Frage zu Sturmsicherung und Schneefang

  • Hallo,


    zum Thema Dach habe ich noch folgende Fragen:


    STURMSICHERUNG: Unser Dachdecker hat mir beiläufig erzählt, dass die Versicherung wohl irgendeinen Nachweis bezüglich Sturmsicherung verlangt und man da eigentlich irgendwas berechnen muss, er es aber immer so macht, dass er jede zweite Ziegel mit einem Sturmhaken sichert. Das klang für mich vernünftig, ist es das auch? Liegen in der Windlastzone 2, Dachflächen zeigen nach Nord und Süd, [definition=1,0]DN[/definition] 48°


    SCHNEEFANG: Unser Dach ist mit 48° ziemlich steil, Gauben, Schornstein usw. gibt es nicht aber an jeder Seite ein Dachflächenfenster. Schneelastzone 2. Das Haus steht mitten auf dem [definition=52,1]Grundstück[/definition] weit weg vom öffentlichen Raum. An der südlichen Dachseite beträgt die Trauf- / Fallhöhe "nur" 3,50 m. In diesem Bereich befindet sich die Terrasse. An der nördlichen Dachseite beträgt die Trauf- / Fallhöhe dann schon 6,60 m. In diesem Bereich befindet sich die Eingangstür (mittig).


    Nun frage ich mich ob wir beide Seiten vollständig (je 10 m) mit Schneefanggitter versehen sollten oder nur 3 m im Bereich Eingangstür und oder im Bereich Terrasse oder ob man ganz darauf verzichten kann? Wie habt ihr das für euch entschieden und war das OK so?


    Vielen Dank.

  • Melde dich auf der Webseite www.fos.de an und mach selber die Berechnung. Dann kannst du dem Handwerker das ja vorlegen. Über die Seite muss man nur Hausform, Höhe, Dachziegel usw angeben und er teilt mit welche Klammern und wieviele nötig sind. Jeder 2te klingt schon mal gut, nur es sollten auch Klammern sein die zulässig sind und auch den Ziegel halten.


    Bei mir wurden nur Max jeder 10te geklammert (mit einer Kopf-Seitenfalz-Klammer) und die Berechnung die mit der Handwerker ausgestellt hatte, sagte aus, jeder 2te. Diverse Diskussionnen als es mir aufgefallen ist und Fazit. Es kamen 2 Mann und haben alle Dachtziegel nachgeklammert mit den richtigen. Also jeden 2ten.

  • Die "alte" Regel aus der Bauhandwerkerpraxis, die schön einfach zu behalten war, hieß : jede dritte Ziegel / jeder dritte Stein. Wobei Abweichungen vom Normalfall der Dachfläche, z.B. Gauben, Fenster, Schornstein, Ortgang usw schon immer einen erhöten Befestigungsaufwand erforderten. Spätestens seit der Anpassung der [definition=25,0]DIN[/definition] (wars 2011 ?) wird mehr Augenmerk auf mögliche Unwetterereignisse gelegt und die Berechnung der Windsogsicherung ist verbindlich. Meiner Meinung nach kann man die Berechnug kurzerhand ausdrucken und kundenorientiert spätestens zur Schlußrechnung mit aushändigen --> ab in den Bauorder,fertig.

  • Die "alte" Regel aus der Bauhandwerkerpraxis, die schön einfach zu behalten war, hieß : jede dritte Ziegel / jeder dritte Stein

    Wo stand, bez. steht dieser Unsinn?



    Melde dich auf der Webseite fos.de an und mach selber die Berechnung.

