Rauchmelder per Funk oder verkabelt?

  • Guten Abend Forum,


    wir sind bei der Planung unseres EFH Neubaus beim Thema Elektro & Co., und jetzt stellt sich die Frage, ob es besser ist, die Rauchmelder in der Funkversion oder in einer verkabelten Version zu nehmen. Aktuell sind unsere Überlegungen:


    Pro Funk:
    - Gibt es mit 10-Jahres Batterien
    - Nach 10 Jahren macht es wohl Sinn, das Gerät gegen ein Moderneres auszutauschen.
    - Wird ein Alarm ausgelöst, wird per Funk der Alarm weiter gegeben, mit einer Fernseh-IR-Fernsteuerung kann man den Alarm deaktivieren bis auf den auslösenden Rauchmelder, so findet man die Quelle schnell.


    Pro Verkabelt:
    - Kein Funk und somit kein Elektrosmog


    Wo ich mir noch unsicher bin:
    - Gibt es bei verkabelten Rauchmeldern auch die Funktion, bei Alarm alle stumm zu schalten bis auf den auslösenden Rauchmelder, um die Quelle schnell zu finden?
    - Wie viele Kabel und welche Kabelsorte soll man für Rauchmelder planen?
    - Kann man mehrere Rauchmelder an einem Kabelstrang betreiben?


    Vielen Dank im Voraus für Eure Erfahrungen und Tips!


    Viele Grüße

  • Wozu willst Du die Rauchmelder einzeln ausschalten? Den Brandherd findest Du auch so.
    Bei verkabelten Meldern gibt es die einfache Variante, bei der die Einzelgeräte alle parallel auf eine Leitung geschaltet sind oder Brandmeldeanlagen bei denen sich die auslösenden Melder genau lokalisieren lassen. Für ein EFH wäre aber die kleine Lösung ausreichend.
    Im Neubau würde ich auf jeden Fall auf die verkabelte Lösung setzen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wozu willst Du die Rauchmelder einzeln ausschalten? Den Brandherd findest Du auch so.
    Bei verkabelten Meldern gibt es die einfache Variante, bei der die Einzelgeräte alle parallel auf eine Leitung geschaltet sind oder Brandmeldeanlagen bei denen sich die auslösenden Melder genau lokalisieren lassen. Für ein EFH wäre aber die kleine Lösung ausreichend.
    Im Neubau würde ich auf jeden Fall auf die verkabelte Lösung setzen.

    Bei ca. 10 Rauchmeldern im Haus wird es zunächst unklar sein, wo es möglicherweise brennt.
    Bevor ich alle Räume ablaufe und evtl. die Türen öffnen muss und damit vielleicht das Rauchgas in den Flur = Fluchtweg gelangt, wäre es zur Flucht sicherer, wenn sofort klar ist, wo man noch raus aus dem Haus kann.
    Deshalb finde ich das mit dem Abschalten bis auf den auslösenden Rauchmelder schon eine gute Sache.


    Ja, mir ist auch die Kabellösung sympatischer, aber es scheint, dass die Funklösung die weitaus häufigere gewählte wird.
    Ich habe für die Verkabelung was von einer 2-adrigen Leitung gelesen.

  • Brandmeldekabel - J-YSTY 2x2x0.8 rot


    Ich würde die vernetzte Variante wieder wählen. Auf Funk kann man auch setzen, wenn man Leitungen in der Decke hat, umgedreht geht es nicht.


    Ich habe pro Geschoß einen "Ring" gelegt, habe also 4 Enden in der Verteilung. Kann man dann verbinden wie mans braucht.
    Sehr empfehlenswert ist auch der Einbau von Deckendosen. Das erleichert die Montage ungemein, wenn man die richtigen RM wählt.

  • Unsere RM sind verkabelt und an die Alarmanlage gekoppelt. Da sehe ich zwar "nur" die Etage und nicht den Raum, das ist aber völlig ausreichend.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Wichtig wäre auch, bei Feuer die Lüftungsanlage abzuschalten, damit der Rauch nicht durchs ganze Haus gesaugt wird.
    Ansonsten bleibe ich dabei, dass man sehr schnell merkt, wo es brennt, wenn erstmal ein RM angeschlagen hat.
    Hauptaufgabe der Melder ist das Wecken der Bewohner.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • bräuchte man nicht, um auf viele (nie alle) eventualitäten der
    schaltungstechnik vorbereitet zu sein, eine verdrahtung etwa in
    sterntoplogie? oder ist das vielleicht sogar kontraproduktiv?


