als wird man nur nebenbei betreut. Zu wenig Präsenz auf der Baustelle, zu wenig Fragen wie wir was wollen (sehr viel wird einfach festgelegt und ausgeschrieben) und so weiter... Andererseits wissen wir auch, dass es noch schlimmer hätte kommen können da wir bisher von Mängeln die der Rede Wert wären verschont geblieben sind.

    Wieso eigentlich? Je nach Grundriss/Raumaufteilung könnte auch eine Verteilung unter der Decke funktionieren, ohne großflächig die Decken abhängen zu müssen.

    In einem gewissen Rahmen hätten wir da nichts dagegen aber am liebsten wäre es uns schon im Fußbodenaufbau. Der ist nun mit 17 cm (ursprünglich geplant 14 cm) eher für Flach- als Rundkanäle geeignet und selbst da ist es schon knapp. Was wir nicht gewollt hätten ist das Verlegen der Kanäle in den Betondecken aber diese frage hat sich ja nie gestellt, zumindest nicht an uns.

  • Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, Architekten hätten im Rahmen der Grundleistungen nach HOAI auch die TGA zu planen oder auch nur auszuschreiben. Das haben sie nicht, das können sie ohne besondere Qualifikation nicht und das wird auch so gut wie nie beauftragt!

    Im Idealfall gibt es eine gewerkeübergreifende (schematische) Planung aller TGA-Leitungen vor der Ausführung. Setzt natürlich eine entsprechende Beauftragung voraus.

    Ja der Idealfall, von dem träumen wir nicht einmal. Dabei wollten wir von Anfang an alles richtig machen, Architekten über alle 9 Lph beauftragt und zusätzlich noch die Baubetreuung für die ganze energetische Sachen beauftragt also in Summe jede Menge Kohle allein in die Planung und Betreuung gesteckt und dann hat man permanent das Gefühl als wird man nur nebenbei betreut.

    Vermutlich habe ich mich oben noch nicht deutlich genug ausgedrückt: Eine TGA-Planung muss - völlig unabhängig von der Höhe des für die Gebäudeplanung anfallenden Honorars - separat und explizit beauftragt werden und zwar im Regelfall nicht bei Architekten, weil die diese Leistung normalerweise nicht erbringen können. Die richtige Ansprechperson wäre eine Fachplanerin oder ein Fachplaner. Die gibt es bei Dir offenbar nicht. Dem Kollegen ist allenfalls vorzuwerfen, dass er Dich darüber nicht nachweisbar ausreichend aufgeklärt hat. Das ist ein leidiges Thema, weil die Bauherrn beim EFH seltenst einsehen, dass dies a) keine Architektenleistung und b) trotzdem planungsbedürftig ist - wie man jetzt bei Dir sehen kann. Außerdem ist TGA-Planern ebenso regelmäßig ein EFH zu klein.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich habe es ja schon mehrfach geschrieben, dass unser Architekt uns schriftlich bestätigt hat, dass er alle Leistungen der förderfähigen Maßnahmen übernehmen wird und da ist z.B. auch "Fachplanung zur Technischen Gebäudeausrüstung (Haustechnik)" dabei. Damals waren wir darüber positiv überrascht, heute wird immer wahrscheinlicher, dass er sich damals nicht im Klaren war was er da bejahte.


    Ich wäre ja schon froh, wenn ich VOR der Ausführung der KWL ein Blatt in Händen halte wo ersichtlich ist wo welche Kanäle, Verteiler, Ein- und Auslässe usw. positioniert sind.

  • Habt ihr ihn wirklich belegbar (schriftlich) mit bestimmten oder pauschal allen der förderfähigen Einzelleistungen beauftragt, konkret der Ausführungsplanung der gesamten TGA?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Habt ihr ihn wirklich belegbar (schriftlich) mit bestimmten oder pauschal allen der förderfähigen Einzelleistungen beauftragt, konkret der Ausführungsplanung der gesamten TGA?


    Ich denke er will damit eigentlich bloß sagen, dass er sich bis vor Kurzem gar nicht bewusst war, dass er keine TGA-Planung beauftragt hat. Das erklärt dann natürlich, weshalb er diesbezüglich nicht weiter tätig geworden ist und sich im Gegenteil über die "stiefmütterliche" Behandlung dieses Themas durch den Architekten geärgert hat.


    @Schuldenuhr


    Guck vielleicht mal im Netz/Gelbe Seiten. Es gibt ne Menge kleiner Planungsbüros, die so eine EFH-KWL für ein paar hundert Euro beplanen.

  • Guck vielleicht mal im Netz/Gelbe Seiten. Es gibt ne Menge kleiner Planungsbüros, die so eine EFH-KWL für ein paar hundert Euro beplanen.

