Dach Monate nicht fertiggedeckt-denkbare Ursachen ?

  • Wir machen uns Sorgen.


    Neben unserem Haus wird in eine Bauluecke ein Mehrfamilienhaus gebaut. Geschlossene Bauweise, die Häuser getrennt durch eine Brandmauer.


    Im Herbst letzten Jahres wurde mit dem Decken des Dachs begonnen- begonnen. Bis heute ist das Dach nicht komplett gedeckt, sondern nur zu 90 Prozent. Die komplette letzte Reihe, also die, die an unser Haus anschließt, ist ungedeckt, genau wie die Stellen um einen Teil der Gauben.


    Zu Beginn war ein deutsches Bauunternehmen beauftragt, das damit wirbt, alle Leistungen aus einer Hand zu erbringen. Deren Schild fehlt auf einmal. Nun ist nur noch der Namen der Bauherrin angeschlagen. Gebaut wird auch nur noch unregelmäßig, die Handwerker sind nicht mehr als solche zu erkennen. Also bei der letzten Firma war auf den Autos und der Arbeitskleidung an Aufdrucken zu erkennen, wo die arbeiteten. Mit dem Bauleiter, einem Deutschen, habe ich ab und an Kaffee getrunken und weiß, dass es gewisse Verwerfungen gab. Der Bau lag auch einige Zeit still weil ein Gericht die erste Baugenehmigung kassiert hatte und es relativ lange dauerte, bis die Planungen genehmigungsfähig waren- da stand die Baustelle lange Zeit offen. Die jetzigen Bauarbeiter kommen nur ab und an, sprechen kein deutsch und kommen mit im Ausland zugelassenen Privat PKW.


    Ferndiagnosen sind schwer, ich weiß. Aber welche Ursachen sind denkbar warum das Dach nicht fertiggemacht wird? Die fehlenden Dachsparren wurden durch Plastikfolie ersetzt, ist so abgesichert, dass das Nachbardach nicht feucht wird? Oder eigentliche Frage- kann unser Haus durch die fehlende Dachdeckung negativ beeinflusst werden? Es ist so, dass auf unserem Dach am angrenzenden Teil ein Attikablech lose ist und die Bauherrin uns um umgehende Reparatur gebeten hat. Unser Dachdecker sagt, dass es eine kleine Sache ist, er aber leimen und löten muss und deshalb Temperaturen um die 4 bis 5 Grad abwarten muss. Die Bauherrin hat uns eine Schadenersatzklage angedroht weil wir nicht sofort reparieren und sagt, ihre Mauer nehme deswegen Schaden. Sie gibt ansonsten keine Auskunft, also warum sie ihr Dach nicht fertigmacht.


    Eigentlich muss doch die Brandwand verhindern, dass Feuchtigkeitsschäden auf das Nachbarhaus übergehen, oder?


    Wir sind absolute Baulaien, uns kommt das alles aber spanisch vor. Wissen nicht, ob wir einen Rechtsanwalt privates Baurecht aufsuchen sollen. Wollen uns voher aber auf alle Fälle etwas in die Materie einfuchsen. Was kann der Grund sein, dass das Dach nicht fertiggemacht wird? Können mögliche Mauerwerksschäden durch Feuchte trotz Brandwand von einem aufs andere Haus
    übertragen werden? Noch übler- kann es bei ihr schon feucht sein und sie einen Dummen suchen, der zahlt? Welches Vorgehen ist angeraten für uns?


    Alle Erklärungsansätze werden dankbar angenommen.


    mit bestem Gruß


    Benedikte

  • Das das Dach nicht fertig gemacht wird, kann an ausstehenden Zahlungen liegen. Der DD hat Recht und sie keine Ahnung von der DD Arbeit. Er könnte evt. selber mit Folie abdecken.

  • Ein paar Bilder wären nicht schlecht !
    So kann man sich das nur wage vorstellen .
    Auf jeden Fall solltest Du Schäden und Baufortschritt Fotodokumentieren mit Datum am besten ,wer weis für was das noch gut sein kann .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • nein. Eine Brandwand muss die Ausbreitung von Bränden hemmen, nicht von Feuchtigkeit...