    verdrahtung vs funk:
    bei funkt ist man im nachhinein flexibler - wenn bei verkabelung
    auch nur ein einziges kabel verschlampt wird, läufts doch auf funk
    raus. trotzdem bin ich für kabel, gerne doppelt und redundant ;)

  • Nur weil Funk das meistgekaufte ist muss es nicht das bessere sein, ganz nach dem Motto Millionen Fliegen lieben... Aber lassen wir das mal. Ich würde auf Kabel setzen, weil man damit sicherer ist. Funk kann immer durch äußere Einflüsse gestört werden und wer weiß was das dann in der Anlage auslöst und wie schnell man die Störquelle abgeschaltet bekommt und das zur schlaftrunkenen Nachtstunde. Kabel ist das unkomplizierteste Ding und nicht manipulierbar. Der Rest ist dann Sache des Aufwandes. Man kann es teuer machen, mit einer Brandmeldezentrale wo man jeden Melder sieht, man kann es günstiger machen und nur Etagen, oder Ringweise sehen. Für ein simples EFH kann es die günstigere Version sein, denn da merkt man schnell wo es tatsächlich brennt, wenn man nur die Etage weiß.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Funk kann immer durch äußere Einflüsse gestört werden und wer weiß was das dann in der Anlage auslöst und wie schnell man die Störquelle abgeschaltet bekommt und das zur schlaftrunkenen Nachtstunde. Kabel ist das unkomplizierteste Ding und nicht manipulierbar.

    So pauschal ist die Aussage leider falsch.
    Ich kenne einen Rauchmelder, der massive Probleme mit EMV und es bei einigen Anwendern zu Fehlauslösungen kommt, wenn dieser drahtgebunden vernetzt ist.
    Stichwort Antennenwirkung.


    Google Rauchmelder EMV.

  • Bei meinen ca. 13 Rauchmeldern (Funk) kann man am Funk-Steuermodul was im Schlafzimmer liegt erstmal erkennen ob CO oder Feuer angeschlagen hat. Der Erdgasmelder über ein Relais-Funktmodul auch mit eingebunden müsste jedoch als "Feuer" erscheinen da systemfremd. Dann kann man durch einmalige Betätigung des "STUMM" Schalters alle bis auf den auslösenden Melder stumm schalten. Nach nochmaliger Betätigung ist dann auch dieser aus. Dadurch kann man wenn man die Nerven hat auch noch "rausfinden" wo es denn brennen müsste...... oder wo man gerade mit ner Flex ein paar Steine bearbeitet hat ;)
    Kabel fände ich auch besser, da man eh schon genug Funk-Kram am laufen hat - aber kam bei uns im "Altbau" schlicht nicht in Frage...

  • ...Dann kann man durch einmalige Betätigung des "STUMM" Schalters alle bis auf den auslösenden Melder stumm schalten. Nach nochmaliger Betätigung ist dann auch dieser aus. Dadurch kann man wenn man die Nerven hat auch noch "rausfinden" wo es denn brennen müsste......

    Was glaubt Ihr alles anstellen zu können, wenn ein Rauchmelder ausgelöst hat?
    Neulich kam im Postillon eine Meldung, das Rauchmelder jetzt mit einer Snooze-Taste per Fernbedienung stummgeschaltet werden können. So skuril ist das wohl gar nicht, wenn ich einige hier lese.
    Wir haben hier ca. 18.000 Rauchmelder verbaut und mit der Berufsfeuerwehr und dem Hersteller der Rauchmelder abgestimmt, dass jeder Alarm, auch bei Nichtreaktion des Wohnungsinhabers, als echt zu bewerten ist und notfalls die Tür aufzubrechen ist. Die materiellen Folgen elnes Fehlalarms hat der Hersteller der Rauchmelder zu verantworten.
    Soviel zur Meinung, erstmal gemütlich auf Suche gehen zu können...




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Neulich kam im Postillon eine Meldung, das Rauchmelder jetzt mit einer Snooze-Taste per Fernbedienung stummgeschaltet werden können.

    Gibt es im professionellen BMA-Bereich doch schon, nennt sich "Interventionszeit"...Wird nur von Brandschutzpruefern und Bauaufsichten nicht wirklich gern gesehen.

