Windrispenband nur an einer Dachseite

  • Hallo Leute,


    letzte Woche wurde bei uns Dachstuhl, Windrispenband, Unterspannbahn und Lattung ausgeführt. Auf den ersten Blick war ich mit den Arbeiten zufrieden. Nun habe ich mir noch einmal das Leistungsverzeichnis zur Hand genommen und bin auf mehrere Abweichungen gestoßen wobei ich zunächst nur auf eine eingehen möchte.


    Im [definition=41,0]LV[/definition] steht Windrispenband 3/60 mm inkl. Randverankerung im Ringbalken und als Menge wurden 50 m veranschlagt.


    Nun habe ich mir das Ganze angeschaut und das Band ist nicht 60 sondern nur 40 mm breit. Es ist auch nicht am Ringbalken verankert sondern nur an den jeweils äußeren Sparren festgenagelt. Noch merkwürdiger finde ich, dass es nur an einer Dachseite über kreuz ausgeführt wurde, an der anderen Dachseite fehlt es ganz. Dann sind auch beide Bänder mittendrin "geflickt" also zwei Stücke zu einem verschraubt.


    Eine Diagonale misst 12 m also 24 m für eine Dachseite und 48 für beide, das würde dann auch zu den 50 m aus dem [definition=41,0]LV[/definition] passen.


    Ich habe nun den Verdacht, dass man keine 50 m Windrispenband 3/60 bestellt hat sondern irgendwelche Reste mit 40 mm Breite genommen hat und diese ja sogar an einer Stelle zusammen geflickt hat. Für die zweite Seite war dann nichts mehr da und man wollte zum Freitag aber noch schnell die Unterspannbahn drauf bringen und hat auf das Windrispenband verzichtet.


    Meine Frage ist nun wie ich das einordnen soll? Preislich natürlich ein sehr kleiner Posten und kaum der Rede wert. Kann man das aber technisch so machen und das Windrispenband nur an einer Dachseite (Nord) ausführen und an der anderen Seite (Süd) darauf verzichten? Macht das Sinn oder hätte man es sich dann auch ganz sparen können? Ist es vielleicht sogar üblich oder doch eher unüblich? Darf man Windrispenband überhaupt durch verschrauben verlängern?


    In der statische Berechnung konnte ich keine Hinweise zum Windrispenband finden, vielleich habe ich sie aber auch übersehen. Im [definition=41,0]LV[/definition] wird es aber gefordert.


    Es kommt ja noch hinzu, dass das Haus mit 11,50 verhältnismäßig hoch ist und dazu noch freistehend. Durch die Dachneigung von 48° ist der Giebel und die Dachfläche auch ziemlich hoch - also viel Angriffsfläche für den Wind.


    Wie würdet ihr das einschätzen - üblich, unüblich, Pfusch?

  • Die Frage ist nicht ob das üblich oder unüblich ist, sondern was der Statiker dazu sagt. Wenn es hier Zweifel gibt würde ich als erstes den Statiker konsultieren, bzw. zuerst (soweit vorhanden) den eigenen Bauleiter

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • In der statischen Berechnung steht nichts von einem Windrispenband, nur im [definition=41,0]LV[/definition].


    Wir haben übrigens ein Pfettendach mit Kehlbalken, falls das eine Rolle spielt.


    Mich ärgert eigentlich am meisten, dass eine Leistung klar definiert war und dann ohne Absprache in allen Belangen schlechter ausgeführt wurde als geplant. Es gab auch nach Ausführung keinen Hinweis im Sinne von wir haben das so gemacht weil...

  • Gibt es denn einen Positionsplan vom Statiker? Da sollte was drinstehen.
    Wie ist denn die Konstellation? Bauträger / [definition=33,0]GÜ[/definition] / Einzelvergabe / Eigenener Sachverstand vorhanden (selbst oder zugekauft)?


    Hast Du mal den Zimmerer gefragt warum es so gemacht wurde?

