Stützen gegen Balken tauschen

  • Hallo Leute,


    Hätte eine Frage an euch Statiker.
    Habe einen Schuppen in dem ich meine Werkstatt unterbringen möchte. Leider sind da drei Holzstützen die einen aufgetrennten Horizontalbalken halten auf dem wieder rum die Querbalken 12cmx12cm in einem Abstand von 55 cm aufliegen die den Boden des Dachbodens tragen. Ich würde diese gerne durch einen durchgehenden Balken ersetzen der die komplette Länge des Raumes überspannt. Welche Dimensionen müsste der haben?


    Raumlänge 8m
    Raumbreite 4m


  • Onlinestatik ist nicht möglich und hier nicht gewünscht. Mit der Dimensionierung des Balkens ist es auch nicht getan, der muss auch irgendwo aufgelegt und verankert werden.


    Such Dir bitte einen Statiker vor Ort, der auch einmal einen Blick in Dein Gebäude werfen kann.


    Außerdem wäre zu prüfen, ob eine Werkstatt im Schuppen überhaupt baurechtlich zulässig wäre. Nicht, dass Du irgendwann Ärger mit der Bauaufsicht und/oder den Nachbarn bekommst.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Wobei 8m schon recht sportlich sind. Da kommt schon was an Höhe zusammen und wenn ich mir die Höhen auf den Bildern so anschaue wird nicht mehr viel übrig bleiben. Ich denke, das ist keine gute Idee.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Für einen entsprechend hohen Balken müsste ggf. noch die Kippsicherung geprüft werden, baurechtlich und wegen Brandschutz fällt der Bestandsschutz weg, usw. usf. Mit Planung eines Fachmenschen ja - sonst nein.


    Ich würde überlegen, ob nicht die Schränke besser zwischen oder neben den Stützen stehen können um sie etwas zu "verstecken" und dafür den Raum bis an die Wände 'ran nutzen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Bist du dir sicher an dieser Stelle wieder einen Balken haben zu wollen?
    Blöd waren die Leut ja früher nicht. Zack, etwas Balken raus, nachdem man sich das x-te mal dan Kopf beim Runtergehen angeschlagen hat.
    Dafür aber den freien balken unterstützen :lach:


    Ich will weder die Statik oder Idee gutheisen,
    aber in aktueller Situation ist die Position des Querbalken blöde... oder die Treppe....
    Auf eins wirst du verzichten Müssen:
    -ordentliche Raumhöhe
    -Stützenfreiheit


    Wenns dein vorhaben so laufen soll wie deins angedacht, dann müsste also ein Balken auf über 8m die Last der anderen Balken und der Lagerfläche tragen.
    Wie hoch wird dieser wohl werden müssen? (früher waren es 2 Stützen und zwei Auflager in der Mauer mit 12cm Balken und einer Spannweite von ca 2,6m)


    Ergo willst du die Spannweite um das dreifache erhöhen. :rulez::thumbsup:

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Das schreit doch nach einem Stahlträger... Und einem Statikus der das mal eben auslegt...
    Verdoppelung der Spannweite-Vervierfachung der Momente... Immer schön dran denken

  • Verdoppelung der Spannweite-Vervierfachung der Momente...

    und Verachtfachung der Durchbiegung.


    Evtl. könnte man auch einen Überzug machen und die Deckenbalken anhängen. Das ist aber dann nichts mehr für 2 Mann nach Feierabend.


    Oder im Dach eine Art Sprengwerk einbauen, wenn die Balkenstöße irgendwie sinnvoll angeschlossen werden können.


    Deshalb mein einzig möglicher Rat: Der Gang zum Statiker.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die Idee mit dem Überzug gefällt mir, doch dazu muss man halt wissen, wie es oberhalb der Decke aussieht.


    Auch mal darüber nachdenken, was für ein Gewicht so ein Träger hat, egal ob Holz oder Stahl. Den kann man nicht einfach auf die Schultern nehmen und einhängen. Man braucht einen Weg, wie man das Teil an Ort und Stelle bringt, und dort auch noch manövrieren und platzieren kann. Vermutlich geht das nur über's Dach mit einem Kran, wo dann die nächsten Schwierigkeiten warten.


