Was ist eine zeitgemäße Elektroverkabelung im Neubau EFH?

  • Guten Abend Forum,


    in Vorbereitung zur Elektroplanung schreibe ich unsere Vorstellungen zusammen. Aus meinem Elternhaus, gebaut vor ca. 40 Jahren, gibt es pro Stockwerk einen Elektrokreis, nur die Heizung und der Elektroherd sind separat abgesichert. Das ist sicher heutzutage nicht mehr die zeitgemäße Elektroverkabelung.


    Ich selbst hätte pro Stockwerk zumindest einen eigenen Licht- und Steckdosenkreis geplant.


    Was ist eine zeitgemäße Elektroverkabelung im Neubau EFH?


    Vielen Dank im Voraus für Eure Ratschläge.


    Viele Grüße

  • Orientiere Dich an der [definition=25,0]DIN[/definition] 18015 und RAL-RG-678. Damit hast Du schon einmal eine solide Grundlage.
    Dann noch Sonderwünsche hinzu packen.


    Was für Deine E-Installation "optimal" ist, das lässt sich aus der Ferne schwer sagen. Bei einem Bungalow plant man etwas anders als bei einem Reihenhaus auf 4 Etagen, bei einer Gastherme als Wärmeerzeuger etwas anders als bei Wärmepumpen, usw.


    Die Trennung von Licht und Steckdosen kann sinnvoll sein, obwohl dies nicht zwingend erforderlich ist, schließlich ist der Leistungsbedarf heutiger Beleuchtungen sehr gering.


    Auch bei den RCD sollte man sinnvoll aufteilen. Steckdosenkreise im Keller, Außensteckdosen, usw.,

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  • Was ist eine zeitgemäße Elektroverkabelung im Neubau EFH?

    Zeitgemaess, hmm. Zunaechst mal sollte man an Hand der gewuenschten Ausstattung und elektrischen Verbraucher den Leistungsbedarf fuer das EFH ermitteln. Dann anhand der baulichen Aufteilung des Gebaeudes, Lage Technikaum/HAR, Nutzung der Etagen sich Gedanken ueber Standort Zaehlerplatz, Anzahl Zaehler und evtl. erforderlicher UV in den Etagen machen. Auch mit an Nebengebaeude (Garagen, Garten...) denken. Dann erfolgt die Aufteilung der Stromkreise in den Stockwerken und Raeumen. Ob man Beleuchtung und Steckdosen getrennt installiert, oder raumweise gemeinsame Stromkreise vorsieht, ist von der zu erwartenden Anzahl und Last, evtl. auch der Steuerung der Stromkreise (Beleuchtung, Dimmung...) abhaengig.

  • Guten Abend,


    das EFH ist als E+1+D geplant mit einer Gasheizung, nur eine Partei, deshalb sind getrennte Zähler glaube ich nicht nötig. Aber pro Etage soll es eine Unterverteilung geben, die Außenanlagen hätte ich als eigenen Kreis gemacht, bzw. auch hier getrennt nach Licht und Steckdosen.


    Die Trennung von Licht und Steckdosen kann sinnvoll sein, obwohl dies nicht zwingend erforderlich ist, schließlich ist der Leistungsbedarf heutiger Beleuchtungen sehr gering.

    Den Grund für eine Trennung sah ich weniger wegen des Stromverbrauchs, sondern wenn die Sicherung fliegt wegen eines Gerätes an der Steckdose, dann hat man immer noch Licht.
    Ist der Lichtkreis betroffen, kann man in die Steckdose eine mobile Lampe einstecken und muss im ungünstigen Fall nicht mit der Taschenlampe arbeiten.



    Auch bei den RCD sollte man sinnvoll aufteilen. Steckdosenkreise im Keller, Außensteckdosen, usw.,

    Wird nicht pro Stromkreis auch ein eigener FI / RCD gemacht?



    Dann erfolgt die Aufteilung der Stromkreise in den Stockwerken und Raeumen. Ob man Beleuchtung und Steckdosen getrennt installiert, oder raumweise gemeinsame Stromkreise vorsieht, ist von der zu erwartenden Anzahl und Last, evtl. auch der Steuerung der Stromkreise (Beleuchtung, Dimmung...) abhaengig.

    Spielt für die Einteilung in Stromkreise die zu erwartende Last die Hauptrolle?


    Das der Herd, die Heizung und Lüftung separat abgesichert werden, ist glaube ich üblich, aber sonst hatte ich bisher keine Last-Analysen gemacht, da ich keine besonderen Verbraucher erwarte. Nur den Hauswirtschaftsraum hätte ich als Raum noch getrennt gesichert.