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Vielleicht ist die Ausschreibung auch falsch?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • 1) Windrispen(bänder) dienen der Aussteifung des Daches in Firstrichtung, da haben "Kehlbalken" gar nichts mit zu tun.
    2) Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass in der Statik nichts zur Aussteifung des Daches steht. Mag sein, Du siehst es nicht, aber drinstehen muss eigentlich etwas. ALso frag den Statiker.
    3) Was ist denn überhaupt die Konstellation. [definition=41,0]LV[/definition] vom Architekten? Bauleiter = ? Was sagt der Zimmerer? Was sagt der Bauleiter? Mit wem habt ihr welchen Vertrag über was?
    4) "Flickstellen" in den Bändern können - sofern fachgerecht ausgeführt - i.O. sein!


    ---------- 26. Februar 2018, 09:52 ----------


    Windrispenband 3/60 mm

    Ich kenne Windrispen(loch)band nur in 1,5 mm Dicke. Egal ob 40, 60,oder 80 mm Breite.
    3*60 wäre also nur Zulassung im Einzelfall möglich, da es (wohl) keinen Hersteller gibt, der dafür eine aBZ hat.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wir haben einen Architekten über alle Leistungsphasen beauftragt. Dieser hat auch die Ausschreibung gemacht und letzlich hatten wir 2 Angebote, ein sehr günstiges und ein teures und wir haben dann das genommen zu dem uns unser Architekt geraten hat (das Günstige). Später haben wir bemerkt, dass unser Architekt bereits seit vielen Jahren mit diesem Zimmermann zusammen arbeitet, das muss ja aber nicht schlecht sein. Am Freitag war unser Architekt nun vor Ort und hat sich alles angeschaut und wie immer alles in höchsten Tönen gelobt. Das das Windrispenband in jeder Hinsicht (nicht verankert, Breite, Stärke, nur eine Dachseite, geflickt) vom [definition=41,0]LV[/definition] abweicht hat er nicht beanstandet.


    Wir sind immer davon ausgegangen, dass man einen Architekten auch dafür beauftragt, dass dieser prüft ob die Leistungen so erbracht werden wie sie vereinbart wurden oder uns bei Änderungen vorab fragt oder zumindest nachträglich informiert.


    Bevor ich ihn daraufhin anspreche wollte ich mir hier einen Überblick verschaffen da es bisher immer so war, dass unsere Anfragen zu Abweichungen von der Planung/[definition=41,0]LV[/definition] stets als absolut unproblematisch abgetan wurden. Deshalb wollten wir uns vorab informieren aber es scheint ja in der Tat kein großes Problem zu sein.


    Einen Positionsplan vom Statiker gibt es aber auch dort finde ich keinen Hinweis auf Aussteifungen, schon gar nicht auf ein Windrispenband.



    Windrispenband ist ja nun wirklich nicht teuer und wenn 60 mm über kreuz an beiden Dachseiten vereinbart sind dann verstehe ich nicht warum man dann nur eine Dachseite mit mehreren 40 mm breiten Teilstücken ausführt. Das man das Band nicht im Ringbalken verankert hat lasse ich mal ganz außer acht. Selbst wenn der Statiker kein Windrispenband vorschreiben würde könnte man sich doch an die Vereinbarung aus dem [definition=41,0]LV[/definition] und Bauvertrag halten. Und wenn nicht dann zumindest absprechen / informieren.

  • Warum sollte der Architekt eine Flickstelle beanstanden, wenn sie denn fachgerecht gemacht wäre????


    Und nienmand hier gesagt, dass es kein Problem ist, wenn statt 3*60 nun 1,5*40 einseitig montiert ist. Ob das gravierend ist oder ob der Kollege bloß Mist ausgeschrieben hat, kann nur Dein Statiker beurteilen und den hast DU anscheinend nicht gefragt.

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  • Es geht doch in erster Linie nicht um die blöden Flickstellen, wobei sich natürlich dennoch die Frage aufdrängt warum man nicht einfach 12 m von der Rolle abschneidet. Sieht schon sehr danach aus, als hätte man hier vier Reststücken verwendet aber geschenkt.


    Den Statiker konnte ich heute noch nicht erreichen, habe ihn jetzt per Mail angeschrieben.


    Irgenwie scheint sich hier niemand daran zu stören, wenn Leistungen ganz anders ausgeführt werden als vereinbart und es da auch keiner Absprache mit dem Bauherren bedarf.


    Selbst wenn der Statiker kein Windrispenband verlangt, man aber trotzdem eines in Auftrag gibt und dieses dann nur sehr unzureichend bzw. gar nicht ausgeführt wird dann ist das doch nicht in Ordnung.