    Also zuerst einmal die technische Umsetzbarkeit klären (Statik) und dann überlegen, ob und wie das praktisch umsetzbar ist.

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  • Oder im Dach eine Art Sprengwerk einbauen

    Ich würde in die Richtung denken: deckengleicher Unterzug in 4 m Richtung und dann den langen Überzug dort drauf legen.
    Selbst wenn der Unterzug so hoch wäre wie Deckenbalken + vorh. Rähm hätte man keine Kopffreiheit verloren.
    Alternativ: Den vorhandenen Unterzug durch einen Deckengleichen ersetzen, dann müßte man halt alle Deckenbalken durchsägen (und vorher abstützen :) )

  • Es gab da FRÜHER mal eine grobe FAUSTREGEL für Deckenbalken : ( Spannweite x 4) + 4cm . Deckenbalken über 6m Spannweite sind schon unmöglich .
    Das zeigt zumindest schonmal eine Richtung auf , wohin die Reise geht .
    Am Ende wird es ein Stahlträger .


    Zu meiner Zeit als Meisterschüler , hatte ich mal ein Buch in der Hand , da wurde über (vor Ort )betonierte Deckegleiche Stahlbetonunterzüge
    geschrieben , aber gesehen habe ich sowas noch nie live . Wird sicher auch kein Statiker gewillt sein das zu berechnen, oder vlt ist das auch nicht
    berechenbar .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Deckengleiche Unterzüge sind doch was ganz alltägliches. Aber das bringt an einer Holzdecke doch eh nix. Auch ein Stahlträger dürfte über 8m nicht gerade mega schlank sein, aber wenigstens kann man gerade noch so drunter durch gehen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Da bringt ihr mit den deckengleichen Stahlbetonunterzügen in der Holzbalkendecke ein paar Dinge durcheinander.


    Es geht Einiges. Die Frage wird sein, was will der TE an Kosten und aufwand auf sich nehmen?
    Soll er vor Ort mit "seinem" Tragwerksplaner" klären. Ja ein wenig mehr als nur Statik.

    Nachdenken kostet extra!

  • Da bringt ihr mit den deckengleichen Stahlbetonunterzügen in der Holzbalkendecke ein paar Dinge durcheinander.

    Ich vermute mal, Du meinst mich .
    Ne ich bring da nix durcheinander , das habe ich so in einem Lehrbuch gelesen , das Buch war aus DDR - Zeiten , und aus der Bibliothek der Bautechniker Schule in Gotha seiner Zeit ausgeliehen .
    Ist wahrscheinlich so ein DDR-Ding , deswegen wird das keiner kennen

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Ich kenne das nur für Betondecken und da ist es Tagesgeschäft, deswegen mein Einwand, weil der TO ja eine Holzdecke hat.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Es gab da FRÜHER mal eine grobe FAUSTREGEL für Deckenbalken : ( Spannweite x 4) + 4cm

    naja, ich kenne das anders: Spannweite/10 für Holz für die Vorstatik. Ok, kann überdimensioniert sein. vielleicht Spannweite/12 oder Spannweite/14?
    Spannweite/20 halte ich (fast immer) für ausgeschlossen...


    hängt von der Belastung aus Eigengewicht+Verkehrslast, der Spannweite, der Dimensionierung, dem Material etc. ab.
    Um das einzuschätzen, brauchte es leider (?) eines Fachmanns. Ich bin für ohne "leider" im letzten Satz.


    ---------- 20. Februar 2018, 19:50 ----------


    Ne ich bring da nix durcheinander , das habe ich so in einem Lehrbuch gelesen , das Buch war aus DDR - Zeiten , und aus der Bibliothek der Bautechniker Schule in Gotha seiner Zeit ausgeliehen .

    sowas mag ich... :)

  • sowas mag ich...

    Wie meinst Du das jetzt ?


    Das mit den Faustregeln ist halt so ne Sache, jeder hat halt seine Eigene .
    Berufserfahrung kann man da auch mit einbringen .
    Der Statiker sollte aber immer mit im Boot sitzen .

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