    Jedes Haus braucht seine eigene Brandwand und sein eigenes dichtes Dach. Die Ableitung von Niederschlagswasser auf das Nachbargrundstück ist unzulässig.


    Danach kommt die :glaskugel: .

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Wenn aber angenommen wird, dass gegen eine Brandwand angebaut wird, so erhält diese regelmäßig maximal einen temporären Wetterschutz.
    Z.B. eine provisorische Dämmung o.ä.. Dieses auch meist nur dann, wenn nicht absehbar ist, oder absehbar ist das es länger dauert, bis dagegen gebaut wird. Es ist doch eher unüblich, dass der, der zuerst baut die Haustrennwand verputzen lässt.
    Ergo, ist der Wetterschutz hier doch betroffen.
    Es geht auch nicht zwingend um die Ableitung von Tagwasser vom einem Dach. Offenen Mauerwerk kann und wird auch von Tagwasser betroffen sein. Und ohne Schutz.....

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Neben unserem Haus wird in eine Bauluecke ein Mehrfamilienhaus gebaut

    da gibt´s ´n bauherren, an den adressierst du deine wünsche hinsichtlich
    sofortiger abdichtung der bauwerksfuge mit mehr oder minder freundlicher
    fristsetzung.


    Off-Topic:

  • Hier in B bestehen einige Baulücken seit deutlich über 100 Jahren, andere erst seit 1945. Und manch Eigentümer hat dann irgendwann auch eingesehen, dass es sinnvoller ist, die eigene Brandwand rückseitig verputzen zu lassen, statt noch weiter zu warten.


    Das hiesige Nachbarrecht sieht dazu sowieso nur den Eigentümer der Grenzwand in der Pflicht, aber das differiert von Bundesland zu Bundesland.


    (Achtung: Unterschied Nachbarwand / Grenzwand beachten! Ich gehe von Grenzwand aus.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Skeptiker


    ja, unser Haus ist in den dreißiger Jahren gebaut worden, dann kamen Krieg und Ostzeit, dann erst der Verkauf des anderen Grundstücks. Das wurde erst mit einem EFH bebaut, jetzt kommt noch das MFH. Von daher ist die fensterlose Wand auf der Grenze verputzt.

    Wieso ist das wichtig? Das habe ich nicht verstanden. Und das macht uns ja so nervös-wir wissen eben in keinster Weise, wie sachegercht da gebaut wird. Und seitdem die Fachfirma weg ist, sind wir noch besorgter.

  • Wichtig ist erstmal, dass jeder Nachbar

    • sich um das Niederschlagswasser auf seinem [definition=52,1]Grundstück[/definition] und Gebäude (baulich) selbst kümmern muss und
    • kein Wasser zum Nachbarn leiten darf.

    Damit kann es - wenn sich beide daran halten - keine Probleme geben. Wenn sich einer nicht dran hält, muss der andere den einen auffordern dies zu tun, ggf. mit juristischem Beistand.


    Die Details habe ich noch nicht im Zusammenhang verstanden, deshalb nur die grundsätzlichen Aussagen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • warum das wichtig sein kann?
    Weil es heute Wandmaterialien und Wanddicken und Bauarten gibt, die bezüglich des Feuchteschutze wesentlich weniger genügsam sind als die aus der Vorkriegszeit.
    Auf etwaige Fotos können wir dann schon eine Zuordnung treffen.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • so


    ich hoffe, man kann es sehen
    also, zu unserer Seite fehlt eine Reihe Dachziegel sowie zwischen den Gauben


    da wir beide Vollzeit arbeiten , haben wir kein detailliertes Wissen in Sachen Baustelle, aber die haben Ende Oktober oder Anfang November angefangen mit dem Dach. Bei uns hat sich jetzt dieses Blech wohl im Februar durch einen Sturmschaden gelöst, wir sollen sofort reparieren trotz der massiven Minusgrade, was laut Dachdecker nicht geht, weil durch das fehlende Blech das Nachbardach durch Feuchtigkeit bedroht sei. Dazwischen liegt die Brandwand, ich mache mir eher Sorgen, dass es bei Nachbars nass ist wegen des ungedeckten Dachs und frage mich, wessen Dach oder Mauer nun durch wen gefährdet ist.


