Schiefe Wand

  • Moin, moin an die Experten,


    ich habe erneut wieder einmal eine Frage an die Fachleute.


    Mir ist aufgefallen, dass die Wand am Treppenhaus, also quasi der Übergang von der Wand im EG zum DG ein wenig schief ist.


    Mit einer Wasserwaage habe ich ca. 1,5 cm auf einer Länge von 1,50 m gemessen.


    Meine Frage: Ist das noch innerhalb der Toleranz, gerade im Bezug auf [definition=25,0]DIN[/definition]? Kann das der Putzer im Nachgang ohne Probleme ausgleichen?


    Ich habe das dem Bauleiter noch nicht mitgeteilt, weil ich nicht unbegründeter Weise ein Fass aufmachen wollte.


    Anbei ein Foto

  • Naja, an der Wand sind keine Türen. An dieser Wand verläuft die Treppe vom EG in den DG.


    Deshalb war ja auch meine Frage, ob das evtl. noch innerhalb der Toleranzgrenze ist, welches durch den Putzer ausgeglichen werden kann.

  • Zwischen einer mit ihren beiden Enden auf der Wand aufgelegten geraden 1-m-Latte (z.B. Wasserwaage) und der Wand darf nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18202 ein Spalt von maximal 10 mm klaffen -> mit dem Keil gemessen. Bezugsnorm ist die [definition=25,0]DIN[/definition] 18202, Tabelle 3 Zeile 5. Bei einer 4 m langen Latte wären 15 mm zulässig.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Laut [definition=25,0]DIN[/definition] 18202 Toleranzen im Hochbau sind die Grenzwerte für nichtflächenfertige Wände wie folgt:


    Bei Abstand zwischen den Messpunkten 1,00m: 10 mm
    Bei Abstand zwischen den Messpunkten 4,00m: 15 mm


    Die Zwischenwerte können einer Grafik entnommen werden. Da lese ich bei eine Abstand zwischen den Messpunkten 1,50 m eine zulässige Toleranz von 11 mm ab.


    Demzufolge sind Deine festgestellten Abweichungen außerhalb der Norm.


    Ein Putzer sollte es allerdings hinbekommen dies auszugleichen. Könnte jedoch zu Mehrkosten führen.
    Ich würde dem Bauleiter den Mangel mitteilen und evtl. Mehrkosten beim Putzer vorsorglich anmelden.

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Ausgleichen kann er das schon, die Frage ist nur, ob er den Mehraufwand geltend macht, bzw. in welcher Höhe. Ich kann Dir mangels Erfahrungswerte jetzt nicht sagen, ob er in Deinem Fall noch in einem "Rutsch" durcharbeiten, und dabei ausgleichen, kann, oder ob er mehrlagig arbeiten muss. Neben dem höheren Materialbedarf käme dann auch noch ein höherer Zeitaufwand hinzu.
    Unterstellen wir einmal, dass die 15mm korrekt sind, dann wären oben 10mm und unten 25mm Auftragstärke erforderlich.


    Deine "Messung" müsste man jetzt aber zuerst einmal verifizieren, denn die zeigt ja nur einen kleinen Teilbereich der Wand. Hierzu gibt es eine DIN18202, in der Toleranzen und Messmethoden zu finden sind. Die 15mm auf 1,5m Messpunktabstand deuten zumindest einmal in die Richtung, dass Ebenheits- und Winkeltoleranzen überschritten sein könnten. Aber wie gesagt, das ist nur mal ein Indiz, noch kein Nachweis. Eine genaue Überprüfung könnte auch zu dem Ergebnis kommen, dass die Abweichung grenzwertig, aber noch innerhalb der Toleranz ist. Eine genaue Überprüfung wäre aber Voraussetzung dafür, dass man hier einen Mangel geltend machen kann. Das wäre an sich noch Aufgabe der Firma, die die Wände erstellt hat.


    Ich würde den pragmatischen Weg gehen, und den Verputzer fragen, ob er unter den vorhandenen Rahmenbedingungen seine Arbeit fachgerecht machen kann, und ob er Bedenken oder Mehraufwand anmeldet. Letztendlich hat er nämlich ein Problem, wenn seine Oberflächen nachher "schief" sind.

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    .

  • .......... wie heisst es so schön , :


    ein trost ist uns geblieben , es wird geputzt und abgerieben .



    warum das beim putzen einen mehraufwand generieren sollte , erschliesst si mir nicht .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Genau für den Ausgleich solcher Unebenheiten ist der "Putz" ja da, wie der Name schon fast vermuten lässt.


    (Bei Putzstärken ab ca. 20 mm kann sich allerdings ein (vergütungswürdiger) Mehraufwand ergeben.)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Das kann mit einer Latte überhaupt nicht entsprechend der Ebenheitsanforderungen nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18202 geprüft werden.


    Ebenheiten sind immer in einer Fläche zu messen. Da die Decke die beiden Wände trennt, sind das aber 2 Bauteile, bzw 2 Ebenheitsmessungen, dabei wird nichts raus kommen. Nach dem Verputzen ist es eine Fläche, dann sieht es anders aus.


    Hier sind nur Prüfungen nach Winkeltoleranz sinnvoll. Die möglichen Abweichungen dürften aber auch keinen Mangel aufzeigen. Klassifiziert wäre das ein Absatz zwischen 2 benachbarten Bauteilen. Da sind Sprünge zu vermeiden, ein Grenzwert und Prüfung nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18202 gibt es aber nicht, da diese Bereiche gesondert zu regeln sind.


    Ein vernünftiger [definition=22,0]BU[/definition] wird hier ohne weiter Diskussion selbst den Grobausgleich vornehmen, wenn man es anspricht. Dann hat der Putzer auch kein Mehraufwand. Ansonsten wäre eine Vergütung beim Gipser fällig.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o