Auszahlung für die Sanierung

  • Hallo Allerseits,


    noch 1 Woche dann geht die Sanierung meines Hauses endlich los.


    Zur Sanierung/Modernisierung haben wir noch ca 30000€ (+10000€ für Lohnkosten) in der Finanzierung (BHW), die wir dann mit Auszahlungsbelegen und den Rechnungen bekommen.
    Nun habe ich fest geplant mir unter anderem diverses Werkzeug für meine Eigenleistung davon zu kaufen.
    Ich bin z.B. Elektroniker, möchte daher viel Eigenleistung in dem Gebiet machen und um mir die Arbeit zu erleichtern habe ich geplant mir eine einfache Mauernutfräse für 120€ zu kaufen. Das reicht für mein Vorhaben und ist günstiger als ein Mietgerät das pro Tag 30€ kostet, da ich von meinem Gerät ja wesentlich länger was habe. Nun habe ich zufällig von meinem Finanzberater erfahren, dass ich Werkzeug wohl gar nicht von dem Kredit kaufen dürfte, weil ich die Maschine ja später wieder verkaufen könne.


    Das ist meiner Meinung irgendwo total unsinnig, da ich ja das gleiche Ergebnis erreiche, egal ob ich das Ding kaufe oder ein anderes 4 Tage miete. Und wer verdient schon Geld mit gebrauchtem Werkzeug...


    Weiter geht es für ne Schleifmaschine für die Treppe... etc.



    Jetzt habe ich Sorge, dass ich nun plötzlich auf mehr Werkzeugkosten sitzen bleiben könnte als gedacht. Kennt jemand eine Quelle oder hat Erfahrung was ich mit dem Sanierungskredit nun machen darf und was nicht?


    Danke euch
    bdn

  • Darf ich fragen, wieviel Kapital du neben den 40k€ vond er BHW noch in der Hinterhand hast?
    Wenn Du dir nämlich jetzt wegen 120€ schon einen Kopf machst, dann wage ich zu behaupten, dass das ganze Vorhaben in die Hose geht.

  • Was haben Werkzeugkosten mit Lohn- oder Materialkosten zu tun?


    Was für ein Posten ist das mit den 30T€ (Material?) + 10T€ Lohnkosten? Um Eigenleistung kann es sich nicht handeln, die wird ja nicht finanziert, zudem fällt da auch kein Lohn an. Es könnte sich um Material für Eigenleistung handeln, aber dann wäre der Punkt Lohnkosten sinnfrei.



    Das ist meiner Meinung irgendwo total unsinnig,

    Was ist daran unsinnig?
    Werkzeuge sind bei Eigenleistung doch keine Sache für die Finanzierung. Sonst könntest Du Dir ja auch einen Transporter finanzieren, um das Material im Baumarkt abzuholen. Letztendlich geht es darum, dass alles was "finanziert" wird, sich wieder als Wert im Objekt wieder finden muss. Deswegen auch die Forderung nach Rechnungen/Belegen, bevor das Geld ausbezahlt wird.


    Wenn ich also Werkzeug (oder einen Transporter) brauche, um meine Eigenleistung erbringen zu können, dann gehört das unter Eigenkapital verbucht. Wenn ich komplette Gewerke als "Eigenleistung" deklariere, dann gehört auch das notwendige Material dazu.


    Bsp.: Hast Du Elektro für sagen wir mal 10.000,- € als Eigenleistung angegeben, dann kannst Du nicht das Material für 5.000,- € finanzieren, ansonsten wäre Deine Angabe mit den 10T€ ja falsch. Beim Material schauen die Finanzierer normalerweise nicht so genau hin, da sich dieses dann ja im Objekt (Sicherheit für den Finanzierer) befindet, aber beim Werkzeug sieht das anders aus.


    Werkeug ist also ein typischer Fall für´s Eigenkapital, und angesichts der Kosten ja ein kleiner Posten.

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  • Nun habe ich zufällig von meinem Finanzberater erfahren


    Einfach mal die finanzierende Bank ansprechen, die können dir da belastbare Infos zu geben. Gibt durchaus Banken, die das nicht so eng sehen und auch nicht ständig Rechnungen für "Kleinkram" sehen wollen. Da wird dann auf Zuruf Geld zur Verfügung gestellt, am Ende geschaut in welcher Höhe "Belege" vorliegen und solange etwaige Differenzen im Bagatellbereich verbleiben, werden auch keine Fragen gestellt.


    Aber @feelfree hat nicht ganz Unrecht, wenn du Probleme kriegst, weil die Bank ein paar hundert oder auch tausend Euro für Werkzeug nicht finanziert, sind das denkbar schlechte Voraussetzungen für so ein Projekt.


