Dachterasse - Pflaster auf begehbaren Flachdächern

  • Hallo zusammen,


    im Frühjahr möchte ich gerne unsere Dachterasse das Pflaster machen.
    Vorab ein paar Eckdaten: Das Haus bzw. die dachterasse war von Beginn an geplant, also Statik und Auslegung der Gefälledämmung ist alles berücksichtigt. Die Strecke zwischen Dachhaut und der Türleistebeträgt übrigens 18 cm. Ich weiß der Abstand sollte noch etwas höher sein...


    Es sollen ca. 16 m2 mit Feinsteinzeug Platten Format 60x60x2 verlegt werden.
    Meine Idee ist es diese Platten auf Mörtelsäckchen zu verlegen s. bild.


    Der Rest der Dachterasse wird anschließend begrünt, so wie es die Gemeinde vorschreibt. Wenn ich das Angebot vom Dachdecker finden könnte würde ich es mit einstellen.


    Zwecks der Verwendung von Mörtelsäckchen hätte ich aber eine Frage: Kommt was unter die Mörtelsäckchen? Bautenschutzmatte o.ä. Oder werden diese tatsächlich direkt auf die Abdichtung gelegt?
    Sollte man evtl. über eine 4 cm starke Platte nachdenken, da vielleicht weniger Verschiebung da alles unverfugt sein würde...


    Hätte jemand einen Ratschlag hierzu.


    Vielen Dank

  • Moin,


    Mörtelsäcke gehen, wenn man es kann. Ich empfehle dir Stelzlager (für Platten) die du in der Höhe verstellen kannst. Kostet zwar mehr, ist für den ungeübten aber deutlich einfacher. Die haben die Fugenkreuze meist auch schon mit integriert. Vor die Türen kommen entsprechende Rinnen! Am Putz solltest du ggf. drüber nachdenken im unteren Bereich einen Spritzschutz vorzusehen.


    Unter die Stelzlager kommt eine entsprechendes Stück Bautenschutzmatte (Gummischrott-Matte). Zum Rest sage ich lieber nichts... man ist es ja gewohnt, das selten "mitgedacht" wird.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Was ist von bautenschutzmatte plus split zu halten?

    Nichts, weil es der größte Mist ist! Belastung durch Gewicht, reduzierung der Ablaufleistung, Drecksammelbecken, Frostschäden usw. usf.


    Die Punktlasten, wenn die Dämmung entsprechend gewählt ist, ist nicht das Thema. Was bei zu hoher Belastung sein kann ist, dass im Sommer der Stelzlager in das Bitumen einsinkt. Große Kübelpflanzen mit hoher Punktbelastung ist daher nicht ohne etwas Hirn hinzustellen. Lastverteilung wäre dann entsprechend sinnvoll. Die Bautenschutzmatte schützt aber schon ganz zuverlässig - man sollte es halt nur nicht übertreiben.

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  • Zum Rest sage ich lieber nichts... man ist es ja gewohnt, das selten "mitgedacht" wird.

    Danke Kalle...


    kannst du mir hier mehr dazu sagen. Wäre schon dankbar darum, die Mängel aufgezeigt zu bekommen.


    Und muss Rinne sein vor Tür. Platten sind ja mit offenen fugen ...Wasser dürfte ablaufen , oder?

  • Wäre schon dankbar darum, die Mängel aufgezeigt zu bekommen.

    Brüstung ist höher als Türschwelle. Wer baut so einen Scheiß? Stell dir mal vor, die Abläufe verstopfen, du bist 2-3 Wochen im Urlaub und die obere Etage kann dann saniert werden. Der Anschluss an die Tür ist ein schlechter Witz!


    Mal davon ab, dass mal wieder bei Anschlusshöhen in Folge einer Terrasse alle gemeinschaftlich geschlafen haben - das ist ja eh die Regel...


    Wer zur Hölle aber bringt einem bei, mit einer gesamten Bahnenlänge einen aufgehenden Bauteilanschluss herzustellen? Bei 1,5m sage ich ja nix, auch wenn das theoretisch falsch ist aber bei der Länge soll das homogen verschweißt sein? Aber nu ist das ja schon fertig, da ist das Aufregen auch unnütz.



    Und muss Rinne sein vor Tür. Platten sind ja mit offenen fugen ...Wasser dürfte ablaufen , oder?

    Nein, tut es nicht. In Folge von Wind, wird das von Platte zu Platte gedrückt. Man sagt so über den "Daumen" 70% durchlässig, Rest kann bedeckt sein. Folglich kommen nur Roste von Rinnen in Frage. Wenn man schon dabei ist, gehört dieser "pseudo" Dichtstoffanschluss auch mal überdacht. Je nach Höhe deines Belages kann das Spritzwasser von der Fläche zu einer deutlich höheren Belastung führen. Dann hoffen wir mal, dass die Kittschnurr hinter dem Anpressprofil ist. Also überdecken oder eine hinterlauf sicheren Anschluss im Türbereich herstellen (lassen).

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  • Zuerst mal Danke an Kalle für die herzliche Offenlegung. So macht Expertenforum Spass.


