Prüfstatiker will Papier-Originalausführung der Unterlagen

  • Hallo zusammen,


    hier ein Neuer mit einem ;)


    ärgere mich gerade über erneute Verzögerung im Kontext "Prüfstatiker" und bitte um Info, ob sowas "üblich" oder "Taktik" ist... in BW.

    Fragen:
    - Ist es gängig, dass der Prüfstatiker auf einmal - nach Monaten der 'Bearbeitung' (?) - noch die physischen Papier-Originalpläne (die gestempelte Ausführung des BH) haben will, um diese "einzusehen"? Die gescannte Version würde nicht "genügen". Scheinbar ist es nun wieder ein neuer Bearbeiter (nun der 3. oder gar der 4. Name).
    - Wenn der Rote Punkt + Freigabe der Stadt bereits vorliegt, darf man dann schon loslegen, obwohl der Prüfstatiker noch nicht fertig ist? Dieser weiß darüber Bescheid, wurde von Stadt und BH informiert und hat mündlich auch schon sein OK gegeben.



    Hintergrund:
    Es geht um ein eigentlich ziemlich triviales Bauvorhaben, bei dem innerhalb einer bestehenden Lagerhalle ein WC- Teeküche- Büro- und ein Werkstattraum abgemauert werden sollen. Einstöckig.
    Baugenehmigung liegt schon seit 12/2016 vor (nun 15 Monate) und sogar der rote Punkt (Baufreigabe sei 7/2017) wurde von der Stadt bei Beauftragung des Prüfstatikers schon erteilt (dieser wurde darüber informiert); nach der nervigen "Fahrradständer- Brandschutz- Baumbestands- und Fledermausdiskussion".


    Während des Vorgangs mit Statiker + Prüfstatiker und dem BH wurde mehrfach telefonisch und per Mail kommuniziert wg. paar Ausführungsdetails (z.B. Details zum Bestand, die bei Planerstellung nocht bekannt waren, sowie ein Änderungswunsch des BH bezüglich der Fensterbreite).


    Danke für eure Rückmeldung und Tipps wie man damit umgehen sollte!


    Gruß
    Nico

  • wie läuft der gesamte vorgang?


    so ein auszug ist nicht sehr erklärend - der wirft eher fragen auf,
    als sie zu beantworten

    die gestempelte Ausführung des BH

    was ist das? stempelt der öffentlich-rechtliche bauherr?
    oder hat ein privat-bauherr eigene stempel?


    ich kenn´s aus ziemlich jedem bundesland so, dass der PI die
    unterlagen zum standsicherheitsnachweis, statik+pläne, 2-fach auf
    papier bekommt - das wird grün gestempelt/abgehakt - und was
    geprüft ist, ist geprüft.


    unterlagen elektronisch zum PI schicken - naja, entweder sehr
    progressiv oder eine abgestimmte beschleunigungsmassnahme
    (zur unbezahlten vorab"sichtung") mit entgegenkommen des PI ..
    oder sonstwas.

  • Hallo,


    danke, leider konnte ich nun nicht mehr editieren...


    Vorgang:
    1. Antrag+Pläne vom Architekten eingereicht bei Bauamt: 5-fach
    2. Alle "Nachforderungen" der Stadt erfüllt (Brandschutz, Fledermausgutachten usw.)
    3. Baugenehmigung erhalten von der Stadt. incl. 1-fache Ausführung (Antrag + Pläne) zurück an BH mit grünen Stempeln der Stadt.
    4. Statiker beauftragt, Bauleiter beauftragt und der Stadt mitgeteilt.
    5. Roten Punkt + Baufreigabe erhalten von der Stadt.
    6. Prüfstatiker wurde zeitgleich von Stadt "herausgesucht" und dem Bauherren mitgeteilt. Prüfer wurde über 5. von Stadt informiert!
    7. Prüfstatiker hat Unterlagen angefordert, digital.
    8. Kleinere Abstimmungen zwischen Statiker und Prüfer über Ausführungs- bzw. Bestands-Details; z.B. Nachlieferung Fundamenttiefe des Bestandes (musste nachgeschaut werden, da keine Pläne der Halle mehr vorhanden).