  • Nochmal 3*60 gibts nicht. Hier müsste also der Architekt erklären, warum er 3*60 ausgeschrieben, aber 1,5*40 "hingenommen" hat. Vermutlich, weil er weiß, das 3*60 Bockmist war.
    Steht denn im [definition=41,0]LV[/definition] genau drin, wie und wo die Windrispenbändern zu montieren sind? Oder hat der Architekt den gleichen Denkfehler gemacht wie wie DU: Eine Diagonale = 12 m macht 48 m, also rd. 50 m.
    Es ist lediglich eine Mengenreduzierung, über die man sich erst aufregen braucht, wenn sie bei der Rechnung nicht so wie ausgeführt abgerechnet wird.


    Ob das, was ausgeführt wurde, unzureichend ist, können wir nicht beurteilen. Das kann nur der Statiker.



    Irgendwie klingt das für mich alles, als würdest Du mit der Lupe Haare in der Suppe suchen. Warum?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich kenne Windrispen(loch)band nur in 1,5 mm Dicke. Egal ob 40, 60,oder 80 mm Breite.

    es gibt jedenfalls 40x3 und 60x2 - vielleicht auch irgendwo 60x3, wiss´ma ned.
    in dem punkt könnte ich mir vorstellen, statt mit dem ausgeschriebenen wrb mit
    dem verbauten UND möglicherweise (!) rechnerisch nachweisbaren wrb leben
    zu können.


    man kann ein wrb stossen (kraftschlüssig verlängern) > herstellerangabe.
    unsymmetrische anordnung *kann* möglich sein > rechn. nachweis.
    kraftarme endverankerung ist unsinn - das muss nachgebessert werden.


    die querschnittsdebatte verliert gegenüber der geplanten 0%-aussteifung,
    der ausgeschriebenen (vielleicht nicht einmal realisierbaren/erforderlichen)
    150%-aussteifung und gegenüber der ausgeführten 5%-aussteifung deutlich
    an bedeutung.


    der statiker hat sich´n schlanken fuss gemacht - aber ich kann mir vorstellen,
    der ist jetzt formal, nach [definition=41,0]LV[/definition] und nach ausführung, aus dem rennen (auch, weil
    der architekt die notwendigkeit solcher aussteifungsmassnahmen erkennen
    muss, diese erkannt hat - nur nicht richtig gelöst hat: hätte er das mal besser
    dem statiker kredenzt).
    ansprechpartner wäre für mich der architekt - der wird seine helfer schon
    irgendwie deichseln.



    Off-Topic:

  • Steht denn im [definition=41,0]LV[/definition] genau drin, wie und wo die Windrispenbändern zu montieren sind?

    Windrispenband, Flachstahl, 3/60 mm
    Stahlteile-Verbindungsmittel
    Windrispenband aus Flachstahl, feuerverzinkt,
    als Aussteifung für Dachkonstruktion incl. Randverankerung im Ringbalken
    Querschnitt: 3/60 mm
    Hersteller/Typ: Wahl AN


    und als Menge 50 m




    Es ist lediglich eine Mengenreduzierung, über die man sich erst aufregen braucht, wenn sie bei der Rechnung nicht so wie ausgeführt abgerechnet wird

    Es geht doch nicht um die paar Euro sondern darum, dass es ohne Absprache stark abweichend vom Bauvertrag ausgeührt wurde.


    Oder hat der Architekt den gleichen Denkfehler gemacht wie wie DU: Eine Diagonale = 12 m macht 48 m, also rd. 50 m.

    Wie meinst du das? Eine Diagonale misst 12 m also 24 je Dachseite also 50 m für beide Seiten oder?


    Irgendwie klingt das für mich alles, als würdest Du mit der Lupe Haare in der Suppe suchen. Warum?


    Vom Statiker habe ich noch keine Antwort, Architekten werde ich dann mal anrufen. Wollte mir hier nur zuvor ein paar Informationen holen. Danke



    ---------- 26. Februar 2018, 11:34 ----------


    kraftarme endverankerung ist unsinn - das muss nachgebessert werden.

    Kannst Du mir das bitte erklären? Muss das Band im Ringbalken verankert werden?



    die querschnittsdebatte verliert gegenüber der geplanten 0%-aussteifung,
    der ausgeschriebenen (vielleicht nicht einmal realisierbaren/erforderlichen)
    150%-aussteifung und gegenüber der ausgeführten 5%-aussteifung deutlich
    an bedeutung.

    Das verstehe ich auch nicht, klingt aber interessant. Kannst Du mir hier bitte noch einen Hinweis geben?


    Danke

  • .. und der übliche schlunz, wrb am letzten sparren mit 4 nägeln töten,
    bringt auch nix. für einfache fälle gibts hinweise der hersteller, die
    statisch brauchbar sind.
    wir planen selten wrb - wenn, dann endbefestigung an nachgewiesenen
    und kräftig dimensionierten und befestigten beihölzern.


    @Schuldenuhr, lass deinen architekten machen und organisieren ;)


    ich hatte oben, nach der von dir zitierten stelle, orakelt, wie eine
    lösung - technisch und organisatorisch - aussehen kann. mehr, in form
    der kleinen/grossen keule (sv, ra) halte ich *momentan* für kontraproduktiv.
    das auch deswegen, weil der "reparatur"aufwand nicht so unendlich gross
    ist und du gute chancen auf vernünftige lösung hast.

  • @Schuldenuhr, lass deinen architekten machen und organisieren

    Unser Architekt ist ein guter Kerl aber wenn wir ihn einfach machen lassen dann ist immer alles in Ordnung. Alle bisher aufgetretenen Mängel oder Abweichungen wurden von uns an ihn heran getragen, nicht umgekehrt. Zuerst wurde dann immer versucht die Mängel kleinzureden und erst nach langem hin und her hat er dann die Firmen aufgefordert nachzubessern. Wie oben schon geschrieben arbeitet er meist mit den gleichen Firmen, man kennt sich halt gut.


    Wenn wir hier über die Baustelle gehen (vielleicht alle 2 Wochen) ist immer alles ganz supertoll.


    Hätte ich jetzt einfach die Verankerung des WRB angesprochen hätte er sehr wahrscheinlich gesagt, dass diese nicht nötig ist, er hat es ja hier vor Ort auch nicht beanstandet. Das entgegen des Bauvertrags nur eine Dachseite gemacht wurde ist für ihn sicher auch kein Problem. Im Gespräch sagt er dann irgendwas und meist muss man das dann einfach hinnehmen.


    Mir geht das immer so, dass sich beim Lesen des [definition=41,0]LV[/definition] ein richtig gutes Gefühl habe. Wenn ich dann das [definition=41,0]LV[/definition] mit der tatsächlichen Ausführung abgleiche gibt es eben sehr viele Leistungen die nicht erbracht wurden. Hier geht es mir wie oben schon geschrieben nicht um das Geld sondern um fachgerechte Ausführung so wie sie vereinbart wurde.


    Klar kann sich auch mal etwas ändern aber dann sollte man zumindest vorher oder nachher darüber informiert werden aber das bleibt fast immer aus.


    ---------- 26. Februar 2018, 17:23 ----------


    Der Statiker hat mich nun auf die Vorbemerkungen (viel Text in sehr kleiner Schrift) in der statischen Berechnung aufmerksam gemacht und dort steht:


    "Allgemein für die Ausführung ohne besonderen Nachweis: Verbände, Anschlüsse, Windrispen sind, wenn nicht besonders angegeben, örtlichkonstruktiv anzuordnen und zug- und druckfest anzuschließen. Die Fußpfette 14/14cm wird auf dem Ringbalken mit Bolzen Du 12 e=1m befestigt.Nicht nachgewiesene Balken und Verbindungen sind konstruktiv zimmermannsmäßig auszuführen."Zusätzlich hat er, ohne das ich gefragt habe, noch geschrieben: "Windrispen werden kreuzweise über jede Dachfläche gespannt"

  • ich formuliers mal freundlich:
    der architekt wird diesen spruch wohl kennen - jedenfalls hat er (in
    honorarzone 2, manchmal auch in höheren) den spass damit.


    weniger freundlich:
    sowas ist im billigsegment üblich. hauptsache, keiner fragt.
    fragende bauherren sind soooo lästig ;)
    wenn man´s kann und wenn´s honoriert wird, könnte man brauchbare
    ausführungspläne erstellen. wird aber auch nicht von jedem bauherren
    gewollt. da muss man sich halt entscheiden.

