Dachluke / Dachfenster für Krüppelwalmdach

  • Hallo,


    unser Haus mit Krüppelwalmdach (Baujahr 1910) derzeit mit gedreierten Biberschwanzziegeln soll nun neu mit Frankfurter Pfannen eingedeckt werden. Das erste Problem sind die von Holzwürmern befallenen Balken. Nach gründlicher Prüfung und teilweise Abtragung des bereits zersetzten Holzes scheint es wohl allem Anschein so zu sein, dass die Larven nicht in den Balkenkern eingedrungen sind. Allerdings wollten wir prophylaktisch die Balken mit Isopropanol streichen, was jedoch aus Brandschutzsicht eine sehr fragwürdige Vorgehensweise ist. Unser Dachdecker meinte, dass es wohl diverse andere Schutzanstriche bzw. -farben mit dem gleichen Effekt auf dem Markt gäbe. Unbekannt ist uns nur, ob diese wirklich den gewünschten Effekt haben.
    Weiterhin soll das Dach nun auch eine Dämmung erhalten, wie sich das auf den Schädlingsbefall auswirkt, ist auch nicht geklärt.


    Der Dachboden selbst besitzt ein weiteres Firststockwerk. Hier befindet sich auf den Krüppeldächern (Nord- + Südseite) jeweils ein Lukenfenster. Auf der Westseite wurde seinerzeit eine Wartungsluke aus verzinktem Blech installiert, was mit den damaligen Überlandstromleitungen zusammenhängt. Zudem gibt es auf dieser Seite einige kleine Glasziegel zur weiteren Lichtversorgung. Auf der Ostseite befinden sich keine Auslässe, jedoch ragen hier zwei Schornsteine aus dem Dach (diese verbleiben weiterhin). Unser Dachdecker meint nun, dass es auf den Krüppeldächern aus Platzgründen nicht mehr möglich sei, Fenster zu installieren und würde gerne auf die Sattelhälften ausweichen. Nun gibt der Lichteinfall aus Südwestrichtung zwar die meiste Helligkeit, allerdings ist dies mit einer starken Hitzeentwicklung verbunden, weshalb wir beabsichtigen zwei moderne Dachfenster auf die Ostseite, zwischen die Schornsteine, zu bauen. Sicherlich wird dies zu schlechteren Lichtverhältnissen führen. Die bestehende Wartungsluke auf der Westseite soll entfernt werden. Das Problem einer komplett geziegelten Westseite, besteht nun darin, dass es keinen direkten Wartungszugang mehr auf diese Seite gibt und Dachstiegen als Zugang von der Ostseite her, nicht vorgesehen sind. Gibt es hier vielleicht eine Lösung, welche sowohl Lichteinfall von Westen und Wartung zulässt, die Wärmestrahlung aber dauerhaft abhält? Lichtkuppeln scheinen ja nur für Flachdächer in Frage zu kommen und diese sind ja in der Regel aus Kunststoff. Evtl. eine Art Jalousiensystem vielleicht. Zu bedenken ist auch, dass Westen Wetterseite heißt, d. h. jede Öffnung könnte hier mit der Zeit zu etwaigen Feuchtigkeitseintragungen führen, zumal derzeit nichts isoliert o. gedämmt ist, später jedoch alles dicht ist, die direkte Luftzirkulation also nicht mehr gegeben ist. Und gibt es evtl. doch eine Möglichkeit Fenster auf den kleinen Krüppeldachflächen zu installieren?


    Vielen Dank für hilfreiche Vorschläge.


    PS: Im Anhang findet sich Skizzen, die letzte Seite beinhaltet die tatsächliche Draufsicht des Dachs.


    Schöne Grüße
    wizkid

  • Ich würde Dir zu allererst raten , kläre das mit dem Schädlingsbefall ab !
    Vermutlich handelt es sich hier um den Hausbock . Ein Statiker sollte die Resttragfähigkeit der Balken prüfen und beurteilen .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Mal abgesehen von dem Schädlingsbefall der natürlich genauestens untersucht werden sollte:
    Gegen den Hitzeeintrag im Sommer gibt es Dachfenster mit Außen-Rolläden. Wenn kein Stromanschluss in der Nähe ist gibt es das auch als Solar-Variante. Einfach mal bei dem bekannten Hersteller (V...x) schauen.