    Für das Bad habe ich mir überlegt, ist sicher ein besonders flinker FI /RCD sinnvoll, dann müsste man den Raum auch noch einzeln absichern.


    Einen "Sonderwunsch" gibt es noch in der Garage. Zwar habe ich noch kein Elektroauto, aber für den Fall, dass in z.B. 10 Jahren sich das E-Auto durchgesetzt hat, hätte ich einen Drehstromanschluss mit 40 A vorgesehen. Dieser wäre dann eigens abgesichert.


    Viele Grüße

  • Wird nicht pro Stromkreis auch ein eigener FI / RCD gemacht?

    Kann man machen, muss man aber nicht. Im Wohnungsbau kann man mit der Variante mit RCD 40A/If=0,03A und dahinter 6 LSS B16A auf 3~ aufgeteilt, eigentlich ganz gut auskommen.

    Spielt für die Einteilung in Stromkreise die zu erwartende Last die Hauptrolle?

    Ja. In der Kueche sind 5-6 Steckdosen an einem Stromkreis schon ziemlich viel, da kann mit Mikrowelle, Teekocher, Kaffeemaschine, Toaster... der LSS schon mal an seine Grenzen kommen. Im Schlafzimmer sind 5-6 Steckdosen fuer Radiowecker, Nachttischleuchte u.dgl. an einen Stromkreis unproblematisch.

    Für das Bad habe ich mir überlegt, ist sicher ein besonders flinker FI /RCD sinnvoll, dann müsste man den Raum auch noch einzeln absichern.

    Wozu soll das gut sein? Wenn die elektrische Einrichtung unter Beachtung der Schutzbereiche Bad installiert wird, ist das Risiko im Bad nicht wirklich groesser als in anderen Raeumen.

    Einen "Sonderwunsch" gibt es noch in der Garage. Zwar habe ich noch kein Elektroauto, aber für den Fall, dass in z.B. 10 Jahren sich das E-Auto durchgesetzt hat, hätte ich einen Drehstromanschluss mit 40 A vorgesehen. Dieser wäre dann eigens abgesichert.

    Derzeit scheint 22kW eine gaengige Groesse fuer solch eine Wallbox zu sein. Zu beachten ist dabei aber die Absicherung und der Schutz durch RCD. Manche Varianten der Wallbox bringen einen integrierten RCD Typ B mit, sind dafuer etwas teurer. Andere Varianten erfordern den RCD Typ B bauseits (also in der UV), sind somit (scheinbar) kostenguenstiger.

  • Wozu soll das gut sein? Wenn die elektrische Einrichtung unter Beachtung der Schutzbereiche Bad installiert wird, ist das Risiko im Bad nicht wirklich groesser als in anderen Raeumen.

    Ich dachte für den Fall des "Föhn fällt in die Badewanne, wo jemand drin sitzt". Dafür sollte der FI empfindlicher sein als in den anderen Räumen.


    Derzeit scheint 22kW eine gaengige Groesse fuer solch eine Wallbox zu sein. Zu beachten ist dabei aber die Absicherung und der Schutz durch RCD. Manche Varianten der Wallbox bringen einen integrierten RCD Typ B mit, sind dafuer etwas teurer. Andere Varianten erfordern den RCD Typ B bauseits (also in der UV), sind somit (scheinbar) kostenguenstiger.

    Eine Box wollte ich noch keine gleich einbauen, sondern nur die Leitung in eine Dose legen lassen, woran man später die Ladestation anschließen kann.
    Bei 22 kW und 400 V sind das dann 55 A, also sollte ich noch höher absichern lassen?

  • Ich dachte für den Fall des "Föhn fällt in die Badewanne, wo jemand drin sitzt". Dafür sollte der FI empfindlicher sein als in den anderen Räumen.

    Um die Badewanne herum gibt es einen Schutzbereich, in dem haben Steckdosen nichts verloren, [definition=25,0]DIN[/definition] VDE 0100-701. Das Anschlusskabel eines Foens sollte laengenmaessig beschraenkt sein, idealerweise auf eine Laenge, die kleiner ist als die des Schutzbereiches um die Wanne. (Frag jetzt bitte nicht nach der [definition=25,0]DIN[/definition] Produktnorm fuer Haartrockner).

