Eigentumswohnung mit Elektroboiler

  • Hallo,
    meine Freundin und ich haben uns eine sehr schöne und auch relativ günstige Eigentumswohnung angesehen. Was uns etwas verunsichert, dass die Warmwasseraufbereitung über einen Elektroboiler läuft.
    Ansonsten ist eine Zentralheizung vorhanden.
    Leider haben wir davon keine Ahnung und wissen nicht genau was da auf uns zukommen würde.... Wir würden zu dritt (mit 13 Jährigem Sohn) einziehen.
    Wir sind jetzt keine "Extrem Duscher", d.h. wir betreiben normale , tägliche Körperpflege und jeder geht einmal/Tag duschen...
    Was kommt da an Kosten auf uns zu oder sollten wir das mal lieber lassen?
    Keine Ahnung welcher Boiler da installiert ist, eventuell könnte man auch gegen energiesparende Geräte tauschen? Oder wäre ein Durchlauferhitzer sinnvoller?
    Danke für Euere Hilfestellung.

  • Elt-Warmwassergeräte werden installiert, um den Aufwand für die regelmäßige Prüfung der Wasserverkeimung bei zentralen Anlagen zu sparen.


    Ob der Energierbedarf für EUCH damit höher oder niederiger als mit heizungsbasierter Erwärmung wäre/ist, hängt an Eurem Nutzerverhalten und der Systemauslegung.
    Bei täglich 8 - 10 Std Abwesenheit und mit Zirkulation könnte Eltbasiert sogar preiswerteer sein als heizungsbasiert.
    Mit einem Tagespräsenten Bewohner und ohne Zirkulation wäre heizungsbasiert wahrscheinlich preiswerter.


    So weit die allgemeinen Fakten.
    Wie gesagt, bei zentral käme beim Hausgeld noch die jährliche Keimanalyse + bei Befund das Entkeimen des Rohrnetzes oben drauf

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  • Was würde ein eventueller Umbau kosten ( Gerät incl Montage)?
    Ich weiß, ist sehr allgemien formuliert, aber ich möchte nur mal eine Grössenordnung wissen.

  • was soll denn umgebaut werden? Für eine einzelne Wohnung wird man sicherlich keine Zirkulation nachrüsten. Und in der WEG muss da ja auch noch einiges vorher passieren!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Boiler, also ein el. WW Erhitzer mit einem kleinen Speicher. Diese haben Vor- und Nachteile. Durch den kleinen Speicher wird die Schüttmenge größer, sprich beim Füllen einer Badewanne wird das WW nicht gleich leer, aber diesen Vorteil erkauft man sich durch den Nachteil, dass so ein Speicher Wärme verliert (Stillstandsverluste).


    Ein el. Durchlauferhitzer würde helfen die Stillstandsverluste zu vermeiden, doch um die notwendige Schüttmenge bereitstellen zu können, braucht es entsprechend viel Leistung. Keine Ahnung ob der Elektroanschluss der Wohnung dafür geeignet ist.



    gegen energiesparende Geräte tauschen?

    Vorsicht mit dem Begriff "energiesparend", der wird im Zusammenhang mit solchen el. WW Heizern gerne falsch verstanden. Die Grundsätze der Physik gelten aber weiterhin.


    d.h. um beispielsweise 100 Liter Wasser von 10°C (Kaltwasser) auf sagen wir mal 40°C (Warmwasser) zu erwärmen, braucht es 3,48kWh. Ein el. WW Erhitzer kann nur den el. Strom direkt in Wärme umwandeln, d.h. die Aktion kostet Dich 3,48kWh el. Strom oder bei 25Ct./[definition=38,0]kWh[/definition] halt 87 Ct. Da ist es völlig egal, welches "Prädikat" der WW Boiler hat. Die Vorteile liegen an anderer Stele (Regelbarkeit etc.).


    Bei einem geringen WW Bedarf kann ein el. DLE (Durchlauferhitzer) sinnvoll sein. Bei einem größeren WW Bedarf macht sich der Preisunterschied zwischen el. Strom (25Ct./[definition=38,0]kWh[/definition]) und Öl, Gas, Pellets (um die 5-7Ct./[definition=38,0]kWh[/definition]) dann doch bemerkbar, auch wenn diese Anlagen höhere Verluste aufweisen (Kesselwirkungsgrad, Verteilung usw.), gerade im Sommer wenn sie nur WW erzeugen sollen.


    Man könnte nun versuchen abzuschätzen, wie hoch Euer WW Bedarf sein wird. Es gibt dafür auch Zahlen die man pauschal ansetzen kann, aber diese liegen in vielen Fällen ziemlich daneben. Bei 3 Personen würde ich aber schon einen Bedarf um die 2.000kWh p.a. ansetzen, bei sparsamer Nutzung des WW vielleicht auch nur 1.500kWh pro Jahr. Ganz grob werden also um die 400,- € pro Jahr für das WW anfallen, je nach Nutzung auch mehr.


    Was man machen könnte, zuerst einmal Erfahrungswerte sammeln. Der Austausch gegen einen DLE ist dann meist einfach möglich (vorausgesetzt die Elektroanlage lässt diesen Anschlusswert zu). Ein Umbau zum Anschluss an die zentrale Heizungsanlage wird deutlich mehr Aufwand erfordern, und dann käme noch das Thema Abrechnung hinzu.

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  • Man könnte nun versuchen abzuschätzen, wie hoch Euer WW Bedarf sein wird. Es gibt dafür auch Zahlen die man pauschal ansetzen kann, aber diese liegen in vielen Fällen ziemlich daneben. Bei 3 Personen würde ich aber schon einen Bedarf um die 2.000kWh p.a. ansetzen, bei sparsamer Nutzung des WW vielleicht auch nur 1.500kWh pro Jahr. Ganz grob werden also um die 400,- € pro Jahr für das WW anfallen, je nach Nutzung auch mehr.