  • wenn man´s kann und wenn´s honoriert wird, könnte man brauchbare
    ausführungspläne erstellen. wird aber auch nicht von jedem bauherren
    gewollt. da muss man sich halt entscheiden.

    Mir würde schon reichen wenn die Leistungen erbracht werden die auch vereinbart wurden. Das gilt für Handwerker und Architekt. Stattdessen wird schon sehr oft vom Bauvertrag/[definition=41,0]LV[/definition] abgewichen und zwar ausschließlich zu meinen Ungunsten. Vorherige Absprachen oder nachträgliche Informationen darüber gibt es auch nicht.


    sowas ist im billigsegment üblich. hauptsache, keiner fragt.

    Naja, die Hütte ist mit 320.000 Euro geplant, das ist zumindest hier im Osten nicht im Billigsegment. Wird auch in Honorarzone III abgerechnet also kommt auch für den Architekten einiges zusammen. Dafür hätte ich mir offen gesagt eine etwas bessere Planung und Überwachung erwartet aber nun ja. Wenn wir mal eine Baustellenbegehung haben (viel zu selten) dann ist wie schon gesagt immer alles super. Gemessen wird vor Ort auch kaum was. Bewehrung Betondecke und Ringbalken wurden vor dem Betonieren auch nicht in Augenschein genommen. Könnte man noch sehr lang so fortsetzen aber das hilft mir jetzt auch nicht.


    Ich rufe nun morgen früh unseren Architekten an, könnt ihr mir diesbezüglich irgendeinen Tipp geben? Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass das alles so in Ordnung ist, er hat es ja auch alles schon vor Ort gesehen und nichts beanstandet. Soll ich das dann so hinnehmen oder auf das teilweise Erbringen der vereinbarten Leistung bestehen? Es sind ja allein beim Thema Windrispenband sehr viele Sachen die schlechter ausgeführt wurden als vereinbart. Mit den nur 40 mm käme ich zurecht, mit den geflickten Teilstücken auch aber eine Dachseite gar nicht auszuführen? Oder das Band nicht im Ringbalken zu verankern?

  • Mir würde schon reichen wenn die Leistungen erbracht werden die auch vereinbart wurden. Das gilt für Handwerker und Architekt. Stattdessen wird schon sehr oft vom Bauvertrag/ [definition=41,0]LV[/definition] abgewichen und zwar ausschließlich zu meinen Ungunsten. Vorherige Absprachen oder nachträgliche Informationen darüber gibt es auch nicht.

    Punkt 1: In Ausschreibungen wird bei Vergabe nicht rumgemalt, Ergänzungen, Streichungen usw. gibt es da nicht - von Seiten des Handwerkers.


    Punkt 2: Es ist dein gutes Recht die fehlende Kommunikation zu bemängeln.


    Punkt 3: Punkt 1 führt dazu, dass wenn Schrott ausgeschrieben wird - hier vermutlich unübliches Windrispenband - am Ende Streit über Banalitäten herrscht. Es mag richtig sein, dass der AN zur Erfüllung der gesetzten Bedingungen im Vertrag verpflichtet ist. Weiter ist es auch richtig, das ihn eine Hinweispflicht trifft dich entsprechend in Kenntnis zu setzen wenn etwas nicht geht wie vereinbart.


    Das hätte in diesem Fall der Handwerker schon bei der Vergabe machen können, per separatem Schreiben. Hat er nicht und ist auch nicht immer üblich, weil man sich damit auch schnell aus dem Bieterverfahren schießen kann. Das er es gar nicht getan hat, ist natürlich doppelt ärgerlich. Dennoch vermisse ich etwas auf Deiner Seite die Akzeptanz einer zielführenden Lösung. Die ist einfach, wie simpel.