  • Die Haartrockner, die mir in meinem langen Leben untergekommen sind hatten allesamt Anschlussleirungen größer 60 cm. Damit wäre also der Wurf in die Wanne gut möglich.
    Meiner Frau habe ich erzählt, dass es keinen Zweck hätte, weil der FI-abschaltet, bevor es gefährlich wird. Bitte erschüttere mein Vertrauen jetzt nicht...




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Was die LSS / RCD angeht hast du ja eh schon nen guten Plan. die Vorrredner hatten auch ganz gute Punkte.


    Ich hab z.B. 7 RCDs:


    RCD1: Licht + Steckdose
    RCD2: Licht + Steckdose
    RCD3: Außenbereich inkl. Rollo
    RCD4: 500mA RCD für die WP (war notwendig wegen 1,2 Ohm Erdungswiderstand und TT-Netz, sonst hätte die gar keinen bekommen)
    RCD5: 32A CEE
    RCD6: Kühl/Gefrierkombi (FI/LS)
    RCD7: Hausautomatisierung und IT (FI/LS)


    Dabei habe ich bei der Aufteilung auf die RCD1+2 versucht es so hinzubiegen, dass jeweil Licht + Steckdosen eines Raumes auf jeweils dem anderen RCD sind. Und dann immer geschaut, dass auch benachbarte Räume unterschiedliche RCDs haben.
    Man hätte auch 2-3 mehr spendieren können, kosten ja nicht die Welt.

    Einen "Sonderwunsch" gibt es noch in der Garage. Zwar habe ich noch kein Elektroauto, aber für den Fall, dass in z.B. 10 Jahren sich das E-Auto durchgesetzt hat, hätte ich einen Drehstromanschluss mit 40 A vorgesehen. Dieser wäre dann eigens abgesichert.

    hab ich auch gemacht. Einfache ne 32A CEE in die Garage. Kann man immer mal brauchen..

    Derzeit scheint 22kW eine gaengige Groesse fuer solch eine Wallbox zu sein. Zu beachten ist dabei aber die Absicherung und der Schutz durch RCD. Manche Varianten der Wallbox bringen einen integrierten RCD Typ B mit, sind dafuer etwas teurer. Andere Varianten erfordern den RCD Typ B bauseits (also in der UV), sind somit (scheinbar) kostenguenstiger.

    Mit den Wallboxen und E-Mobilität wird der Trend noch weiter gehen - hin zu eigenen Tarifen, extra Zähler etc..
    nach neuester TAB ist dafür dann eine 5x16mm² Anbindung erforderlich. Ich würde auch gleich noch ein CAT5-6-7 dazu legen. Man weiß ja nie..


    Oder man macht nur ein großzügiges Leerrohr.


    Nachtrag:
    leitfaden-elektromobilitaet-2016--data.pdf

  • Um die Badewanne herum gibt es einen Schutzbereich, in dem haben Steckdosen nichts verloren, [definition=25,0]DIN[/definition] VDE 0100-701. Das Anschlusskabel eines Foens sollte laengenmaessig beschraenkt sein, idealerweise auf eine Laenge, die kleiner ist als die des Schutzbereiches um die Wanne. (Frag jetzt bitte nicht nach der [definition=25,0]DIN[/definition] Produktnorm fuer Haartrockner).

    Hier greift die [definition=27,0]EN[/definition] 60335, und mir wäre jetzt nicht bekannt, dass dort die max. Länge der Leitung definiert wäre.


    Zur Anzahl der RCD, da kann jeder seine eigenen Prioritäten setzen, man muss sich ja nicht mit der notwendigen Mindestanzahl zufrieden geben. Der ganze Kram muss halt noch in die UV passen.

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  • Meiner Frau habe ich erzählt, dass es keinen Zweck hätte, weil der FI-abschaltet, bevor es gefährlich wird. Bitte erschüttere mein Vertrauen jetzt nicht...

    Der RCD reagiert auf einen Fehlerstrom gegen Erde. Der Foen ist SK II, fuehrt im Normalfall keinen PE mit in der Zuleitung. Bei einer Wanne aus Vollkunststoff, ohne geerdete Einbauteile (wie Abfluss) wuesste ich nicht, wie ein RCD ausloesen sollte. Wahrscheinlicher ist hier eine Koerperdurchstroemung von L - Wasser - Koerper - N. Die einzige Abschaltvorrichtung, die wirken koennte, waere der LSS. Aber nur, wenn der Kurzschlussstrom (3-5x In, je nach Typ...) erreicht wuerde. Den will man aber vermutlich nicht in der Badewanne spueren...