    Tut mir leid, wenn ich nicht klar formuliere, aber ich bin handwerklich technisch echt unbedarft. Blöde Sache.

  • Wurde das lose Blech denn vorübergehend gesichert? Oder liegt das noch wie auf dem Foto ersichtlich frei herum?


    @Skeptiker Wie ist das in B, trägt dort nur ein Nachbar die Kosten der Abdeckung der Brandwand? Also in diesem Falle die TS oder müssten sich beide anteilig an einer sicheren Verwahrung beteiligen? Da es hier ja die jeweils andere Brandwand betrifft.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • @Skeptiker Wie ist das in B, trägt dort nur ein Nachbar die Kosten der Abdeckung der Brandwand? Also in diesem Falle die TS oder müssten sich beide anteilig an einer sicheren Verwahrung beteiligen? Da es hier ja die jeweils andere Brandwand betrifft.

    Nach § 16 Nachbarrechtsgesetz Berlin Link zahlt der Anbauende die Abdeckung der Fuge.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Heißt also für @Benedikte Entwarnung, was das fordern von "Schadensersatz" angeht?


    Ist es überhaupt in B zulässig bei der Höhe, die Latten bis an die aufgehende Brandwand heran zu führen?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Ist es überhaupt in B zulässig bei der Höhe, die Latten bis an die aufgehende Brandwand heran zu führen?

    Beide Häuser benötigen eine Brandwand bis 30 cm über Dachdeckung oder jeweils eine seitliche StB-Auskragung von ca. 50 cm (genaues Maß weiß ich nicht auswändig) Auskragung in der Deckungsebene.


    Nein, die Ausführung im Foto entspricht dem bisher nicht. Da wahrscheinlich Gebäudeklasse 5, wäre es Sache des Prüfingenieurs für Brandschutz, dies zu bemängeln. Es fällt auf, dass alle Anschlüsse und Klempnerarbeiten fehlen. Für diese ist es aber momentan materialanhängig unter 10 bzw. 5 Grad eindeutig zu kalt. Vielleicht fehlt es aber auch an der Beauftragung? In jedem Fall fehlt es an der Planung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Vielleicht fehlt es aber auch an der Beauftragung?

    Das würde ich vermuten. Sieht man genau hin, sieht man an den Gaubenwangen ein untergelegten Anschluss aus Blech. Ob die Gaubenwangen mit Blech verkleidet werden sollten, sieht man nicht - vermutlich wurde deshalb nicht angedeckt. Den seitlichen Anschluss an die Brandwand hätte man mit Bleinocken machen können, dazu darf es auch mal weniger als 5 Grad haben - sofern man ausreichend starkes Blei nimmt. Aber das ist alles am Ende Glaskugelmodus und kann der TS eigentlich auch egal sein.


    @Benedikte Sofern der Frost weiter anhält würde ich empfehlen den schon kontaktierten Dachdecker mit einem vorübergehenden Witterungsschutz (Abplanen oder ähnliches) zu beauftragen. Wenn jetzt absehbar ist, dass in den nächsten Tagen eine Instandsetzung möglich ist, dann natürlich nicht. Da dies vermutlich eh als Versicherungsschaden läuft, wären die zwei Anfahrten wohl auch zu verschmerzen. Deiner Nachbarin würde ich freundlich aber bestimmt mitteilen, dass das lose Blech bei passender Witterung wieder in Stand gesetzt wird. Sie kann ja gerne ihre Handwerker anweisen die ungeschützte Mauerkrone provisorisch abdecken zu lassen.


    Ebenfalls würde ich sie wohl fragen ob es dem nachbarschaftlichen Frieden dienlich ist gleich mit Schadensersatzansprüchen um die Ecke zu kommen und auf welcher rechtlichen Grundlage sie dies denn geltend machen möchte. Oder einfach die Sache ignorieren und erst aktiv handeln, wenn ein entsprechendes Papier von einem Anwalt in den Briefkasten trudelt. Dann kann man sich ja immer noch Beistand holen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Kann es sein , das das für Deine Nachbarin ein Renditeobjekt ist , also zur Vermietung ?

    Welchen Einfluss hätte das auf die Beantwortung der Fragen der Fragerin?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Renditeobjekt?
    Richtiges positives handfestes Wissen haben wir nicht und es ist uns im wesentlichen auch egal, Hauptsache, anständige Nachbarn.