    Nämlich den ausführenden Betrieb anrufen und im Telefonat fragen warum es lief wie es lief. Dann hat man als Betrieb zu mindestens den Hauch einer Chance den gemachten Eindruck wieder gerade zu biegen. Der Betrieb wird wohl seine Pflichten kennen, nämlich die Umsetzung nach Statik. Bedeutet für dich aber, sollte der Architekt einen Schlendrian haben - Mehrkosten. Hat der Betrieb überhaupt die Statik? Die Erfahrung sagt, das solche Unterlagen auch gerne mal unterwegs verloren gehen. Im Alltagsstress ist es dann passiert und man selber denkt auch nicht mehr an die Statik. "Man hat ja schon X-Dachstühle vorher gerichtet".


    Ein [definition=41,0]LV[/definition] ist für mich das denkbar ungünstigste Mittel zu prüfen ob etwas "gut" ist. Man kann Vertragskonformität prüfen, ja. Ob dagegen in solchen [definition=41,0]LV[/definition]'s wirklich immer fachlich sauber beschrieben wird? Persönlich habe ich da so meine Zweifel. Kommt auf den Ersteller drauf an, so wie es auf den Errichter drauf an kommt und ja auf den Bauherren kommt es auch drauf an. Der hat nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg seiner Baustelle ;)

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  • Punkt 1 führt dazu, dass wenn Schrott ausgeschrieben wird - hier vermutlich unübliches Windrispenband - am Ende Streit über Banalitäten herrscht

    ich finde, den "streit" (so es überhaupt bei "jeder kennt jeden" dazu kommt)
    soll sich der architekt geben. wie der zu motivieren ist .. mei .. vielleicht hilft
    die frage nach seiner versicherung ;)


    zum wrb an sich habe ich oben was geschrieben, wo man nicht mal sehr
    in die zwischenzeilentiefe abtauchen muss ..


    der ausschreibungstext ist nicht prickelnd - das ist aber keine entschuldigung
    für schlampige planung, ausführung, überwachung.

  • Off-Topic:


    der ausschreibungstext ist nicht prickelnd - das ist aber keine entschuldigung
    für schlampige planung, ausführung, überwachung.

    Natürlich nicht aber er beschreibt ein akutes Problem am Bau. Das oftmals schon im Vorfeld für Ärger sorgt. Wenn die Rundablage mal voll ist muss man entweder entsorgen oder aber in den sauren Apfel beißen und sich das "geben".

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  • Ein [definition=41,0]LV[/definition] ist für mich das denkbar ungünstigste Mittel zu prüfen ob etwas "gut" ist. Man kann Vertragskonformität prüfen, ja. Ob dagegen in solchen [definition=41,0]LV[/definition]'s wirklich immer fachlich sauber beschrieben wird?

    Ich habe ja nur die Variante mich voll und ganz auf den Architekten zu verlassen oder mit Hilfe des [definition=41,0]LV[/definition] und den paar wenigen Ausführungsplänen die ich habe die erbrachten Leistungen mit den geplanten abzugleichen. Bei Variante 1 wäre wirklich immer alles in bester Ordnung. Bei Variante 2 gibt es eben in vielen Positionen des [definition=41,0]LV[/definition] Abweichungen und ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass diese zu meinen Gunsten sind, befürchte aber, dass ich am Ende alles voll bezahlen soll und werde.


    Wenn ich ab und an unseren Architekten auf Abweichungen anspreche, dann werden die immer als völlig unproblematisch abgetan. In den meisten Fällen schlucke ich das dann auch aber Zweifel bleiben. Wenn ich das morgen anspreche wird es wieder gut Gründe geben warum das plötzlich entgegen der Planung so reicht wie es gemacht wurde.


    Geplant wurde 60 mm, beide Dachseiten und Verankerung im Ringbalken und bekommen habe ich 40 mm, eine Dachseite und ein paar Nägel im letzten Sparren... und das gab es jetzt schon recht oft, dass eine aus meiner Sicht sehr vernünftig klingende [definition=41,0]LV[/definition] Position plötzlich viel ungünstiger ausgeführt wurde. Ich habe das dann auch immer angesprochen aber meist ohne Konsequenzen. Ich dachte, dass Ansprechen der Abweichungen sorgt dafür, dass es vielleicht nicht mehr vorkommt aber offensichtlich nimmt es kein Ende.


