Natursteine in der Dusche. Wer hat gepfuscht? Hätte man es sehen können?

  • Hallo Zusammen,


    unser neues Bad ist fast fertig, welch Freude, wäre da nur nicht der Natursteinboden in der Dusche ....


    Was einst grau und homogen aussah, entpuppte sich nach dem Verfugen als vermutlich eine Mischung von zwei Chargen und dazu noch mit Verfärbung ins bräunliche.


    Nun sagt der Verkäufer, ganz klar ein Verlegefehler! Hätte man a) vor dem Einau sehen müssen und b) wurde vermutlich nicht imprägniert, da ist es klar, dass die Steine sich verfärben.
    Der Fliesenlege hingen sagt, er habe alles richtig gemacht und nicht erkennen können, dass es sich vermutlich um zwei unterschiedliche Chargen der Steinemosaikfliesen handelt.


    Bevor ich nun den vermutlich unvermeidlichen Gang zu einem Gutachter unternehme, was mein Ihr?


    Hättet Ihr im Vorherbild die aufkommende Problematik erkannt? Für uns sahen alle Fliesen gleich aus ...
    Müssen Natursteine, also auch solche Mosaikmatten, zwingend vor dem Verlegen gereinigt und imprägniert werden?


    Grüße und Danke
    Danny


  • Müssen Natursteine, also auch solche Mosaikmatten, zwingend vor dem Verlegen gereinigt und imprägniert werden?

    müssen nicht . sowas ist vom verwendeten "naturstein" abhängig .(was soll das für ein dolles material sein ?)


    aber sowas muss dann zwingend auf der verpackung stehen .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Danke - schon wieder etwas schlauer :) Sind einfache Flusssteinkiesel und natürlich stand auf der Verpackung keine Angabe zur Verarbeitung. Vermutlich hätte sowieso keine Imprägnierung der Welt solche Unterschiede vermeiden können.

  • Hallo,


    leider kann man auf den Fotos nicht genau erkennen, was da warum welche Farbe hat. Sieht aber auch noch nicht fertig aus. Eine Imprägnierung hilft da auch nur bedingt, man nennt das dann eher Fughilfe damit man die Fugmaterialreste leichter runterbekommt. Unter Vorbehalt besserer Bilder würde ich vermuten, das da nioch einiges an Zementschleier drauf ist. Dafür gibt es Zementschleierentferner - aber VORSICHT! Viele Zementschleierentferner sind säurebasierend und das kann nicht jeder Naturstein ab. Bessere Bilder würden sicher helfen einen genaueren Hinweis geben zu können.

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    Steve Jobs

  • Um neutrale Meinungen einzuholen habe ich bei zwei Fachgeschäften nachgefragt. Eines meinte es wurde der falsche Mörtel verwendet, Natursteinmörtel sei in der Regel weiß und auf dem Bild sieht es nach Standardflexkleber aus. Das andere Geschäft meinte mit viel Putzen und Enferner könnte es vielleicht wieder gut werden. Eine Erklärung warum allerdings nur drei Platten so unterschiedlich sind und die Mängel nicht wild verteilt sind, wusste niemand. Eine andere Charge wurde jedoch auch ausgeschlossen.


    Anbei nochmal eine Detailaufnahme.

  • Natursteinmörtel sei in der Regel weiß

    wäre mir neu


    ausserdem würde sich sowas nicht so auswirken .


    (fürweissen marmor gibts sowas .)

    Eine andere Charge wurde jedoch auch ausgeschlossen.

    zwei Fachgeschäften nachgefragt.

    hmmmmm....


    nicht jedes fachgeschäft beschäftigt auch fachpersonal

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ist sichergestellt, dass da nicht in zwei Abschnitten verfugt wurde
    ggf. sogar mit unterschiedlichem Material, oder anders angemischtem Material

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH


  • Anbei nochmal eine Detailaufnahme.