    9. Nach mehreren Monaten "Stille" will der Prüfstatiker nun eben das einzige Original des Bauherren. Ist das normal?
    => Hier stehen wir nun.


    Ich hätte eben gedacht, dass genau für sowas die 4-fache Ausfertigung bei der Stadt liegt... Muss ich mein einziges Original auf unbestimmte Zeit "hergeben"?


    was ist das? stempelt der öffentlich-rechtliche bauherr?oder hat ein privat-bauherr eigene stempel?


    Das Bauamt hat Antrag + Pläne grün gestempelt und "gelocht". Ein Exemplar hat der Bauherr zurückbekommen.


    Gruß

  • Alles etwas verwirrend.
    Bist du selbst der Bauherr? (Ich antowrte idR nicht auf die indirekten Anfragen in der Königsversion.)


    Glaskugel: Der Prüfer bzw. die Verrechnungsstelle der Prüfingenieure BW fordert beim Bauherren sein Exemplar - Planheft der Baugenehmigung - zur Abrechnung an.
    Muss im Original sein. Wenn steht es im Auftrag (Durchschrift ging an Bauherr) des Bauamtes an den Prüfingenieur. - Planheft beim Bauherrn anfordern.
    BW hat hoheitliche Prüfung.
    Merke: man reiche in BW immer ein Planheft mehr ein und lasse auch die Eintragungen übertragen. Naja kostet 50..80 €.


    Also man kann es der Abbrechnungsstelle zur Verfügung stellen und bekommt es wieder zurück. - üblicher kleiner Dienstweg.


    Man kann auch sagen - mir doch wurscht, hab eh kein rechtliches Verhältnis zum Prüfingenieur und der Verrechnungsstelle und teilt dem Prüfer lapidar mit gibt es nicht.
    Dann wartet man ab, bis eine Verfügung vom Bauamt kommt, kann sich schon mal einen RA für Verwaltungsrecht raussuchen und den Krieg laufen lassen.

    Nachdenken kostet extra!

  • Hallo,


    danke für die Information.
    Ich bin Bauherr, ja. Was eine "Königsversion" ist, weiß ich nicht. Google kennt das Wort auch nicht.Tut mir leid.
    Weniger "verwirrend" als die Auflistung in 10 chronologischen Meilensteinen bekomme ich es nicht hin. Nochmal sorry!


    Auch sind mir viele der Fachbegriffe nicht vollständig gängig; ich muss daher teils interpretieren.


    Merke: man reiche in BW immer ein Planheft mehr ein und lasse auch die Eintragungen übertragen. Naja kostet 50..80 €.


    "Planheft" ist der 3cm dicke Packen Papier mit allen Anträgen und den Plänen, den der Architekt 5-fach eingereicht hat?
    Verstehe ich es dann richtig: den hätte ich dann 6-fach einreichen sollen, damit ich 2 davon zurückbekomme und davon einen dem Prüfer schicken kann, richtig?


    Ich nehme also mit, dass das grundsätzlich gängige Praxis ist.
    Mir erschließt sich jedoch nicht, warum das nicht zwischen Bauamt und Prüfer läuft. Für irgendwas müssen die 4 Exemplare dort ja gut sein (dachte ich zumindest. Vielleicht heizen die aber einfach nur damit.). Zudem sagt mir mein Menschenverstand-Verstand, dass man das auch ohne größere Hindernisse hätte vorab anfordern können, anstatt es digital zu fordern.