    Bitte nicht! Lass das den Handwerker machen in jedem Falle! Ist ja auch seine Pflicht das zu tun und das Klammerschema einzuhalten. Die Unterlagen werden mit der Schlussrechnung übergeben! Inkl. der Fachunternehmererklärung.



    dass die Versicherung wohl irgendeinen Nachweis bezüglich Sturmsicherung verlangt und man da eigentlich irgendwas berechnen muss

    Ergibt sich aus deiner Verkehrssicherungspflicht. Du bist angehalten die [definition=13,0]a.R.d.T[/definition] einzuhalten und das bedeutet gleichwohl richtige Verklammerung. Kommt jemand zu Schaden, durch unsachgemäße Verklammerung haftest Du und deine Versicherung wird sich wohl einer Leistung nicht verpflichtet sehen. Gilt für den Schneefang im übrigen auch!



    Das klang für mich vernünftig, ist es das auch?

    Kommt auf den Ziegel (Gewicht), Höhe über Null, [definition=1,0]DN[/definition], Dachform drauf an. Windsogberechnung werden in 4 Teile (es gibt auch die Möglichkeit die zu verringern = mehr Klammern) gegliedert: Traufe, Ort, First, Fläche. Bei den allermeisten Ziegeln wird in der Fläche keine Klammerung erforderlich, außer wir haben Walme bez. extrem steile Dachflächen. Die Bereiche werden dann mit Meterangaben versehen. Beispiel:


    Ort: 1,5m vom Ort bis in die Fläche, Klammerschema 1:3 oder 1:2 - je nachdem was die Berechnung sagt.


    Das gleiche gilt dann für Traufe und First, daraus ergibt sich der Flächenanteil.



    Nun frage ich mich ob wir beide Seiten vollständig (je 10 m) mit Schneefanggitter versehen sollten oder nur 3 m im Bereich Eingangstür und oder im Bereich Terrasse

    Soweit ich noch in Erinnerung hab geht es um einen Neubau. Dort ist entsprechend ein statischer Nachweis (kann der DD nicht erbringen, muss der Statiker machen also deine Aufgabe) zu erbringen. Damit wird sichergestellt, dass die Lasten sicher in den Grund abgetragen werden können. Das ist Schritt 1 der Geschichte. Schritt 2 ist dann festzulegen welche Schneelasten erwartbar sind, ergibt sich aus den Werten die der Statiker annimmt. Schritt 3 ist dann der Nachweis der Schneefanganlage, das kann der DD machen. Es ist festzulegen welche kN-Klasse der Halter hat und die sich draus ergebende Achsabstand der Halter. Die kN-Klasse ergibt sich aus dem zu präferierenden System; Alpinrohr, Gitter, Rundholz, Schneestophaken etc.


    WICHTIG!!! Der Achsabstand DARF nicht geringer sein als im Nachweis angegeben. Warum? Eine Schneefangstütze MUSS versagen können. Ist der Achsabstand dichter, erhöht sich die aufzunehmende Last. Was dann Schritt 1-2 absurd werden lässt.


    Der Eingang sollte, sofern mit Verkehr zu rechnen ist (Postbote etc) im Sinne der Verkehrssicherungspflicht, geschützt werden. Bei der Terrasse kann man es machen, sollte ein Überdachung hinzukommen - dann würde ich es empfehlen. Die gesamte Breite des Hauses ist unnötig! In Schneereichen Gebieten und bei hochhängender Traufe wäre es hingegen ratsam die Dachrinne zu verstärken. In solchen Regionen sind aber eigentlich tiefhängende Traufe üblich.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Wo stand, bez. steht dieser Unsinn?

    Pardon, ich vergaß zu erwähnen, daß dies keine Angabe aus den Norm-Werken war, sondern eine mündlich weitergegebene Vereinfachung, die von Gesellen ca über 45 gerne so komuniziert wird / wurde.
    Ich bin mir sicher, daß wenigstens dreiviertel aller Altgesellen mit "jede dritte" antworten würden, wenn man sie früge. Danach Pause, und dann: "Außer am Schornstein und am Dachrand und so, nä, weißt´ schon was ich mein´"
    Ok, jedenfalls hier in meiner Umgebung an der Ostsee.