    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Handwerker das NICHT ohne Absprache mit dem Architekten so machen. Die kennen sich lange und ich denke die sprechen sich da schon ab. Mich informiert nur keiner weil man vermutlich auch hofft man bekommt das alles nicht mit und vieles bekomme ich ja auch nicht mit. Dafür haben wir ja eigentlich den Architekten mit der Lph 8 beauftragt.


    Lange Rede kurzer Sinn, ich werde es morgen ansprechen aber was denkt ihr was ich realistisch fordern kann? Statiker sagt es muss über jede Dachfläche gespannt sein. [definition=41,0]LV[/definition] sagt das auch und zusätzlich, dass es im Ringbalken verankert sein muss. Das man 4 Reststücke zusammen geflickt hat und anstatt 60 mm 40 mm genommen hat lasse ich mal außer acht.


    Auf der anderen Dachseite ist ja schon die Unterspannbahn und Lattung, die nehmen die doch nicht wieder runter oder? Und wie will man auf der anderen Seite jetzt noch verankern?


    Das Problem ist ja auch ein wenig, dass das Haus durch Höhe, Lage, Dachneigung, Dach- und Giebelfläche ziemlich windanfällig sein dürfte. Da wäre eine Aussteifung mit WRB so wie sie im [definition=41,0]LV[/definition] beschrieben war schon sehr beruhigend.


    PS: Danke, dass ich das mal loswerden durfte.

  • Geplant wurde 60 mm, beide Dachseiten und Verankerung im Ringbalken und bekommen habe ich 40 mm, eine Dachseite und ein paar Nägel im letzten Sparren... und das gab es jetzt schon recht oft, dass eine aus meiner Sicht sehr vernünftig klingende [definition=41,0]LV[/definition] Position plötzlich viel ungünstiger ausgeführt wurde. Ich habe das dann auch immer angesprochen aber meist ohne Konsequenzen. Ich dachte, dass Ansprechen der Abweichungen sorgt dafür, dass es vielleicht nicht mehr vorkommt aber offensichtlich nimmt es kein Ende.


    Es zwingt Dich ja keiner dich von deinem Architekten als Bitsteller hinstellen zu lassen. Vielleicht solltest du dem Guten das mal deutlich machen, wenn es doch so oft vorkommt?



    was denkt ihr was ich realistisch fordern kann?

    Das Umsetzen was Vertragssoll ist. Sollen die Parteien mit Argumenten - nein, "alles wird gut" ist kein Argument - hantieren, wenn etwas wirklich nicht notwendig wäre.



    Auf der anderen Dachseite ist ja schon die Unterspannbahn und Lattung, die nehmen die doch nicht wieder runter oder?

    Ist das Dein Problem? Nö oder? ;) Wenn sie das müssen, dann haben sie halt pech. Entweder lässt du dir auf der Nase tanzen oder aber du signalisierst das du der bist der die Musik bezahlt. Du solltest halt nur nicht stur drauf beharren, wenn es Lösungen für das Dilemma gibt sollte man zu mindestens drüber nachdenken.


    Ob das WRB zwingend im Ringanker verankert sein muss? Keine Ahnung - ich kenne es nicht aber das soll nix heißen. Bei unseren Dächern wurden die letzten Sparren breiter gewählt 8/10cm, im letzten Gefach gab es ein Füllholz, das WRB wurde gem. Statik voll ausgenagelt und fertisch. Die Dächer stehen immer noch ;)

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Es ist lediglich eine Mengenreduzierung, über die man sich erst aufregen braucht, wenn sie bei der Rechnung nicht so wie ausgeführt abgerechnet wird.

    So ist es , wenn dann tatsächlich 50lfm 60*3 Abgerechnet werden ist das schlichtweg "Betrug" .

    wir planen selten wrb - wenn, dann endbefestigung an nachgewiesenen
    und kräftig dimensionierten und befestigten beihölzern.

    So wird das in der Regel auch ausgeführt , und mit Füllholz zwischen den betreffenden Sparren , verankert auf der Schwelle oder Knagge am Sparren und Schwelle befestigt , natürlich , so das die Kraft auch übertragen werden kann .