    Vor weiterem Spekulieren würde ich erstmal fragen: "Was sieht bei dem missratenen Teil der Fläche so anders aus als im gelungenen Teil?" und anhand der Fotos ganz klar sagen: Die Steinoberfläche sieht anders aus. Das Fugenmaterial ist jedenfalls auf dem Detailfoto überall ziemlich farbgleich, die Steinoberfläche aber nicht. Was kann also an der Steinoberfläche anders sein? Die Gesteinsart, die Oberfläche der Steine, z.B. deren Rauigkeit direkt oder indirekt, in dem sie zur Aufnahme / Haftung von mehr Fugenmaterial auf einem Teil der Steine führt. Der linke Teil sieht für mich jedenfalls deutlich rauher aus. Möglicherweise haben diese Steine in der Vorbereitung einen Schleifgang ausgelassen und sehen deshalb jetzt anders, nämlich viel rauher aus. Ich bilde mir ein, dies bereits auf dem ersten Foto vor der Verarbeitung sehen zu können. Ich halte die aus der Vorverarbeitung vom "Hersteller" mitgebrachte Steinoberflächen für die mögliche Ursache der


    Verbindliche Auskunft dürfte ein erfahrener Steinmetz oder ggf. ein Geologe (ernsthaft!) geben können.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Vielleicht trübt der Blick meine Augen, aber ich meine, dass es zwei verschieden Steine sind, von den sich ähnelnden. Die haben andere Maserungen. Kann es sein, dass man Material von zwei verschiedenen Herstellern genommen hat, die ein ähnliches Programm haben? Oder es sind zwei total unterschiedliche Margen und das Arbeitsverfahren lässt sich nicht so genau einhalten, sodass es zu unterschiedlichen Margen kommt. Wie sahen die im Lieferzustand aus? Alle topfgleich? Dann allerdings sollte man darauf achten die immer gleichen Margen zu verwenden. Schön ist das nicht.


    Nur mal aus Interesse: Sind die Steine absolut plan, oder ist das buckelig? Wie reinigt man den Duschboden, wenn es buckelig ist? Da setzt sich doch in den Jahren jede Menge Dreck an, den man nicht weg bekommt... :/

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Nur mal aus Interesse: Sind die Steine absolut plan, oder ist das buckelig? Wie reinigt man den Duschboden, wenn es buckelig ist? Da setzt sich doch in den Jahren jede Menge Dreck an, den man nicht weg bekommt... :/

    DAS frage ich mich auch jedes mal... Genauso wie bei Bruchsteinimitat hinterm Herd oder im Badezimmer...


  • Wie reinigt man den Duschboden, wenn es buckelig ist? Da setzt sich doch in den Jahren jede Menge Dreck an, den man nicht weg bekommt... :/

    Ihr spiessigen Sagrotan-Fetischisten! :P

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Danke für die Rückmeldungen.


    Die Fliesen wurden in einem Zug verlegt, Kleber und Fugenmörtel sind vom Hersteller für Natursteine freigegeben. Somit fällt die Schuldigkeit des Fliesenlegers großteilig unter den Tisch. Bleibt die Frage, hätte er es vorher ohne Geologiestudium sehen können? Wir haben es zumindest nicht, auch wenn es jetzt im Nachhinein natürlich fast schon überdeutlich ins Auge sticht, wenn man weiß wo man hinschauen muss und wo die Unterschiede liegen. Etwas rauere Oberfläche und auch generell sind die Steine optisch "anders".


    Zumindest die "gute" Charge ist schön Plan und ergibt mit den Fugen eine angenehme Oberfläche, bucklig ist da nix, aber ob es dauerhaft gut zu reinigen sein wird, erzähl ich euch dann in ein paar Jahren ;-)

  • Die Steinoberfläche sieht anders aus. Das Fugenmaterial ist jedenfalls auf dem Detailfoto überall ziemlich farbgleich, die Steinoberfläche aber nicht. Was kann also an der Steinoberfläche anders sein? Die Gesteinsart, die Oberfläche der Steine, z.B. deren Rauigkeit direkt oder indirekt, in dem sie zur Aufnahme / Haftung von mehr Fugenmaterial auf einem Teil der Steine führt.

    sehe ich genauso..
    wer hat das Material besorgt?

  • Ich würde versuchen eine Imprägnierung aufzutragen und hoffen, dass die hellen Steine abdunkeln.

    Die Chance, dass das exakte Gegenteil des Gewünschten eintritt, beträgt mindestens 1:1!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Jetzt imprägnieren wäre wohl fatal. Die hellen Steine würden etwas dunkler werden und die dunklen wären danach noch dunkler. Außerdem wäre das auch hinpfuschen. Aus meiner Sicht wäre rausreissen und neu der einfachste Weg. Der 1 m² kann ja auch nicht die Welt kosten. Mit dem Fliesenleger würde ich mal darüber reden wie er es denn finden würde bei Nachfrage von Besuchern benannt zu werden. Das ist ja dann seine Referenz. Vielleicht erzielt man so leichter eine Einigung.