    Wir haben hier ca. 18.000 Rauchmelder verbaut und mit der Berufsfeuerwehr und dem Hersteller der Rauchmelder abgestimmt, dass jeder Alarm, auch bei Nichtreaktion des Wohnungsinhabers, als echt zu bewerten ist und notfalls die Tür aufzubrechen ist. Die materiellen Folgen elnes Fehlalarms hat der Hersteller der Rauchmelder zu verantworten.

    Sind das wirklich Rauchmelder (ueber BMZ) aufgeschaltet auf eine Leitstelle? Oder Rauchwarnmelder? Dann lehnt sich der Hersteller weit aus dem Fenster...


    Die haushaltueblichen Rauchwarnmelder (nach [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 14604) bieten ja im Gegensatz zu Meldern an BMA (gem [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 54-7) kaum Moeglichkeiten, um Fehl-/Taeuschungsalarme auszuschliessen. Mehrkriterienmelder, Zweimelderabhaengigkeit oder programmierbare Empfindlichkeit der Melder ist bei Rauchwarnmeldern (nach [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 14604) nicht unbedingt vorgesehen.



    bräuchte man nicht, um auf viele (nie alle) eventualitäten der
    schaltungstechnik vorbereitet zu sein, eine verdrahtung etwa in
    sterntoplogie? oder ist das vielleicht sogar kontraproduktiv?

    Kontraproduktiv. Die Leitungswege sollten ja idealerweise ueberwacht werden. Frueher nutzte man da linienfoermige Verkabelung, Endwiderstand und linienweise Ueberwachung auf Grundlage des Leitungswiderstandes. Heute ist Ringbus Stand der Technik. Basis J-Y(St)Y 2x2x0,8, rot, 2 Adern fuer den Bus, 2 Adern fuer andere Notfaelle, vergessene Sirenen, fehlende Ringe usw.

  • Gibt es im professionellen BMA-Bereich doch schon, nennt sich "Interventionszeit"...Wird nur von Brandschutzpruefern und Bauaufsichten nicht wirklich gern gesehen....

    Klar kenne ich diese Verzögerungsfunktion, bevor der Alarm automatisch zur Feuerwehr durchgeschaltet wird.


    Wir reden hier aber von (ja Du hast Recht, es müsste Rauchwarnmelder heißen) Wohnungen und Einfamilienhäusern und der Möglichkeit die Melder irgendwie miteinander komunizieren zu lassen, damit ein Alarm hinter mehreren Türen im Rest des Hauses nicht ungehört bleibt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Bei nem Neubau würde ich wohl auch auf die verkabelte Varante setzen.
    Im Bestand sollte eine Funkanlage ausreichen. Bei uns zuhause haben wir, da meine Frau eine Großtagespflege betreibt, eine 10-Kanal-Funk-BMA installiert. War von Amts wegen so vorgeschrieben und ist auch so abgenommen worden.
    Das Ding hat 10 Melder mit Hitzesensoren, eine Basisstation auf der man sehen kann, welcher Melder ausgelöst hat und eine Innensirene mit um die 100 dB.
    Kann ich nur empfehlen.

  • Ich frage mich, ob eine Vernetzung überhaupt einen großen Mehrwert bringt. Die Dinger sind so laut, dass ich im OG selbst dann im Bett stehe und die knapp am Herzinfarkt vorbeischramme, wenn der RM im Keller auslöst.

  • Im "Objekt(neu)bau" (also quasi alles > EFH) ist die verkabelte Installation Standard. Und was dann ab der Zentrale passiert ist ein ganz anderes Thema. Und bei der Installation im Eigenbau immer schön auf sinnvolle Positionierung achten (ja, auch dafür gibt es eine Norm).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was glaubt Ihr alles anstellen zu können, wenn ein Rauchmelder ausgelöst hat?

    Es soll ja durchaus mal selbst verursachte Fehlalarme geben. CO oder Feuer zu unterscheiden zu können finde ich auch nicht verkehrt. Besser fände ich noch Erdgas unterscheiden zu können um dann sofern man die Nerven noch hat nicht irgendwelche (Licht-)Schalter zu betätigen. Aber das ist natürlich alles theoretisch. Wer weiss wie man sich Nachts um 2 verhällt wenn Zimmer XYZ brennt. Ist ja nicht so, das die Dinger direkt nach der Entstehung schon auslösen würden..... Muss ja erstmal ein bisschen Rauch oder einiges an Hitze her....

