dauerhafte Regensicherheit bei Dachgaube mit niedriger Dachneigung - Titanzink oder EPDM?

  • Hallo zusammen,


    unser Haus bekommt eine breite Dachgaube mit maximal 5° Dachneigung, damit die Gaube noch unterhalb des Firsts ins Hauptdach einbindet. Zwei Spengler die ausschließlich Metall verarbeiten haben uns hierfür eine Blecheindeckung aus Titanzink angeboten - einer davon mit, der andere ohne "Zusatzmaßnahmen" zur Abdichtung. Eine dritte Spenglerei hat uns hingegen aufgrund der niedrigen Dachneigung ausdrücklich von Titanzink abgeraten und stattdessen verschweißte [definition=66,0]EPDM[/definition] Bahnen empfohlen. Die [definition=66,0]EPDM[/definition] Bahnen sind deutlich günstiger als das Titanzink und die Variante würde uns optisch am besten gefallen. Durch eine Attika würde die Gaube dann so wirken als hätte sie ein Flachdach und nicht wie eine Schleppgaube. Mit welcher Variante haben wir bei fachmännischer Verarbeitung auf Dauer die wenigsten Probleme? Die Gaube ist nach Süden orientiert und damit im Sommer der prallen Mittagssonne ausgesetzt. Kann dadurch das [definition=66,0]EPDM[/definition] brüchig werden oder die Schweißnähte aufgehen?

  • Kann dadurch das [definition=66,0]EPDM[/definition] brüchig werden oder die Schweißnähte aufgehen?

    Nein.


    Die eher essentielle Frage ist wer den Bauablauf plant und koordiniert. Da hier ja 3 Angebote von 3 Firmen vorliegen, gehe ich mal davon aus, dass die Unternehmen selber "planen"? Oder gibt es einen Architekt, der in Eurem Sinne die notwendigen Schritte koordiniert? Ob Doppelstehfalz oder Abdichtungen ist eher nebensächlich. Beides ist entsprechend möglich. Beides ist hingegen bauphysikalisch kritisch zu betrachten und die üblichen "Patzer" werden nicht im Produkt der Deckung zu finden sein, sondern in ganz grundsätzlichen Planungsgeschichten.


    Was ist mit Zusatzmaßnahme gemeint? Falzgel bez. Dichtbändern in den Falzen?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • @Kalle: Was sagst du zu den "max. 5° Dachneigung"? Habe grad keine Fachregel zur Hand. Ist das nicht grenzwertig wenig?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Was sagst du zu den "max. 5° Dachneigung"? Habe grad keine Fachregel zur Hand. Ist das nicht grenzwertig wenig?

    Doppelstehfalz hat eine [definition=2,0]RDN[/definition] von 7° wenn ich mich nicht irre. Das geht glaube ich sogar bis auf 3° Grad runter mit entsprechenden Zusatz. Im wasserdichten Bereich wäre dann rollnaht geschweites Edelstahl eine Option, so man Blech haben wollte. Unsere Metallregel müsste auf der ZVSHK-Regel basieren, ich gehe jetzt mal davon aus das dort keine eklatanten Widersprüche zu finden sind. Würde jetzt einem gelernten Spengler aber auch nicht erzählen wollen wie er etwas zu tun hat. (Das wäre aber ein gesondertes Thema über die Entwicklung der beiden Zünfte) :D


    Ob ein Spengler Abdichtung kann? Wenn er sich dafür interessiert bestimmt. Ich müsste jetzt schauen ob das Lehrinhalt der Ausbildung ist. Grundsätzlich würde ich aber sagen: Dachdecker macht Abdichtung, Spengler macht Blechdächer. Beide können sich hier natürlich ergänzen, vervollständigen. Bei 5° Grad wäre aber auch gemäß FDRL über eine Abrutschsicherung der Abdichtung zu sinnieren. Die dann ggf. Schubbohlen in der Dämmebene erfordert usw. So lange hier aber keine Infos über die Planung kommen, ist das ja alles Glaskugel.

