Welche Zwischensparrendämmung ?

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine sehr allgemeine Frage. Wir bauen gerade ein neues EFH. Außenwände 36,5cm Bims Stein. Es kommt nurnoch Innenputz und Außenputz drauf.
    70cm Kniestock, sodass wir relativ viel Dachschräge haben.
    Unser Schlafzimmer liegt in Richtung der Straße und ich wünsche mir trotzdem einen relativ guten Schallschutz. Wir haben schon am Fenster ein bisschen Aufpreis bezahlt für ein Schallschutzfenster.
    Nun sagte mir der Fensterbauer, ich solle bei der Dachdämmung eher drauf achten, da hier der Schall hauptsächlich übertragen wird.


    Es ist ein Schrägdach (40°)


    Welchen Dämmstoff verwende ich hier am besten?
    Vorgesehen sind 200mm WLG 35


    Steinwolle? Glaswolle? Gibt es eine bestimmte Empfehlung, auch wenn Marken ja meist nicht genannt werden =/


    Die kompletten Schrägen sollen gedämmt werden. Die Kehlbalkendecke ebenfalls. überall eine diffusionsoffene Dampfbremse.
    Verkleidet mittels GK sollen dann nur die Dachschrägen im Wohnbereich und die Kehlbalkendecke.
    D.h. der Spitzboden wird nur eventuell verkleidet. GK oder OSB.. das weiß ich noch nicht so genau.


    Gibt es weitere Tipps, wie das Schlafzimmer bestens schallschützend verkleidet werden kann?!
    Bspw. doppelte Beplankung? spezielle GK Platten? zusätzliche Untersparrendämmung?


    Vielen Dank für die Hilfe!

  • Gibt es weitere Tipps, wie das Schlafzimmer bestens schallschützend verkleidet werden kann?!

    Deinen Vertragspartner dort entsprechend in die Pflicht zu nehmen. Pflicht ergibt sich aus dem vertraglich vereinbartem oder dem was in Folge des Wunsches noch vereinbart werden sollte.


    Mit der Dämmung allein wirst du wenig für deinen gewünschten Schallschutz tun. So halbgare Sätze von Handwerkern liebe ich ja.... Genau so gut könnte man sagen, eine Wand ohne Fensterloch hat den besseren Schallschutz. Kommt es jetzt also weniger drauf an, wie das Fenster - Schallnebenwege - in die Wand integriert wird? Die Leute sollten sich um ihr Gewerk kümmern und zu sehen, das auf die Kette zu bekommen.


    Nun bist du verwirrt ob der Aussage des Fensterbauers. Einerseits gut, weil du dir nun Gedanken machst, andererseits schlecht, weil es dafür vermutlich schon zu spät sein dürfte. Ich an deiner Stelle würde meine Anforderungen an den Schall erst mal definieren um zu sehen ob ich überhaupt ein "mehr" an Schallschutz in einem EFH (?) benötige. Also wo soll es hingehen?


    Und btw: Eine diffusionsoffene Dampfbremse gibt es nicht.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Eine Lösung nur für das Schlafzimmer wird nicht einfach, man wird wohl das komplette Dach berücksichtigen müssen, da es sonst unnötig kompliziert wird.


    Einfache Mineralwolle ist für eine gute Schalldämmung zu leicht, was sich insbesondere bei tiefen Frequenzen negativ bemerkbar macht. Man muss also verschiedene Materialien kombinieren um einen guten Kompromiss zwischen Wärmedämmung und Schalldämmung zu erreichen.


    Bevor man nun aber anfängt über Materialien und Konstruktionen nachzudenken, sollten erst einmal die Anforderungen definiert werden. Werden Schallschutzfenster verbaut, dann sollte die Dachdämmung zumindest eine vergleichbare Schalldämmung erreichen, idealerweise deutlich besser (aufgrund der großen Flächen). Da ist es mit ein bisschen mehr Gipskarton nicht getan.

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  • Erstmal Danke für die (teils) konstruktive Kritik.


