Kondensat und Faserzementrohr

  • Folgende Situation:


    Meine Eltern haben sich (ohne meine Mithilfe :rb: ) eine neue Heizung installieren lassen. Alt raumluftabhängiger Kessel, neu Gasbrennwert mit LAS.
    So weit, so machbar.
    GasBrennwert bedeutet aber Kondensat.
    Pumpe eingebaut und über eine (angestückelte ;( ) Kunststoffleitung in das Ausgussbecken im Nebenraum abgeleitet. In das gleiche Becken entwässert der Ablaufschlauch der Waschmaschine. Gewaschen wir ca. 2* die Woche.
    Die Grundleitung geht, wie damals üblich, unter dem Haus nach vorn in Richtung Strasse


    Dies Becken hängt mit Kunststofftraps an einer alten Faserzementleitung. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass sich die alten Faserzementleitungen Schäden an den Leitungsteilen aufweisen, über die das Kondensat abgeführt wird.


    Frage: Reicht die Verdünnung und das "Nachspülen" via Waschmaschinenabwasser oder müssen wir uns da was einfallen lassen? Könnt Ihr mir da mit/aus Erfahrung helfen?

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  • Schauen wir uns mal ein paar Zahlen an.


    Bei der Verbrennung von Erdgas und nachfolgender Kondensation, entsteht im "Ideal"fall eine Kondensatmenge von ca. 150ml/[definition=38,0]kWh[/definition]. Praktisch ist es deutlich weniger.
    Das Kondensat hat bei einer Gasbrennwerttherme einen pH Wert von ca. 4-5, typ. eher im Bereich 4,5-5, das ist auch der Grund, warum das Kondensat bei Gasbrennwertern erst bei hohen Leistungen (> 200kW laut [definition=15,0]ATV[/definition] Arbeitsblatt) neutralisiert werden muss, denn erst dann fallen auch große Mengen Kondensat an.


    Wenn nun in einem EFH sagen wir mal 10.000kWh Gas pro Jahr verbrannt werden, dann ergibt das irgendwas um die 1-1,5m³ Kondensat. In den Arbeitsblättern ist von einer Verdünnung mit Faktor 20 oder 25 die Rede, ab dem eine Neutralisation nicht mehr erforderlich ist. Im EFH Bereich wird das wohl immer erreicht, so dass man dort auf eine Neutralisation verzichten kann. Man muss auch unterscheiden zwischen Gasbrennwerter und Öl-Brennwerter.


    Die Frage wäre nun, welches kritische Teilstück teilt sich der Kondensatanschluss mit der WaMa, und ab wann erfolgt eine weitere Verdünnung mit dem restlichen Abwasser des Gebäudes.


    Zur Wama, ich weiß nicht, was für eine WaMa Deine Eltern haben. Gehen wir mal von 50Liter aus, dann wären das bei 2 x pro Woche nur 100 Liter, die zum "Verdünnen" beitragen. Diese 100 Liter fallen aber nicht zeitgleich mit dem Kondensat an, es erfolgt also keine echte Verdünnung, sondern eher eine regelmäßige "Reinigung" der Rohre.

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  • Ich muss also mal klären, welche Entwässerungsobjekte noch auf dem Strang hängen und wie regelmäßig die genutzt werden.
    Bad oder Küche wären gut, das zweite WC, dass so gut wie nicht mehr genutzt wird, wäre nicht hilfreich.


    Alles klar und Danke.

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  • Wie gesagt, bei einem Gasbrennwerter ist der ph-Wert noch relativ hoch, vergleichbar mit saurem Regen. Ölbrennwerter liegen tiefer (< 3, also vergleichbar mit Essig). Ansonsten kann man auch prophylaktisch neutralisieren, die Kosten dafür halten sich in Grenzen. Granulat kostet um die 6 oder 7,- €/kg, und die Box selbst liegt in der 100,- € Klasse. Hinzu kommt dann noch Montage.


    Mit dem Aufkommen der Brennwerter wurde so manche Sau durch´s Dorf getrieben. Das ging sogar so weit, dass man für Haushalte mit Brennwertern pauschal xx,- € zusätzlich für´s Abwasser verlangen wollte.

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