    Also wenn man denn seine Haar föhnen will, wären 60 cm Kabel schon arg kurz. Schon mal ausprobiert?

    Ueblich sind wohl so ca 1m lange Anschlussleitungen. Ausprobieren scheitert leider an der Laenge. Nicht der des Foehnkabels, der Haare...

  • Die Leitungslänge auf 1m begrenzen könnte Vorteile bei den Prüfungen nach EN55014-2 verschaffen, da dann nicht alle Prüfungen durchgeführt werden müssen. Da müsste ich jetzt aber mal genauer nachlesen,denn habe gibt es Grenenzen bei 1mir und 3mit, und bei den großen Herstellern sind die paar Euro sowieso weniger ein Thema.


    Die Netzleitung am Haartrockner in meinem Badezimmer hat eine Länge von 160cm (gerade nachgemessen). Ich würde mal behaupten, es sind alle Längen zulässig, wenn auch nicht alle Längen sinnvoll sind.

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  • Wahrscheinlicher ist hier eine Koerperdurchstroemung von L - Wasser - Koerper - N.

    ja, aber eben nur parallel zu den viel niederohmigeren Verbindungen L - Heizwendel - N und L - Wasser - N.
    Es gibt wohl Versuche, wo der Fön unter Wasser einfach weiter läuft.
    Ausprobieren möchte ich das aber trotzdem nicht...

  • Back to Topic


    Basis einer Zeitgemäsen E- Installation isterstmal eine ausreichend großzügige Verlegung von Leerrohren. Idealerweise in Sternformation.


    Das lässt dir erst mal grundsätzlich alles spätere zu.
    Wenn an der Leer-verrohrung gespart wird, rächt sich das alsbald in möglichen Wünschen und Änderungen.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Und alle 50cm2 eine Leerdose um überall eine Steckdose o.ä. setzen zu können. Mal weiß ja nie welche Wünsche man in Zukunft haben wollen könnte.


    Ich denke die [definition=25,0]DIN[/definition] und den Verstand entscheiden lassen, sollte genügen.

  • Am besten beim Nachbarn ;)


    Meine Aussage war schon absichtlich so grob fomuliert, denn es ging mir dabei Grundsätzlich nur um die Thematik der Leerrohre.
    Nur diese begrenzen die möglichkeiten in einem Gebäude wenn man was ändern möchte. Entweder kein PLatz drin, oder nicht kompatibel (Strom und Datentechnik).....
    Jeder Raum stellt andere Anforderungen. Auch der jeweilige nutzer.
    Grundlegend wäre für mich in einem Wohnzimmer z.b. in jeder Ecke (sofern über 2m abstand) eine Dreifachverrohrung (Strom, Lan, Koax). Die jeweiligen 3 Leerrohre entweder zum zentralen Versorgugnspunkt führen (Strom-UV-kasten, Router, Koax-Verteiler oder Schüssel)oder Raumweise auf einen Punkt zusammenführen um es übersichtlich zu halten und von dort mit jeweils 3+x Rohren zum jeweiligen Zentralverteiler.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Wenn man diese Diskussion ernsthaft weiterführt, landet man in der Praxis bei gewerblicher Nutzung immer bei Hohlraum- oder Doppelboden, die auch tatsächlich sehr oft realisiert werden und im Wohnungsbau bei Festinstallation an halbwegs sinnigen Positionen z.B. nahe Raumecken, maximal Sockelkanälen, die ich persönlich gestalterisch und auch funltional im Wohnungsbau für eine Zumutung halte. Im Wohnungbau ist eine derartige Leerrohrvorhaltung zwar ein interessanter Denkansatz, mir aber real noch nie untergekommen!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Leerrohre sind sicherlich keine schlechte Idee, zumal sich der zusätzliche Aufwand in Grenzen hält. Andererseits, wer weiß was in 30 oder 40 Jahren sein wird, und dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Leerrohre doch nicht da liegen wo man sie bräuchte.
    Abgesehen davon, steht nach so vielen Jahren meist eine größere Modernisierung an, und dann ist es auch kein Problem, neue Schlize zu fräsen.


    Bei Daten-/Kommunikationsleitungen sind Leerrohre auf jeden Fall angesagt. Da schreitet die Technik so schnell voran, dass man vielleicht schon in wenigen Jahren das CAT5 oder 6 oder 7 durch LWL oder was weiß ich ersetzen möchte.

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  • ... Im Wohnungbau ist eine derartige Leerrohrvorhaltung zwar ein interessanter Denkansatz, mir aber real noch nie untergekommen!