    Dafür ein Gutachten machen, das nachher in einem Vergleich endet, wäre sicher für beide Seiten kaufmännisch "ungünstig". Das kostet viel mehr als der 1 m² wert ist.


    Auf dem Foto sieht es auch für mich so aus, als wenn die beiden Felder andere Oberflächen aufweisen. Gibt es die Kartons noch wo das Material drin war? Da steht das ggf. drauf.

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    Steve Jobs

  • Mit dem Fliesenleger würde ich mal darüber reden wie er es denn finden würde bei Nachfrage von Besuchern benannt zu werden. D

    Was kann der arme Kerl dafür, wenn das VOM BAUHERREN besorgte Material komisch reagiert? Soll der das jetzt ausbaden?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • @Ralf Dühlmeyer Ok das stimmt. Hatte ich überlesen, dass das vom Bauherrn ist. Dann hat er wohl Pech gehabt.

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    Steve Jobs

  • idR schickt der Fliesenleger ja einen zum Fliesengroßhändler seiner mit Ausstellung, wo das Zeug dann ausgesucht wird...


    Als dann mein Fliesenleger bei meinen Badfliesen 90x45 damit ankam, er könne die Überzähne nicht verhindern weil die so schüsseln, hab ich da auch mal angerufen und nachgebohrt.
    Schlußendlich hats gepasst, die Überzähne waren minimal..

  • @Ralf Dühlmeyer Ok das stimmt. Hatte ich überlesen, dass das vom Bauherrn ist. Dann hat er wohl Pech gehabt.

    Von einer Fachfirma erwarte ich schon, dass die zu verwenden Fliesen vorab überprüft und nicht blind verbaut werden - egal ob das Material gestellt oder selbst vom Händler bezogen wurde. Mit "geschultem Blick" hätte man die Unterschiede eventuell sehen und daraus möglichen Konsequenzen ableiten können ...


    Ein Gutachten würde uns etwa 700 Euro kosten und ist damit vermutlich teurer als ein Rückbau, neue Abdichtungen und neue Fliesen. Aber da es immer noch keiner gewesen sein will, ist es mir langsam egal wer das am Ende zahlen darf.

  • Ein Gutachten würde uns etwa 700 Euro kosten und ist damit vermutlich teurer als ein Rückbau, neue Abdichtungen und neue Fliesen.

    Da kann man sich täuschen, die Frage aller Fragen ist: Bekommt man denn die Abdichtung wieder so hin, wie man es gerne hätte/haben muß? Weil die Abdichtung beim Rückbau mit Sicherheit beschädigt wird und man immer weiter zurückbauen muß, bis man evtl. in der Tür vom Bad angekommen ist und hat den ganzen Boden rausgenommen. :rb: Evtl. unter Lehrgeld verbuchen.

  • Aber da es immer noch keiner gewesen sein will, ist es mir langsam egal wer das am Ende zahlen darf.

    Dann beauftrage doch den Fliesenleger mit 1x bitte neu , und zahl es selber .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Die Frage ist doch, ob der AN Bedenken gegen die vom AG gelieferten Stoffe hätte haben müssen.
    Das ist eine Frage die ein Jurist z.B. nicht beantworten kann. Er kann nur viel hierzu behaupten.
    Ein SV des Gewerks wird darlegen können, ob der Fliesenleger, mit der notwendigen Sorgfalt, es hätte wissen können / müssen
    was als Resultat anstehen wird, wenn er das Material verarbeitet. Ich könnte mir hier vorerst ein "Ja" vorstellen.
    Aber wie schon vorgeschrieben, ob diese Vorgehensweise sich hinsichtlich der zu erwartenden Kosten lohnt?????

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Ein SV des Gewerks wird darlegen können, ob der Fliesenleger, mit der notwendigen Sorgfalt, es hätte wissen können / müssen
    was als Resultat anstehen wird, wenn er das Material verarbeitet. Ich könnte mir hier vorerst ein "Ja" vorstellen.
    Aber wie schon vorgeschrieben, ob diese Vorgehensweise sich hinsichtlich der zu erwartenden Kosten lohnt?????

    Dazu kommt ja noch, mit einem Gutachten, das der AG erstellen lässt, ist ja im Zweifel noch nicht mal was anzufangen, da das den AN ja nicht bindet. Also obendrein wahrscheinlich noch ein Rechtsstreit erforderlich, in dem wiederum ein Gerichtsgutachten zu einem anderen Ergebnis kommen könnte?


    Lieber Danny, wo hast du denn das Material gekauft? War das Material mit dem Fliesenleger abgestimmt?