  • Guten Abend,


    danke für die interessanten Beiträge.


    Daraus entnehme ich recht eindeutig, dass im Neubau man die verkabelte Variante mit dem Kabel J-Y(St)Y 2x2x0,8, rot, 2 Adern fuer den Bus, 2 Adern als Reserve mit je einem Ring pro Etage einplanen soll.


    Reichen die 2 Adern für die Stromversorgung UND zum Melden, welcher Rauchmelder ausgelöst hat?
    Oder braucht man man dafür die 1-2 zusätzlichen Adern?


    Eine Brandmeldezentrale hatte ich bis jetzt nicht geplant. Sollte man im EFH sowas einplanen?


    Bei meinen ca. 13 Rauchmeldern (Funk) kann man am Funk-Steuermodul was im Schlafzimmer liegt erstmal erkennen ob CO oder Feuer angeschlagen hat. Der Erdgasmelder über ein Relais-Funktmodul auch mit eingebunden müsste jedoch als "Feuer" erscheinen da systemfremd. Dann kann man durch einmalige Betätigung des "STUMM" Schalters alle bis auf den auslösenden Melder stumm schalten. Nach nochmaliger Betätigung ist dann auch dieser aus. Dadurch kann man wenn man die Nerven hat auch noch "rausfinden" wo es denn brennen müsste...... oder wo man gerade mit ner Flex ein paar Steine bearbeitet hat ;)

    Ist ein CO-Melder = Erdgasmelder?
    Laut folgender Webseite sind das zwei unterschiedliche Stiefel:
    Der Unterschied zwischen Gasmeldern und Kohlenmonoxidmeldern


    Viele Grüße

  • Daraus entnehme ich recht eindeutig, dass im Neubau man die verkabelte Variante mit dem Kabel J-Y(St)Y 2x2x0,8, rot, 2 Adern fuer den Bus, 2 Adern als Reserve mit je einem Ring pro Etage einplanen soll.

    Ich weiss ja nicht, welches System dir vorschwebt, aber bei der haushaltueblichen Anzahl von 3-4 Meldern pro Etage in der Komfortausstattungsvariante macht eine etagenweise Ringverkabelung keinen Sinn.

    Reichen die 2 Adern für die Stromversorgung UND zum Melden, welcher Rauchmelder ausgelöst hat?
    Oder braucht man man dafür die 1-2 zusätzlichen Adern?

    Bei Rauchwarnmeldern mit Verkabelung wirst du wohl herstellerspezifisch suchen muessen, was benoetigt wird. Ohne Zentrale wird es nicht viel geben, irgendwer muss ja die Versorgungsspannung bereitstellen, die Melderadressierung bereithalten, und die empfangenen Signale (Alarm, Verschmutzung...) auswerten und anzeigen.

    Eine Brandmeldezentrale hatte ich bis jetzt nicht geplant. Sollte man im EFH sowas einplanen?

    Eigentlich nicht. Es gibt m.A. nach 2 praktikable Wege: Man hat eine "Gefahrenmeldezentrale" im Haus, also einen Kasten, der Einbruchmeldeanlage ist, Rauchmelder, Sensoren usw. erfasst und auswertet, evtl auch Schaltfunktionen, Steuerung usw. ausfuehrt. Dann verkabelt man das. Bus, [definition=37,0]KNX[/definition], was auch immer.


    Oder man sucht eine reine Rauchwarnmelderloesung, dann Funk. Melder entsprechend Gefaehrdung auswaehlen, bei Wunsch/Bedarf noch eine Funk-Zentrale oder einen Funk-Alarm-Controller als zentralen Anlaufpunkt hinzu.

  • Hi Amibobo!


    An deiner Stelle würde ich persönlich die drahtlosen Produkte wählen, da das Haus, wenn sie entfernt, ersetzt oder verschoben werden müssten, keine größeren ästhetischen Veränderungen erfahren würde, als wenn die Verkabelung verwendet würde.

    Allerdings, hier könntest du irgendwelche Ratschläge finden.


    Viel Erfolg mit deinem Projekt!

    LG,

    Hausbauer

    Einmal editiert, zuletzt von R.B. () aus folgendem Grund: Link entfernt.

  • Den link habe ich entfernt, und ich gehe davon aus, dass der User das in Zukunft bleiben lässt, da ansonsten einer Verwarnung schnell eine Sperre folgen könnte.


    Gruß

    Ralf

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