    Richtig, und aus der Praxis kann ich berichten, dass selbst bei 5 Steckdosen in der Wohnzimmerecke hinterher doch noch ein 5-fach Steckdosenverteiler neben dem Fernseher liegt, weil sich da die Ladegeräte viel besser anschließen lassen oder weil periphere Geräte über eine Master-Slave Steckdosenleiste geschaltet werden sollen.
    Ich will damit sagen, dass sich der große Planungsaufwand gar nicht lohnt. Das wahre Leben wirft alles wieder über den Haufen. :)




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Was ich auf jeden Fall vorsehen würde, einen großzügigen Schacht zwischen den Etagen. Dann muss man später nicht wegen jeder Kleinigkeit die Decke perforieren. Da sowieso in jede Etage eine UV soll, braucht man sowieso Platz für eine "dicke" Leitung.


    Ich würde mir zudem genau überlegen, wo Zählerschrank, Steigschacht, UV platziert werden sollen. Durch geschickte Wahl lässt sich Arbeit vermeiden, bei ungeschickter Wahl kann man sich das Leben unnötig schwer machen.

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  • Zeitgemäß wäre für mich eine Sicherung pro Zimmer. Mehr Verbraucher hat man auch heute kaum, dass mehr Leistung verlangt wird. Im Wohnzimmer kann man evtl zwei Stromkreise machen. Bei den Home Entertainment Gedöns heutezutage... In der Küche wären einzelne Stromkreise jeweils für Kühlschrank und Steckdosen über der Arbeitsplatte sinnvoll und natürlich der Herd. Dann kommen noch Gang und Heizung, Kellerräume und Garage dazu. So viele Sicherungen sind das auch nicht, außer man hat ein Haus mit 100 Räumen...


    So schnell ändern sich die Lagen der Steckdosen und Gedöns in EFHs auch nicht. Oft sind es nur kurze Strecken, wo mal eine Steckdose oder Schalter verlegt wird. Da kann man ruhig eine Installation im Leerrohr machen. Kostenmäßig ist das auch nicht so dramatisch viel bei einem EFH. Zumindest Medienleitungen würde ich im Rohr verlegen. Da muss ich R.B. schon recht geben. Wie ich schon an anderer Stelle schon einmal gesagt habe, als ich den Job vor 20 Jahren noch gemacht habe, war das in unserer Gegend hier Standard.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Auf Basis meiner Erfahrungen als Nutzer würde ich versuchen, einen separaten Stromkreis für IT zu installieren (und durch andersfarbige Steckdosen zu markieren).


    Irgendwie hängen bei mir die Steckdosenkreise so ungünstig zusammen, dass bei einem "Kurzen" auch immer ein laufendes IT-Gerät mit erwischt wird. Router und Switch gehen ja noch - müssen halt nur wieder hochfahren, Das AiO-MuFu ist schon schlechter dran und beim NAS hoffe ich immer, dass es 'grade im Energiesparmodus war.
    Kabelschächte mag ich auch. Da kann man immer mal ein LAN-Kabel nachziehen - und das kann man immer gebrauchen. Auch ohne Smart home.


    W-LAN aus dem Router, der hinter oder unter der Couch versteckt wird, ist auch nicht mehr zeitgemäß. Bei kleinen Wohneinheiten reicht ggf. ein gut platzierter Access-Point in der Mitte aller 3 Dimensionen im Flur - bei verwinkelten Grundrissen oder W-LAN-feindlichen Baustoffen dürfen es auch schon mal 2 Access-Points werden oder mehr [als Mesh-Netz].


    Je nach dem ob man einen Breitbandanschluss hat (FTTH, Kabel) oder Kupfer mit gelegentlicher Hybrid-Unterstützung, spielt der Routerstandort eine wichtige Rolle. Für Hybrid-Router ist der Dachboden/das Dachgeschoss ideal, ein Breitbandmodem kann auch im Keller platziert werden.


    Fehlende Steckdosen gibt es immer dort wo sich die Geräte treffen:
    - Router, Switch(e), Firewall, Schurlostelefon, Ladeschalen, Ladegeräte, Access-Points, ...
    - Fernseher, DVD-Player, HDD-Recorder, Streaminghardware, Radio, BT-Lautsprecher, Soundsystem, Ladegeräte
    Ein paar Blinddosen können später bei Mehrbedarf ganz hilfreich sein und kosten bei der Erstinstallation nur sehr wenig. Notfalls füllt man sie mit LAN-Dosen o.ä..

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)