Sicherheitseinbehalt für 4-6 Wochen möglich

  • Guten Tag,


    habe Anfang der Woche eine neue Treppe bekommen. Die Firma ist nach meinem Empfinden sehr seriös (Empfindungen täuschen manchmal). Es mussten schon kleinere Sachen nachgebessert werden und die Firma war jeweils überpünktlich vor Ort. Jedoch gibt es noch Probleme mit dem Podest, da es quietscht. Die Tischler baten mich, erst einmal 4 Wochen das Podest zu beobachten. Erst dann würde eine erneute Nacharbeit Sinn machen.
    Ich möchte der Firma gerne ihr Geld überweisen. Kosten der Treppe: 5900 €. Jedoch kenne ich von anderen Firmen das verhalten, wenn das Geld geflossen ist, "finden die Fahrzeuge der Firmen nicht mehr den Weg zu mir".


    Was haltet Ihr von einem Sicherheitseinbehalt für höchstens 6 Wochen im Betrag von 1000 €. (Damit es sich für die Firma lohnt!)


    bis bald,

  • ...wenn die Firma bisher seriös gearbeitet hat, halte ich das für übertrieben. Evtl. vorher mit der Firma noch einmal sprechen, was sie für angemessen halten?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ein telefonisch Gespräch mit dem Auftragsnehmer wäre da am sinnvollsten und zielführend
    Als Anhaltswert für solche nacharbeiten ist ein Wert zwischen 5% und 10% der Auftragssumme. In Deinem Falle 250-500€ was den Aufwand ggf rechtfertig wenn die arbeiten in Regie zur Nachbesserung durch dritte bezahlen müsstest.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Ein telefonisch Gespräch mit dem Auftragsnehmer wäre da am sinnvollsten und zielführend
    Als Anhaltswert für solche nacharbeiten ist ein Wert zwischen 5% und 10% der Auftragssumme. In Deinem Falle 250-500€ was den Aufwand ggf rechtfertig wenn die arbeiten in Regie zur Nachbesserung durch dritte bezahlen müsstest.

    Den 1. Teil der Antwort finde ich gut.
    Der 2. ist nicht gaaaanz so gelungen.
    Fakt ist, eine Zurückhaltungsrecht bemisst sich der Höhe nach an den zu erwartenden Mangelbeseitigungskosten.
    Da können 5-10% viel zu viel oder auch viel zu wenig sein. Es weiß ja keiner was das Knatschen hervorruft.


    Ich würde, wenn der AN überhaupt eine Rechnung vor dem Ablauf der von ihm genannten Frist schickt und keine annehmbare Summe zum Einbehalt freiwillig ausweist, diesen mit Eurer (berechtigten) Meinung konfrontieren.
    Wenn er ein vernünftiger ist und das sind die meisten, wird er hierauf eingehen.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Ist der zulässige Einbehalt nicht das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten?

    Ja - wenn es darum geht, eine Frist für die Kündigung und Ersatzvornahme zu setzen. Aber hier soll ja nicht gestritten, sondern eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Der TE will ja grundsätzlich zahlen und lediglich einen Sicherheitseinbehalt zurückbehalten. Ich würde - wie schon geschrieben - auch zuerst das Gespräch suchen.

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  • Ist der zulässige Einbehalt nicht das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten?

    Genau so ist es nach [definition=19,0]BGB[/definition]! Dessen ungeachtet darf ein allgemeiner Fertigstellungs- oder Gewährleistungseinbehalt nur dann berechtigt vorgenommen werden, wenn dies im Bauvertrag so vereinbart wurde. Dies gilt auch für Zahlungsfristen und darauf zu gewährende Skonti! Ohne Vereinbarung gilt das [definition=19,0]BGB[/definition]!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Zitat von Skeptiker

    Genau so ist es nach [definition=19,0]BGB[/definition]! Dessen ungeachtet darf ein allgemeiner Fertigstellungs- oder Gewährleistungseinbehalt nur dann berechtigt vorgenommen werden, wenn dies im Bauvertrag so vereinbart wurde. Dies gilt auch für Zahlungsfristen und darauf zu gewährende Skonti! Ohne Vereinbarung gilt das [definition=19,0]BGB[/definition]!