    Gruß
    Nico



    ---------- 22. März 2018, 11:50 ----------


    ich weiss noch nicht, welche unterlagen der prüfer digital angefordert hat.genehmigte planung? wenn ja: s. @Pemu


    Ok:
    Der Architekt hat eingereicht "Baubeschreibung" + "Technische Angaben über Feuerungsanlagen" + "Stellungnahme Bezirksschornsteinfeger" + "Angaben zu gewerblichen Anlagen" + "Berechnungsbogen Fahrrad- und Kraftfahrzeugstellplätze" + "Lageplan, schriftlicher Teil" + 6 Blätter Pläne mit Lageplänen sowie diversen Ansichten des geplanten Ausbaus. Daneben noch diverses bzgl. "Antrag zur Nutzungsänderung" + "Antrag zur Entwässerung" + diverse damit verbundene Pläne.


    Das wollte er digital und nun mein von der Stadt gestempeltes und gelochtes Original.


    Die Kommuniaktion von "Berechnung + Ausführung" läuft ja noch - und das zwischen Statiker und Prüfer.

  • Das wollte er digital und nun mein von der Stadt gestempeltes und gelochtes Original

    ergänzend zur erklärung der motivationslage des prüfers:
    1x prüfung, ob die stat. unterlagen zum richtigen bauwerk passen > geht digital
    1x weiterleitung an honorarstelle > geht (s.o.) anscheinend nur in papierform


    du könntest fragen, ob ein begrünter plan reicht, oder ob das kleinformatzeug
    auch gewollt wird - und dann lässt du die behörde nochmal stempeln, weil, wenn
    schon eine honorarabrechnungsstelle exisitiert, muss die auch erkennbar tätig sein ;)
    du schreibst oben von "physischen Papier-Originalpläne" - demnach würde bspw. die
    berechnung der kubatur nicht verlangt: gut für dich.

  • Deshalb schrieb ich ja, snuggels sollte mal den Prüfauftrag durchlesen.
    Dort wird stehen, dass das genehmigte Planheft dem Prüfer zuzusenden ist.
    Jupp manche Ämter machen es sich einfach.
    Planheft sind die Zeichnungen des Architekten in gebundener Form. Eben in einem Planheft (spezielle Ausführung) eingeheftet bzw. eingeklebt.
    Das Planheft ist eine Urkunde - daher idR nur geklebt erlaubt). Um irgendwelchen Manipulationen vorzubeugen - ja die gibt es ab und an - muss das genehmigte Plangheft einmal im Original der Abrechnungsstelle vorgelegen haben. Wird wieder zurück gesandt. Und es muss dem Prüfer spätestens zum abschließenden Prüfbericht vorgelegen haben. Meist will man das spätestens zum 2. Prüfbereicht sehen. Der Prüfer muss nämlich vermerken, wenn von der genehmigten Planung abgewichen wird. Im abschließenden Prüfbericht muss er vermerken, dass die geprüften Unterlagen den genehmigten Baugesuchsplänen entsprechen oder Abweichungen angeben.
    Der Prüfbericht geht ans Bauamt, die lesen sich das durch und stellen dann den halben oder ganzen roten Punkt zum Abholen aus. (Manche Bauämter handhaben das lockerer, manche sehr strickt)
    Ergo es ist nicht willkürlich.


    Planheft Exemplare: min. sind 3 einzureichen. -> der Ämterumlauf dauert dann ewig, da immer nur 1 Ex. auf die Reise gehen kann. Zur Verfahrensbeschleunigung kann man mehr einreichen.
    Will man mehr als ein Planheft genehmigt zurück bekommen, dann muss man das nicht nur einreichen, sondern auch angegeben. Für die Übertragerei/Stempelung wird eine Gebühr verlangt.


    Und noch zu den Gebühren. Die Kommunen müssen Geld erheben, eigentlich sogar kostendeckend. Ist so festgelegt. Wenn man das doof findet muss man über die Bundesregierung meckern.


    könnte doch mal dein Architekt erklären.


    Königsanrede: Wenn due Bauherr bist kannst du im Eingangspost ja auch in der Ich-Form statt einem abstrakten Bauherren reden.

    Nachdenken kostet extra!