    Aber anfänglich war das Bauunternehmen der Nachbarn bei uns (das, dessen Schild jetzt fehlt), wegen des Kellers, weil unserer ja knapp 100 Jahre alt ist und da wollten sie zur Sicherheit irgendwelche Dinge in unserem Keller messen und die haben gesagt, dass dort mehrere Eigentumswohnungen entstehen sollten und haben mir ein paar Baupläne gezeigt. Gefallen haben mir die Wohnungen nicht, es gibt keinen Keller, keine Garagen, keinen Stauraum auf dem Dach, keine Abstellkammern, keine richtigen Dielen-schon wirklich jeder cm verplant. Ich war dann beim Grundbuchamt, die sagten auch, dass es einzelne Wohnungen werden, jede alleine zu verkaufen und alle mit hohen Grundschulden belastet. Also zum Verkauf, nicht zur Vermietung, definitiv nicht für die Bauherren selbst.


    Und das ist jetzt hier keine Sache für das Dachdeckerforum, aber das macht uns ja etwas nervös. Riesige finanzielle Verpflichtungen durch die Grundschulden, es kursieren Gerüchte über eine Scheidung, es wird gemunkelt, dass es finanzielle Probleme gibt, der Bau war ja schonmal stillgelegt für einige Zeit und musste umgeplant werden. Und auch, wenn ich hier die technischen Einzelheiten nicht im Detail verstanden habe, so habe ich begriffen, dass vor allem in der Einflusssphäre der Bauherren selber die Sachen nicht optimal laufen. Beobachtet haben wir selber, dass das Dach nicht geschlossen wird, jetzt weiss ich, dass der Spengler (Begriff musste ich mir von wikipedia erläutern lassen) fehlt, dass alle Anschlüsse auf dem Dach fehlen, dass sie die Brandmauer x cm, 30 oder 50, höher als die Dachsparren hätte bauen müssen. Und wir sehen ja selber, dass keine offiziellen Handwerker mehr kommen und immer nur noch stunden und tageweise gebaut wird.


    Von daher, vielen Dank für alle Hinweise. Wir bitten den Dachdecker um eine Zwischenlösung. Just to be on the safe site. Dann soll er auch mal einen kritischen Blick auf das Nachbardach richten und sagen, was das für uns bedeutet. Vor allem Verletzungen des Brandschutzes sollten vermieden werden. Und dann schauen wir weiter.


    besten Dank an alle


    ---------- 9. März 2018, 19:50 ----------


    also,
    erstmal vielen Dank für die vielen guten Hinweise und Ratschläge, von alleine hätten wir vieles nicht gesehen.


    Unser Dach wurde gemacht, genau die Minute, wo das Wetter satt bei plus war. Da unsere Versicherung nach Einreichung des auch hier gezeigten Schadensfotos uns ausdrücklich aufgefordert hatte, Fotos einzureichen, haben wir natürlich den Dachdecker darum gebeten.


    Der teilte uns erstmal verbindlich mit, dass Feuchtigkeitsschäden am Nachbarhaus nicht von uns kommen können, wenn es die gebe, seien eher unfachmännische Abdichtungen beim Nachbarn selber schuld. Das Dach stand den ganzen Winter ja stellenweise offen.


    Und wie hier gesagt wurde- der Nachbarbau geht, anders als das Berliner Recht es vorschreibt, direkt bis an unsere Brandwand. Das ist die Wand, die hier neben der ungedeckten Reihe links zu sehen ist. Die haben ihre Wand zu niedrig gebaut und die Dachlatten dann einfach über die Wand gelegt bis an unsere Brandwand.


    Ich war ziemlich sauer. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung vom Bauen oder Dachdecken, aber mir haben die Hinweise hier und das Studium des Nachbargesetzes gereicht dass ich wusste, dass das falsch ist. Da frage ich mich natürlich, wie jemand, der das ja hauptberuflich macht, machen kann.