    Darstellung ist etwas " schief ".


    Der Werklohn wird fällig mit Fertigstellung und Abnahme des Werks durch den AG. Kleinere Restarbeiten und nicht erhebliche Mängel hindern die Abnahme nicht. Der AG ist in diesem Fall zur Abnahme verpflichtet.


    Der TE hat offenbar in einem Ortstermin abgenommen, allerdings unter dem Vorbehalt des genannten Mangels ( Podest quietscht ). Für diesen Mangel hat er ein gesetzliches Zurückbehaltungsrecht in Höhe des 2-fachen Betrgs der voraussichtlichen Nachbesserungskosten durch einen anderen Unternehmer. Einer vertraglichen Vereinbarung bedarf es insoweit nicht!


    Problem für den Laien ist: Wie hoch sind die Kosten x 2, wenn sich das Quietschen nach 4 Wochen nicht von selbst erledigt haben sollte und der Treppenbauer dann nicht mehr kommen sollte? Das kann selbst ein Fachmann nur zuverlässig schätzen, wenn er die Ursache des Mangels kennt/ermittelt hat. Denn danach richten sich dann die erforderlichen Nachbesserungsarbeiten.


    Wenn die Firma - wie offenbar hier - seriös ist, kann man diese nach der/den Ursache(n) und den Kosten befragen und mit dieser einen einvernehmlichen Einbehalt vereinbaren. Ist sie das nicht oder ist es zweifelhaft, bleibt nur die Hinzuziehung eines Fachmanns.


    Was hat denn die Firma als mögliche Ursache angegeben und wurde die Beanstandung bei der Abnahme schriftlich festgehalten?

  • Danke erst einmal für Eure rege Diskussion!


    Die Treppe war am 13.3. fertig. Am 14.3. war die Rechnung da. Heute die Nachrechnung (Holzhülsen waren in der 1. Rechnung vergessen worden.) Auch der Einbau der Hülsen war vergessen worden. Einbau der Holzhülsen gestern.


    Eric: Die Tischler vermuten, dass die Podestplatte (die aus 2 Brettern besteht) an Nut und Feder zwischen den beiden Brettern reibt. Grund: die Lackierung. Sie hoffen, dass ein Abrieb des Lacks das Quietschen verschwinden lässt. Auch vermuten sie die Feuchtigkeit als Ursache. Es wird tapeziert. Aber auch die Abschlussleisten sind Verursacher.
    Dass konnten wir gestern 100 % feststellen. Die Tischler hoffen aber auf Abrieb.


    ---------- 17. März 2018, 16:41 ----------


    Eric: Eine schriftliche Abnahme gab es nicht. Habe mündlich diesen Mangel bei den beiden Tischlern geäußert. Auch habe ich ihnen gesagt, dass ich der Firma den Mangel noch schriftlich mitteilen werde. Der eine meinte, dass brauche ich nicht, da sie hier vor Ort sind und ihren guten Ruf behalten wollen (Diesen guten Ruf hat die Firma auch!)

  • [...]



    Der eine meinte, dass brauche ich nicht, da sie hier vor Ort sind und ihren guten Ruf behalten wollen (Diesen guten Ruf hat die Firma auch!)

    ...dann würde ich mir wegen der Sache auch keine allzu großen Gedanken machen. Abgesehen davon hört es sich nicht danach an, als gäbe es an der Treppe einen schwerwiegenden Mangel.