  • Kennt jemand eine Quelle oder hat Erfahrung was ich mit dem Sanierungskredit nun machen darf und was nicht?

    Das steht in den Vertragsbedingungen Deines ganz konkreten Kredits. Und darüber hinaus hat jede Bank, manchmal sogar jeder Sachbearbeiter, eigene Vorstellungen darüber, wie im Einzelfall abzurechnen ist - wie ich als jemand weiß, der gefühlt wöchentlich immer wieder andere Bestätigungen über den Baufortschritt schreiben soll.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Darf ich fragen, wieviel Kapital du neben den 40k€ vond er BHW noch in der Hinterhand hast?
    Wenn Du dir nämlich jetzt wegen 120€ schon einen Kopf machst, dann wage ich zu behaupten, dass das ganze Vorhaben in die Hose geht.

    Ja die 120€ sind nicht das Problem :) , es sollte nur den Widerspruch deutlich machen, dass das eine wohl nicht geht, aber mit Gewerk schon


    Für meine Definition gehört Werkzeug auch ein Stück weit zu Material und irgendwo da drinn hätte ich auch den Transporter gesehen.
    Genau die 30T€ sind Material, Eigenleistung ist nicht dabei.


    Nur weil ich ein Gewerk übernehme muss ich doch nicht alles zu Hause haben.


    Vielleicht hab ich es komisch dargestellt. Nochmal mit anderen Worten mit symbolischen Werten: Es ist für die Bank ok wenn ich 10000€ für ein Gewerk haben will, aber nicht wenn ich 7000€ für Material, Werkzeug und Transporter aufnehme, das Ergebnis das gleiche ist (und ich aus den 3000€ Differenz Eigenleistung mache)? Das ist das was ich nicht verstehe.



    Dann werde ich nochmal genau in die Unterlagen gucken, habe da vorher nichts drin gelesen, dass Material wirklich nur im Haus verbaut sein muss. Mein Berater meinte auch nur dass die Küche nicht darüber geht. Das ist ja alles Ok nur durch den ganzen Hauskauf, Nebenkosten, Küche und Couch wäre es schön Kram für die Sanierung noch nen kleinen Puffer für Werkzeug und weiteres zu haben. Direkt mit der Bank konnte ich noch nicht sprechen, da alles über meinen Berater ging. Wahrscheinlich behält Rekham recht und es macht sich keiner die Mühe so genau zu gucken, wenn das Ende stimmt ;)

  • Material ist Material und deshalb nach Einbau im Idealfall weitgehend zum Materialwert weiterhin vorhanden, Werkzeug nicht, andere Hilfsmittel auch nicht.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Material ist Material und deshalb nach Einbau im Idealfall weitgehend zum Materialwert weiterhin vorhanden, Werkzeug nicht, andere Hilfsmittel auch nicht.


    Er hat ja nicht unrecht - ein Haus ist doch am Ende mehr wert als bloß die Summe seiner Materialkosten. Und wie wird dieser Mehrwert generiert? Durch Verarbeitung dieses Materials..und dazu braucht es eben mitunter auch Werkzeug. Ob das nun über die Kalkulation des Handwerkers erfasst und eingepreist wird, oder durch den BH separat angeschafft und ausgewiesen wird, sollte am Ende keine Rolle spielen, solange dadurch insgesamt keine höheren Kosten anfallen. Das haben manche Banken zum Glück auch schon erkannt.

  • Ich kann doch nicht angeben, dass ich Eigenleistung erbringe, wenn ich diese mangels Werkzeug nicht erbringen kann. Wenn ich nicht einmal das notwendige Werkzeug habe, ist doch bereits fraglich, ob ich überhaupt die Arbeiten fachgerecht ausführen kann.


    Abgesehen davon kam oben schon der Hinweis auf die Größenordnung, das ist doch Kleinkram, und ein Fall für's Eigenkapital.
    Neben dem o.g. Transporter könnte mir die Bank auch einen Porsche finanzieren, den brauche ich schließlich um zum Bankgespräch zu fahren. :sarkasmus:

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  • Es kommt wirklich auf die Finanzierungen an, wir haben bei den Kalkulationen auch immer Werkzeuge mit reiiengerechnet und das wurde mitfinanziert. Oft auch weit über 2000 Euro, es musste einfach vernünftig erklärt werden wieso man das braucht. Vorher sollte man sowas klären, hinterher wird das schwieriger...


    ---------- 11. Februar 2018, 23:06 ----------


    Ich kann doch nicht angeben, dass ich Eigenleistung erbringe, wenn ich diese mangels Werkzeug nicht erbringen kann. Wenn ich nicht einmal das notwendige Werkzeug habe, ist doch bereits fraglich, ob ich überhaupt die Arbeiten fachgerecht ausführen kann.