    Super, genau diese Info wollte ich, Vielen Dank!

  • ob der Elektroanschluss der Wohnung dafür geeignet ist

    Wichtiger Punkt.


    Ich hatte vor 2 Jahren einen Bauherren, der 15 Wohnungen auf DLE umstellen wollte. Das Haus hätte einen 3*200 A Anschluß direkt vom nächsten Trafo des EVU bekommen.


    Es gibt (vorausgesetzt der Zustimmung der WEG) noch die Möglichkeit, so genannte Wohnungsstationen einzubauen.
    Da wird quasi wie ein zusätzlicher Heizkörper ein Wärmetauscher in das Heizungsnetz eingebaut, der das WW erwärmt.
    Probleme:
    Vorlauftemperatur muss ausreichend hoch sein
    Wärmeßeinrichtung muss montierbar sein (Hängt am System des Meßanbieters)


    Installationskosten > 5 k€ (je nach Leitungsführung usw.

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  • Super, genau diese Info wollte ich, Vielen Dank!

    :bier:


    Bedenke aber bitte, dass das nur eine grobe Abschätzung ist. Ich kann Euer Nutzerverhalten nicht vorhersehen, auch wenn Du schreibst, dass Ihr keine Extrem Duscher seid.
    Es hängt dann auch davon ab, was für eine Dusche (besser gesagt Duschkopf) installiert ist. So eine Wellnesse-Wasserfall-Super-Coole Dusche mit 30 oder 40 Liter/Minute oder ein besonders sparsamer Duschkopf mit weniger als 10 Litern/Minute? Ich denke, die Zahlen sprechen für sich,. ;)


    ---------- 22. März 2018, 16:40 ----------


    der 15 Wohnungen auf DLE umstellen wollte. Das Haus hätte einen 3*200 A Anschluß direkt vom nächsten Trafo des EVU bekommen.

    und da wurde schon mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor gerechnet.


    Wenn man bedenkt, dass ein einfacher DLE mit 24kW eine Vorsicherung von min. 35A benötigt, und manche Wohnung "nur" mit 35A bestückt wird (also für die komplette Wohnung), dann sieht man schnell die Grenzen. Aus der Not heraus wird dann der DLE eine Nummer kleiner gewählt (oder auch zwei Nummern kleiner), und dann reicht es kaum noch für eine Dusche.


    Je nach Zulauftemperatur (Kaltwasser im Winter vielleicht nur noch +5°C anstatt 10°C) und Duschwassertemperatur reicht es bei einem 24kW DLE noch für 8-12 Liter/Minute, da kann man sich vorstellen, wie es bei 21kW oder 18kW aussieht. Da ist nicht mehr viel mit Wasserfall. ;)

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  • Bedenke aber bitte, dass das nur eine grobe Abschätzung ist. Ich kann Euer Nutzerverhalten nicht vorhersehen, auch wenn Du schreibst, dass Ihr keine Extrem Duscher seid.
    Es hängt dann auch davon ab, was für eine Dusche (besser gesagt Duschkopf) installiert ist. So eine Wellnesse-Wasserfall-Super-Coole Dusche mit 30 oder 40 Liter/Minute oder ein besonders sparsamer Duschkopf mit weniger als 10 Litern/Minute? Ich denke, die Zahlen sprechen für sich,.

    Das weiß ich, dass es sich um eine grobe Rechnung handelt. Ich hatte mal ca. 50.-€/ Monat an zusätzlichern Stromkosten kalkuliert, ich denke, da war ich nicht ganz daneben.

  • EIn Umbau auf was?


    Auf eine Zntrale Wasserwerwärmung?
    unmöglich.... da müssten ja alles Eigentümer mit von der Party sein.


    Au einen Durchlauferhitzer?
    möglich, aber nur solange deine Wohnungsstromversorgung die Leistung hergibt ohne ein riesen Aufwand zu betreiben.


    Egal wie es nimmst. es wird dabei bleiben, alles andere wäre eine große Investition ohne Rentabilität und übers Ziel hinaus geschossen.
    Alles andere haben die Miteigentümer mit zu tragen.

    :thumpsdown:

  • Au einen Durchlauferhitzer?
    möglich, aber nur solange deine Wohnungsstromversorgung die Leistung hergibt ohne ein riesen Aufwand zu betreiben.

    Das hatte ich gemeint. Das mit der Leistung muss ich erst noch klären.

  • Ich hatte mal ca. 50.-€/ Monat an zusätzlichern Stromkosten kalkuliert, ich denke, da war ich nicht ganz daneben.

    Das kann hinkommen. Wir brauchen zu viert über die Sommermonate ziemlich genau 4kWh pro Tag, und zwar mit WW-Speicher, den Verteilungsverlusten und morgens incl. Zirkulation. Lass' es über die Wintermonate (da habe ich keine Messwerte weil die Heizung mitläuft) etwas mehr sein, weil länger und wärmer geduscht wird und öfter gebadet. Dann wären wir grob bei 150kWh/Monat und damit selbst mit einem teuren Stromtarif bei weniger als 40€/Monat. Also Mehrkosten gegenüber Gas/Öl/wwi irgendwo im Bereich 30€/Monat.

  • Wir hatten in unserer ehemaligen Wohnung auch einen Elektroboiler für Warmwasser. Wir waren zu zweit, jeder hat täglich geduscht alle paar Wochen mal ein Bad. Sonst brauchten wir Strom nur für Küche und ab und zu Fernsehen und hatten einen Stromverbrauch von fast 150 Euro monatlich. Das war schon heftig.