Dachgeschossausbau - Detailfragen

  • Hallo Zusammen,



    da unser Wunschkind Nr.4 unterwegs ist baue ich gerade das Dachgeschoss unseres Altbau-Reihenhauses aus.



    Aktuell habe ich die Decke zum Spitzboden mit OSB verkleidet, die Dachbalken mit seitlichen Laschen aufgedoppelt, Steinwolle-Untersparrendämmung eingebracht, Dampfbremsfolie verlegt und schraube gerade die Quer-Lattung zwecks Dämung und als Unterkonstruktion dran. Ich habe ein paar blöde Fragen, auf die ihr sicher eine Antwort parat habt:



    Ich habe keinen Drempel. Zumindest die Heizungsrohre müssten allerdings verschwinden. Kann man unter den Dachschrägenfenstern die Heizkörper auch stehend montieren?
    Wie stellt man nachträglich den Drempel her? Querlatte oben und unten und Horizontalstreben und dann beplanken? Die Rigipsplatten hinten dran bis auf den Boden fahren, oder nicht? Ist es empfehlenswert zusätzliche Dämmwolle in den Drempüel reinzulegen?
    Macht es Sinn die Dachschrägen doppelt mit Rigips zu beplanken? Wenn ja, wird die erste Reihe auch verspachtelt?
    Muss die mit OSB verschraubte Decke eigentlich auch mit einer Folie versehen werden?
    Auf dem Boden befinden sich aktuell Holzplanken. Muss es unbedingt ein Trockenestrich sein, oder kann ich auch einfach OSB-Platten zusammenstecken und unverschraubt als Unterbodenkonstruktion/"Holzestrich" verwenden? Der Boden ist relativ krumm ... mit Perlit-Schüttung o.ä. vorher ausgleichen ...
    Kann man als Unterbodenkonstruktion auf dem Spitzboden (aktuell nur Balken) auch OSB verwenden? Wenn ja, in welcher Dicke?



    Vielen dank für eure Antworten im Voraus ;)



    LG
    Michael

  • Sind die Dachschrägen schon bis auf den Boden des DG gedämmt?


    Heizkörper kann man auch "stehend" montieren, dafür braucht es aber einen stabilen Untergrund.
    Wozu hast Du OSB von unten an die "Decke" geschraubt?


    OSB einfach zusammenstecken und schwimmend verlegen ist keine so gute Idee. Selbst wenn man die Verbindung (Feder in Nut) verleimt ist es fraglich, ob das lange hält. Wenn der Boden aus Balken besteht, die beplankt wurden, dann musst Du immer damit rechnen, dass der Boden auch federt. Ich hoffe mal, es wurde geprüft, ob das DG überhaupt für einen Ausbau geeignet ist.

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  • Was sagt denn der Statiker zum Vorhaben? Wie sieht der zweite Rettungsweg aus? Nutzungserweiterung beim Bauamt bekannt gemacht?


    Erst mal Grundlagen machen bevor man in technische Ausführungen geht. ;)

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • in BW:
    "§ 50 Verfahrensfreie Vorhaben
    1. für die neue Nutzung keine anderen oder weitergehenden Anforderungen gelten als für die bisherige Nutzung oder
    2. durch die neue Nutzung zusätzlicher Wohnraum in Wohngebäuden nach Gebäudeklasse 1 bis 3 im Innenbereich geschaffen wird."

    Nr. 1. könnte z.B. Brandschutz betreffen. Aber auch anderes. Das muss man sich wirklich mal genauer anschauen.
    übigens: "verfahrensfrei" heißt nicht, dass es keine Anforderungen gibt. Die gibt es sehr wohl!


    zum Rest:
    das hört sich alles recht komplex an und ich vermute hier eine nicht ganz einfache Bauaufgabe. Daher kann ich nur zu Sachverstand vor Ort raten.

  • Sind die Dachschrägen schon bis auf den Boden des DG gedämmt?


    Heizkörper kann man auch "stehend" montieren, dafür braucht es aber einen stabilen Untergrund.
    Wozu hast Du OSB von unten an die "Decke" geschraubt?


    OSB einfach zusammenstecken und schwimmend verlegen ist keine so gute Idee. Selbst wenn man die Verbindung (Feder in Nut) verleimt ist es fraglich, ob das lange hält. Wenn der Boden aus Balken besteht, die beplankt wurden, dann musst Du immer damit rechnen, dass der Boden auch federt. Ich hoffe mal, es wurde geprüft, ob das DG überhaupt für einen Ausbau geeignet ist.

    Die Dachschrägen sind bis auf den Boden gedämmt.


    Weil an der Decke zum Spitzboden nur Balken waren.


    Ok. Geprüft wurde es, was wäre die Alternative? Verschrauben knarzt, oder?