  • Ich bin mir sicher, daß wenigstens dreiviertel aller Altgesellen mit "jede dritte" antworten würden, wenn man sie früge. Danach Pause, und dann: "Außer am Schornstein und am Dachrand und so, nä, weißt´ schon was ich mein´"

    Ich bin mir auch sicher, dass die Altgesellen nicht wissen das auf Walmen vermutlich jeder geklammert gehört. Das auf steilen Neigungen auch dort die 3er-Regel nicht passt. Ich weiß schon was du meinst und es ist einfach wie gleichwohl traurig. Warum traurig? Weil es ganz offen zeigt, das Unterlagen vom Meister nicht kommen. Traurig, weil es zeigt "Ich bin Handwerker, ich hab nichts mit Theorie am Hut".


    Letztlich erfährt der Kunde kein Schaden, sofern 1:3 passt. Der Betrieb sollte sich aber schon fragen ob es nicht betriebswirtschaftlich Sinn macht nur das geforderte zu klammern. Wir sprechen hier in der Regel von 1,5m an Orten und 1m an Traufe/ First in dem überhaupt eine Klammer gehört. Ich kann dir noch mind. 30 Beispiele machen was noch so alles nicht auf der Baustelle umgesetzt wird, was sich nach Dachdeckerregelwerk gehört. Funktioniert mehr oder weniger auch - ist trotzdem nicht richtig. Punkt!


    Ich kenne auch alle Sprüche, die kommen, wenn man mal mit "richtig" um die Ecke kommt. Verzeihe mir, meine Provokation. Denn ich wollte nur aufzeigen, das es nur ein richtig gibt und auch nur darauf Anspruch besteht. Wir wollen ja kein Forum sein in dem man Rat bekommt und der Handwerker vor Ort die Augen verdreht, wenn etwas gefordert wird was nicht dem "Standard" entspricht. Du würdest es ja auch unlustig finden, hättest du ein Dach entsprechend gedeckt und nun kommt irgendeiner aus einem Online-Forum her und sagt; da muss jeder 3te geklammert werden. Die Zeit das zu widerlegen kann man sich schenken, wenn die Antwort entsprechend differenziert ;)



    Off-Topic:

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  • Das auf steilen Neigungen auch dort die 3er-Regel nicht passt.

    Ich möchte nur der Vollständigkeit halber auch die flachen Dachneigungen erwähnen , wie sie oft auf Schleppdachgauben anzutreffen sind , da ist es dann auch mal jede 2. oder auch im Extremfall jede .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Das dürfte aber in aller Regel an der Lage der Gaube im Dach liegen, nicht allein in der flachen Neigung. Grund dafür ist das bei steileren Dachneigungen der überstreichende Wind auf der Rückseite tiefer abfallen kann und sich somit mehr Verwirbelungen zeigen, die dann zu einer erhöhten Sogbelastung führen. Deswegen auch die 4 Zonen: Traufe, First Ortgang und Fläche. Die Fläche hat in der Regel reinen Winddruck auszuhalten. Da bei unseren Dächern eine "feste" Deckunterlage vorhanden ist, drückt der "Wind" auch nicht vom innen nach außen. So hebt sich der Ziegel weniger.


    Deswegen sind für Scheunen ohne Deckunterlage auch gesonderte statische Nachweise zu erbringen, die ein DDM nicht machen darf. Da ist das nämlich der Fall.

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  • Lass das den Handwerker machen in jedem Falle! Ist ja auch seine Pflicht das zu tun und das Klammerschema einzuhalten. Die Unterlagen werden mit der Schlussrechnung übergeben! Inkl. der Fachunternehmererklärung

    Der Handwerker (Dachdeckermeister) ist das Thema ja ganz offensiv angegangen und hat mich grob darüber informiert, dass man ein Klammerschema berechnen müsste er es aber immer so macht, dass er einfach jede zweite Ziegel klammert. Sollte ich nun auf eine Berechnung bestehen oder reicht es wenn er mir das mit "jeder zweiten Ziegel" mit der Schlußrechnung schriftlich bestätigt? Gibt es für diese Bestätigung eine Art Formular/Muster?