    Was habe ich getan? Genau, wie die Politiker sagen, "den Dialog gesucht" und einfach beim Dachdecker des Nachbarbaus angerufen. Ich bin sofort durchgestellt worden und habe dann die Geschichte erzählt und gefragt, wieso die nicht weiterbauen. Antwort " es liege ein unbestätigter Nachtrag vor". Sehr kryptisch, ich habe mich also nicht entblödet zu fragen, was damit gemeint ist. Genau, die Dachdecker haben zusätzliche Forderungen geltend gemacht. Wundert mich gar nicht-denn "hin und her macht Tasche leer"-das verstehe ich. Und der Nachbarbau war ja stillgelegt worden für längere zeit und musste massiv umgeplant werden, gerade am Dach. Dass die Handwerker dann mehr Geld wollen, zumal die Baupreise ja gestiegen sind, wundert mich nicht. Was mich wundert-wieso der Nachtrag nicht bestätigt wird. In dieser Bauphase ist doch Baustillstand tödlich zumal ja so Kosten wie Bereitstellungszinsen oder den Vorhalt des Gerüstes, der Toiletten, der Kräne usw kosten. Die ein halbes Jahr ohne Fortgang in der Sache zu zahlen ist unsinnig.

    Ich war völlig platt und habe nur noch ermattet nach dem Baufehler wegen des Baus über die eigene Brandwand direkt an unsere gefragt. Hat er ganz freundlich jaja gesagt, das würde man ganz schnell zurückschneiden, ich möge mir keine Gedanken machen. Ich habe dann nichts mehr gesagt, aber Frage- Die Dachplatten nur zurückzuschneiden, das kann doch nur ein Teil der Lösung sein? Ich meine, dann sind die nicht mehr an meiner Brandmauer, aber die sind dann doch immer noch nicht richtig weil die Brandwand beim Nachbarn zu niedrig ist?

    Was sollten wir als Nachbarn machen? Vor allem, wenn der Nachtrag dauerhaft nicht "bestätigt" wird, was dann? Wer hat Erfahrung mit solchen Situationen?

    Wäre dankbar für input aller art.

    Benedikte

  • Was sollten wir als Nachbarn machen?

    Ich würde wohl erst Mal die Bauherrin anschreiben und sie von deinen "Entdeckungen" hinsichtlich der Brandwand in Kenntnis setzen und warten was die Reaktion ist. Ich kenne mich mit Brandschutz zu wenig aus, als das verlässlich beurteilen zu können. Vielleicht hat ja @Pemu noch was zu sagen.


    @Skeptiker könnte Dir bestimmt auch einen Rat geben. Was meinst du, Skeptiker, wenn die TS mal bei dem Bauamt vorstellig wird und den Vorfall schildert? Zu viel des Guten?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Also, als anbauende hat sich die Nachbarin um die Abdeckung zu kümmern - und die alte bestehende dabei nicht kaputt zu machern.


    Wie in den meisten Bundesländern gibt es in B keine bauaufsichtliche Abnahme vor Inbetriebnahme mehr. Wie schon geschrieben, nehmen je ein Prüfingenieur für Standsicherheit und für Brandschutz das Gebäude ab. Ersterer müsste es eigentlich merken und die Abnahme verweigern. Ob der aber wirklich auf's Dach schaut?


    Eine freundliche Nachfrage bei der bezirklichen Bauaufsicht "Das Nachbarhaus ist ja jetzt neu und da gelten bestimmt andere Regeln als bei unserem Haus von 19XX, aber muss denn da heute keine Brandwand über das Dach gebaut werden wie bei uns?" kann eigentlich nicht schaden. Ich würde alternativ persönlich in der wöchentlichen Sprechstunde nachfragen (welcher Bezirk ist es denn?) und dann eine kurze schriftliche Nachricht schicken oder nur schreiben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Es handelt sich offenbar um eine einschalige Brandwand, an die der Nachbar ( nach Abbruch und Aufstockung des eigenen Gebäudes ? ) angebaut hat.


    Was hierzu rechtlich gilt, ergibt sich aus dem Nachbarrechtsgesetz des jeweiligen Bundeslandes.


    In NRW: Wenn es sich um eine mittig auf der Grenze erstellte Nachbarwand handeln sollte, dann steht die Wand seit dem Anbau im ( ungeteilten ) Gemeinschafteigentum beider Nachbarn. Diese sind gemeinschaftlich zur Unterhaltung der Wand verpflichtet. Der Nachbar darf die Nachbarwand, sofern erforderlich ( = nach [definition=39,0]LBO[/definition] NRW 30 cm über Dacheindeckung ), nach § 15 NachbRG erhöhen.