    Was sagt denn der Statiker zum Vorhaben? Wie sieht der zweite Rettungsweg aus? Nutzungserweiterung beim Bauamt bekannt gemacht?


    Erst mal Grundlagen machen bevor man in technische Ausführungen geht. ;)

    Ja, alles gut ... kein Stress.

  • Wie stellt man nachträglich den Drempel her? Querlatte oben und unten und Horizontalstreben und dann beplanken?

    Kann man so machen , Trockenbauprofile sind aber meist einfacher zu handhaben

    Die Rigipsplatten hinten dran bis auf den Boden fahren, oder nicht? Ist es empfehlenswert zusätzliche Dämmwolle in den Drempüel reinzulegen?

    Ich gehe mal davon aus , das Du die Dachschrägen meinst ?
    mMn ist es nicht unbedingt notwendig hinter dem Drempel die GKB-Platten bis auf den Boden runter zu montieren, sollte aber eine Untersparrendämmung geplant sein , dann mach das schon Sinn .

    Macht es Sinn die Dachschrägen doppelt mit Rigips zu beplanken? Wenn ja, wird die erste Reihe auch verspachtelt?

    mMn nicht , weil Du kannst da ja nix dran aufhängen , sollten im Bad Fliesen an derv Dachschräge geplant sein , uchg dann ja .Eine doppelte Beplankung erhöht sicher etwas den Schallschutz .
    die 1. Lage wird auch immer verspachtelt , aber die Schraubenköpfe müssen nicht unbedingt verspachtelt werden, kann aber bei Brandschutzanforderungen auch anders sein , da nimmt man aber eh spezielle GKB-Platten für .

    Kann man als Unterbodenkonstruktion auf dem Spitzboden (aktuell nur Balken) auch OSB verwenden? Wenn ja, in welcher Dicke?

    Wenn unten OSB ist , dann nein , nimm lieber 28er Rauhspund .


    ---------- 8. März 2018, 05:30 ----------


    Muss die mit OSB verschraubte Decke eigentlich auch mit einer Folie versehen werden?

    Theoretisch nicht , aber da es nicht all zu viele OSB Platten gibt , die als Dampfbremse taugen , sollte man das zumindest mal abklären .
    Die Stöße der Platten sollten aber abgeklebt werden , wenn die Folie nicht nötig sein sollte .
    Wenn die Platten aus dem Baumarkt sind , ist die Wahrscheinlichket das eine Folie benötigt wird nicht auszuschließen

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Hi AndyG,


    vielen Dank für Deine Antworten!


    Kann man so machen , Trockenbauprofile sind aber meist einfacher zu handhaben

    Geschmackssache ... ich fühle mich mit dem Werkstoff Holz wohler, aber wenn es um Trockenbauwände geht, in denen auch Kabeldurchgeführt werden und die gedämmt werden, gebe ich dir natürlich recht.


    Ich gehe mal davon aus , das Du die Dachschrägen meinst ?
    mMn ist es nicht unbedingt notwendig hinter dem Drempel die GKB-Platten bis auf den Boden runter zu montieren, sollte aber eine Untersparrendämmung geplant sein , dann mach das schon Sinn .

    Ja, ich meine die Dachschräge. Der Drempel wäre dann eben schlechter gedämmt, außer ich würde ihn mit Dämmwolle ausstopfen, dann wäre er besser gedämmt. Können dadurch irgendwelche Nachteile enstehen? Was kann worst case passieren? Feuchtigkeit?


    mMn nicht , weil Du kannst da ja nix dran aufhängen , sollten im Bad Fliesen an derv Dachschräge geplant sein , uchg dann ja .Eine doppelte Beplankung erhöht sicher etwas den Schallschutz .
    die 1. Lage wird auch immer verspachtelt , aber die Schraubenköpfe müssen nicht unbedingt verspachtelt werden, kann aber bei Brandschutzanforderungen auch anders sein , da nimmt man aber eh spezielle GKB-Platten für .

    Wie hoch ist denn der zusätzliche Schallschutzfaktor? Mehrere db oder ganz marginal? Gerade im dem Dach tut doch jede zusätzliche Schalldämmung gut, oder?


    Wenn unten OSB ist , dann nein , nimm lieber 28er Rauhspund .

    Ok, ich bin jemand, der gerne auch die Hintergründe und die Gedankengänge versteht. Wieso kein OSB, wegen dem Gewicht? Kann man auf Rauhspund auch ganz normalen Boden (Kork oder Laminat) Legen?


    Theoretisch nicht , aber da es nicht all zu viele OSB Platten gibt , die als Dampfbremse taugen , sollte man das zumindest mal abklären .
    Die Stöße der Platten sollten aber abgeklebt werden , wenn die Folie nicht nötig sein sollte .
    Wenn die Platten aus dem Baumarkt sind , ist die Wahrscheinlichket das eine Folie benötigt wird nicht auszuschließen

    Was ist der Hintergund der Tatsache? Das keine Feuchtigkeit nach oben gelangt? Trotz, dass sie gesteckt sind? Ich werde auf die OSB-Platten einfach 9,5 mm Rigips schrauben und diese Verspachteln und gut ist ...