    Letztlich stelle ich keine riesigen Anforderungen an den Schallschutz. Es geht eigentlich nur darum, dass ich auch tagsüber schlafen will, da ich im Schichtdienst tätig bin. Ich will damit weder einen Yogaraum noch einen Proberaum oder sonstwas mit herstellen. Ich würde nur gern wissen, ob die eine Wolle vielleicht 1/2db mehr dämmt als die andere, um heraus zu finden, ob sich der Aufpreis (für meinen Geldbeutel) lohnt.


    bzgl. der Dampfbremse meinte ich dann wohl "feuchtevariabel" ?! (Schande über mein Laienhaupt)


    Im Haus sind normale RC2 Fenster 3fach verglast verbaut. Im Schlafzimmer habe ich ein 37db Schallschutzglas verbaut, was nicht der riesen Wert ist, lediglich ein bisschen besser als normal. Und genau das ist auch mein Bestreben bei der Wolle.


    Z.B. habe ich bei einer namhaften Wolle gelesen dass sie einen längenbezogenen Strömungswiderstand von min. 5kPa s/m² hat und die eines anderen Herstellers bietet 8kPa s/m²
    Ich habe hier nur leider keine Ahnung was ich mit den Werten anfangen soll (ist das ein riesen Unterschied ?), da ich nur gehört habe, dass man hier auf einen Wert von min. 5 achten sollte.


    Nochmal zur Klarstellung:
    Ich möchte das komplette Dach bis in die Spitze mit dem Material dämmen und eine entsprechende Folie und Lattung aufbringen. (Inkl. Kehlbalkendecke)
    Die Verkleidung mittels GK soll mindestens im Wohnbereich erfolgen (evtl. auch in der Dachspitze)
    Der Dachboden wird entweder mit OSB oder Rauspund versehen. Da bin ich mir noch nicht sicher, was die bessere Wahl ist.

  • Ich würde mal über folgende Konstruktion nachdenken.


    Steinwolle zwischen den Sparren, eine Untersparrendämmung, Trockbauprofile und dann doppelt beplanken. Wichtig ist auch die Dampfsperre sowie deren Anbindung an die Bauteile (Wände etc.).
    Ohne jetzt gerechnet zu haben, sollte der Aufbau deutlich besser sein als die Fenster.


    Wichtig wäre auch die Schalldämmung zu benachbarten Räumen und die Zimmertüre. Ansonsten wird die Tür zur Schwachstelle.

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  • ob sich der Aufpreis (für meinen Geldbeutel) lohnt.

    Tut er nicht.



    bzgl. der Dampfbremse meinte ich dann wohl "feuchtevariabel" ?!

    Das kann gut sein ist aber für einen Neubau ziemlich überflüssig. "Intelligente" Folien werden dort gebraucht wo man Rücktrocknung zum Raum nutzen will, wenn in der kalten Jahreszeit das Bauteil feucht werden kann. In einem Neubau ist das bekanntlich "mit Kanonen auf Spatzen" geschossen. Da reicht eine ganze normale Bahn auf PE-Basis mit einem sd_Wert von 100m aus.



    Ich möchte das komplette Dach bis in die Spitze mit dem Material dämmen und eine entsprechende Folie und Lattung aufbringen. (Inkl. Kehlbalkendecke)

    Was mehr Probleme schafft als nützt. Hat das ein besonderen Grund, warum der Dachspitz gedämmt werden soll?



    Der Dachboden wird entweder mit OSB oder Rauspund versehen. Da bin ich mir noch nicht sicher, was die bessere Wahl ist.

    Rauspund oder Glattkantbretter mit offener Fuge.

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  • Was mehr Probleme schafft als nützt. Hat das ein besonderen Grund, warum der Dachspitz gedämmt werden soll?


    Warum bringt das Probleme mit sich?