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  • auf "guten Ruf" geb ich gar nix mehr...

    es gibt bei gutem ruf feine aber wichtige unterschiede.


    ein guter ruf
    a) kann auf kompetenz und können beruhen .dieser gute ruf ist oft auch ein schlechter , weil dieser weg monetäre unnachgiebigkeit impliziziert und dann heisst es , die sind viel zu teuer
    b) genauso auf einem psychologisch feinst ausgetüftelten umgang mit dem opfer , in diesem fall wirklich opfer. (absolut sicheres auftreten bei völliger ahnungslosigkeit)
    c) der bereitschaft den preis einer leistung bis zur schmerzgrenze zu senken ,wobei die schmerzen meist durch die gesenkte qualität verursacht werden.nur wird dieser nachteil von laien nicht erkannt wird

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ja, wahrscheinlich muss ich mich von dem "guten Ruf" verabschieden. Bin ja auch schon damit auf die Nase gefallen.


    Die Podestplatte kostet 420 € + 52 € (Ausgleich Podest) = 472 € x 2 = 944 € . Ich werde auf 1000 € aufrunden. Dann denke ich, dass die Firma ihre Arbeit macht!

  • Dann hast du wohl Erics Kommentar dazu nicht gelesen.... Das wird der Grundstein für feierlichen Ärger....

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Die Podestplatte kostet 420 € + 52 € (Ausgleich Podest) = 472 € x 2 = 944 € . Ich werde auf 1000 € aufrunden. Dann denke ich, dass die Firma ihre Arbeit macht!

    Du hast @Erics Aussage

    Problem für den Laien ist: Wie hoch sind die Kosten x 2, wenn sich das Quietschen nach 4 Wochen nicht von selbst erledigt haben sollte und der Treppenbauer dann nicht mehr kommen sollte? Das kann selbst ein Fachmann nur zuverlässig schätzen, wenn er die Ursache des Mangels kennt/ermittelt hat. Denn danach richten sich dann die erforderlichen Nachbesserungsarbeiten.


    Wenn die Firma - wie offenbar hier - seriös ist, kann man diese nach der/den Ursache(n) und den Kosten befragen und mit dieser einen einvernehmlichen Einbehalt vereinbaren. Ist sie das nicht oder ist es zweifelhaft, bleibt nur die Hinzuziehung eines Fachmanns.

    anscheinend nicht so verstanden, wie sie vom versierten Rechtsanwalt gemeint war: "Ursache des Quietschen sicher klären, Höhe der Beseitigungskosten klären, doppelte Beseitigungskosten einbehalten." Und die Ursache des Quietschen kann nur ein Sachkundiger (hier: Tischler) sicher feststellen.


    Das heißt eben gerade nicht "einfach 'mal Herstellungskosten des Bauteils x 2" einbehalten. Die Beseitigungskosten können erheblich niedriger, aber auch erheblich höher als die Herstellungskosten des mangelhaften Bauteils sein (Rückbau!). Und vom "Aufrunden" steht in § 641 Abs. 3 [definition=19,0]BGB[/definition] auch nichts. Dein beabsichtigtes Vorgehen birgt ein nicht ganz kleines Risiko.


    Weshalb nicht mit dem Tischler das weitere Vorgehen konkret mit Fristen vereinbaren?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker ()

  • Hast denn schon mal mit denen geredet? Kann auch sein, wenn man zu viel einbehält, dass der Schuss nach hinten losgeht.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Kunden Angst haben mit jemandem zu Reden, es wäre doch das einfachste von der Welt, bei der Firma anzurufen und zu fragen, wie es nun mit der Stufe weitergeht ( zeitlich ) und wieviel Geld überwiesen werden soll? Dann merkt die Firma, aha, Kunde möchte bezahlen, aber nur, wenn die Arbeit auch vollständig und ohne Mängel erbracht ist, wirst wahrscheinlich sehen, wie einfach die Welt sein kann, ohne Fristen, Papierkram und evtl. falsch errechnete Sicherheitseinbehalte. Es sind nicht alle Firmen schlecht und böse und beißen tun auch die wenigsten.