    Hi Alfons,

    zum Rest:
    das hört sich alles recht komplex an und ich vermute hier eine nicht ganz einfache Bauaufgabe. Daher kann ich nur zu Sachverstand vor Ort raten.

    ich glaube man kann solche theoretischen Fragen auch klären, ohne das man unbedingt vor Ort sein muß ;)


    LG
    Michael


    PS: Bleibt noch die Frage nach dem Bodenestrich ... OSB oder nicht OSB?

  • Hatte ich oben bereits geschrieben.

    Es sind aktuell Holzdiele ca. 2 mm dick auf die Balken genagelt. Diese sind allerdings nicht eben verlegt ... vermutlich gab es damals keine Wasserwagen etc. ... die Holzbalken haben ca. einen Abstand von 60 - 80 cm.


    Ich möchte die Holzdiele nicht entfernen ... auf diese Holzdiele drauf würde ich schwimmend OSB-Platten verlegen.


    Sofern ich es richtig verstanden habe, macht man das so:

    • Rieselschutz (bei mir eventuell nicht notwendig, da sie Spalten zwischen den Holzdielen mit Dreck zu sind ;) )
    • Dampfsperre
    • Ausgleichsschüttung
    • OSB-Platten mit Nut und Feder verlegen und verleimen (Hier kann man entweder 22 - 25 mm Platten nehmen, oder zwei in verschiedene Richtungen verlegte 10-12 mm OSB-Platten)

    Obendrauf kommt dann ein Klick-Korkboden.


    Sollte doch so passen, oder?

  • Dampfsperre macht man nicht auf Holzbalkendecken!
    Damit man keine Feuchtigkeit einsperrt .



    Ok, ich bin jemand, der gerne auch die Hintergründe und die Gedankengänge versteht. Wieso kein OSB, wegen dem Gewicht? Kann man auf Rauhspund auch ganz normalen Boden (Kork oder Laminat) Legen?

    OSB obendrauf , hat einen höheren Sd-Wert ( da mind 22 mm stark) als die OSB Platte untendrunter ( vermutlich nur 12-15 mm)
    Da es auf dem Spitzboden kälter ist , und der Wasserdampf( an der Kälteren Seite kondensieren will) zur kälteren Seite wandern will , kommt durch die untere Platte mehr rein als oben wieder raus kann . Ich hoffe man kan verstehen was ich meine .

    Was ist der Hintergund der Tatsache? Das keine Feuchtigkeit nach oben gelangt? Trotz, dass sie gesteckt sind? Ich werde auf die OSB-Platten einfach 9,5 mm Rigips schrauben und diese Verspachteln und gut ist ...

    Es gibt einige Platten am Markt , die den gewünschten Eigenschaften als Dampfbremse nicht gerecht werden .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • OSB obendrauf , hat einen höheren Sd-Wert ( da mind 22 mm stark) als die OSB Platte untendrunter ( vermutlich nur 12-15 mm)Da es auf dem Spitzboden kälter ist , und der Wasserdampf( an der Kälteren Seite kondensieren will) zur kälteren Seite wandern will , kommt durch die untere Platte mehr rein als oben wieder raus kann . Ich hoffe man kan verstehen was ich meine .

    Verstehe schon, aber das auch obwohl der Spitzboden mitgedämmt ist? Geplant ist den Spitzboden irgendwann (2. Step) als zusätzliche Wohnfläche für die Kids zum spielen o.ä. mitzunutzen? Zwischen die Balken von Dachgeschoss und Spitzboden Dämmwolle rein und OSB obendrauf ... 15 mm sind von unten an der Decke dran ... müssten doch auch 15 oben langen oder?

  • müssten doch auch 15 oben langen oder?

    Wer sagt das?
    Du kannst natürlich eine Unterkonstruktion bauen, und die Last so verteilen, dass auch eine 15er reicht, ansonsten ist der Auflagerabstand normalerweise zu groß für eine 15er Platte, die biegt sich zu stark durch.Ein Stauraum in dem ein paar Kartons stehen ist was anderes als ein Raum in dem sich Personen aufhalten.



    Geplant ist den Spitzboden irgendwann (2. Step) als zusätzliche Wohnfläche für die Kids zum spielen o.ä. mitzunutzen?

    Wenn es überhaupt genehmigt wird. Architekten die sich mit solchen Sanierungen (Modernisierungen) beschäftigen können ein Lied davon singen. Ein bisschen OSB auf den Boden nageln reicht da bei weitem nicht aus.

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