    Brüstung ist höher als Türschwelle. Wer baut so einen Scheiß?

    na ja, mehr als man denkt. Wenn ich hier in unserem Neubaugebiet mich umschaue....dann ist das bei allen Häusern, die Flachdach und Terrasse haben. Ich sag nicht dass es das richtig macht, aber bei uns hat der Planer die Brüstung höher gemacht als die Fensterrahmen, mit Dachabfluss und Notabfluss (der niedriger liegt als die Fenster). ... würd mich interessieren ob es hier ne Richtlinie Flachdach gibt o.ä.



    Wer zur Hölle aber bringt einem bei, mit einer gesamten Bahnenlänge einen aufgehenden Bauteilanschluss herzustellen?

    Nun ja das war ein Dachdecker Meisterbetrieb mit ca. 15 Mann und der Chef war eigentlich täglich vor Ort. Shit happens, aber danke für den Hinweis :-)

    Folglich kommen nur Roste von Rinnen in Frage

    Danke. Werde ich umsetzen. MAch mir Gedanken ob ich die Rinnen bzw. terasse OK etwas nach unten von der Fensterschiene abrücke und mit Blech an die Rinne anschließe...


    Werde weiter berichten, wenn ich dann mal soweit bin.



    mörtelsäckchen haben ganz viele vorteile ....

    Sagst du mir deine Motivation? Und um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen. Bautenschutzmattenstück unter die Mörtelsäckchen???

  • Ich sag nicht dass es das richtig macht, aber bei uns hat der Planer die Brüstung höher gemacht als die Fensterrahmen, mit Dachabfluss und Notabfluss (der niedriger liegt als die Fenster). ... würd mich interessieren ob es hier ne Richtlinie Flachdach gibt o.ä.

    Klar gibt es hier eine entsprechende Richtlinie. Vereinfacht gesagt: Zwischen Tür und Dachrand liegen im Idealfall 5cm. Keine Regel ohne Ausnahme. Man kann ja nun nicht fest umwehrte Dachflächen (Balkonbrüstung aus Beton z.B.) unberücksichtigt lassen. Es ist dann natürlich mit Notabläufen dafür Sorge zu tragen, dass Wasser nicht in das innere gelangt. Nun interpretieren das einige so, dass der Notablauf in dem Fall ja eh "entwässert" dem ist aber nicht so. Der hat eine eigentlich ihm zugedachte Funktion im Aufbau, wird vielfach aber Zweckentfremdet.


    Nun ist es so, dass bei einem Neubau i.d.R (wird wohl mein neues Lieblingswort... :D ) die Höhe noch nicht fest stehen. Man kann also entsprechend Einfluss nehmen - hat man bei Dir ganz offensichtlich nicht. Ist ja auch nur ein dummes "einfaches" Detail. Hätte man die Türe höher gesetzt, wäre ja alles gut gewesen. Oder so konstruiert dass gar keine Wanne entsteht. Aber das Werk wird wohl schon abgenommen sein. Man kann da zwar zweifelsfrei sagen, dass dieser "Mangel" schon zu Beginn der Abnahme bestand aber der Rechtsweg bringt dir keinen sonderlichen Vorteil. Kostet nur Geld und Nerven.



    von der Fensterschiene abrücke und mit Blech an die Rinne anschließe...

    Du vergisst hier einen entscheidenden Punkt! Die Rinne ist auch gleich Trittfläche. Wolltest du ein Blech dort hin machen, was von der Grundidee ja nicht dumm ist, muss dieses trittsicher ausgebildet werden. Nun mach dir mal Gedanken wie das zu bewerkstelligen wäre, ohne den Fensterrahmen unzulässig zu belasten ;)



    mörtelsäckchen haben ganz viele vorteile ....

    Für den geübten Anwender sicherlich. Vermutlich willst du unter anderem auf den Punkt hinaus dass mit Stelzlagern ein Ausgleich unterschiedlicher Plattenstärken nicht möglich ist? Die ganz teuren können das auch, fraglich wie lang der "Plünkram" hält. Mit den Stelzen ist der ungeübten auf alle Fälle schneller und kann weniger Fehler machen. Da man das für sich i.d.R. nur ein mal macht, brauchts die Übung am Ende auch nicht.

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  • Hallo maba,


    wie ist es bei dir ausgegangen? Wie hast du nun deinen Oberbelag verlegt. Stelzlager oder doch anders?

    Ich habe eine ähnliche Ausgangsbasis. Erste Infos die ich sammeln konnte, deuten darauf hin, dass es Probleme mit der Dauerdruckfestigkeit in der Dämmung geben könnte. Habe mir die Infos bei 2 Herstellern von Dämmplatten geholt. Beide Hersteller würden unter dem Lager eine Platter zur Lastverteilung unterlegen.


    Danke und Gruß

  • Ich habe mich auch mal mit Mörtelsäckchen bei meinen Terrassenplatten versucht und würde es nicht wieder machen. Die Arbeit muss halt wirklich super genau erfolgen, damit man langfristig damit glücklich ist und dann sollte es auf jeden Fall nur ein Profi machen.


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  • würde es nicht wieder machen.

    dann hast du es nicht richtig gemacht . falsche tütengrösse , falsche mörtelmischung .. wwi .


    ich denke , bei etwas üben zu anfang ist es eine recht sichere methode auch für laien . der vorteil ist nämlich bei try&error ist der materielle schaden absolut überschaubar auch wenn man die erste reihe dreimal und die zweite zweimal machen muss . dafür ist die vorletzte reihe in ein paar minuten drin .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer