Einige feine lange Risse in Kalkzementputz auf XPS-Platten im Kellerinnenputz

  • Hallo zusammen,


    in unserem Keller wurde Anfang des Jahres der Keller mit Kalkzementputz verputzt. Seit einigen Tagen ist uns aufgefallen, dass an den Außenwänden mehrere feine, aber durchaus längere (über einen Meter oder länger) Risse vorhanden sind. An den Außenwänden wurden gewaffelte XPS-Platten geklebt. Auf diese XPS-Platten wurde dann Zementhaftputz und vollflächig eine Gewebearmierung aufgebracht. Anschließend dann Kalkzementputz. Wirklich messbar ist Rissebreite nicht, da sie sehr fein sind. Fotografieren ist auch schwer.
    Ist dies irgendwie normal bzw. gibt es hier Toleranzen oder wie muss der Stuckateur hier nacharbeiten? Stuckateur ist informiert, aber bisher noch keine Rückmeldung.
    Danke

  • Ja, die 4cm XPS-Innendämmung wurde verputzt. Es ist ein Neubau. Trotz der Innendämmung gibt es außen eine Perimeterdämmung. Ist ein Betonkeller aus WU-Beton. Wie schon geschrieben, wurden die gewaffelten XPS-Platten mit Zementhaftputz verputzt und vollflächig ein Gewebe eingebaut. Darauf dann mit Kalkzementputz verputzt. Was genau verwendet worden ist, weiß ich nicht, da es ein Stuckateur gemacht hat. Die XPS-Platten wurden mit Klebemörtel angeklebt.

  • Wie wurde der Putz getrocknet? Waren während der Zeit vielleicht Bautrockner in Betrieb? Temperatur während des Verputzens und in den Tagen danach?


    Ich glaube, das ist ein Fall für @sarkas und seine neue Glaskugel.


    Ich würde dahingehend spekulieren, dass hier die Umgebungsbedingungen, evtl. in Verbindung mit unterschiedlichen Materialien (XPS als Untergrund), die Bildung von Haarrissen begünstig haben. XPS mit geringer Wärmeleitfähigkeit und kaum Feuchtigkeitsaufnahme, und darauf dann der Putz mit fast schon gegensätzlichen Eigenschaften. Dann noch niedrige Temperaturen, bzw. Temperaturschwankungen, oder schnelles Trocknen, und man hätte wohl alle Zutaten die notwendig sind, um Haarrisse zu erzeugen.


    Aber wie gesagt, das ist eine Vermutung meinerseits. Als Mangel gehen m.W. solche Haarrisse nicht durch.

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  • "Richtige" Bautrockner waren während des Trocknens nicht in Betrieb. Es wurde immer wieder gelüftet und teilweise mit einem elektrischen 5kW Heizlüfter aufgewärmt. Aber nie dass es wirklich warm im Keller war. Temperatur war immer so um die 10°C. Arg anders dürfte die Temperatur beim Verputzen nicht gewesen sein, aber genau weiß ich es nicht mehr. Das war in KW2 2018.
    Kommen diese Haarrisse wieder, wenn man einen Feinputz oder Spachtel oder Farbe aufträgt? Oder ist das auch wieder Glaskugellesen? Oder wie sind die Erfahrungen bei Haarrissen, sind die Durchgängig oder eher Oberflächlich?

  • Nach Deiner Beschreibung ist die Ausführung dieser Innendämmung bauphysikalisch und handwerklich hoch problematisch, vorsichtig formuliert. Die Haarrisse sind dabei eher nebensächlich, wenn das System wirklich genau so ausgeführt wurde. Bauträger-Projekt? Bauleistungsbeschreibung oder Ausführungsplanung liegen vor und sehen diese Ausführung vor?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und warum ist das problematisch? Eine Erklärung wäre in dieser Stelle durchaus hilfreich.

    Für die vollständige Erklärung habe ich jetzt keine Zeit. Kurz:


    - Der Betonkonstruktion wird das Austrocknen zum Raum hin drastisch erschwert.
    - Innendämmungen sind immer kritisch, diese ist aber zusätzlich auch noch hinterlüftet und damit, eigentlich auch wieder wenig sinnvoll.
    - Der deutlichen Vorteil, bei Undichtigkeiten in der WU-Konstruktion den Austrittspunkt des Wassers sehen und zerstörungsfrei verpressen zu können, gibt man auf.


    Sollte das so? Ist das bauphysikalisch so gerechnet? Oder ist das nur passiert?


    Ich sage nicht, dass es falsch ist und in jedem Fall zu massiven Problem führt. Ich frage (mich) allerdings, weshalb man sowas baut. Es geht einfacher, kostengünstiger und in jedem Falle sicherer.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • diese ist aber zusätzlich auch noch hinterlüftet und damit,...

    Ich lese nur, dass die Platten mit Klebemörtel "geklebt" wurden. Ob flächig oder Batzen?


    Ob sinnvoll, das steht auf einem anderen Blatt. Mehr Infos zum kompletten Wandaufbau wären sicherlich hilfreich.



    Kommen diese Haarrisse wieder, wenn man einen Feinputz oder Spachtel oder Farbe aufträgt?

    Meine Glaskugel sagt, diese oberflächlichen Risse kommen nicht wieder, wenn der Aufbau erst einmal durchgetrocknet ist, und keine weiteren Ursachen für eine Rissbildung in´s Spiel kommen. Es gibt ja viele Gründe, warum sich Risse bilden können, manche davon müssen jetzt noch nicht sichtbar werden.
    Dann wäre mit Schleifen, spachteln, die Sache erledigt.


    Ich hätte so eine Innendämmung erst viel später angebracht, denn wie von Skeptiker schon geschrieben, wird dadurch die Trockung der Wände erschwert. So eine 25cm Betonwand braucht lange bis sie wirklich trocken ist. Ich schätze mal, Deine Wandstärke dürfte in dieser Größenordnung liegen.


    Wie und wann wurde die Außendämmung ausgeführt (Dicke, verwendeter Kleber)? Wann wurde betoniert? Vermutlich kann die Wand nur nach innen austrocknen.

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  • Also die 12cm Perimeterdämmung wurde zeitnah nach dem Betonieren (25cm Wandstärke) aufgeklebt. Mit was geklebt worden ist weiß ich nicht.


    Die 4cm Innendämmung wurde ca. 6 Monate nach dem Betonieren mit Klebe- und Armierungsmörtel mit Zahnkelle aufgeklebt.


    Der Stuckateur meinte, dass das bei verputzten XPS-Platten öfters vorkommt, aber man erst mal den Estrich abwarten soll, bevor man etwas unternimmt.

  • Ich hätte so eine Innendämmung erst viel später angebracht, ....

    Jo, ich auch!
    Restliche Baufeuchte +/= XPS vs. zementbasiertes Material.
    Da sind feine Risschen vorprogrammiert.
    Feinputz, Spachtelmassen und Konsorten würde ich jetzt erst dann machen, wenn der Bau ausgetrocknet ist.



    OT:
    Und wenn überhaupt, dann hätte ich mineralische Innendämmung gemacht. Und wenn dann Die, dann von jemanden geplant, der eine Ahnung davon hat.
    Btw, geht mich ja nix an, aber ist da eine Innendämmung wirklich nötig?

    Gruß Werner :)

  • Hallo zusammen,

    muss das Thema wiederbeleben. Inzwischen ist der Estrich im Keller soweit trocken. Der Stuckateur und Bauleiter werden in nächster Zeit vorbeikommen und die Risse im Kalkzementputz anschauen. Die Risse zu fotografieren ist leider sehr schwer, da ist auf einem Bild nicht viel zu erkennen. Es sind auf jeden Fall einige Risse, manche wohl auch mehr als nur Haarrisse. Dazu meine Frage:

    1.) Kann man sagen, ob sich die Risse weiter verändern? Bspw. Vergleich Sommer und Winter. Oder bleiben die Risse im Normalfall so wie sie jetzt sind? Die frühere Idee des Stuckateurs war, erst die Risse mit Farbe zu füllen und dann den Rest zu streichen. Aber da habe ich Befürchtungen, dass die Risse im Sommer-Winter-Wechsel wieder kommen. Es scheint mir auch nicht so richtige Lösung zu sein.

    2.) Wie könnte man die Risse überhaupt beheben? Kompletter Putz abschlagen? Risse "zuschmieren"? Wände mit Malervlies überdecken und dann streichen?


    Vielen Dank