    Ob das WRB zwingend im Ringanker verankert sein muss? Keine Ahnung - ich kenne es nicht aber das soll nix heißen. Bei unseren Dächern wurden die letzten Sparren breiter gewählt 8/10cm, im letzten Gefach gab es ein Füllholz, das WRB wurde gem. Statik voll ausgenagelt und fertisch. Die Dächer stehen immer noch

    :thumbsup:


    ---------- 27. Februar 2018, 10:50 ----------


    @Schuldenuhr
    Wenn Dein Zimmerer behauptet , das 1 Dachseite über kreuz reicht , entgegen der vorliegenden Statik , dann möge er doch den Schriftlichen Beweis antreten . Den schriftlichen Beweis des Zimmerers kannst Du ja dann von Deinen Statiker gegenprüfen lassen !

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • [...]
    "Allgemein für die Ausführung ohne besonderen Nachweis: Verbände, Anschlüsse, Windrispen sind, wenn nicht besonders angegeben, örtlichkonstruktiv anzuordnen und zug- und druckfest anzuschließen. Die Fußpfette 14/14cm wird auf dem Ringbalken mit Bolzen Du 12 e=1m befestigt.Nicht nachgewiesene Balken und Verbindungen sind konstruktiv zimmermannsmäßig auszuführen."Zusätzlich hat er, ohne das ich gefragt habe, noch geschrieben: "Windrispen werden kreuzweise über jede Dachfläche gespannt"

    Ist dieser Punkt denn wenigstens ausgeführt?
    Sind die Bänder stamm gespannt oder kann sich das Dach bei jeder Böe frei bewegen bis es überhaupt anfängt, Kraft in die Bänder einzuleiten um sich an diesen "festzuhalten"?

    Ich habe ja nur die Variante mich voll und ganz auf den Architekten zu verlassen [...]

    Es gibt noch die Variante, dass sich der Bauherr einen Sachverständigen (Fachfrau oder Fachmann, die/der was von der Sache versteht) holt, der ihn unabhängig vom Architekten und vom ausführenden Betrieb fachlich berät.
    Es muss ja nicht gleich ein öffentlich bestellter und vereidigter sein, das kann auch ein befreundeter oder verschwägerter Ingenieur sein, oder ein gewerblich tätiger Bauüberwacher, der für seine Beratungsleistung entsprechend honoriert wird - und der dann im Sinne des Bauherren prüft, nicht im Sinne des Geldbeutels vom Architekten oder dahingehend prüft, dass der Baubetrieb geringstmöglichen Aufwand hat.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Punkt 1: In Ausschreibungen wird bei Vergabe nicht rumgemalt, Ergänzungen, Streichungen usw. gibt es da nicht - von Seiten des Handwerkers.

    Wenn Du wüsstest wie bunt ich die immer mache :-)
    Nunja, bei öffentlichen Ausschreibungen gibt es ein Anschreiben, bei privaten kommt das alles ins [definition=41,0]LV[/definition].
    Da kann der Ausschreibende noch so sehr das Gegenteil in den Vorbemerkungen schreiben. Schließlich wir das [definition=41,0]LV[/definition] zu meinem Angebot.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Off-Topic:

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Wozu ist das sonst da?

    Aus Gründen der Vergleichbarkeit. Deswegen soll es ja auch erschöpfend sein oder etwa nicht?



    Es werden idR auch Stellen zum Eintragen vorgesehen.

    Das habe ich noch nie gesehen. Stellen zum Eintragen, wenn der Leistungstext falsch ist? Wir reden hier ja nicht von dem berühmten "oder gleichwertig" und dem Feld für das angebotene Material. Das muss ja trotzdem die spezifischen Merkmale aus der Leistungsbeschreibung haben. Wenn der Text aber nur sinnlos zusammen kopiert wurde, was ja nicht so selten der Fall ist und der einfach inhaltlich falsch ist, dann soll es dafür Stellen geben?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Es werden idR auch Stellen zum Eintragen vorgesehen.

    "tragen sie nachfolgend ein, was im [definition=41,0]LV[/definition] fehlt.
    legen sie ggfs. blätter mit eintragungen in courier, 12pt, bei.
    preisen sie alles in den LV-positionen ein" ..


    oder wie? :lach:
    na endlich passt der kittel.

  • "tragen sie nachfolgend ein, was im [definition=41,0]LV[/definition] fehlt.legen sie ggfs. blätter mit eintragungen in courier, 12pt, bei.
    preisen sie alles in den LV-positionen ein" ...


    :lach:

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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