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  • Ob ein Spengler Abdichtung kann? Wenn er sich dafür interessiert bestimmt.

    Der Vorschlag mit der verschweißten [definition=66,0]EPDM[/definition] beantwortet doch die Frage.
    Ich vermute mal das da Res*rix SK W full bond zum Einsatz kommen soll , mMn ein leicht zu verarbeitendes Material .
    Da braucht es nicht viel dazu , das kann man schnell erlernen , die Details sind halt etwas anders , aber auch keine Raketenwissenschaft .
    Ist auch meine 2. Wahl , gleich nach der schwarzen Bahn mit dem Schirmchen drauf.

    stattdessen verschweißte [definition=66,0]EPDM[/definition] Bahnen empfohlen

    Ich würde auch eher zu der Bahn tendieren , bei Stehfalz kann das mit der

    Durch eine Attika würde die Gaube dann so wirken als hätte sie ein Flachdach und nicht wie eine Schleppgaube

    etwas komplizierter werden

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Mit der Vermutung Res*rix SK W full bond liegst du goldrichtig. Was genau ist denn mit der 1. Wahl gemeint? Bitumen?
    Bisher hatte ich geplant, dass sich Zimmerer (ist gleichzeitig auch der Dachdecker) und Spengler miteinander über die Ausführungsdetails abstimmen. Wenn das ratsam ist, kann ich natürlich auch einen Fachmann damit beauftragen.

  • In welcher Ebene ist den die Dämmung geplant? Zwischensparren oder auf den Sparren? Doppelstehfalz kann man bei 5° [definition=1,0]DN[/definition] noch machen, aber dann sollte der Ausführende schon wissen was er macht. Ich vermute aber die Probleme etwas tiefer ( in der Dämmebene )

  • Off-Topic:


    Mit angrenzender Wahrscheinlichkeit wird das hier aber wieder so eine Selbstkomposter-Aufbau.

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  • Die Dämmung ist zwischen den Sparren geplant.


    Ich möchte nicht am falschen Ende sparen. Ich bin kein Freund davon sich 500€ für eine gescheite Planung zu sparen, um dann nach ein paar Jahren 5000€ für eine Sanierung ausgeben zu müssen, weil die Gaube einer Tropfsteinhöhle gleicht. Nur nach Aussage der Spengler ist das grundsätzlich immer "alles überhaupt gar kein Problem", und auf irgendwen muss man sich ja schließlich verlassen.

  • Nur nach Aussage der Spengler ist das grundsätzlich immer "alles überhaupt gar kein Problem",

    :rb:


    Nur noch schnell als kleiner Tip:


    Bei einer Ausführung als Flachdach ( mit Resi.... ) gilt das ganze als Sonderkonstruktion, die rechnerisch nachgewiesen werden muß, ob sie irgendwie funktioniert. Bei der 2 Variante wird die Eindeckung nicht difussionsoffener, im Gegenteil Metalle gelten als diffusionsdicht, auch hier gilt das gleiche wie bei der Flachdachabdichtung => rechnerischer Nachweis. Hat das der ``überhaupt gar kein Problem Spengler`` für dich gemacht/ stützt er seine Aussage auf die Berechnungen?


    Das Hauptproblem bei solchen Konstruktionen ist eindringende Feuchtigkeit von der Raumseite in die Dachkonstruktion ( Flankendiffusion, Konfektion, Fehler in der Dampfsperre, falsche Dampfsperre usw. ). Spätestens an der Schalung/Eindeckung kommt es zum Tauwasserausfall, weil aussen nicht viel bzw. nichts durch die Eindeckung abgeführt werden kann. Im Glücksfall für den ``überhaupt gar kein Problem Spengler`` dauert der Schaden, bis er sichtbar wird, länger als 5 Jahre.... sonst wird aus dem ``überhaupt gar kein Problem Spengler`` ein ``ich hab da doch ein großes Problem Spengler``. Hoffentlich ist es vom Bauablauf für eine gescheite Planung 8o noch nicht zu spät... ?(