    Ich möchte dadurch Heizkosten sparen und entsprechend auch den Schall der hierüber übertragen wird minimieren.
    Man kann nicht ganz stehen, aber er ist schon eine geräumige Abstellfläche. Ich würde mich wohler fühlen, wenn ich hier im Sommer keine brütende Hitze und im Winter Eiseskälte hätte, wenn ich mal hoch gehe.


    Ist es problematisch wenn man die Schräge und Kehlbalkendecke inkl. Folie dämmt und dann zusätzlich den Dachboden auch?

  • Zitat von Kalle

    In einem Neubau ist das bekanntlich "mit Kanonen auf Spatzen" geschossen. Da reicht eine ganze normale Bahn auf PE-Basis mit einem sd_Wert von 100m aus.

    Wo haste das denn jetzt wieder gelesen?


    An TE: Nimmst natürlich eine feuchtevariabele Folie. Aber aufpassen beim " Nassausbau " im Winter. Hinweise hierzu kannst Du bei allen Herstellern der Folien nachlesen.


    Bau- und Kontrollanleitungen gibt es bei isover-live im Internet.


    Da der Spitzboden wegen der niedrigen Deckenhöhen eh nur als Abstellfläche zu nutzen ist, solltest Du ihn auch nicht dämmen. Dämm- und luftdichte Ebene sind dann die Dachschrägen, die Kehlbalkendecke und die luftdicht eingebaute Einschubtreppe zum Spitzboden. Dämmst Du hingegen auch den Spitz, dann bringt das wärmetechnisch " null " und Du bekommst kaum lösbare Probleme bei der Führung der Dampfbremse vom DG in den Spitzboden durch die Kehlbalkenlage hindurch ( Arbeit für einen Uhrmacher ).


    Aufbau: Würde ich wie R.B. ausführen.

  • Ich möchte dadurch Heizkosten sparen und entsprechend auch den Schall der hierüber übertragen wird minimieren.

    Die Heizkosten die du einsparst, weil du das Luftvolumen des Dachspitzes ausschließt - durch die Dämmung in der Kehlbalkenebene - versenkst du wieder für nicht nötige Dämmung zwischen den Sparren im Dachspitz. Das ergibt keinen Sinn. Schall kann sich ja weiterhin durch deine Tragkonstruktion (Sparren, Kehlbalken) auf die darunter befindlichen Räume auswirken. Da hilft dir die Dämmung im Dachspitz nicht. Außerdem wird sich dein Dämmwunsch nicht so auf deine gewünschten Ziele (warm/ kalt) auswirken wie du dir das erhoffst.


    Nur weil da Dämmung im Sparrengefach liegt bedeutet das nicht, dass die Wärme im Sommer draußen bleiben wird. Die wird allenfalls "verzögert" und ein paar Grad weniger kommen am Ende innen an. Das wird aber nicht deutlich weniger sein, als es der Fall wäre würde man den Dachspitz ganz regulär belüften. Im Winter fehlt dir die Wärmeenergie innen, damit es dort oben nicht deutlich kälter wird als Innentemperatur. Denn deine Dämmung in der Kehlbalkenebene soll ja bewirken, dass so wenig wie möglich an Wärmeenergie verloren geht. Der Dachspitz wird also allenfalls "passiv" beheizt. Nämlich nur mit den Wärmeverlusten die durch die Kehlbalkenebene hindurch geht.


    Ist es problematisch wenn man die Schräge und Kehlbalkendecke inkl. Folie dämmt und dann zusätzlich den Dachboden auch?

    Es kann problematisch werden, ja. Dem Luftvolumen dort oben fehlt ja das Nutzerverhalten. Also das Temperieren der Raumluft und auch den regelmäßigen Luftaustausch (Lüften). Wie willst du oben lüften? Mittels Dachflächenfenster? Braucht es die überhaupt? Die schlagen am Ende nämlich nur auf die Wirtschaftlichkeit deines Vorhabens. Stell dir vor, du verbaust 2 Fenster für sagen wir 2500 Euro, nur damit du oben lüften kannst. Macht das Sinn? Keinesfalls. Willst du ständig hoch laufen und die Fenster auf machen und lüften?