    Der Eingang sollte, sofern mit Verkehr zu rechnen ist (Postbote etc) im Sinne der Verkehrssicherungspflicht,

    Dorthin gelangen nur wir aber auch Gäste. Die Haustür ist mittig in der Nordseite angeordnet und um sich vom Haus wegzubewegen geht man also noch 5 m entlang der Hauswand. Man müsste also eigentlich den Bereich der Haustür und diese 5 m schützen also insgesamt vielleicht 6 m von 10 m. Sieht das nicht irgendwie komisch aus uns sollte man dann nicht gleich die 10 m machen? Oder reicht es auch 3 m über der Haustür?


    Wenn ich durch unsere Wohngebiete fahre dann hat fast niemand (abgesehen von denen die müssen) einen Schneefang und wenn doch dann nur über der Tür. Wir haben jetzt auch nicht die hohen Schneelasten und wenn es schneit dann liegt der Schnee meist nicht lange.


    Falls wir uns für einen Schneefang entscheiden dann wäre es ein Gitter in rot. Mit welchen Kosten je m muss man da ganz grob rechnen? Zumindest für das Material also Gitter inkl. Stützen. Sollte dann schon von einem guten Hersteller sein, vielleicht analog der Ziegeln.


    Wer von euch hat denn einen Schneefang obwohl er nicht dazu verpflichtet wäre? Wer hat darauf verzichtet?


    Viele Grüße

  • Sollte ich nun auf eine Berechnung bestehen oder reicht es wenn er mir das mit "jeder zweiten Ziegel" mit der Schlußrechnung schriftlich bestätigt? Gibt es für diese Bestätigung eine Art Formular/Muster?

    Das liegt bei Dir. Ich habe dir den richtigen Weg aufgezeigt und der sieht halt mit der Schlussrechnung und der Überreichung der Fachunternehmererklärung gewisse Unterlagen vor. Wenn dir die egal sind, dann ist das so. Im Interesse deiner Versicherung solltest du dir zu mindestens bestätigen was mündlich besprochen wurde.


    Sieht das nicht irgendwie komisch aus uns sollte man dann nicht gleich die 10 m machen? Oder reicht es auch 3 m über der Haustür?

    Es geht ja nicht um "komisch" sondern um Schutzgründe. Natürlich kannst du auch über die gesamte Breite machen, wenn aber davon lediglich 6m betroffen sind an denen Publikumsverkehr herrscht. Sind die anderen 4 halt unnötig. Was nützen 3m am Eingang, wenn man davon noch mal die Hälfe entlang des Hauses ungeschützt laufen muss?



    Wenn ich durch unsere Wohngebiete fahre dann hat fast niemand (abgesehen von denen die müssen) einen Schneefang und wenn doch dann nur über der Tür.

    Der Laie sollte nicht dazu übergehen etwas als "richtig" anzusehen, nur weil es sich in Häufigkeit wiederholt. Im Schadensfall bist du in der Erklärungsnot, wenn es heißt "der Schaden wäre abwendbar gewesen". Die [definition=39,0]LBO[/definition] zählt für alle und es ist uninteressant ob man davon Kenntnis hat oder nicht. Man hat sie zu haben, fertig.



    Mit welchen Kosten je m muss man da ganz grob rechnen? Zumindest für das Material also Gitter inkl. Stützen. Sollte dann schon von einem guten Hersteller sein, vielleicht analog der Ziegeln.

    Wenn man von 10m ausgehen würde (6m vorne, 4m hinten) würde ich vermuten das man je nach System zwischen 500-1000 Euro liegt - im Zuge der Eindeckung. Ich bin aber schon länger aus dem Büroalltag raus und das ist nur ein Schätzwert. Vielleicht kann dir da @Elopant besser helfen.