    Natürlich kann man das angeben... Aber es muß halt eingepreist werden.
    Wenn das Angebot 10.000 Euro ergibt bei Vergabel, man mit Material auf 4000 Euro kommt und 1000 Euro für Maschinen hat man immer noch 5k Eigenleistung. Und genau SO habe ich das in den Kalkulationen eingepreist, auch bewusst die Maschinen reingebracht und nie Probleme bekommen... Da wurden die Rechnungen genauso eingereicht bei der Bank und bezahlt wie die Rechnungen übers Material...
    Wir haben teilweise sogar Stein-Bandsägen und Radlader mitfinanziert weil es immer noch darstellbar war...

  • Jupp, Bauherr hat Aushub und Planierung alles selber gemacht und sich dafür einen Weidemann gekauft. Wurde über das Baukonto zwischenfinanziert, nach dem Bau wieder verkauft. Hat sich richtig gelohnt, billiger wäre er nie an den Aushub gekommen...
    Und genau DAS muß man den Banken darstellen, dann bekommt man Einiges durch...

  • und was macht er, wenn er beim Verkauf des Radladers auf einem dicken Verlust sitzen bleibt? Wenn dann noch die Hütte schöngerechnet und mit minimalem EK finanziert wurde, wird es spaßig. Dann fehlt nur noch die 1%Tilgung und beim ersten Zucken kriegt die Bank kalte Füße.

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  • Man muß so Kalkulationen schon beherrschen, das unterscheidet dann den Hausverkäufer vom Spezialisten fürs Selberbauen...



    Ausserdem... Wer mit einem Weidemann Verlust macht ist dämlich ;) Die Dinger sind wertstabiler als ein Lada Niva...

  • Wenn ich mit meiner Bank gut kann, die mich schon ewig kennennen, dann ist Vieles möglich, aber das ist nicht die Regel.


    Im o.g. Fall ist der Finanzierer eine BSpk, die in der Regel ihre Kunden nicht so persönlich kennt. Deswegen auch Freigabe der Gelder nur gegen Beleg. Sollte der Sachbearbeiter eine Revision kriegen, und es stellt sich heraus, dass hier Mittel missbräuchlich verwendet wurden, dann hat er ein Problem. Bei einer einzelnen Rechnung über 120,- € spielt das weniger eine Rolle, kommt das jedoch gehäuft vor, dann hat der Sachbearbeiter eine Problem, und wie wir wissen, sind Probleme der Bank immer auch Probleme des Kunden. Vermutlich hat er deswegen auch gleich gesagt, dass das nicht geht. Er legt sich damit auf die sichere Seite.

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  • Ok danke, spannend wie unterschiedlich so die Meinungen sind. Ich wollte mir anfangs alles vor Sanierungsbeginn zulegen was ich noch so an "nicht Material" brauche, werde das dann aber doch etwas langgezogener angehen, der Bank ordentlich in kleinen Schritten darstellen und dann sollte es klappen.

  • ... werde das dann aber doch etwas langgezogener angehen, der Bank ordentlich in kleinen Schritten darstellen und dann sollte es klappen.

    So kann man vorgehen. Weniger riskant wäre es, mit der Bank vorab die vertragskonforme Vorgehensweise zu klären und einzuhalten.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Nebenbei bemerkt, es ist völlig sinnfrei so Kleinkram wie Werkzeug über eine Immobilienfinanzierung zu finanzieren. Kein Mensch käme aufdie Idee für eine Bohrmaschine für 100,- € einen Kredit mit einer Laufzeit von über 20 Jahren aufzunehmen. Bis der Kredit bezahlt ist liegt die Bohrmaschine schon längst im Mülleimer, und man hat diese mehrfach in Form von Zinsen bezahlt.


    Eine alte Grundregel lautet, Anlagegüter maximal über die Abschreibungsdauer finanzieren. Alles andere sorgt nur für eine Schieflage in der Bilanz.

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  • Das ist schon eine Frage des jeweiligen Blickwinkels.
    Zum finanzierten Investitionsgut wird zunächst mal ja nur das Material hinzugefügt. Bei Durchführung der Arbeiten wird aber eben auch ein Mehrwert erzielt.
    Bei Vergabe der Arbeiten wird die Rechnung immer auch Anteilig die Abschreibungen des Handwerkers enthalten; Also den Verbrauch, bzw. die Abnutzung von Werkzeug, Maschinen und die Kosten für Büro und Firmenwagen...
    Bei Eigenleistung fällt es aber u.U. schwer, hier abzugrenzen, was dazugehören kann und was eben nicht. Daher hilft am Ende nur der Blick in die Kreditbedingungen.

  • Beitrag von Truckly ()

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