    Entschuldigung, aber das entspräche einer Ausführungsplanung für die Haustür, wenn alles andere vom Handwerker „geplant“ wird. Erstmal bitte die Heizungsanlage, dann erst KWL und ELT!


    Mit der Einschätzung zur Beauftragung könntest Du aber richtig liegen. Bin gespannt, was @Schuldenuhr zur Aufklärung schreibt!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Kein Grund sich zu entschuldigen, Meinungsdiversität ist doch erwünscht. Ich verstehe allerdings gerade nicht, wieso eine "Fremdplanung" so problematisch ist - sollte doch häufiger vorkommen.


    Mag sein, dass es aus baupraktischer Sicht besser wäre zuerst die Heizung zu planen, aber welcher Handwerker hat das Wochen vor Ausführung und in vorzeigbarer Form für Dritte vorliegen? Zumal es doch auch für den KWL-Planer nicht allzu schwierig sein sollte die Lage von Heizkreisverteilern und deren Streckenführung in Richtung Erzeuger zu antizipieren. :/

  • Das sind Leistungen, die:
    1) nicht im HOAI Honorar nach Teil 3 enthalten sind, ergo ein WEITERES Honorar auslösen!
    2) sich nicht im Leistungsportfolio der mir bekannten Kolleginnen und Kollegen befinden.


    Das ist Fachplanerwissen der etwas spezielleren Art, das selbst die meisten Energieberater nicht auf der Pfanne haben.


    Rumpelstielzchen-Fußaufstampfen a´la Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich mir des Architekten Planung dürfte hier zum brutalen Scheitern verurteilt sein.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • @Ralf Dühlmeyer : Woher sollte ein Bauherr das wissen? Und mal ehrlich, so mancher Archi weiss auch nicht, was er da verspricht oder aus Angst der Auftrag geht flöten, wird schnell mal was versprochen. AWG - Hormone hab ich auch schon bei Planern erlebt. Die sind davor auch nicht gefeit.


    Das bedeutet nicht, dass ich das gutheiße, aber es menschelt überall.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ja, zwar per Mail aber immerhin. Ich denke er hat sich die 7 seitige Liste gar nicht richtig angeschaut sonst wäre ihm klar gewesen, dass man das gar nicht alles erbringen kann, zumindest nicht zu diesem Preis.
    Zum zweiten Punkt, ich habe immer den Eindruck, dass er am Limit arbeitet und eher auf Ereignisse reagiert anstatt sie durch vorausschauende Planung zu vermeiden. Eine Baustelle weniger würde ihm und den Bauherren sehr gut tun aber er ist jung und braucht wohl das Geld.

    zu 1.
    da tauchen 2 fragen auf:
    a) was hat er per mail bestätigt? die übernahme der haustechnikplanung - oder deren integration?
    b) welche relevanz hat´s? oiso .. den inhalt eurer "vereinbarungen" kennt hier keiner.


    zu 2.
    mit der planung von einfamilienhäusern wird man "eigentlich" nicht reich, aber
    das geld sollte reichen, um einen halbwegs angemessenen verdienst zu erzielen ..
    insbesondere, da ja grundsätzlich ;) alle hoai leistungsphasen zum entsprechenden
    honorar angenommen werden.
    falls dann wirklich mal eine schlecht- oder minderleistung erbracht wird, hat
    das andere ursachen - defizite im wollen, können, kommunizieren.

  • Das ist Fachplanerwissen der etwas spezielleren Art, das selbst die meisten Energieberater nicht auf der Pfanne haben.

    und warum verspricht der Architekt dem Kunden, diese Leistungen zu erbringen, und sie wären "inklusive"?
    oder handelt es sich doch um ein riesiges Missverständnis? Es könnte ja sein, dass jeder nur das gehört hat was er hören wollte.


    Jetzt wäre erst einmal Vertragsprüfung angesagt, und herausfinden, was wirklich vereinbart war.


    Dann muss geklärt werden, wer, was, zu welchem Preis "plant" und berechnet. Nachdem die Gebäudedaten und Materialien wohl schon vorliegen, kann man die Heizlastermittlung auch fremd vergeben. Kostet für ein typ. EFH irgendwas um die 300,- € (je nach Anzahl der Räume, Flächen, Materialien usw.). Dann kann man auf der Basis dieser Daten auch gleich die Heizflächen ([definition=30,0]FBH[/definition]?) berechnen lassen, und die KWL. Auch die Erstellung von Verlegeplänen etc. ist kein so großes Problem, das hängt halt auch vom Anbieter ab den man sich aussucht.

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