    Wenn Du dir was leisten willst und es halbwegs ansehnlich haben willst, dann nimmst du Systemstützen vom Ziegelhersteller und denkst mal drüber nach kein Gitter zu nehmen und stattdessen ein Alpinrohr. Das ist zugegeben völlig überdimensioniert aber es sieht gefälliger aus als die Gittervariante. Frage mal @SirSydom der hat sich das letztens auf sein Dach installieren lassen ;) Thema fliegt hier auch noch irgendwo rum = Suchfunktion.

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  • Wenn dir die egal sind, dann ist das so. Im Interesse deiner Versicherung solltest du dir zu mindestens bestätigen was mündlich besprochen wurde.

    Das ist mir alles andere als egal und natürlich hätte ich das gern so gut es geht geplant und dokumentiert. Noch weniger möchte ich natürlich, dass die Versicherung bei Sturmschäden nicht zahlt nur weil die Klammern falsch gesetzt wurden bzw. ich keinen Nachweis darüber habe. Schade ist eben nur, dass man dem nun wieder nachlaufen und darauf bestehen muss.


    Die [definition=39,0]LBO[/definition] zählt für alle und es ist uninteressant ob man davon Kenntnis hat oder nicht. Man hat sie zu haben, fertig.

    In unserer [definition=39,0]LBO[/definition] konnte ich gar keine Hinweise zu Schneefangsystemen finden. Davon abgesehen dachte ich, dass in meinem Fall keine vorgeschrieben sind da das Haus weit weg vom öffentlichen Verkehrsraum steht. Dachdecker und Architekt haben sich auf MEINE Anfrage hin so geäußert - kann man machen, muss man aber nicht.

  • Dachdecker und Architekt haben sich auf MEINE Anfrage hin so geäußert - kann man machen, muss man aber nicht.

    Wenn die den Passus:


    Zitat von LBO Thüringen

    § 16
    Verkehrssicherheit


    (1) Bauliche Anlagen und die dem Verkehr dienenden nicht überbauten Flächen von bebauten Grundstücken müssen verkehrssicher sein.


    so interpretieren okay. Ich hätte damit Bauchschmerzen. Wenn man dann noch den §823 [definition=19,0]BGB[/definition] hinzu nimmt, wäre ich mit solchen Aussagen noch vorsichtiger. Ich als Eigentümer möchte meine Pflichten nicht erst von einem Gericht erklärt bekommen.

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  • Wenn die den Passus:

    Wenn man dann noch den §823 [definition=19,0]BGB[/definition] hinzu nimmt, wäre ich mit solchen Aussagen noch vorsichtiger.

    Die Verkehrssicherungspflicht besteht gemeinerweise ganz allgemein sogar auch ganz ohne entsprechende explizite Regelungen!

    ich als Eigentümer möchte meine Pflichten nicht erst von einem Gericht erklärt bekommen.

    Ich auch nicht!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Umso erstaunlicher der doch recht hohe Anteil an Häusern (abseits des Gehwegs) die in den letzten 20 Jahren in unserer Gegend ganz ohne Schneefang gebaut wurden. So wie ihr das beschreibt müsste doch nahezu jeder Planer dringend zu einem Schneefang raten und sich dementsprechend viele Bauherren bewusst dagegen entschieden haben. In meinem Fall müsste ich darauf drängen damit er verbaut wird.


    Versteht mich da auch bitte nicht falsch, es ist nicht so, dass ich keinen möchte oder mir das Geld sparen will. Die Initiative über einen Schneefang nachzudenken geht ja von mir aus und ich wollte nur klären in welchem Umfang ich diesen brauche (eine oder beide Seiten, voll oder partiell)

  • Umso erstaunlicher der doch recht hohe Anteil an Häusern (abseits des Gehwegs) die in den letzten 20 Jahren in unserer Gegend ganz ohne Schneefang gebaut wurden. So wie ihr das beschreibt müsste doch nahezu jeder Planer dringend zu einem Schneefang raten und sich dementsprechend viele Bauherren bewusst dagegen entschieden haben.