    Wie kommst du dort oben überhaupt hoch? Vermutlich mittels Bodeneinschubtreppe. Die sind nie 100% Luftdicht, was ist also mit der warmen Raumluft die Feuchtigkeit in sich trägt, wenn die oben in dein deutlich kälteren Dachspitz einströmt? Weglüften kann sie ja nicht, erst wenn du die Fenster öffnest. Lass die Dämmung weg, leg sie in die Kehlbalkenebene, mach in die Giebelwände Lüftungslöcher und lass vom Dachdecker im Firstscheitel die Zusatzmaßnahme (Unterspannung) 5cm jeweils aufschneiden. Anschließend verlegst du Rauspund oder Glattkantbretter mit offener Fuge auf der Kehlbalkenebene und gut ist.


    Wo haste das denn jetzt wieder gelesen?

    Weiß nicht, ich glaube das war am Kiosk in der Blöd-Zeitung. Im Ernst: Wenn du mich technisch korrigieren willst, dann tue es mit Argumenten und nicht mit den Werbevideos eines Herstellers. Wirst mir ja sicher darlegen können warum es für den Tauwassernachweis zwingend erforderlich ist eine "feuchteadaptive" Dampfsperre verwenden zu müssen und da keinesfalls die PE-Folien mit sd_Wert 100 ausreichend sind. Die ja aus wirtschaftlichen Gründen schon sinnvoller sind.

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  • Du wirst da kaum mehr Schallschutz erreichen als bei jedem 08/15 EFH. Das Mauerwerk hat nicht das nötige Gewicht, dann ist das Fenster auch schon fast egal. Dann noch das Dach. Ist aber nicht tragisch, da für die meisten Menschen der Schallschutz normal gebauter EFHs durchaus ausreicht. Nur wenn man hellhörig ist und bei kleineren Geräuschquellen schon nicht mehr schlafen kann, dann hätte man sich schon bei der Planung darüber Gedanken machen sollen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • PE-Folien mit sd_Wert 100

    müssen vor der Verklebung entfettet werden , da durch die Produktion ein Fettfilm darauf haftet/ entsteht .
    Ich habe mal gehört , das sie nur noch eingebaut werden sollen , wenn diese vollflächig aufliegen , zb zwischen die 1. und die 2. Lage Gipskarton .
    Ich weis jetzt nicht 100% ob das nur ein Verkaufsargument des einen Verkäufers war , oder ob das tatsächlich so ist .
    MMn braucht es mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn nicht zwingend innen eine DB mit Sd 100m , oftmals würden Sd 2m schon ausreichen , das könnte auch eine entsprechende hochwertige OSB-Platte sein

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • warum diskutiert ihr über folien, wenn das, egal welcher sd-wert,
    zu nur mässig robusten lösungen führt, die obendrein unmengen des
    seltensten baustoffs unserer zeit -hirn- erfordern?
    @Eric: du unterstellst dein wissen als das wissen, was man zu haben
    hat, egal ob´s DIY-er oder profis betrifft. deren realität kennst du
    aber auch - und ich glaube, du hast mal einen "profi" zitiert (?), etwa
    "video? keine zeit".
    @Kalle: die 100m-plastiktüte kannst du behalten. du kennst die
    begründungen (theorie) und die schäden (praxis).

  • Kalle : die 100m-plastiktüte kannst du behalten. du kennst die
    begründungen (theorie) und die schäden (praxis).

    Natürlich kenne ich die. Wenn Eric meint, eine feuchteadaptive Folie ist nötig, weil man damit versucht die Mängel der Luftdichtigkeitsebene bei Erstellung zu heilen - dann mag das ja seine Auffassung sein. Es ist technisch aber irrelevant ob die Folie nun 100m sd_Wert hat, ob sie 5m hat oder ob sie "intelligent" ist. Eine Notwendigkeit lässt sich daraus nicht ableiten. Weil Erstellung und Diffusionsstrom zwei unterschiedliche paar Schuhe sind.


