Verwaltervollmacht und Aufträge

  • Moin Moin,


    ich würde gerne mal Eure Meinungen zu folgendem Fallbeispiel hören. Zur Fallkonstruktion:


    Älterer Herr ruft einen Zimmerermeister zu sich um Schadstellen an einem Dach begutachten zu lassen. Der Zimmermann guckt sich die Sache an und unterbreitet dem Herren ein entsprechendes Angebot. Dieses Angebot wird von dem Herren angenommen - somit liegt ja in der Theorie ein Vertrag zu Grunde.


    Nun wird der Herr von einem Immobilienmakler per Vollmacht vertreten (siehe Anhang). Dieser Immobilienmakler will nun den Vertrag über das Widerrufsrecht auflösen und beruft sich auf die Ihm erteilte Vollmacht. Termine als auch Schriftverkehr des Zimmermann liefen ausschließlich über den Eigentümer. Meine Fragen wären jetzt:


    • Kann der Makler hier überhaupt die Auflösung des Vertrages fordern?
    • Wie sieht das Vertragsverhältnis bei Vollmachten aus, wenn direkt mit dem Eigentümer verhandelt wurde?
    • Ist die Vollmacht rechtlich überhaupt "korrekt" oder prinzipiell anfechtbar (Prüfung der Klauseln)?

    Ich mag mich ja tierisch täuschen aber eine "Vollmacht" ist doch keine Entmündigung, in diesem Falle des Eigentümers?


    Danke!

    Bilder

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Juristen her - ich sehe Verträge nicht geregelt. Eher alle was mit der Mieterverwaltung zu tun hat. Nicht Instandhaltung, Reparaturen, Unterhaltung des Objektes. Mit dem gestrichenen Passus wird auch ausgedrückt, dass es keine Vollmacht für alles ist.

    Nachdenken kostet extra!

  • ich sehe Verträge nicht geregelt.

    Selbst wenn, gibt es überhaupt das Recht auf Widerruf? Der ist doch nur bei bestimmten Vertragsarten gegeben. (Fernabsatzgeschäften - im groben)

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  • Ich kann auch nur als Nichtjurist meinen Senf dazugeben:
    Die Vollmacht berechtigt den Bevollmächtigten dazu, bestimmte Verträge abzuschließen, nicht aber Verträge des Vollmachtgebers zu widerrufen.
    Ob der getroffene Vertrag unter die Regelung für Haustürgeschäfte fällt, steht auf einem anderen Blatt. Doch dieses eventuelle Widerrufsrecht stünde nur dem Vollmachtgeber zu.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ob der getroffene Vertrag unter die Regelung für Haustürgeschäfte fällt, steht auf einem anderen Blatt.

    Tut es nicht, da Vertragsschluss im Geschäftsraum. Erwirkt durch die Rücksendung der unterschriebenen AB des Kunden. Also weder vor Ort (Haustürgeschäft) noch Fernabsatz kommt in Frage. Das Thema Widerruf hatten wir ja neulich erst. Kann er hingegen "Anfechten"? Dazu müsste er meiner Meinung aber Vertragspartner sein aber bestimmt gibt es da wieder Ausnahmen :D


    @Ralf Wortmann Sag doch mal wat dazu!

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  • Wen sein Geschäftsraum?
    Das des Handwerkers? Dann gilt das Rücktrittsrecht nicht.


    Wer glaubt das das nur für Hausierer oder I-Net-Bestellungen gilt irrt sich.
    Selbst meinen Sachverständigenverträge lege ich mittlerweile schon Belehrungen bei.
    Wenn die Wollen dass ich vor den Ablauf von 2 Wo anfangen müssen die Kunden eine Verzichtserklärung unterschreiben.


    In diesem Fall könnte "5." greifen????

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Die des Handwerkers. Mark schau mal in der Themenliste Seite 1 da ist das Thema zum Widerruf.


    An 5 hatte ich auch schon gedacht, aber geht das wirklich? :D

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  • Wußte denn der Zimmermann etwas von der Vollmacht, bzw. des Verwalters bei Vertragsabschluß? Ich habe mal eine Umdeckung für einen älteren Herren gemacht, für den wir schon mehrere Objekte umgedeckt haben, Auftragsbestätigung von Ihm unterschrieben, er hat sich auch die Farbe, den Ziegel ausgesucht und die Rechnungen bezahlt. Nachdem alles abgewickelt war, hat mich sein Sohn angerufen und mir mitgeteilt, dass das Haus eigentlich auf seinen Namen läuft er eine Verfügungsvollmacht für seinen Vater hat und ihm zum Glück die Farbe der Ziegel gefällt. :eek: Woher soll ich so etwas wissen, wenn ich es nicht mitgeteilt bekomme???

  • Eine Vollmacht ist keine Entmündigung. Genau den Satz hatten Schwiegereltern in einem quasi Erbstreit erfahren, als um eine dem Kind der ehem. Lebensgefährtin des Großvaters erteilte Vollmacht ging, die Dame trotzdem eine Kündigung ausgesprochen hatte und der Sohn meinte, diese sei ungültig.


    So lange der alte Herr nicht entmündigt und der Verwalter sein Vormund ist, darf der tun und lassen, was ihm beliebt

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • So würde ich das auch sehen.


    @Elopant Der Zimmermann kennt den Verwalter wusste aber nichts von der Vollmacht.

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