    Wieviele aller Autofahrenden in D halten sich immer an die bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen? Hilft mir die ehrliche Antwort auf die vorherige Frage, wenn ich mit nachweisbar überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall mit Personenschaden verursacht habe?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Umso erstaunlicher der doch recht hohe Anteil an Häusern (abseits des Gehwegs) die in den letzten 20 Jahren in unserer Gegend ganz ohne Schneefang gebaut wurden.

    Ich sagte ja schon, dass das kein Anhaltspunkt ist. Ob sich ein BH bewusst dagegen entscheidet? Er wird vermutlich nicht mal drüber aufgeklärt und die wenigsten der Handwerker wird diese "Gratwanderung" wissen und darauf hinweisen. Entbindet nur eben nicht davon, dass es Gesetze gibt die es zu beachten gilt.


    Im Straßenverkehr passieren jeden Tag auch zahlreiche Dinge die so nicht in der StVO stehen - nicht alles wird geahndet und auch nicht alles resultiert in einem Schaden. Also ist es am Ende Glück nicht mit dem Thema in Verbindung zu kommen, dann beginnt man ja erst sich Gedanken zu machen. Muss es aber erst zu einem Unfall kommen?

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  • Wir werden doch auch sehr wahrscheinlich einen Schneefang setzen lassen, das ging ja schon aus meinem ersten post hervor. Frage war nur in welchem Umfang.


    Nur gemäß eurer Argumentation müsste ja jeder Architekt grundsätzlich dringend einen Schneefang empfehlen, selbst wenn das Haus weit entfernt vom offentlichen Raum steht, nur 3,50 [definition=68,0]Traufhöhe[/definition] hat und nur mit eher wenig Schnee zu rechnen ist usw. weil passieren kann ja immer was. Dann macht es auch keinen Sinn nur den Bereich zu schützen der oft begangen wird weil der Gast ja aus welchen Gründen auch immer in dieser Sekunde im ungeschützten Bereich stehen kann.


    Absolute Sicherheit wird es nicht geben und eine Abwägung der Risiken und des Aufwandes ist meiner Meinung nach schon vernünftig.

  • ... gemäß eurer Argumentation müsste ja jeder Architekt grundsätzlich dringend einen Schneefang empfehlen, selbst wenn das Haus weit entfernt vom offentlichen Raum steht, nur 3,50 [definition=68,0]Traufhöhe[/definition] hat und nur mit eher wenig Schnee zu rechnen ist usw. weil passieren kann ja immer was. Dann macht es auch keinen Sinn nur den Bereich zu schützen der oft begangen wird weil der Gast ja aus welchen Gründen auch immer in dieser Sekunde im ungeschützten Bereich stehen kann. ...

    Dann spielen ja auch noch Aspekte wie regionales Klima, Schneefallsintensität, Ausrichtung der Dachfläche, Dachneigung, Dachdeckungsmaterial, Dachüberstand ... eine Rolle. Und natürlich die persönliche Risikobereitschaft der Bauherrschaft.


    (Im Straßenverkehr dürfte auch niemand geblitzt werden - wenn sich alle an die regeln hielten.)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich hab den Schneefang nachrüsten lassen, was sicher etwas, aber nicht viel, teurer war als ihn gleich mitzumachen.
    Denn über 3/4 der Kosten waren Material (Systemzubehör).


    Ich habe nur meine Terrasse wegen dem Glasdach geschützt sowie Haustür und Einfahrt - diese mehr aus Bequemlichkeit - kompakte, schwere Schneeberge wegräumen ist nicht so meins.