    Wenn es nach mir gehen würde wäre OSB oder Folien mit ca 5m sd_Wert das was ich wählen würde. Heilt aber auch keine schlechte Planung. Und Planung entsteht nicht, in dem ich mir tolle Werbevideos ansehe - nichts anderes ist der Youtube-Kanal des gewissen Herstellers. Ich kann natürlich, um den "Wissenden" hier gerecht zu werden, dass das nächste mal haarklein auseinander dröseln. Dann versteht der Laie das nur nicht mehr und was hilft mir dann meine Antwort? Das ich mir auf die Schulter klopfen kann? Wenn bei dem Gegenüber nix ankommt, weil die Grundsätze fehlen?


    Dieses intelligente Zeug wird gelobt wie sonst irgendwas und damit werden die völlig falschen Verknüpfungen verbunden. Rücktrocknung heilt auch nicht alle Wunden in der Haut...

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  • @'Kalle


    Die Diskussion, die Du hier anzettelst, haben wir im Jahre 2000 im BEF geführt. Seitdem sind 18 Jahre vergangen und insofern sehe ich nicht, warum darüber erneut diskutiert werden soll. Markus hat dazu bereits alles nötige gesagt.


    Isover-live finde ich spitze. War auch die Meinung im BEF und deshalb wurde die Werbung des Unternehmens im BEF zugelassen. Die Filme ersparen Erklärungen, die man allein schriftlich in keinem Fall vermitteln kann. Und ja ... Ich empfehle sogar meinen Mandanten, dass deren Mitarbeiter sich die Filme ansehen, bevor sie - wie immer - an der Baustelle herumbasteln. Erst Recht empfehle ich die Filme, wenn ich an der Baustelle " Murks " sehe und nachgebessert werden muß, bevor die BH auf die Idee kommen, die Ausführung durch Privatgutachter/selbständiges Beweisverfahren/Klageverfahren überprüfen zu lassen.


    Für Laien sind die Filme erst Recht unschlagbar. Denn erst durch die Filme wird dem Laien eine Vorstellung vermittelt, was Luftdichtheit bedeutet und beinhaltet.

  • scheint dich aber nicht zu anzufechten


    seit künzel ist die 100m-folie durch

    Dann nimm eine andere PE-Folie mit 20m oder 50m - völlig egal. Wollen wir uns jetzt wegen dem Wert in Haarspalterei verlieren? Hätte ich schreiben sollen "kannst auch PE nehmen anstelle von PA/PP?" Was hätte das an der Aussage geändert.


    Keine Ahnung welches Papier du von Künzel meinst aber ich nehme mal das, zur feuchteadaptiven Dampfsperre. Keine Frage, das in den Berechnungen die PE-Folie mit sd-Wert 100m versagt, ggü der feuchteadaptiven. Was aber waren das für Rahmenbedingungen? Ein Steildach, Nordseite 50° Grad [definition=1,0]DN[/definition] mit einem diffusionsdichtem Unterdach und feuchter Schalung.


    irgendwo im Papier steht, Zitat: "Die tagsüber erhöhteAußenoberflächentemperatur bedingt eine Dampfdiffusion weg von den äußerenBauteilschichten ins Innere des Daches bzw. bei diffusionsoffenen oder belüftetenKonstruktionen auch eine Feuchteabgabe an die Außenluft."


    Setzen wir mal Feuchtewanderungen im Bauteil als gegeben voraus und einigen uns drauf das im Winter in der Gesamtheit die Feuchte Richtung außen geht. Selbst wenn wir annehmen würden, die diffusionsoffene UDB hätte eine Eisschicht, was passiert mit der wenn solare Energie vorhanden ist? Die Bauteile werden wärmer oder etwa nicht? Es leuchtet also ein das Feuchtigkeit an die Außenluft abgegeben wird. Denn die Moleküle sind ja bestrebt sich immer auszugleichen. Bedeutet also, dass Feuchtigkeit aus dem Bauteil austrocknet, allein durch die Erwärmung.


    Im Winter dürfte die Umkehrdiffusion gering sein, denn die Wärme auf der Bauteiloberfläche muss ja erst mal durch den Bauteilquerschnitt kommen um das Bauteil wärmer zu machen als der Innenraum. Damit das überhaupt dreht. Spätestens in der Nacht ist dieser Prozess aufgehoben und es geht wieder in Richtung außen. Soweit noch keine Relevanz für eine Rücktrocknungsmöglichkeit, Effekt dürfte gering sein.


    Nun meine Frage an dich: Wie schnell wandert die Feuchtigkeit im Sommer von Sparren Oberkante zur DS nach innen? So schnell wie im Winter? Kommt es hier nicht auch auf den Parameter "sommerlicher Wärmeschutz" an. Der ist doch quasi der Feind der Rücktrocknung. Denn was will ich im Sommer erreichen? Die Temperaturen im Dach so weit als möglich vom Innenraum weghalten - spreizen. Was passiert aber wenn ich spreize? Der Motor für die Rücktrocknung wird langsamer. Damit auch der potentielle Effekt der Rücktrocknung. Man erinnere sich an die Untersuchung zu den Flachdächern in Holzbauweise. Was wird dort benötigt? Sonne, Sonne und noch mal Sonne.


    Nun habe ich mal den Fall, Sanierung, und ich habe mal NICHT GKB als Innenverkleidung. Sondern z. B. eine Holzwolleleichtbauplatte (Sauerkrautplatte) mit Zementputz. Ich schätze den sd-Wert mal auf 3m. Was helfen mir da jetzt feuchteadaptive Folien mit 0,20m oder weiß der Geier, wenn meine Innenverkleidung einen höheren Wert hat? Kann ich nur Glück haben und der Holzanteil in der zementär gebundenen Platte nimmt irgendwie etwas von der ankommenden Feuchtigkeit auf. Ansonsten ist an der Stelle Schluss mit dem Willen der Rücktrocknung. Muss die Feuchtigkeit also auf konventionellem Weg aus dem Bauteil. Per winterlicher Diffusion.


    Wenn Leckagen also mehr Feuchte eintragen, als, auf welchem Weg auch immer, raus können, dann gibt es einen Bauschaden. Ob nun PE-Folie oder PA/PP-Folien. Ob nun per Flankendiffusion eingetragene Feuchtigkeit, aus Niederschlag oder durch Konvektion - auf die Menge kommt es an. Die ist aber von Haus aus nicht vorgegeben, bei welchen Folienvariante auch immer. Ja die feuchteadaptive kann die Rücktrocknung begünstigen und das kann letztlich den Schaden vermeiden. Dazu muss aber auch erst mal Feuchtigkeit rein kommen. Wo wir wieder bei der Planung wären. Falscher Bauablauf und das Holz des Dachstuhles feuchtet auf. Bei [definition=3,0]KVH[/definition] das nicht feucht wurde, wie es heute üblich ist? Bei heutigen Unterdeckbahnen und Unterspannungen, die es damals in der Art und Weise noch nicht gab?


    Die großen Namenhaften Hersteller besitzen ja auch keine PE-Folien mehr im Sortiment. Der Baumarkt um die Ecke wird das wohl aber noch führen und wo rennt der Laie hin? In Fachmarkt? Wohl kaum. Einigen wir uns drauf, dass ich den sd-Wert hätte nicht erwähnen sollen ;)


    @Eric: Ist deine Meinung, ich habe meine und damit ist das Thema für mich gegessen - bezüglich der Werbevideos.

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  • seit künzel ist die 100m-folie durch ..

    tut mir leid, da gehe ich mit Künzel nicht mit...
    zumindest nicht pauschal...
    ich bin ein Fan von Dampfsperren mit fixem sd-Wert. eher keine (bzw. nur selten) feuchtevariable ("intelligente" gibt es m.E. ohnehin nicht).



    ---------- 23. Februar 2018, 18:20 ----------


    Die Diskussion, die Du hier anzettelst, haben wir im Jahre 2000 im BEF geführt. Seitdem sind 18 Jahre vergangen und insofern sehe ich nicht, warum darüber erneut diskutiert werden soll.

    seither hat die Bauwelt auch ihre Erfahrung gemacht. Viele Schäden sind seither passiert. Auch mit feuchtevariablen DBs. Ich bin schon der Meinung, dass man aus Fehlern (oder nicht vollständig erfassten Problembewusstsein) lernen darf.

  • Kommt darauf an, wie das realisiert wird (Aufsatzrolladen, Vorbaurolladen usw.).

    Also wir haben Aufsatzrolladen. Die Rolladen an sich aus Aluminium.


    Stand jetzt tendiere ich zum Rockwool Klemmrock 035 200mm. Alternativ Isover Ultimate 035 200mm (leichter, flexibler).
    Meine ursprünlgiche Wahl war mal die günstigere Isover Integra ZKF 1 035 200mm. Aber da ich halt an den Schallschutz dachte, sehe ich die anderen beiden Dämmvarianten etwas weiter vorne.


    Folie wird die Vario KM Duplex UV inkl. entsprechenden Klebebändern / Doublefit etc.


    Dann Knauf Bauplatten GK 12,5mm (evtl. doppelt beplankt im Schlafzimmer).


    Bzgl. Untersparrendämmung überlege ich noch.
    Lohnt vll. doch die günstigere Integra ZKF überall plus Untersparrendämmung im Schlafzimmer?

  • Habe vor rund 2 Jahren im eigenen Bestand die Vario xtrasafe verbauen lassen. Fand ich sehr gut. Nix mehr mit tackern.


    Unten kam natürlich noch eine Untersparrendämmung hin. Vorteil: Der Dämmschwachpunkt der Sparren wird reduziert. Du erhälst eine Installationsebene, in der Du ( bei richtiger Planung ! ) alle Leitungen verziehen kannst, ohne die Dampfbremse zu durchdringen ( häufiger Fehler und erspart die Kosten für Manschetten ) und es kommt zu keinen Konvektionsschäden, wenn an der Untersparrenverkleidung mal irgendetwas befestigt wird/irgend jemand auch die Idee kommt, dort ein Loch/Öffnung anzubringen, weil die luftdichte Schicht ( von der Raumseite gesehen ) hinter der Untersparrendämmung ist. Im Übrigen: Wenn die Sparren nicht genau in der Flucht liegen, was regelmäßig nicht der Fall ist, brauchst Du eh eine Lattenunterkonstruktion. Dann ist es auch sinnvoll zwischen der Lattenunterkonstruktion eine zusätzliche Dämmung für vergleichsweise wenig Zusatzkosten anzubringen.


    Rockwoll und Ultimate sind aus Steinwolle. Die ZKF ist aus Mineralwolle. Also sind beide Stoffe nicht miteinander vergleichbar. Steinwolle ist dichter und dürfte für die Schalldämmung besser sein. Aber lies dies bitte nochmals selbst bei den genannten Herstellern nach.


    Sieh Dir die Filme unter isover-live an.

  • sorry, @Eric, aber das liest sich wie eine Werbeveranstaltung...?


    Installationsebene haben wir schon vor 20 Jahren gebaut. So lang bin ich schon im "Geschäft". Wahrscheinlich gab's das vorher schon.


    Und eine Kombination aus "Steinwolle" und "Glaswolle" halte ich aus bauphysikalischen Gründen auch nicht für kritisch, zumindest, was die Dampfdiffusion angeht...

  • Hast ja Recht. Die Installationsebene ergibt sich zwangsläufig aus dem eh erforderlichen Höhenausgleich der Sparren. " Neu " wurde vor rund 20 Jahren nur, dass man sie dann auch konsequent zur Zusatzdämmung und für die Verlegung von Installationen nutzen sollte. Das war zugegebenermaßen naheliegend. Nur: Warum sehe ich dann mit meinem Haus- und Hofphysiker @mls auch heute noch Baustellen, wo Elektroleitungen und alles andere Gedöns vor der Dampfbremse verlegt wird, d.h. auf der eine Seite unter die Dampfbremse eingeführt und auf der anderen Seite wieder ( an Auslässen und Verteilerkästen in massenhaften Kabelbündeln usw. ) wieder rausgeführt wird und das dann auch noch ohne Dichtmanschetten?