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Wenn es um die Hitzeentwicklung geht, dann würde ich mir nicht nur Gedanken über die doch relativ kleinen Fenster machen, die ja nur einen Bruchteil der Dachfläche ausmachen.

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  • Moin,

    derzeit mit gedreierten Biberschwanzziegeln

    das nennt sich Doppeldeckung ;) Gibt es einen Grund warum es jetzt nun Betondachsteine werden sollen?


    Unser Dachdecker meinte, dass es wohl diverse andere Schutzanstriche bzw. -farben mit dem gleichen Effekt auf dem Markt gäbe. Unbekannt ist uns nur, ob diese wirklich den gewünschten Effekt haben.

    Für mich die völlig falsche Vorgehensweise. Ich würde:


    • Den Befall prüfen. Sind Larven noch aktiv? Wenn ja, dann: Bekämpfung planen. Begasen, Injektion usw
    • Tragfähigkeit durch Statiker klären lassen. Maßnahmen zur Ableitung festlegen. Reicht der Restquerschnitt? Muss angelascht werden? Komplett neuer Dachstuhl?

    Wenn das feststeht würde ich erst alle weiteren Schritte vorsehen. Jetzt mit irgendwelchen Mittelchen da rumpinseln...



    weshalb wir beabsichtigen zwei moderne Dachfenster auf die Ostseite, zwischen die Schornsteine, zu bauen.

    Wohnfenster neben Schornsteine? Ich weiß ja nicht. Was ist mit den Rauchgasen im Winter, wenn man doch mal lüften will? Da gehört sich meiner Meinung nach ausreichend Abstand. Ich würde an der Stelle drauf verzichten. Lediglich ein wärmegedämmten Ausstieg für den Feger vorsehen. KEIN reines Ausstiegsfenster mit seitlichem Anschlag, sondern mit Klapp-Schwing-Scharnier, ansonsten gibt es keine Außenrolladen dafür.


    Die bestehende Wartungsluke auf der Westseite soll entfernt werden. Das Problem einer komplett geziegelten Westseite, besteht nun darin, dass es keinen direkten Wartungszugang mehr auf diese Seite gibt und Dachstiegen als Zugang von der Ostseite her, nicht vorgesehen sind. Gibt es hier vielleicht eine Lösung, welche sowohl Lichteinfall von Westen und Wartung zulässt, die Wärmestrahlung aber dauerhaft abhält?

    Was soll der Wartungszugang durch Fenster ermöglichen, an der Stelle? Leiterhaken würden hier ausreichen. [definition=68,0]Traufhöhe[/definition] ist? Zugang zur Westseite ist möglich oder stehen da noch andere Gebäude vor?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Wohnfenster neben Schornsteine? Ich weiß ja nicht. Was ist mit den Rauchgasen im Winter, wenn man doch mal lüften will? Da gehört sich meiner Meinung nach ausreichend Abstand.

    :thumbsup:


    Nicht nur Deiner Meinung nach. Siehe FeuVo für Baden Württemberg, §9 (1), 2.



    2. Dachaufbauten und Öffnungen zu Räumen um mindestens 1 m überragen, soweit deren Abstand zu den Schornsteinen und Abgasleitungen weniger als 1,5 m beträgt,

    Aus der obigen Skizze sind die notwendigen Abmessungen nur schwer zu entnehmen, aber beim Einbau eines [definition=7,0]DFF[/definition] sollte man die FeuVO nicht unter den Tisch fallen lassen.


    Bei 2 Schornsteinen könnte einer auch für feste Brennstoffe (Kaminofen?) genutzt werden. Hier würde ich die zulässigen Abstände erst Recht nicht ausreizen. Wenn ich die Zeichnung richtig verstanden habe, dann würden bei einem Westwind die Rauchgase quasi "nach unten" gedrückt (Strömung an der Firstkante des Gebäudes), und bei uns herrscht das Jahr über meist Westwind.


    Die Schornsteine müssen dann evtl. in der Höhe angepasst werden, Schorni fragen.

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