    Übrigens kostet das Alpinrohr nicht mehr als das Gitter.

  • Wir haben komplett darauf verzichtet.
    Flache Dachneigung (20Grad) und an der Eingangstür haben wir ein Betonvordach.
    Die Terrassenausgänge werden im Winter wohl wenig bis gar nicht benutzt werden.


    Waren nicht unglücklich darüber, laut [definition=41,0]LV[/definition] wäre wohl ein vierstelliger Betrag fällig geworden.


    Wir hatten jetzt im ersten Winter keinen Schneeabgang.



    Achja.... Gesichert haben wir, bis auf jeweils drei Ziegel am walm, alle Ziegel mit Klammer. Berechnung dazu habe ich aber keine gesehen.

  • Nur gemäß eurer Argumentation müsste ja jeder Architekt grundsätzlich dringend einen Schneefang empfehlen,

    Er sollte zu mindestens für Sensibilität sorgen. Ob nun Architekt oder Handwerker, ist für mich nebensächlich. Ein Nagel in ein Stück Holz zu schlagen, dat kann jeder. Ein Gesamtpaket aus seiner Dienstleistung zu machen, dass kann und will nicht jeder.


    Wie oft werden die nach [definition=39,0]LBO[/definition] vorgeschriebenen Anschlageinrichtungen für Dachteile die von Außen gewartet werden müssen angeboten oder ausgeführt? Wie viele davon werden dokumentiert? Also zu den Bauakten gelegt; Prüfzeugnis, Art der Montage (am besten mit Bild)? Und wie viele davon werden entsprechend gewartet? Wie oft bekommt ein EFH in Flachdachbauweise einen Sekuranten? Nur wenn der Ersteller auf der Höhe ist.


    Das MÜSSTE auch alles umgesetzt werden. Was passiert wenn man zu viele "Müsste" in sein Angebot aufnimmt - das kann sich jeder denken. Auftrag geht dann an den der weniger Aufriss macht. Der führt im Zweifel vermutlich aber auch ein mangelhaftes Werk aus.

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  • Ein Schneefangsystem geht günstig irgendwo um die ca. 25 €/m los, nach oben sind keine Grenzen ( fast jeder Hersteller hat auch Schneefangstützen, meistens auf einem Formstein montiert, mit unterschiedlichen Varianten für Rundrohr/Holz, Schneefanggitter, Rundrohre klein 2-3 Stück übereinander usw. im Angebot, Original ist halt preisliche gleich eine andere Liga, dafür muß man der Kopf-, und Fußverfalzung der Ziegel nicht weh tun :thumbsup: )
    Zu den Sturmklammern noch kurz: Warum sollst du als Kunde mehr zahlen, als nötig ist? Nur als kleines Beispiel: Einfamilienhaus mit Satteldach 160 m² Fläche, eingedeckt mit einem Flachdachziegel, 13er Format, irgendwas um die 2080 Ziegel, Dachdecker A macht das immer so und klammert 1040 Ziegel ( die 1040 Klammern und den Einbau will er bezahlt haben )
    Dachdecker Schlaubi gibt die Daten kurz in ein Programm ein ( Ziegelmodell, Postleitzahl, Dachneigung, Unterkonstruktion, Trauflänge, Giebelhöhe und Giebelbreite, ist keine Raketenwissenschaft, sollte also jeder hinbekommen ) und bekommt als Ergebnis vielleicht 463 Klammern raus. Welche Anzahl von Klammer möchtest du jetzt lieber bezahlen? :D


  • Dachdecker Schlaubi gibt die Daten kurz in ein Programm ein ( Ziegelmodell, Postleitzahl, Dachneigung, Unterkonstruktion, Trauflänge, Giebelhöhe und Giebelbreite, ist keine Raketenwissenschaft, sollte also jeder hinbekommen ) und bekommt als Ergebnis vielleicht 463 Klammern raus.