    Hier: durch den Sturm wurde die Zinkabdeckung abgerissen. Insofern droht Niederschlagswasser in die Wand zu laufen und diese zu durchfeuchten. Um das zu verhindern, hätte schon längst zuiindest ein provisorischer Schutz angebracht werden müssen ( z.B. Bitumenbahnabklebung ). Denn hinzugezogenen DDM, der das nicht gemacht hat, würde ich zum Teufel jagen.


    Kosten werden eh später hälftig geteilt.


    Die verputze Seite der Wand auf der Nachbarseite sieht merkwürdig aus. Von dort könnte ebenfalls Niederschlagswasser in die Wand laufen. Dies zu verhindern, dürfte allein Aufgabe des anbauenden Nachbarn sein. Das soll sich der ( neue ) DDM bei Anbringung einer provisorischen oder der endgültigen Abdeckung auf dem Mauerkopf näher ansehen und beurteilen ( gegebnenfalls Fotos hiervon anfertigen ).

  • Ob ein- oder 2-schalig ist noch nicht so richtig geklärt.


    Dazu war mein vorheriger Beitrag wohl zu unklar.


    Nach den Schilderung der TE "eigene Mauer der Nachbarin zu niedrig gemauert" müsste man von einer 2-schalig Brandwand ausgehen. Dann gilt aber auch was Eric schreibt - Herstellung des erforderlichen Zustands da Eingriff.


    Wenn einen einschalige Brandwand tja, dann macht die Nachbarin sich das Leben sehr einfach.


    Es sollte als vor weiteren Betrachtungen erst einmal geklärt werden: wie ist die Lage der alten bestehenden Wand der TE zur Grundstücksgrenze:
    an die Grenze gebaut
    mit Abstand zur Grenze gebaut
    oder mittig auf die Grundstücksgrenze?

    Nachdenken kostet extra!

  • Hier in B sind mehr als 99 % aller Brandwände Grenzwände, also mit Abstand weniger cm an die Grenze gebaut. Einzige Ausnahme sind gelegentlich Häuser der Moderne (Taut). Was das Nachbarschaftsgesetz dazu relevantes vorgibt, hatte ich bereits geschrieben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Also,
    der Dachdecker konnte keine Zwischenlösung anbieten, er sagte, bei den Minustemperaturen bleibt vermutlich nichtmal die Folie fest. Und bei Minusgraden ist es ja doch rein physikalisch eher so, dass es nicht richtig regnet, sondern das ganze als Schnee oder Eis kommt wenn es kommt. Jedenfalls, repariert ist.


    Ich habe mir jetzt im Netz erschlossen, was einschalig und zweischalig ist. Ich möchte diese Fachausdrücke lieber nicht verwenden, hinterher stifte ich damit Verwirrung.


    Es ist, wie Skeptiker vermutete. Unser Haus, knapp 100 Jahre alt, hat eine Wand, die direkt an die Grundstücksgrenze geht. Daneben steht das andere Doppelhaus. Dessen Wand hat einen Abstand von ca 10 cm (ist jetzt meine Schätzung)zu unserem Haus. Die Häuser sind komplett selbständig, es gibt KEINE, keine gemeinsame Wand. Nur hat die Nachbarin jetzt auf dem Dach ihre Dachziegel über ihre Wand und über den Spalt gelegt und ist an unserer Brandwand angekommen.


    Und danke, Skeptiker, hatte den link zum Gesetz nachgelesen und mir auch nochmal bestätigen lassen. Das ist wohl unbestritten, dass auf dem Dach gemurkst wurde, das gegnerische Dachdeckerunternehmen sprach ja davon, dass die Platten zurückgeschnitten werden sollen. Was ein erster Schritt wäre, auf die Brandmauerhöhe müßte ja auch noch eingewirkt werden.


    Nur weigert sich das Dachdeckerunternahmen wegen des "unbestätigten Nachtrags", weiter zu arbeiten.


    Aber die Idee, die Bauaufsicht anzuschreiben, ist gut.