    Für uns beide sind das Banalitäten. In der Praxis aber offenbar nicht.


    Werbeveranstaltung? Nö, ich werbe nicht ( dann müßte ich eher sagen: kauft Aktien vom weltgrößten und inovativsten Baustoffhersteller; wäre auch zu spät, die Aktie ist bereits gestern nach Veröffentlichung der Jahreszahlen durch die Decke geschossen ). Ich erleichtere mir nur die Wissensvermittlung. Denn warum soll ich noch viel schreiben, wenn es in den Filmen viel besser und anschaulicher erklärt wird? Du benötigst die Filme nicht; bist allerdings auch nicht der Maßstab. Das Forum soll/will Hilfestellungen für Laien " in Not/mit Bauproblemen " anbieten. Wenn ich hier teilweise lese, wie manche " Fachleute " Hilfe gewähren, habe ich große Zweifel, ob der Laie es auch versteht, d.h. hiermit viel anfangen kann. Man sollte es halt auch mit eigenen Augen sehen können. Nur Worte führen häufig zu Mißverständnissen.


    Deinen dritten Satz habe ich leider nicht verstanden. Ich wüßte auch nicht, dass ich zu der " Kombination " etwas geschrieben hätte. Ich baue selbstverständlich immer " im System " und wenn ich ausnahmsweise abweiche, frage ich mls .


    Da ich selbst viel im eigenen Bestand baue, gebe ich hier meine Erfahrungen weiter. Wenn ich meine Erfahrungen in den Filmen von isover-live wiederfinde, dann liegt es m.E. nahe, hierauf auch zu verweisen. Nicht mehr und nicht weniger.


  • Wenn ich hier teilweise lese, wie manche " Fachleute " Hilfe gewähren, habe ich große Zweifel, ob der Laie es auch versteht, d.h. hiermit viel anfangen kann.

    Was meinst Du damit genau?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Vielen Dank für die konkreten Tipps und Deine Meinung. Ich denke, die Untersparrendämmung werde ich realisieren. Das klingt tatsächlich sehr sinnvoll in meinen Augen und das habe ich mitlerweile auch schon mehrfach gelesen. Zudem werde ich die Ultimate oder Rockwoll nehmen. Da überlege ich noch etwas :)


    Das Thema ist im Internet ja sehr heiß diskutiert und eigtl. ist auch schon viel dazu gesagt und geschrieben worden, aber ich hätte noch eine Frage zur Spitzbodendämmung.
    Wir haben weder Dachfenster, noch eine sonstige Belüftung im Spitzboden. Allerdings würde ich mir einen Spitzboden wünschen, der eben nicht im Sommer heiß und im Winter eiskalt ist. Ich möchte dort oben keine Heizung installieren, einzig allein Temperaturspitzen vermeiden, da ich der Meinung bin, dass gewisse Sachen, die ich dort abstellen möchte, dies nicht gern haben.


    Wie sollte hier eurer Meinung nach die Dämmung aussehen? Dünnere Dämmung? Mit / ohne Dampfbremsfolie? (Ich dachte immer mit, habe aber auch schon gelesen, dass manche dort keine machen) Folie bis auf den Boden der Dachspitze ? Eine eigene Hülle herstellen? Aufgrund der fehlenden Lüftung sehe ich hier große Gefahr was die Schimmelbildung angeht. (Trotz Bodeneinschubtreppe U=0,49)
    Sollte ich vielleicht einfach 2 Jahre warten mit der Spitzbodendämmung? Damit dieser gewissermaßen Rest-/Baufeuchte verliert?


    Gruß !