    ... das nennt sich Planung!


    A propos: Weshalb hat diese Frage der/die Planende nicht schon beim der Ausschreibung beantwortet?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Dachdecker A macht das immer so und klammert 1040 Ziegel ( die 1040 Klammern und den Einbau will er bezahlt haben )
    Dachdecker Schlaubi gibt die Daten kurz in ein Programm ein ( Ziegelmodell, Postleitzahl, Dachneigung, Unterkonstruktion, Trauflänge, Giebelhöhe und Giebelbreite, ist keine Raketenwissenschaft, sollte also jeder hinbekommen ) und bekommt als Ergebnis vielleicht 463 Klammern raus. Welche Anzahl von Klammer möchtest du jetzt lieber bezahlen?

    Mir wäre die berechnete Variante ja auch lieber, dem Dachdeckermeister aber die Pauschale mit "jede Zweite". Ich befürchte auch, dass sich mein jetziger Preis (inklusive deiner 1040 Klammern) nicht mehr reduzieren wird nur weil ich auf die berechneten 463 Klammern bestehe. Im [definition=41,0]LV[/definition] steht nur inklusive Verklammerung und da bin ich mit "jeder Zweiten" vielleicht noch gut bedient.

  • Im [definition=41,0]LV[/definition] steht nur inklusive Verklammerung

    Dann hast du auch nur Anspruch auf die "übliche" Verklammerung, also das was berechnet wird. Daraus folgert, dass du auch nur diese bezahlen musst und das "mehr" der Betrieb in Summe mitbringen müsste. Also auf seine Kosten kostenlos dazu gibt. Da es sich hier aber nicht lohnt den Streit vom Zaun zu brechen, lass es wie er meint und gut. Schriftliche Bestätigung zu den Akten und das Ding ist fertig.

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  • Danke für die pragmatische Antwort. Als mir der Dachdeckermeister das mit der "jede Zweite Ziegel" mitgeteilt hat, hat man schon durchgehört, dass ihm das mit der Berechnung warum auch immer nicht so liegt.

  • Ich brauch für Wärmeschutz/Tauwasser, Windsog, Hydraulik (Entwässerung), Fachunternehmererklärung, Massenermittlung, Schneelast - hab ich was vergessen? :D - je nach Art des Gebäudes 20 min höchstens. Dat ist nur wilde Klickerei am PC. Das Wissen dahinter sollte man aber gefressen haben, damit man auch weiß was das Programm tut. Aber das muss jeder selber wissen.

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  • Ich hatte ja nun auf der Baustelle schon ein paar Mal mit ihm Kontakt und ich glaube der ganze Computerkram ist nicht so sein Ding. Vielleicht nutzt er aber auch nur die falsche Software oder hat kein Bock auf Büro. Dennoch halte ich ihn für einen sehr fähigen Zimmermann wobei der ganze Dokumentationskram natürlich trotzdem immer wichtiger wird. Was mir natürlich sehr gut gefallen hat ist, dass er als Meister immer mit auf der Baustelle war.

  • Fähig weil das Aufstellen des Dachstuhls so toll geklappt hat. Mag sein, dass das überall so läuft aber ich war schon beeindruckt wie das alles gepasst hat. Er hat das ganze Holz auf Grund der Pläne in seiner Halle abgebunden und dann hier hergeschafft. Als dann die Sparren auf die Fuß- und Mittelpfetten gelegt wurden und oben an der Firstpfette die Sparren auf den mm gepasst haben war ich schon beeindruckt. Auch die drei "Einkerbungen" in den Sparren für die dreo Pfetten haben exakt gepasst.


    Nur weil er sich für die "jede zweite Ziegel" Variante entschieden hat muss es ja kein unfähiger Zimmermann sein. Ich glaube an den äußeren Reihen (Ort, Trauf, First) macht er sogar jede und in der Fläche dann jede Zweite, da frag ich aber noch einmal.